Hi,
Ich bin kurz vor dem Ende meines Studiums, das ich in zwei Großstädten verbracht habe. Das Leben dort habe ich weitgehend genossen, man hat unglaublich viele Möglichkeiten, irgendwo ist immer etwas los und wenn man im 20. Laden nichts passendes gefunden hat, geht man eben in den 21.
Aber vermisse auch das Leben in der Kleinstadt, aus der ich komme: alles ist ein wenig idyllischer und ruhiger, man kennt die Nachbarn, achtet aufeinander und geht ordentlich miteinander um. Es ist im Prinzip einfach eine heile Welt.
Ein weiterer Aspekt, der noch hinzukommt, ist meine Familie: die ist nicht wirklich groß, aber fast alle wohnen in der Gegend. Meine Bindung ist nicht sooo eng, das Gefühl ein paar Leute in der Nähe zu haben, die mich z.B. mal abholen könnten, wenn der letzte Bus weg ist oder im Urlaub meine Blumen gießen, finde ich aber sehr beruhigend.
Und jetzt kommt der Punkt, über den ich mir Gedanken mache: bald werde ich mit der aktiven Jobsuche anfangen und ich frage mich, wo ich hin will.
In meiner Heimatstadt gibt es durchaus Möglichkeiten, die mit den Angeboten hier in der Großstadt identisch sind, also meinen Interessen entsprechen und gleich bezahlt sind.
Natürlich würde ich nicht wieder bei meiner Mutter einziehen wollen, ich würde mir dann schon eine eigene Wohnung suchen.
Aber irgendwo habe ich Zweifel, ob das der richtige Weg ist... ich kanne s schlecht erklären, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass das ein Rückschritt ist.... ob ich mich nur daheim verkriechen will... mich nicht an die große weite Welt heranwage...
Wie seht ihr das?
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Thema: Zurück in die Heimat?
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02.08.2009, 23:10
Zurück in die Heimat?
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03.08.2009, 06:57
AW: Zurück in die Heimat?
Hallo Paranuss,
naja, Du hast das Leben in gleich zwei Großstädten ja zumindest probiert. Ich kenne genug Leute, die gar nicht aus ihrem Nest herausgekommen sind (und damit durchaus zufrieden). Wenn es Dich also tatsächlich zurückzieht, weil Du das Gefühl hast, Dir nichts mehr beweisen zu müssen und weißt, dass Du dort hin gehörst, finde ich es völlig okay, das zu tun.
Und mach Dir auch klar, dass es so oder so keine Lebensentscheidung sein musst. Egal wie Du Dich entscheidest, es spricht nichts dagegen, die Entscheidung in zwei, drei Jahren wieder rückgängig zu machen und doch in die Großstadt oder zurück in die Heimat zu ziehen.
Jetzt würde ich wohl einfach mal das machen, worauf ich Lust habe und ggf. auch den Job entscheiden lassen. Es ist doch schön, beide Optionen zu haben. Vielleicht merkst Du nach einiger Zeit in der alten Heimat, dass Du ihr entwachsen bist und Dich nicht mehr einleben kannst. Oder Du spürst, dass es das ist, was Du brauchst. Ich glaube, manches kann man nur durch Ausprobieren herausfinden.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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03.08.2009, 07:15Inaktiver User
AW: Zurück in die Heimat?
...du hast doch klare Argumente aufgezeigt, die deutlich zeigen, dass du dich in der vertrauten Kleinstadt wohler fühlst und auch deine Jobwahl keine Nachteile bringt. Gehts noch besser?

Schätze dich glücklich, dass du nach deinen eigenen Kriterien abwägst, was du willst und dich nicht von außen bestimmen läßt. Diese Rechnung wird langfristig gut ausgehen, weil du dich nach dein Leben nach deinen eigenen Bedürfnissen ausrichtest.
Was gibt es besseres, als einen guten Job zu finden und nach getaner Arbeit dort zu leben, wo man mit ganzer Seele tanken kann für einen neuen Tag mit netten Menschen in angenehmer und entspannter Umgebung. Alles Gute...
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03.08.2009, 10:46
AW: Zurück in die Heimat?
Hallo Paranuss,
ich empfinde dein posting anders als Karline, dass du eher kein gutes Gefühl dabei hast, "zurück" zu gehen.
Ich würde dir raten mal eine Pro und Contra-Liste für beide Standorte zu erstellen und mir anzuschauen, was dir wirklich wichtig ist.
Und in der Großstadt stellt sich das Problem des letzten Busses ja eher nicht und Blumen gießen können auch Freunde.
Ist das was du in der Kleinstadt bei Besuchen schön findest, wirklich das was du dir für dein tägliches Leben wünschst ?
Liebe Grüße
promethea
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03.08.2009, 11:40
AW: Zurück in die Heimat?
Ja, ich denke das ist ein guter Punkt.
Momentan bin ich das Leben an meinem Wohnort einfach satt: ich habe keine Lust mehr darauf samstags die grölenden Jugendlichen auf der Straße zu hören, keine Lust auf den ewigen Großstadtlärm, keine Lust auf überfüllte Straßenbahnen, auf die Parkplatzsuche wenn ich nach Hause komme und die Gleichgültigkeit meiner Nachbarn.
Es könnte gut sein, dass das alles besser wäre, wenn ich in einen anderen Stadtteil ziehen würde, aber ich glaube meine "Beziehung" zu der Stadt ist einfach vergiftet und aus dem Grund wünsche ich mir einfach, mich wieder irgendwo in Ruhe verkriechen zu können, wenn das nötig sein sollte...
Ich kann auch nicht ausschließen, dass ich später wieder weg will - ich bin Mitte 20 und das Leben hat sicherlich noch einige Überraschungen für mich parat. Aber momentan glaube ich, dass es mir gut tun würde, mal zur Ruhe zu kommen, wie du schreibst 2-3 Jahre zu arbeiten und dann Kraft zu neuen "Aktivitäten" zu haben.
Ein Bekannter von mir ist seit Juni für seinen Arbeitgeber 6 Monate in New York. Das wäre auch etwas, was mich durchaus reizen würde.
Das sind so ziemlich genau die Fragen, die ich mir auch stelle.
Eine Pro- und Contra-Liste kann ich momentan nur schwer objektiv aufstellen: die Contra-Seite der Großstadt wäre wohl komplett voll, da ich ihr - mal abgesehen von meinem Studium - wenig gutes abgewinnen kann. Und auch das Studium hatte so einige unschöne Haken und Tücken.
Die Freunde, die die Blumen gießen, sind da vielleicht ein entscheidender Punkt: ich habe nie jemanden gefunden, mit dem ich wirklich sehr gut befreundet bin. Bekannte gab es immer, Leute denen man in der Uni begegnet und vielleicht einmal im Monat abends weggeht. Mehr ist daraus aber nie entstanden. Vielleicht ist das auch ein wichtiger Grund, warum ich weg will...
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03.08.2009, 11:58Inaktiver User
AW: Zurück in die Heimat?
und warum muss man nach einem tag mit netten menschen in angenehmer und entspannter umgebung überhaupt tanken? tanken muss ich, wenn der tag anstrengend war.

für mich liest es sich eher ein wenig so als hättest du ein wenig angst vor der eigenen courage. menschen fürs blumen giessen findest du doch in der großstadt auch un derzähle mir niemand, dass in der kleinstadt keine gröhlenden jugendlichen sind.
und wie passt das alles zusammen mit dem schielen auf den bekannten in new york (wobei ich sechs monate für einen auslandsaufenthalt viel zu kurz finde...
)
wichtig ist vor allem, wie malina schrieb: das ist jetzt keine entscheidung bis ans lebensende. mit diesem wissen lässt sich doch viel leichter entscheiden, oder?
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03.08.2009, 16:50
AW: Zurück in die Heimat?
Jeder Mensch ist anders veranlagt, in einer Großstadt ist man meistens anonym - ich z.B. würde dort nie leben wollen.; meine Tochter aber z.B. könnte sich nie mehr vorstellen, in einer Kleinstadt zu leben. Wenn du keine Bezugspersonen in deiner Großstadt hast und die Arbeit in deiner Heimatstadt gleich gut bezahlt sein würde...dann würde ich dir eine Rückkehr empfehlen-probier es einfach aus. Stell dir einfach vor, wie schön es sein könnte, deine Freunde von früher wieder zu treffen, auch, wie deine Mutter sich freuen würden, dich in ihrer Nähe zu haben usw. Es ist doch nichts für die Ewigkeit, wenn du nach ein paar Jahren merkst, das es doch nichts für dich ist, kannst du dich wieder umorientieren, du bist doch noch so jung.
Eine kalte Hundeschnauze ist 10 mal mehr wert, als ein kaltschnäuziger Mensch.
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05.08.2009, 16:21
AW: Zurück in die Heimat?
Hallo Paranuss,
ich gehe mal davon aus dass Du in Deiner Kleinstadt auch zur Schule gegangen bist und dort Freunde hast. Ich bin etwas
älter als Du und habe gemerkt, dass fast alle meine Abi-Kollegen nach AUsbildung oder Studium wieder in ihre Stadt zurückgekommen sind. Auch ich bin nach jahrelangem Aufenthalt im Ausland wieder in meine Heimatstadt gezogen. Und bin hier einfach zuhause.
Großstädte sind toll - ein paar Tage lang, zum Shoppen, Kneipenbummel, Kino und Kunst. Die Kleinstadt ist Vertrautheit und Geborgenheit. Mir gehts jedenfalls so, und Dir anscheinend auch. Ich würde wieder in meine Heimat gehen - und wenns Dir dort doch zu eng wird: Du bist so jung und kannst jederzeit wieder woanders losziehen.
Viel Glück
Lisa
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15.08.2009, 14:07
AW: Zurück in die Heimat?
Nein, geh nicht nach dem Studium zurück nach Hause. Ich hab das gemacht und fühle mich vollkommen zurückentwickelt.
Wenn dir die Großstadt nicht gefällt, such dir doch eine andere, kleine Stadt, eben eine, wo's schön ist.Viele Grüße
von der Bummelhummel
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22.08.2009, 09:40Inaktiver User
AW: Zurück in die Heimat?
Hallo Para

Ich bin während des Studiums aus familiären Gründen zurück gezogen.
Ich habe das eher bereut, ich habe mich auf einmal ziemlich eingesperrt gefühlt;
Freunde und Bekannte von Früher waren entweder weg gezogen , oder es hatte sich auch auf einmal manch ein Kontakt negativ verändert.
Und ja , ich hatte für mich ebenfalls das Gefühl mich zurück zu entwickeln.
Bin jetzt wieder in einer Großstadt , fahre gerne regelmäßig nach Hause, aber ganz zurück käme für mich nicht mehr in Frage!
Letztendlich habe ich auch gemerkt, das ich wohl doch nicht mehr das "Landei" bin was ich mal war und das mir das kulturelle Angebot und die Vielfalt und meine Freunde gefehlt haben.
Das sind meine Erfahrungen


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