Hallo du Liebe,
ich habe verschiedene Phasen durchlaufen, bis ich gemerkt habe, dass ich mich mehr akzeptieren muss wie ich bin, sonst bin ich eine alte Oma und renne noch immer der Bestätigung meiner "Unfähigkeit" nach.
Zuerst war ich auch lieb, still, ja schüchtern, angepasst. Dann wurde ich leiser und ängstlich, war fuuuurchtbar. Dann kam die Wut! Und die hat mir geholfen, auch wenn es nicht vorstellbar ist. Heute bin ich, Dank einem neuen Job, der viel geholfen hat, weil ich Verantwortung bekommen habe und eine Stimme!- eine selbstbewusstere frau, die weiß, dass sie empfindsam ist, aber es nicht mehr jedem Recht machen muss. Dann heule ich eine Runde und gebe mir Zuspruch und laufe nicht unbedingt hinterher. Lach doch in der Stadt mal Leuten bewusst ins Gesicht. Ist toll! Es tut auch gar nicht weh!
Mein Freundeskreis hat sich jetzt sehr verändert, weil ich bereit war etwas zu riskieren.
Das ich trotzdem ein kontrollierter Mensch bleibe und eine dünne Schale habe sehr ich als Stärke und nicht als Schwäche.
Nur ICh konnte MICH ändern!
LG! :-))))
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Thema: Ich kann mich nicht öffnen
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01.09.2009, 12:19
AW: Ich kann mich nicht öffnen
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02.09.2009, 10:13
AW: Ich kann mich nicht öffnen
Hallo Sonnenschein,
ich kann Dich gut verstehen.
In solch einer Situation warte ich immer auf ein Zeichen von ihm, wobei ich leider meistens Recht hatte mit meiner Vermutung, dass es sich nur um eine Affaire handelt, wenn sich eine Sache länger hinzog, ohne dass er klare Äußerungen gemacht hat. Ich habe natürlich von mir aus auch nichts angesprochen, aber es muss ja nicht jeder so schüchtern sein wie ich
Kennt ihr Euch denn schon länger? Und habt ihr generell schon mal über das Thema Beziehung gesprochen? Seht ihr Euch regelmäßig und meldet er sich auch regelmäßig?
Hallo Bootsfrau,
Bei mir ist es ganz ähnlich. Auch ich kontrolliere mich ständig und frage mich, wie ich auf andere wirke und wenn mir mal wieder jemand zu verstehen gibt, dass ich ja sehr zurückhaltend sei, macht mich das oft traurig, weil ich diese Verhaltensweise ja gerne ändern würde.
Ich glaube aufgrund dessen wirke ich auf oft verkrampft und nicht locker. Selbst bei Leuten, die mir eigentlich egal sein könnten, mache ich mir Gedanken darüber, ob sie mich denn mögen.
Liebe Blume,
ich empfinde auch oft Wut, dass ich so bin wie ich bin, aber vor allem gegen mich selbst. Ich denke, dass Leute, die ich neu kennenlerne, schon sehr schnell merken, dass ich nicht selbstbewusst bin und sich aufgrund dessen sagen, dass ich mir sowieso alles gefallen lasse.
Magst Du erzählen, wie sich Dein Freundeskreis verändert hat und wie Deine Freunde mit Deiner Veränderung umgegangen sind?
An manchen Tagen, wenn es mir ganz gut geht, strahle ich das auch eher aus und kann offener auf Leute zugehen. Aber dann gibt es leider auch viele Tage, an denen ich in Grübeleien versinke und dann auch mit dem entsprechenden Gesichtsausdruck herumlaufe und am liebesten gar nicht angesprochen werde möchte bzw. generell kein Bedürfnis habe zu kommunizieren, weil ich weiß, dass ich dann nicht dazu in der Lage bin, ohne wieder den Eindruck "ruhig und schüchtern" zu hinterlassen.
Liebe Grüße,
Elaya
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02.09.2009, 17:16Inaktiver User
AW: Ich kann mich nicht öffnen
Hallo elaya,
dass was Du bootsfrau und blume geantwortet hast, kenne ich auch von mir. Ich glaube, dass ich einfach zu viel nachdenke und grübele und - besonders fatal - interpretiere. Selbst wenn Freunde mit mir sprechen, interpretiere ich ständig alles mögliche in ihre Worte und ihr Verhalten hinein. Natürlich nichts positives. Manchmal denk ich fast, ich "suche" förmlich nach Zeichen und Signalen, dass sie mich im Grunde vielleicht doch nicht mögen, langweilig finden usw. Das ist unendlich anstrengend und schmerzhaft. Ich denke, es hängt damit zusammen, dass ich daran zweifle, für andere Menschen interessant zu sein. Oder um meiner selbst Willen gemocht zu werden (ich glaub, ich erzählte mal, dass ich aus meiner Kindheit mitgekriegt hab, dass Liebe immer mit Leistung verbunden war). Durch meine Art, Dinge zu interpretieren und zu hinterfragen, gehe ich wiederum anderen auf den Wecker, die das einfach kompliziert finden.
Wenn ich eine glückliche Phase habe, muss ich offensichtlich eine positive Ausstrahlung haben. Das merke ich. Aber ich bin selten von selber glücklich. Derzeit spiele ich vielen Leute vor, dass ich glücklch bin. Leider wirkt das tatsächlich, es wird mir geglaubt. obwohl ich vielmehr jemanden zum ausheulen bräuchte. Aber wenn ich das tue, gehe ich anderen auf den Wecker (oder bin ein sogenannter Energieräuber, wie ich neulich in einem anderen Faden las).
Die Schüchternheit kenne ich auch gut. Für mich ist sie ein Fluch.
lg veilchen
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10.09.2009, 19:54
AW: Ich kann mich nicht öffnen
Hallo Veilchen,
auch für mich ist die Schüchternheit ein Fluch. Es gibt so viele Momente, in denen ich etwas sagen könnte, ja sogar sagen müsste, aber ich kriege meinen Mund nicht auf. Das Schlimme ist, dass ich weiss, dass bestimmte Verhaltensweisen mir gegenüber falsch sind und ich mich wehren müsste, aber mein angepasstes Verhalten ist schon so verinnerlicht, dass ich nicht mal mehr das Gefühl spüre, ungerecht behandelt worden zu sein. Vom Kopf her weiss ich es, aber das Gefühl dazu ist einfach nicht vorhanden, so dass dann auch keine entsprechende Reaktion erfolgen kann.
Mir nimmt es auch jeder ab, wenn ich ihnen vorspiele glücklich zu sein. Ich war schon immer eine gute Schauspielerin. Nach außen hin lache ich, während es mich innerlich vor Schmerz zerreißt. Erst wenn ich alleine bin, kann ich diesen Schmerz zulassen. Somit habe ich oft das Gefühl, nicht wirklich anwesend zu sein, wenn ich von anderen Leuten umgeben bin, da ich auch immer nur grübel, ihre Aussagen interpretiere und mich verstelle. Es fällt mir unglaublich schwer, jemandem zu sagen, dass es mir nicht gut geht und meine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen.
Es gibt auch Tage, an denen ich von mir aus glücklich bin und mich nicht verstelle. Ich merke auch, dass die Menschen allgemein an solchen Tagen aus meiner Sicht freundlicher zu mir sind oder ich nicht so viel auf ihr Verhalten gebe, aber leider gibt es nicht so viele solcher Tage. Ich kann das auch gar nicht beeinflussen. Ich wache morgens auf und entweder geht es mir gut oder schlecht, ohne dass ich wirklich einen Grund für den jeweiligen Zustand nennen könnte...
Sagen Dir Deine Freunde so direkt, dass Du ihnen auf den Wecker gehst, wenn Du Dich ausheulen willst, oder ist das nur Dein Empfinden?
Liebe Grüße,
Elaya


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