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  1. Inaktiver User

    Stirnrunzeln Verkorkst...na super...

    Guten Morgen allerseits...

    Ich könnte die Thematik sicher auch unter "Beziehung im Alltag" posten, aber letztendlich liegt dieses ganze Drama wohl doch eher in meiner sich alles andere als positiv entwickelnden Persönlichkeit begründet.

    Erstmal zu den Umständen.

    Seit über einem Jahrzehnt in einer Ehe, es gibt drei gemeinsame Kinder (KIGA und Grundschule). Ich bin vollzeit berufstätig. Ich arbeite in einer Jugendhilfeeinrichtung in drei Schichten: Frühdienst / Spätschicht / Nachtdienst zwischen 6 bis 24 Stunden am Stück, regulär 40 Std. mit (nicht vermeidbaren) Überstunden ca. 50-55 Std. pro Woche. Der Überstundenausgleich erfolgt über Freizeit.

    Mein Mann ist zuhause bei den Kindern und erledigt einen Teil der Hausarbeit und das Schulische.

    In meiner "Freizeit" kümmere ich mich um den Rest des Haushalts, die Kinder und bin zum Ausgleich in einer Band (Musik) aktiv. Außerdem fahre ich wenn es die Zeit und Laune meines Mannes zulässt Fahrrad. Dieser Ausgleich ist sehr wichtig für mich, weil ich ansonsten wohl jegliche Motivation verlieren würde.

    Wenn ich zurückblicke war ich eine junge Frau, ehrgeizig, motiviert, , kontaktfreudig, offen, kreativ, vielseitig, fröhlich, humorvoll, gnadenloser Optimist. Viele unterschiedliche Problematiken haben mich an meine Grenzen gebracht. Am Schlimmsten aber war für mich die soziale Isolation, der ich in der Heimat meines Mannes ausgesetzt war. 7 Jahre lang gelang es mir nicht Kontakte zu knüpfen, mein Mann ließ mich aus beruflichen Gründen viel alleine und nahm meinen offen formulierten Unmut niemals ernst und stand mir auch bei schwierigen Fällen (bezugnehmend auf die Kinder) nicht bei.

    Meine Ehe würde ich insgesamt als problematisch bezeichnen. Vorsicht, es folgt mitunter eine subjektiv gefärbte "Wahrheit", Kritik ruhig auspacken

    Vor etwa 3 Jahren distanzierte sich mein Mann immer mehr, ich bekam ihn kaum noch zu Gesicht, unser bis dato wundervolles Sexleben kam zum Erliegen, ich unterstellte ihm aufgrund mehrere Hinweise eine Affäre, die er bis heute nicht zugegeben hat. Nachdem ich zwei jahre lang neben Bösartigkeiten NUR Schweigen ertrug (kein guten Tag, kein zuhören, auslachen, geringschätzige Bemerkungen, Lügen, Aggressionen, alleine lassen, sich in Notsituationen nicht angesprochen fühlen) begann ich mein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ich beschloss nicht länger in der Opferrolle zu bleiben und schlussendlich bin ich irgendwie doch wieder darin gelandet

    Ich beschloss einen Schlußstrich zu ziehen, trennte mich von meinem Mann, begann ein Techtelmechtel mit einem anderen, trennte mich wieder und ging zurück zu meinem Mann.

    Ich beschloss für mich in meine Heimat zurück zu gehen, mit den Kindern, mit ihm wenn er mitgeht. Er kam mit. Meine Mutter begriff damals erst wie schlecht es mir ging und organisierte mir einen Therapieplatz, weil ich einfach völlig durchgeknallt war, völlig überlastet (vorher hatten wir ein großes Haus, großes Grundstück, ich musste mich um alles alleine kümmern). Im Rahmen dieser Therapie (mitunter Traumata-Behandlung bezügl. Kindheit) kam sehr viel hoch bei mir. Seine Aussagen "hör auf zu jammern, is doch schon 20/ 30 Jahre her". Auf Fragen wie "Verstehst du nicht, dass ich wieder ein Ziel brauche?" kamen Antworten wie "Du hast doch drei Kinder." Vor meinem Vater, den ich erst mit 18 Jahren kennenlernte viele Sätze wie "Dein Vater mag dich nur, weil er dich nicht kennt".

    Ich habe angefangen nicht mehr auf meinen Mann zu zählen, der leider insgesamt unzuverlässig ist (nicht einhalten von Absprachen, leider wirklich ausnahmslos; Lügen...). Ich bewarb mich um eine Stelle und bekam sie. Nun, da ich mich nicht mehr in diese Abhängigkeit und "Unterwürfigkeit" begebe wird mein Mann sauer und wütend. Er wirft mir vor, das ich ihm nicht vertraue (nach 10 Jahren dauerndem Lügen!). Passt absolut zu ihm. Er ist nicht bereit die Konsequenzen in Form meines Verhaltens zu tragen, die er heraufbeschworen hat. Er leugnet im Nachhinein alle Fakten, rechtfertigt jeden einzelnen Vorfall als Ausnahme und besonderen Umstand, verfälscht die Dinge, gesteht keinen Fehler ein.

    Er klärt niemals etwas mit mir, er schweigt. Als ich ihm das Angebot machte, dass er einfach auf mich zukommt, kam nichts und er wunderte sich warum ich unsere ehe als zumutung empfand, während für ihn alles in Ordnung war. Ich selbst kritisierte nicht mehr, weil mein Mann von mir erwartete, dass ich ihn niemals kritisiere. Als es beinahe zu einem Unfall mit einem Kind kam griff ich ein und das war für ihn schon ein absolutes No-Go, dass lass ich mir aber nicht nehmen, dass sind meine Kinder!!!

    Wann immer es mir schlecht ging, er machte sich lustig darüber, nahm mich nicht ernst, stand mir nicht bei. Ein Kumpel brachte mich ins Krankenhaus, als ich eine Gehirnerschütterung hatte, mein Mann hätte mich mit dem Auto geschickt und schlief weiter (er sagt natürlich ein besonderer Ausnahmefall).

    Auch ich hatte Gefühle, war wütend, auch ungerecht, traurig. Jegliche Gefühlsausbrüche wollte er nicht hören und sehen, schon gar nicht wenn ich laut würde, brüllte er mir ins Gesicht.

    Seither zeige ich keine Gefühle mehr ihm gegenüber. Ich bin eiskalt. Gefühlslos, kalt, enttäuscht von mir selbst. Wieder kommen die Erinnerungen hoch eine Versagerin zu sein. Mein schlimmster Vorwurf an mich selbst, wieso habe ich es soweit kommen lassen? Wieso habe ich mich aussaugen lassen? Und wieso bin ich weg????

    Aus den temporären runterschlucken wurde ein generelles. Ich weiß nicht, wann mein Mann wach wurde, auf alle Fälle war es zu spät. Und nun bin ich ein Monster!!!!!

    Ich bin unfähig Gefühle zu zeigen, bin urplötzlich introvertiert, sehr zurückhaltend, beschämt, schüchtern, unsicher. Ich bin eiskalt, habe kein schlechtes Gewissen mehr, keine Ziele, keine Träume- und ich bin auch noch selber schuld! Weil ich einem Mann mehr gegeben habe, als man überhaupt einem Menschen geben sollte, ich habe mich nicht nur selbst aufgegeben, ich habe mich umbringen lassen und habe dem Mörder das Messer in die Hand gedrückt und darum gebeten zuzustechen.

    Nun bin ich also hier, habe überhaupt keinen Bock in dieser dämlichen Opferrolle zu bleiben und mich abzufinden. Aber was was was soll ich tun? Ich habe nicht mal mehr ein kleines Ziel vor Augen, vertraue mir nicht mehr, nein, ich kann mir nicht mal mehr selber leid tun, weil ich selber schuld bin

    Wie komme ich denn nun wieder weg von meiner Verkorkstheit. Spontaneität, Motivation, Lebensfreude, Optimismus, Gefühle, das alles ist weg...vielleicht-ich hoffe es- nur verschüttet. Aber ich habe das Gefühl mich nicht weiterentwickelt sondern nur Rückschritte gemacht zu haben. Ich habe mich verloren und weiß nicht wie ich mich wiederfinden soll. Ich brauche Hilfe, Anregungen...irgendwas.


    So wie ich jetzt bin, kann mich kein Mensch ertragen

    Danke,... Sockenvieh

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    AW: Verkorkst...na super...

    liebes sockenvieh, erst mal, völlig spontan:

    du hast viel zu tragen, und was sich da jetzt einen weg nach außen bahnt, musste dieses auch tun, das war unausweichlich. aber ich glaube, das weißt du schon.


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    AW: Verkorkst...na super...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    So wie ich jetzt bin, kann mich kein Mensch ertragen
    Von mir ein bißchen *trost* für Dich.

    -ND-
    Das Glück gehört denen die sich selber genügen." Aristoteles



    .

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    AW: Verkorkst...na super...

    Hallo Sockenvieh (ein herrlicher nick übrigens ),

    also mal eins vorab: Du bist kein Monster. Du bist überfordert, fertig, am Rand, ausgebrannt, aber mit Sicherheit kein Monster . Du reagierst genau so, wie sehr viele von uns in deiner Situation reagiert hätten. Der Mensch ist nun mal nicht unbegrenzt belastbar, und die Grenze deiner Belastbarkeit wurde schon lange überschritten. Dein Mann und du, ihr seid beide da drüber gerannt.

    Ich denke auch, dass du schon ein Ziel hast. Ein ganz wichtiges, existentielles sogar, nämlich, dass es dir wieder besser geht. Dass du wieder selbstbestimmt handeln kannst, wieder Freude am Leben empfindest. Dieses Ziel als solches auch benennen zu können ging unter dem, was da an die Oberfläche kam,nur schlicht unter.

    Ich kriege schon Stresspusteln, wenn ich lese, was du alles schulterst (und das, obwohl ich selbst Vollzeit arbeite und alleinerziehend bin und daher weiß, was Stress bedeutet): Ein Job im sozialen Bereich im Schichtdienst - das kann man eh schon nur aushalten, wenn im privaten Background alles erträglich oder gut läuft - , eine Band, Sport, Kinder, Haushalt.... Und dann noch eine verkorkste Ehe. Wer kann sowas schon aushalten ohne am Rad zu drehen? Niemand.

    Das Wichtigste hast du schon vollzogen: Du hast erkannt, dass dein Limit erreicht ist, dass sich was ändern muss. Dass du was ändern musst. Um hier wieder klar zu sehen brauchst du Ruhe. Damit du deine Gedanken wieder richtig hören kannst. Damit du dich wieder richtig fühlen kannst. Damit du deine eigenen Bedürfnisse wieder spüren kannst.

    Vielleicht kannst du eine Kur beantragen, oder dich ein paar Tage ausklinken und ein paar Tage nur für dich nehmen. Zum runterkommen und nachdenken. Dann spürst du irgendwann auch wieder, was du tun kannst, damit es für dich besser wird.

    Höre auf, das Verhalten deines Mannes zu erklären. Guck auf dich und sei gut zu dir

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    AW: Verkorkst...na super...

    Was hält dich bei deinem Mann?

    Kitty

  6. Inaktiver User

    AW: Verkorkst...na super...

    @Lizzie und ND

    Danke!


    @beklamo

    Hallo Sockenvieh (ein herrlicher nick übrigens ),

    also mal eins vorab: Du bist kein Monster. Du bist überfordert, fertig, am Rand, ausgebrannt, aber mit Sicherheit kein Monster . Du reagierst genau so, wie sehr viele von uns in deiner Situation reagiert hätten. Der Mensch ist nun mal nicht unbegrenzt belastbar, und die Grenze deiner Belastbarkeit wurde schon lange überschritten. Dein Mann und du, ihr seid beide da drüber gerannt.
    Damit hast du wohl recht

    Ich denke auch, dass du schon ein Ziel hast. Ein ganz wichtiges, existentielles sogar, nämlich, dass es dir wieder besser geht. Dass du wieder selbstbestimmt handeln kannst, wieder Freude am Leben empfindest. Dieses Ziel als solches auch benennen zu können ging unter dem, was da an die Oberfläche kam,nur schlicht unter.



    Das Wichtigste hast du schon vollzogen: Du hast erkannt, dass dein Limit erreicht ist, dass sich was ändern muss. Dass du was ändern musst. Um hier wieder klar zu sehen brauchst du Ruhe. Damit du deine Gedanken wieder richtig hören kannst. Damit du dich wieder richtig fühlen kannst. Damit du deine eigenen Bedürfnisse wieder spüren kannst.
    Ich habe gerade Urlaub, deshalb auch endlich mal etwas Zeit mich auszutauschen. Ich hatte die ganze Zeit eher das Gefühl, dass ich aus lauter Hilflosigkeit versucht habe, über alles drüber zu rennen, es einfach zu ignorieren, einfach nur, weil ich keine Lösung mehr sah.

    Das entspricht überhaupt nicht meiner Art, ich möchte Probleme normalerweise schnell geklärt haben, ich bin normalerweise nicht mal nachtragend genug, mich an alles zu erinnern, was irgendwann vorgefallen ist. Nur wenn man mich tief verletzt, dann werde ich irgendwann mehr als nachtragend....Aber in diesem fall sah ich keine Möglichkeit eine Lösung zu finden.

    Vielleicht kannst du eine Kur beantragen, oder dich ein paar Tage ausklinken und ein paar Tage nur für dich nehmen. Zum runterkommen und nachdenken. Dann spürst du irgendwann auch wieder, was du tun kannst, damit es für dich besser wird.
    Nun, Kur fällt flach, leider. Und ein paar Tage nur für mich, ja, die würden mir sehr gut tun. Tatsächlich ist es nicht praktikabel, wegen der Kinder...Zumindest aktuell nicht. Es hängt noch mehr daran, ich weiß aktuell aber nicht, wie ich das unmissverständlich darstellen soll

    Guck auf dich und sei gut zu dir
    Danke ich versuche es! Nur, wenn man sich selbst irgendwie nicht mehr spürt, dann isses irgendwie verdammt schwierig gut zu sich selbst zu sein....

    Danke dir und GLG second!


    @Kitty

    Ich habe die meiste Zeit meines Lebens mit diesem Mann verbracht, ich liebe ihn und ich schätze seine guten Seiten (ja, die gibt es tatsächlich auch, sogar in großer Zahl). Ich weiß um die schwierigen Umstände, ich sehe auch meine Anteile an der Misere, ich hoffe, noch immer, irgendwie, manchmal.

    Und so unromantisch es auch ist, es hängt alles daran. Ich denke dabei an die Kinder. Meine berufliche Perspektive ebenfalls (ich könnte den Job nicht machen, wenn er nicht da wäre), meine Hobbys (auch nicht realisierbar, wenn er weg wäre). Vielleicht wird es verständlicher, wenn man weiß, dass sowohl das Hobby als auch auch mein Beruf für mich nicht nur finanziellen Wohlstand bedeuten, sondern auch gesellschaftliche Anerkennung, nicht leicht zu findende Aufstiegschancen. Ich kann und will das nicht aufgeben!!! Nicht jetzt, nicht aktuell, nicht jetzt wo ich endlich wieder eine Perspektive habe.

    Die Gründe sind noch vielschichtiger. Ich müsste mein ganzes Leben aufgeben und kann dir sagen, dass es definitiv nicht besser wäre als jetzt. Einen besseren Mann....daran verschwende ich nicht mal einen Gedanken. Ich glaube inzwischen beziehungsunfähig zu sein, lieblos.

    Deshalb mache ich aktuell alles an der anvisierten Paartherapie fest. Was ich mir davon erwarte ist Klarheit. Ich fühle mich hilflos, desillusioniert, verletzt...ich weiß einfach im Moment nicht mehr wohin es geht und es zerfrisst mich innerlich. Ich habe das Gefühl mal wieder nur eine von zwei schlechten Möglichkeiten wählen zu können, aber...so ist das Leben eben....

    Sorry, es muss schrecklich albern klingen...aber ich muss aufhören, meine Tastatur verträgt kein Wasser...

    GLG second

  7. Inaktiver User

    AW: Verkorkst...na super...

    [QUOTE=Sockenvieh;6051127Ich glaube inzwischen beziehungsunfähig zu sein, lieblos.

    Deshalb mache ich aktuell alles an der anvisierten Paartherapie fest. Was ich mir davon erwarte ist Klarheit. Ich fühle mich hilflos, desillusioniert, verletzt...ich weiß einfach im Moment nicht mehr wohin es geht und es zerfrisst mich innerlich. Ich habe das Gefühl mal wieder nur eine von zwei schlechten Möglichkeiten wählen zu können, aber...so ist das Leben eben....
    [/QUOTE]

    Ich bin überzeugt, dass Du alles andere als beziehungsunfähig und lieblos bist!

    Warum glaubst Du, dass es nur ein "Entweder-oder" gibt? Ich finde die Idee mit der Paartherapie sehr gut, denn mein Eindruck beim Lesen Deiner Geschichte ist der, dass Du, dass ihr einen ganz schönen Film mitgemacht habt. Bei all dem ist wahrscheinlich nicht immer alles "aufgearbeitet" und ausgesprochen worden, was euch jeweils getroffen und betroffen hat. Es ist alles unglaublich komplex, Du schreibst von tiefen Verletzungen, dem Verdacht betrogen worden zu sein und und und... Dein Mann mit seiner Sichtweise auf all das, mit seinen eigenen Verletzungen... und seiner "kriegerischen Reaktion". Hier wird es wahrscheinlich viel um Klärung gehen. Das dürfte noch mal ganz schön schmerzhaft werden. Außerdem wird sich im Anschluß herausstellen, ob es noch eine Basis für Euch gibt. Auch wenn es wehtut: Da würde ich genau hinschauen. Klar kommt keine Partnerschaft ohne Krisen und Konflikte aus, aber wenn das ein Dauer-Zustand wird, ist ein Ende mit Schrecken sinnvoller als das berühmt-berüchtigte Schrecken ohne Ende.

    Ich lese außerdem heraus, dass Du oft Deine Bedürfnisse hintenan gestellt hast. Sieben Jahre nur Kontakte über den Partner in einer Stadt, in der Du nicht wohl fühlst, hinterlässt seine Spuren, denn da bist Du sehr gegen Deine Bedürfnisse angegangen. Du wirkst unglaublich lebendig und voller Power, ich bin mir sicher, dass eine Ehe "allein" Dir nicht ausreicht, um all das, was Dich ausmacht, auszuleben. Wenn Du mit Deinem Mann einen Neuanfang starten kannst, ist es sinnig, auch das anzugehen: Wo kannst Du Kompromisse eingehen ohne zu kurz zu kommen? Und wo kann er Dich unterstützen? Die Tatsache, dass er damals mit Dir umgezogen ist, finde ich ein gutes Vorzeichen.

    Und ja, Du wirkst wie im Hamsterrad, getrieben, ständig in Aktion. Da besteht die Gefahr etwas zu übersehen oder zu überrollen. Kannst Du Dich zügeln, mal stehenbleiben? Schauen statt rennen?

    Du Liebe, hier glitzert eine total lebendige Frau durch Deine Zeilen - lass die bloß nicht untergehen!

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    AW: Verkorkst...na super...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Mann ließ mich aus beruflichen Gründen viel alleine und nahm meinen offen formulierten Unmut niemals ernst und stand mir auch bei schwierigen Fällen (bezugnehmend auf die Kinder) nicht bei. ...

    Meine Ehe würde ich insgesamt als problematisch bezeichnen....

    Vor etwa 3 Jahren distanzierte sich mein Mann immer mehr, ich bekam ihn kaum noch zu Gesicht, unser bis dato wundervolles Sexleben kam zum Erliegen, ich unterstellte ihm aufgrund mehrere Hinweise eine Affäre, die er bis heute nicht zugegeben hat. Nachdem ich zwei jahre lang neben Bösartigkeiten NUR Schweigen ertrug (kein guten Tag, kein zuhören, auslachen, geringschätzige Bemerkungen, Lügen, Aggressionen, alleine lassen, sich in Notsituationen nicht angesprochen fühlen) begann ich mein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.... Seine Aussagen "hör auf zu jammern, is doch schon 20/ 30 Jahre her". Auf Fragen wie "Verstehst du nicht, dass ich wieder ein Ziel brauche?" kamen Antworten wie "Du hast doch drei Kinder." Vor meinem Vater, den ich erst mit 18 Jahren kennenlernte viele Sätze wie "Dein Vater mag dich nur, weil er dich nicht kennt". ...Ich habe angefangen nicht mehr auf meinen Mann zu zählen, der leider insgesamt unzuverlässig ist (nicht einhalten von Absprachen, leider wirklich ausnahmslos; Lügen...).

    Nun, da ich mich nicht mehr in diese Abhängigkeit und "Unterwürfigkeit" begebe wird mein Mann sauer und wütend. Er wirft mir vor, das ich ihm nicht vertraue (nach 10 Jahren dauerndem Lügen!). Passt absolut zu ihm. Er ist nicht bereit die Konsequenzen in Form meines Verhaltens zu tragen, die er heraufbeschworen hat. Er leugnet im Nachhinein alle Fakten, rechtfertigt jeden einzelnen Vorfall als Ausnahme und besonderen Umstand, verfälscht die Dinge, gesteht keinen Fehler ein.

    Er klärt niemals etwas mit mir, er schweigt. Als ich ihm das Angebot machte, dass er einfach auf mich zukommt, kam nichts und er wunderte sich warum ich unsere ehe als zumutung empfand, während für ihn alles in Ordnung war. Ich selbst kritisierte nicht mehr, weil mein Mann von mir erwartete, dass ich ihn niemals kritisiere.

    Wann immer es mir schlecht ging, er machte sich lustig darüber, nahm mich nicht ernst, stand mir nicht bei. Ein Kumpel brachte mich ins Krankenhaus, als ich eine Gehirnerschütterung hatte, mein Mann hätte mich mit dem Auto geschickt und schlief weiter (er sagt natürlich ein besonderer Ausnahmefall).

    Auch ich hatte Gefühle, war wütend, auch ungerecht, traurig. Jegliche Gefühlsausbrüche wollte er nicht hören und sehen, schon gar nicht wenn ich laut würde, brüllte er mir ins Gesicht.

    Mal ehrlich, Sockenvieh ...
    Meiner Meinung kommst du da nur raus, wenn du dich trennst.

    Aber ich respektiere deine Gründe, die du oben genannt hast. An einen anderen Mann habe ich dabei gar nicht gedacht, sondern dein Leben erst mal für dich, nach deinen Prinzipien einzurichten. Mir ist aber schon klar, dass es mit drei Kindern nicht einfach ist.

    Viel Glück mit der Paartherapie,

    die etwas skeptische Kitty

  9. Inaktiver User

    AW: Verkorkst...na super...

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    Mal ehrlich, Sockenvieh ...
    Meiner Meinung kommst du da nur raus, wenn du dich trennst.
    Liebe Kitty,

    nach dem gestrigen Tag kann ich deine Skepsis dreimal so gut nachvollziehen. Ich weiß auch nicht mehr, ob es noch Sinn macht. Ich fürchte beinahe nicht. Ich kann keinen Menschen zwingen mich ernstzunehmen und respektvoll mit mir umzugehen.

    Wenn es so bleibt, dann wird mir nichts anderes übrigbleiben als diese einzigartige Karrierechance tatsächlich sausen zu lassen...und somit auch meine finanzielle Unabhängigkeit zu verlieren...Was mich daran stört ist, dass die Kinder auf alles verzichten müssen. Auf ihre Hobbys, auf ihre gute Ausbildung, auf gesellschaftliche Integration. Ich sollte ein Buch schreiben "Mein Weg zu Hartz4"...

    Ich könnte heute nur noch kotzen....

  10. User Info Menu

    AW: Verkorkst...na super...

    Liebe Sockenvieh

    Lass dich mal .

    Wenn es so bleibt, dann wird mir nichts anderes übrigbleiben als diese einzigartige Karrierechance tatsächlich sausen zu lassen...und somit auch meine finanzielle Unabhängigkeit zu verlieren...Was mich daran stört ist, dass die Kinder auf alles verzichten müssen. Auf ihre Hobbys, auf ihre gute Ausbildung, auf gesellschaftliche Integration. Ich sollte ein Buch schreiben "Mein Weg zu Hartz4"...
    Das ist jetzt natürlich nicht so verständlich... Willst du nicht vielleicht etwas mehr Details schreiben? Um was für eine Chance geht es und warum musst du die sausen lassen?
    Weisst du, manchmal ist man sehr in seiner eigenen Welt gefangen und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich finde, hier in der Bri sind viele kluge Frauen (und sogar der eine oder andere kluge Mann ) - vielleicht magst du diese Ressource mal anzapfen und dir angucken, was andere zur Situation zu erzählen haben?

    Bei dir scheint es gerade hoch her zu gehen - hier würde man dir sicherlich gerne zuhören, wenn du dich mal "asuquatschen" magst...

    Alles Gute dir

    annapaulemax
    The aim of life is to live, and to live means to be aware, joyously, drunkenly, serenely, divinely aware (Henry Miller)

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