hallo,
ich versuche in letzter zeit oft herauszufinden warum ich nicht wirklich so glücklich bin, wie ich es sein könnte! bin ich einfach mit mir selber dermaßen unzufrieden, dass mir oft alle andere am nerv gehen? ich will so ja nicht sein.
gerade in letzter zeit bin ich unausgeglichen und hab an allem etwas auszusetzen. jede kleinigkeit (ob das etwas ist was meinen freund betrifft oder bei meinen kindern) nervt mich. auch wenn ich mit meinen eltern rede bin ich genervt von ihnen!
das macht mich fertig, denn ich will das leben genießen, so wie es ist. denn es geht mir ja gut! ich kann mich offenbar selber nicht ausstehen.
ich beneide die leute die ständig gut drauf sind, oder halt meistens. ich bin selten gut drauf, und wenn dann muss das umfeld auch passen. ich hoffe dass das keine anzeichen einer beginnenden depression sind!
immer wieder versuche ich meine probleme in den griff zu bekommen, die ja nur psychischer natur sind. denn materialistisch gesehen habe ich keine probleme (sofern keine plötzlich auftretenden ausgaben erforderlich sind).
ich bin scheinbar ständig unzufrieden mit dem was ich gerade habe.
vielleicht sollte ich mal nicht nachdenken warum ich so bin, sondern es einfach akzeptieren, wenn das bloß so einfach wäre.
lg
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Ergebnis 1 bis 10 von 16
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10.07.2009, 13:05
warum kann ich nicht einfach glücklich sein
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10.07.2009, 13:10Inaktiver User
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
kann es sein, dass es dir einfach zu gut geht?
dass du keine andern sorgen hast um die du dich kümmerst, und ich meine wirklich kümmern musst?
keine überlebensstrategien entwickeln, wie komme ich diesen monat finanziell über die runden, lieber gott lasse meine mama noch nicht sterben, auch wenn sie so schrechlich krank ist? wie soll ich jetzt das mit den finanzen wuppen, schulfahrt auch noch.
und der job ist weg und die frage ist wann ich die wohnung gekündigt bekomme?
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10.07.2009, 13:15
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
halt stopp!
hallo mimschi, ich hab mal markiert, was mir sofort in's auge gesprungen ist.
warum "nur" psychischer natur? empfindest du die psychische gesundheit als untergeordnet?
ist es nicht vielmehr so, dass eine gesunde psyche die grundlage für alles weitere wohlfühlen ist?
klar, materieller wohlstand ist noch einmal was anderes, die trennung kann ich nachvollziehen. wie du schreibst, scheint es mir aber so, als ob du psychisches wohlergehen dem materiellen wohlergehen unterordnest. vielleicht kommt dein unwohl-fühlen daher, weil diese prioritätensetzung sich nicht in der realität wiederfindet, du also die welt durch eine brille betrachtest, die so nicht passt?
achte mal auf dich,was genau macht dir unbehagen? und dräng deine seele, deine psyche nicht auf einen nachgeordneten platz; das führt wirklich zu unbehagen, weil sie sich immer wieder zu wort melden sird.
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10.07.2009, 13:23
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
Hallo mimschi,
was brighid schreibt, könnte ein Ansatz sein.
Mir ist da noch was anderes eingefallen, einfach, weil ich es selbst bei mir so beobachtet habe:
Du schreibst, daß es Dir wirklich gut geht. Du scheinst zu glauben, daß Du zufrieden sein könntest, weil ja "alles da ist." Nur - ist es das wirklich? Lebst Du ein Leben, daß Dir WIRKLICH entspricht?
Warum ich das frage: Ich kenne Deinen Zustand nur zu gut. Ich habe mein Leben früher so eingerichtet, wie ich meinte, daß es richtig und gut sei. Mann, Kinder, zu Hause sein, viele Freunde haben, auch Geld war eigentlich kein Problem. Und war IMMER unzufrieden. Nicht immer so schlimm, wie Du es gerade erlebst, aber auch.
Dann änderte sich mein Leben - durch äußere Umstände - komplett. ALLES wurde anders. Ich fands schrecklich, aber der Prozeß ließ sich (zum Glück, muß ich jetzt sagen), nicht mehr aufhalten.
Seitdem sind gut 15 Jahre vergangen. Wenn ich mir mein Leben heute anschaue, hat es mit dem, was ich mal wollte, nichts, aber auch gar nichts zu tun. Aber: ich bin glücklich. Und das selbst in Zeiten, wo nichts so richtig gut läuft.
Meine Frage daher: Kann es sein, daß Du nur GLAUBST, Du könntest EIGENTLICH glücklich sein, TATSÄCHLICH aber kannst Du es nicht sein, weil Du im Grunde genommen ganz andere Bedürfnisse hast?
Schwierige Frage, ich weiß. Aber vielleicht eine Überlegung wert...
Liebe Grüße vom Februarkind
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10.07.2009, 13:26
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
februarkinds gedanken zu den bedürfnissen finde ich sehr gut!
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10.07.2009, 13:41
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
Lizzi,
!
Es ist aber schon schwer, sich da auf den Trichter zu kommen, gerade dann, wenn man ein Leben lebt, an das man glaubt (z.B:, weil man es nicht anders kennengelernt hat). Wie findet man dann heraus, was einem eigentlich entspricht?
Hätte mir jemand von 20 Jahren gesagt, wie mein leben heute aussieht, und daß ich damit sehr zufrieden und sogar glücklich sein werde: ich hätte ihm einen dicken Vogel gezeigt.
Tja, wie aber lernt man seine Bedürfnisse kennen, OHNE daß man durch äußere Krisensituationen gezwungen wird, etwas zu verändern und dadurch neues kennzulernen?
Vielleicht, indem man überlegt, ob das eigene Leben bisher eher durch ein "Nachahmen", ein "Übernehmen" von Lebensmuster anderer Menschen geprägt wurde? Und davon ausgehend dann weiter zu schauen, was es sonst noch so gibt? Und was davon einem in der derzeitigen Situation gut gefallen würde?
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10.07.2009, 13:49
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
Psychologen haben herausgefunden, dass Dankbarkeit glücklich macht.
Und so ähnlich wie im Nachbarstrang mit den "drei schönen Dingen" vorgeschlagen: überlege Dir jeden Abend 3-5 Dinge, für die Du an diesem Tag dankbar bist.
Schreib die mal 14 Tage lang auf. Es könnte sein, dass Dein Blickwinkel sich verändert!
TabeaBis auf Weiteres a.D.
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10.07.2009, 14:16
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
Aus aktuellem Anlass (auch ich bin mit dem Status quo eher unzufrieden und überlege gerade, wie ich denn mein Leben gestalten will) würde mich mal interessieren, wie denn dein Leben aussieht. Was entspricht nicht dem Bild, dass du früher hattest, was macht dich besonders glücklich etc.
Auch bei mir, und hauptsächlich auch in meinem Umfeld, gibt es bisher nur das Bild Partner/Familie, erfolgreich im Job und finanziell gutgestellt, Freunde etc. Und wenn man das erreicht hat, ist man "angekommen".
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10.07.2009, 15:08
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
hi,
danke für eure anregungen. wenn ich so mein jetziges leben ansehe dann will ich es gar nicht anders haben! ich habe nicht das bedürfnis einen anderen job anzunehmen, in ein anderes land zu ziehen, neue hobbies anzufangen, .... und im nachhinein gesehen kann ich eigentlich nicht sagen, dass ich irgendetwas bloß NIE machen hätte sollen. meine ehe scheiterte, na und? ich sehe das als tatsache an, deshalb war es trotzdem gut dass ich geheiratet habe und kinder bekommen habe. dieses rad der zeit will ich keinesfalls zurückdrehen. und auch sonst fällt mir nichts ein, was ich anders gemacht hätte oder tun hätte sollen.
sicher, ich hätt zwei männern gleich meine meinung geigen sollen, und mich nicht monatelang hinhalten lassen. aber das war für mich eine neue erfahrung und möchte ich auch nicht missen.
@brighid
du könntest damit auf jeden fall recht haben! auch wenns finanziell nicht so super gut aussieht, am hungertuch musste ich nie nagen. zum glück gab/gibt es keine krankheitsfälle in meiner familie. somit weiß ich gar nicht, was wirkliche probleme sind und deshalb mache ich wohl aus einer mücke einen elefanten. ich sollte wirklich mehr dankbarkeit zeigen.
@diaryofdreams
mein leben sieht so aus, dass ich zwei kinder habe, seit ein paar jahren geschieden und seit über 1 jahr mit meinem freund zusammen. und ich überlege ob nicht er der grund ist weshalb ich mich so fühle. weil ich mit ihm eigentlich nicht glücklich bin und ich es mir nur einrede. davor habe ich angst. ich habe angst, dass ich selber die beziehung, die ja eigentlich gut ist, mit meinen zweifeln und meiner unzufriedenheit ruiniere. ich habe oft das gefühl dass ich richtiggehend nach gründen suche um mies drauf zu sein. und gleichzeitig denke ich mir dass es verrückt ist, dass ich solche zweifel habe und in jeder situation aus einer mücke einen elefanten mache, weil ich mit irgendwas unzufrieden bin. dabei glaube ich nicht einmal dass er der grund ist, da muss es irgendwas anderes geben was mir nicht passt. ich hoffe dass ich da irgendwann draufkomme.
@tabea
gute idee, ich wollte nicht bis zum abend warten und hab mir gleich jetzt ein paar dinge aufgeschrieben.
lg
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10.07.2009, 16:08
AW: warum kann ich nicht einfach glücklich sein
Hallo diaryOfDreams,
ich versuchs mal (ist auch für mich spannend):
1. Ich bin geschieden (wie Du ja auch) - war für mich unvorstellbar!
2. Ich habe meine Kinder alleine großgezogen - dito.
3. Mein Leben hat ständig Brüche mit sich gebracht - keine grade Linie, wie ich mir das so vorgestellt hatte. Kaum war etwas scheinbar ins Lot gebracht: Rumms! Schon wieder eine Veränderung. Und wie! Sowohl im Job als auch privat.
4. Ich bin sportlich! Als völliger Sportmuffeline, die ich mal war, für mich nach wie vor fast unglaublich. Ich habe Muskeln bekommen und könnte nur staunen
Und es macht mir sooooo viel Freude!
5. Meine gesamte Freizeit verbringe ich an der frischen Luft. Egal, bei welchem Wetter. Das hängt mit dem Sport zusammen, hat aber zu einem völlig neuen Lebensgefühl geführt.
6. Beruflicher Erfolg ist mir nicht mehr wichtig. Nicht, daß Du mich mißverstehst: Natürlich freue ich mich, wenn ich Erfolg habe und mir die Sachen, die ich anpacke, gut gelingen. Aber ich würde nie wieder den Job über meine privaten Interessen stellen. Das ist in meiner Branche nicht üblich und auch nicht gut angesehen. Da bei uns in der Firma im Moment sowieso umstrukturiert wird, hoffe ich, in diesem Zusammenhang einen Halbtagsjob ergattern zu können. Dann wärs perfekt. Karriere ist nichts für mich - hab ich begriffen. Ich bin gut, das weiß ich. Aber ich muß es niemandem (mehr) beweisen.
7. Dazu passt: Auch Geld verdienen ist kein Ziel an sich mehr. Klar kaufe ich gerne mal ne schicke Klamotte. Aber meine Erfahrung ist: je mehr ich verdient habe, habe ich auch ausgegeben. Man muß ja was darstellen
. Da ich nun überlege, nur noch halbtags zu arbeiten, muß ich natürlich von der Idee vom vielen Geld Abstand nehmen. Und: es ist ok. für mich. Dafür gewinne ich viel innere Freiheit.
8. Ich führe eine Fernbeziehung mit einem Mann, von dem ich weiß, daß ich mit ihm niemals eine "klassische" Beziehung führen werde. Einfach, weil er das nicht möchte und möglicherweise auch nicht könnte. Aber: Ich find es klasse. Wenn wir uns sehen (und das ist schon regelmäßig zwei ganze Tage in der Woche, mindestens), dann hat er aber alle Zeit der Welt für mich. 100% Zuwendung. Und das ist mehr, als ich jemals in einer anderen Beziehung (mit lauter "wichtigen" Leuten) gehabt habe.
Weißt Du, als ich mit der Familiengründung anfing, war alles irgendwie so klar: Ich heirate, bekomme Kinder, werde mit meinem Mann gemeinsam alt. Keine Fragen mehr. Erfolg zu haben war selbstverständlich, (viel) Geld zu verdienen auch. Alles sehr protestantisch irgendwie
. Aber so ist es nicht gekommen. Und auf die offenen Fragen habe ich - so nach und nach - meine eigenen Antworten gesucht und gefunden. Ich glaube, die wichtigste Erfahrung dabei war, daß das Leben, was ich so nicht wollte, sich dennoch oft gut angefühlt hat. Und ich habe gelernt, Dinge, die nicht in mein Denkschema paßten, nicht von vornherein abzulehnen, sondern erst einmal zu beobachten, wie es sich anfühlt.
Aber der Weg ist ja auch noch nicht abgeschlossen. Wer weiß, wie viele Überraschungen es noch gibt?
Liebe Grüße! Das Februarkind


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