Wie kann man lernen Nähe zuzulassen? Kann man es überhaupt lernen?
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Ergebnis 1 bis 10 von 59
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09.07.2009, 09:03
Nähe zulassen - wie geht das?
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09.07.2009, 09:25
AW: Nähe zulassen - wie geht das?
Hallo Creampaj,
das ist eine interessante Frage. Ich dachte nach dem ersten Lesen, dass ich damit nichts anfangen kann.
Aber nun sind mir ein paar Ideen gekommen, um mich dem Thema zu nähern und vielleicht bringt es Dich ein wenig weiter.
Für mich selbst ist Voraussetzung, um Nähe zulassen zu können, Respekt. Fühle ich mich respektiert, kann ich mich öffnen.
Dies ist eine Voraussetzung für Nähe - dass ich offen bin.
Ich frage mich, was das bedeutet für Dich: Nähe.
Was ist das, was Du lernen möchtest zu zu lassen? Und anders herum, welche Gründe hattest Du bisher eben keine Nähe zuzulassen? Oder ist es ein Automatismus, den Du (noch) nicht kontrollieren kannst?
Warum ist Nähe zulassen für Dich überhaupt erstrebenswert? Was möchtest Du gewinnen?
Grüße
-ND-Das Glück gehört denen die sich selber genügen." Aristoteles
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09.07.2009, 09:42Inaktiver User
AW: Nähe zulassen - wie geht das?
...und ich frage mal andersrum: weißt du denn schon (durch therapie o.ä.), warum du (noch) keine nähe zulassen kannst?
lgS
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09.07.2009, 09:45
AW: Nähe zulassen - wie geht das?
Hallo.
Das ist ein Aspekt, den ich in dem Zusammenhang noch nicht betrachtet habe.
Ich habe entdeckt, dass ich Menschen nicht sehr weit an mich heranlasse. Auf Abstand halte. Es hat sich über Jahre zu einem festen Bestandteil meiner Person entwickelt ohne, dass ich mir darüber im Klaren war. Seit ich "bemerkt" habe, dass es so ist und dass ich mir damit selbst nichts gutes tue, möchte ich versuchen mehr Nähe zuzulassen. Nähe würde bedeuten Menschen nicht so sehr auf Abstand zu halten.
Ich habe bemerkt, dass ich Menschen, die ich mag, nicht merken lassen kann, dass ich sie mag. Ich bin eher schroff und unnahbar denn zugänglich und merke, dass ich viele damit vor den Kopf stosse. Ganz schlimm ist es beim Thema Männer.
Es ist erstrebenswert, weil ich gemerkt habe, dass sich Menschen von mir fern halten, weil ich sie auf Abstand halte. So kann man sich aber nicht an einen anderen binden.
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09.07.2009, 09:48
AW: Nähe zulassen - wie geht das?
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09.07.2009, 09:51Inaktiver User
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09.07.2009, 10:14
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09.07.2009, 10:15
AW: Nähe zulassen - wie geht das?
Hallo Creampaj,
kannst Du denn mit Verletzungen umgehen? Denn das ist doch die Voraussetzung, dass Du weißt, was Du tust, wenn Du verletzt wirst - was natürlich passieren kann und kein Weltuntergang ist für einen Erwachsenen - normalerweise.
Die Angst vor Verletzung wirkt oftmals so, dass dies genau Verletzungen anzieht. Das wovor Du Angst hast, tritt - wie magnetisch von der Angst angezogen - in Dein Leben.
Ich kann Dich sehr gut verstehen und lebe selbst auch gerne in meiner eigenen Welt, um nicht verletzt zu werden.
Für mich ist die Fähigkeit, Menschen auf Abstand zu halten ein großer Gewinn. Ich war zu offen.
-ND-Das Glück gehört denen die sich selber genügen." Aristoteles
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09.07.2009, 10:24
AW: Nähe zulassen - wie geht das?
Gar nicht gut. Zieht mich in ein finsteres Loch. Suche die Schuld bei mir und meinem "dummen" Verhalten. Gehe schon gar nicht mehr davon aus, dass ein herauswagen aus dem Schneckenhaus belohnt wird.
Nun, für mich ist es das nicht. Denn ich merke, dass es mich um einiges bringt. Das mit der selbsterfüllenden Prophezeihung, daran glaube ich auch.
Mir sind in der Vergangenheit einige Menschen, die ich sehr nah an mich gelassen habe in den Rücken gefallen. Seitdem bin ich extrem vorsichtig. Aber ich sehe ein, dass es eine gewisse Nähe geben muss, sonst wird das alles nichts. Nicht schonungslose Offenheit, aber schon soviel, damit sich der andere nicht ausgewiesen vor kommt.
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09.07.2009, 10:41
AW: Nähe zulassen - wie geht das?
Du möchtest Dir also etwas antun, was Dich geradewegs in ein finsteres Loch verfrachtet. Hm. Vielleicht ist das der erste Schritt: Lernen, wie gehe ich mit Verletzungen um. Trockenüben sozusagen. Du hast doch sicherlich in Deiner Vergangenheit Vorkommnisse, die Du neu reflektieren kannst? (Was wäre geschehen, wenn ich anstatt so, auf diese Weise reagiert hätte?) Erst mal alles im Kopf, um die Möglichkeit dafür zu schaffen, den Boden zu bereiten....
Gehe weg von Schuld und hin zu Verantwortung für Dein eigenes Verhalten, das weder dumm ist, noch Dich schuldig macht. Ungeübt in solchen Dingen würde ich es bezeichnen.
Von mir bekommst Du einen Haufen Zuckerstangen als Belohnung
. Generell ist die Belohnung aber nicht etwas was Du von anderen Menschen bekommst dafür dass man sich öffnet. (Du wirst ja auch nicht bestraft, wenn Du verschlossen bleibst) Der Lohn, die Belohnung ist ein anderes Lebensgefühl in Dir selbst. Und ein Austausch mit Menschen, der vorher so nicht möglich gewesen ist.
Es geht also darum, zu schauen, was berührt ist in Dir. Und wenn es Schmerz ist, den Du spürst, erst mal diese Wunde zu heilen.
-ND-Das Glück gehört denen die sich selber genügen." Aristoteles
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