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  1. User Info Menu

    Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Hi,

    Glaubt ihr, dass es möglich ist, dass man erst erkennt, was einen kaputt macht, wenn es vorbei ist?

    Ich habe kürzlich meinen Job gekündigt. Dafür hatte ich mehrere Gründe, die ich hier gar nicht ausführlich anführen will.
    Der Hauptgrund war aber, dass ich keine Herausforderung mehr gesehen habe und mich in den letzten 1-2 Jahren überhaupt nicht weiterentwickelt habe.

    Nun habe ich, wie gesagt, gekündigt und fühle mich unglaublich befreit. Eine riesige Last ist von mir abgefallen. Ich könnte den ganzen Tag über diese Entscheidung jubeln.
    Nachts erreichen mich allerdings Albträume. Diverse Situationen mit diversen Kollegen. Ich werde bloßgestellt, ausgelacht und stehe ganz alleine da. Lauter unschöne Situationen, die ich so nicht erlebt habe, die mich aber jede Nacht wieder aus dem Schlaf reißen.

    Ich habe nie ein besonders gutes Verhältnis zu meinen Kollegen gehabt, aber es war auch nicht schlecht. Man hat mal geplaudert, auch mal über persönliches. Mein Abschied in der Firma hat mich aber schon etwas schockiert: von meinem Chef bekam ich einen feuchten Händedruck und 6-7 Kollegen (von mehr als 30) sind kurz bei mir vorbeigekommen um sich zu verabschieden.
    Keine Ahnung, was ich da noch erwartet habe, aber es war zumindest nicht viel. Ich wollte keine Geschenke haben, keine großen Dankesreden, aber vielleicht einfach mal ein paar nette Worte.

    Im Prinzip könnte ich damit abschließen und das würde ich auch gerne. Aber aufgrund der Träume kann ich das momentan nicht. Sie kommen immer wieder.
    Auch wenn ich einen schönen Tag erlebt habe: nachts sind die Träume wieder da.

    Was tun?

  2. Inaktiver User

    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Zitat Zitat von Joselie Beitrag anzeigen
    Hi,

    Glaubt ihr, dass es möglich ist, dass man erst erkennt, was einen kaputt macht, wenn es vorbei ist?
    ?
    auf jeden fall. du hast jetzt ein wenig abstand. du bist nicht mehr mitten im geschehen. deine seele kann ein wenig zur ruhe kommen.
    du musst nicht in -habt-acht-stellung für den nächsten moment leben.

    da kommen die gedanken, und die träume, damit arbeitest du die situation auf.

    das ist völlig normal

  3. Inaktiver User

    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Hallo, Joseline

    Träume sind zwar nicht unbedingt Schäume, aber überbewerten würde ich sie nicht, wenn du dir sicher bist, dass es dir ansonsten gut geht. Hast du schon einen neuen Job, weißt du, wie's weitergeht?

    Sonst würde ich sagen, du hast vielleicht Zukunftsängste, fühlst dich, als wenn du ganz allein dastehst. Wäre ja nicht ungewöhnlich, neben aller Euphorie, die du jetzt verspürst.

    lg

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    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Träume sind zwar nicht unbedingt Schäume, aber überbewerten würde ich sie nicht, wenn du dir sicher bist, dass es dir ansonsten gut geht. Hast du schon einen neuen Job, weißt du, wie's weitergeht?

    Sonst würde ich sagen, du hast vielleicht Zukunftsängste, fühlst dich, als wenn du ganz allein dastehst. Wäre ja nicht ungewöhnlich, neben aller Euphorie, die du jetzt verspürst.
    Ja, das ist alles geklärt. Ich weiss wo ich hingehöre und wo ich hinwill. Aber dieser Groll auf die Vergangenheit ist im Kopf und er wird nach jeder Nacht größer.

    Manchmal fallen mir Dinge ein, die schon Jahre zurückliegen, aber bei denen ich mir jetzt im Nachhinein denke, was das doch für eine blöde Situation war und dass ich damals mal was hätte sagen sollen...
    Das sind z.B. irgendwelche Gelegenheiten, wo mal ein Kollege einen dummen Kommentar abgelassen hat und ich mir eigentlich gedacht hatte, dass mir das nicht nahe geht. Aber offensichtlich doch...

  5. Inaktiver User

    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Zitat Zitat von Joselie Beitrag anzeigen
    Ja, das ist alles geklärt. Ich weiss wo ich hingehöre und wo ich hinwill. Aber dieser Groll auf die Vergangenheit ist im Kopf und er wird nach jeder Nacht größer.

    Manchmal fallen mir Dinge ein, die schon Jahre zurückliegen, aber bei denen ich mir jetzt im Nachhinein denke, was das doch für eine blöde Situation war und dass ich damals mal was hätte sagen sollen...
    Das sind z.B. irgendwelche Gelegenheiten, wo mal ein Kollege einen dummen Kommentar abgelassen hat und ich mir eigentlich gedacht hatte, dass mir das nicht nahe geht. Aber offensichtlich doch...

    Oje, so was kenne ich auch. Ich bin auch manchmal nachtragender als ich von mir selbst angenommen hätte

    Ich weiß von mir, dass Ärger oder Groll wachsen, je mehr ich über eine Situation oder Person grübele. Das steigert sich dann leicht und bauscht sich auf, deshalb hilft es mir, solch ein Gedankenkarussel rigoros zu stoppen.

    In deinem Fall ist es aber wohl so, dass dieser Groll unverarbeitet nachts hochkommt, sich also deiner bewussten Kontrolle entzieht?
    Ich würde dir ganz einfach mal raten, falls du das nicht schon tust, die Träume so detailliert wie möglich nieder zu schreiben.
    Und dann mit deiner Erinnerung zu vergleichen und dich zu fragen: War die Situation damals wirklich so, wie ich sie erinnere? Was habe ich vielleicht nur hinein interpretiert? Was könnte der Kollege für einen Grund gehabt haben, mich zu verletzen, warum bin ich überhaupt verletzt? Hatte er Recht? (warum sonst beschäftigt es dich noch?)

    Meiner Erfahrung nach geht es bei solchen Träumen selten um die realen Personen. Zumindest glaube ich das nicht.

    Irgendwie muss die Art der Beziehung zu deinen Kollegen, deine Stellung in der Gruppe etwas mit dir persönlich zu tun haben, wenn es dich beschäftigt, etwas Grundsätzliches in dir berühren.

    Vielleicht hast du auch sonst das Gefühl, zu wenig Anerkennung zu bekommen? Irgendwie nicht so dazu zu gehören, wie du möchtest?

    lg

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    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Liebe Joselie

    Mhm, mir kommt das bekannt vor - nicht nach einer Kündigung, aber vom Urlaub. Fast jedes Mal, wenn ich richtig weit weg fahre, bekomme ich in den ersten Wochen Alpträume, vornehmlich (aber nicht nur) von der Arbeit.

    Ich denke, das ist ganz normal. Du entspannst und dein Unterbewusstes nutzt die Gelegenheit, dich von dem angesammelten Müll zu befreien. Die Festplatte wird gesäubert, sozusagen.
    Kennst du das Phänomen, das man am ersten freien Tag nach einer lagen Stressphase oft Kopfschmerzen bekommt? Ist, denke ich, das Gleiche.

    Warte mal ab - ich würde ja ganz stark vermuten, dass sich das in ein paar Wochen bessert. Und wenn es soweit ist, weisst du, dass du mit dem Ganzen wirklich abgeschlossen hast...

    Viele Grüsse

    annapaulemax
    The aim of life is to live, and to live means to be aware, joyously, drunkenly, serenely, divinely aware (Henry Miller)

    ▬|████|▬

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    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Hi,

    Es würde zu weit gehen, wenn ich jetzt meine komplette Situation in der Firma und auch in meinem sonstigen Leben erläutern würde - damit könnte ich sicherlich ein Buch füllen.

    Insgesamt könnte man aber schon sagen, dass ich mich allgemein unverstanden fühlte. Meine Kollegen in der Abteilung waren 10-20 Jahre älter und haben ein völlig anderes Leben geführt. Ich bezeichne das gerne als "Kleingärtner-Mentalität" (ohne dass ich damit jemanden beleidigen will oder intolerant sein will), eben eine Weltsicht bis zum Gartenzaun und nicht weiter. Was man nicht kennt, ist hoch suspekt, was man nicht mag, ist völlig inakzeptabel. Ich kann mich dran erinnern, dass ich mal im Büro erzählt habe, dass mein Freund alleine in Urlaub gefahren ist. Der Kommentar meines Kollegen dazu: "Na dann ist die Trennung sicherlich nicht weit". Dass man einfach eine gesunde Beziehung führen kann und auch einmal getrennt einen Urlaub verbringen kann, passte einfach nicht in sein Weltbild. Und solche Beispiele gab es zuhauf. Es waren nicht immer direkte Diskussionen, sondern häufig ganz beiläufige Kommentar: ein kleiner Spruch am Rande eingeworfen.... und diese haben mich wohl unterbewusst ziemlich angefressen.
    Für mich ist das alles kein Problem: mir ist es egal wen ich vor mir habe, alt oder jung, arm oder reich, Professor oder Hauptschulabschluss... völlig egal! Aber für die Kollegen war das wahrscheinlich nicht so.

    Dazu muss man vielleicht noch erwähnen, dass ich eine Teilzeit-Stelle hatte, weil ich den Rest der Zeit promoviere. Das haben manche nicht so wirklich verstanden, ich habe mich immer bemüht die Situation zu erklären und mich als völlig normale Arbeitskraft dort zu integrieren, aber bin oftmals auf Unverständnis gestossen.

    Ich weiss, dass ich oftmals sehr "unerreichbar" wirke: ich bin niemand, den man einfach mal so spontan durchknuddeln will.
    Trotzdem habe ich versucht mich zu integrieren. Habe alle Firmenfeiern mitgemacht, mich privat mit Kollegen getroffen. Trotzdem war es schwierig. Worüber spricht man, wenn man bei einem Bier in der Kneipe sitzt und die einzige Gemeinsamkeit der gleiche Arbeitgeber ist?
    Ich habe es mit regionalen Themen versucht, mit stinknormalen Themen, mit was-weiss-ich-was-Themen: das Feuer der Diskussion ist nie aufgelodert.

    Wahrscheinlich ist meine Kündigung irgendwo ein Eingeständnis gewesen, dass ich gescheitert bin. Ich passe nicht in diese 9-to-5-Mentalität: vielleicht habe ich diese Motivation noch, weil ich jung bin, aber ich möchte etwas bewirken, Erfolge sehen. Ein Jahr lang über Aktenordnern zu hängen und am Ende dem Chef zu sagen "Ich habe alle durchgearbeitet" widert mich an. Aber das war meistens genau die Mentalität meiner Kollegen.
    Vielleicht bin ich davor geflüchtet, vielleicht wollte ich mich genau davor schützen, ich weiss es nicht.
    Wenn ich gewollt hätte, hätte ich meine Zeit dort prima absitzen können. Ich hatte einen tollen Stundenlohn. Aber das hat mich einfach nicht zufrieden gemacht. Geld ist schön und gut, aber Geld macht nicht glücklich.
    Ich habe nun 500 Euro weniger zur Verfügung, aber ich fühle mich freier.... wenn da nicht dieser Hundekot an meinem Schuh wäre, der einfach nicht weggehen will.


    Ich könnte so glücklich sein - seinen Träumen und Zielen zu folgen ist doch optimal. Was will man mehr?
    Aber dann sind da die Nächte. Und ich sitze auch jetzt wieder hier und möchte eigentlich nicht ins Bett gehen, weil es heute Nacht wieder irgendeine dämliche Situation geben wird, die mich ab morgen früh wieder beschäftigen wird... Warum träume ich von X.Y., warum träume ich von der Situation?


    Vielen Dank für eure Kommentare. Es hilft mir schon sehr viel weiter einfach mal ein wenig Feedback zu bekommen.

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    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Zitat Zitat von Joselie Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich ist meine Kündigung irgendwo ein Eingeständnis gewesen, dass ich gescheitert bin.
    Liegt da vielleicht der Hund begraben?

    Ich hatte während meiner Promotionszeit auch eine Teilzeitstelle, in die ich nicht "hineinpaßte." Einige meiner Kollegin sahen mich als "Durchreisende" - was ich ja war - andere sprachen mich immer wieder darauf an, dass ich doch total überqualifiziert bin - was ich auch war. Ich hab dann einen Mann kennengelernt und habe gekündigt, um in seine Stadt zu ziehen, und es keine Minute bereut. Die Partnerschaft existiert schon lange nicht mehr, aber ich bin froh, dort weggekommen zu sein - ohne mich fertig zu machen, dass ich es ja noch zwei Jahre hätte aushalten können.

    Und für 500 Euro würd ich mir auch keinen Kopp machen...

    Gruß, Kitty

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    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    Liegt da vielleicht der Hund begraben?
    Klar, da liegt er irgendwo, dieser olle Köter, nur muss ich ihn noch finden.

    Und für 500 Euro würd ich mir auch keinen Kopp machen...
    Geld ist für mich Schall und Rausch. Solange ich meine Lebensmittel einigermaßen finanzieren kann, ist es O.K.
    Schnelle Autos, tolle Sofas, die ultratolle Küche mit UmluftultracoolBackofen.... who cares?
    Es ist nicht das Geld, dass mich bewegt.


    Wahrscheinlich sind es die Freunde, die lange Zeit ferngeblieben sind. Seit dem Abitur habe ich schon keine "beste Freundin" mehr gehabt. Im Prinzip habe ich gar keine Freunde.

    Klingt irgendwie dramatisch, ist es auch... aber man lebt so darüber hinweg. Eigentlich kann ich auch nur darüber schreiben, weil ich eben zwei Glas Rotwein getrunken habe (ich trinke sonst keine Alkohol).
    Ich würde mir wünschen, eine vertraute Person zu haben, bei der ich mich mal ausheulen kann.
    Aktuell ist das eigentlich nur mein Freund und das ist natürlich auch begrenzt. Eine "beste Freundin" habe ich seit dem Abitur nicht mehr gehabt.
    Warum das so ist, weiss ich auch nicht genau.

    Ich bin ein zurückgezogener Mensch, das habe ich ja schon geschrieben, und es ist mir nie gelungen, mal ein wenig frischen Wind in mein Leben zu bekommen. Kommilitonen kamen und gingen und wurden gewechselt wie Unterwäsche ..... irgendwie kamen sie alle nicht an meine Qualitätskriterien heran.

    Manchmal sitze ich hier und wünschte mir eine Freundin zu haben, die einfach mal nachfragt, wie es bei mir läuft, aber gleichzeitig habe ich auch eine unheimliche Angst vor Verpflichtungen.
    Meiner Umwelt spiele ich gerne die voll integrierte Promovendin vor.... XY fragt dies, und Sowieso will jenes.... und das schreibe ich jetzt nur in der Anonymität dieses Forums.
    Ich bin so scheiß allein..... ich ertrag es eigentlich nicht mehr, schaff es aber auch nicht, es zu ändern.

    Danke für eure Antworten.

  10. User Info Menu

    AW: Zu spät erkannt was mich fertig macht?

    Hallo Joselie,

    wenn man Nachts, vor allem wiederkehrend, intensiv von etwas träumt, ist das meist eine "Baustelle" die man noch nicht geschlossen hat. Das Unterbewußtsein versucht dich auf etwas aufmerksam zu machen.

    Einerseits verarbeitet man Erlebnisse nachts im Schlaf, andererseits kommen da aber auch Wahrheiten hoch, die du bewußt so nicht wahrnimmst.

    Vielleicht ist dein Problem ja gar nicht, dass die anderen dich immer nur als die "Durchreisende" sehen und das alle anderen nur den Tag abarbeiten und langweilig sind.
    Vielleicht lässt du einfach andere Menschen zu wenig an dich heran, zeigst ihnen zu wenig von dir, deiner echten Persönlichkeit, dem liebenswerten Menschen.

    Du kannst nicht erwarten, dass alle Menschen sind wie du. Jeder hat seinen Lebenstil und seine Energien und die gilt es zu akzeptieren und zu lassen. Das ist deren Leben, du hast deines und beides hat seine Daseinsberechtigungen.
    Wäre die Welt voller "Dynamiker", die denken sie wären zu größerem geboren, hätten wir uns gegenseitig schon längst vernichtet.

    Ich kann mir vorstellen deine Träume sind nicht die Erleichterung über die Veränderung.
    Du wirst mit deiner Einstellung bald wieder an einem ähnlichen Punkt sein.

    Mir hat mal jemand gesagt, wenn es darum geht das man meint mit seinem Umfeld Probleme zu haben darf man eines nie vergessen: man nimmt sich immer mit, egal wohin man geht und was man macht. Irgendwann wird man wieder da sein, wo man schon war. Man kann die Menschen nicht ändern, nur seine eigene Sichtweise der Dinge.

    Vielleicht sollen deine Träume dich darauf aufmerksam machen, dass du deinen Weg gehen kannst und trotzdem das Leben und die Menschen so akzeptieren kannst wie sie sind und das des Rätsels Lösung darin bestehst, dass du zukünftig versuchst mit diesen zwischenmenschlichen Vorkommnissen, von denen du träumst, menschlicher, suveränder und gelassener und wahrscheinlich auch schlagfertiger umzugehen. Das macht dich für andere Menschen auch liebenswerter und sympathischer.
    viele Grüße
    Mohnblume

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