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  1. Inaktiver User

    Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    Bevor ich hier darauf losschreibe, bedanke ich mich bei all denen, die mir hier in der BriCom in den letzten Tagen zugesprochen haben. Ich habe den Zuspruch erhalten, den ich bedauerlicherweise außerhalb des Forums nicht gefunden habe und zwar sowohl von Männern als auch von Frauen.:

    Tatsächlich, ich bin in einer richtig dicken Lebenskrise. Nichts Ungewöhnliches, das geht vielen anderen auch so und wenn ich hier im Forum lese, geht es einigen Menschen ganz bestimmt schlechter.

    Womöglich sind solche Krisen dazu gedacht, Dinge im Leben zu ändern, die bisher ganz selbstverständlich waren.

    Da gibt es den Beruf: Man braucht etwas zu Beißen, also arbeitet man. Aber wie viel bürdet man sich dabei auf? Wo liegt die Grenze? Im Augenblick erlebe ich für mich eine ziemlich klare Grenze.
    Als ich heute sämtliche Papiereimer durchwühlt habe (zwangsweise), habe ich ein paar Dinge gefunden, die ich wohl nicht hätte finden sollen.
    Jedenfalls bin ich mir schon lange nicht mehr wirklich sicher, ob ich diese Rolle noch weiter spielen kann und zu welchem Zweck. Ich habe keine Familie (Eltern ausgenommen), keine wirklichen Freunde – ist es das alles wert? Im Grunde genommen nein. Abrackern, um irgendwann ein Stechen im Herzen zu merken, das daran erinnert, ein Mensch zu sein. Den Zwang, alle Erwartungen erfüllen zu müssen. Ja welche Erwartungen? Wo bleiben die eigenen? Ich habe nicht geblufft in meinem letzten Posting: Ich habe tatsächlich schon Nervenzittern und erhöhte Temperatur, dazu auch ein Stechen in der Herzgegend aufgrund von Atemnot.

    Im Privatleben habe ich immer wieder erleben müssen, dass mein Vertrauen falsch angebracht war. Manchmal nenne ich mich insgeheim tatsächlich ein naives Dummchen (Pinocchios eben). Dank einiger Männer hier im Forum habe ich es in den letzten Tagen zumindest geschafft, keinen Männerhass aufzubauen (ehrlich, schon alleine meine männlichen Vorgesetzten...) – es wäre auch absolut unfair und ich bin sehr dankbar für die Zeilen.
    Bisher jedenfalls war ich weder nachtragend, sehr geduldig – für mich zählte immer, dass kein Mensch vollkommen ist. Ich war nur zu dumm, mich immer wieder überzeugen und ausnutzen zu lassen. Man trägt immer eine Mitschuld, denn die Brille setzt man selbst ab.

    Sowohl im Beruf als auch im Privatleben habe ich ein paar Dinge irgendwo verloren: Vertrauen, Lebensfreude und Humor. Mir ist bewusst, dass die Tendenz zum Ausgebrannt sein gen „High Noon“ Uhr läuft. Ich verliere außerdem an Kraft und Zuversicht. Ich war wieder dumm, dass ich geglaubt habe, wenn ich einmal Hilfe brauche, ist auch jemand da. Meine Familie ist im Augenblick überfordert mit meiner Situation, wirkliche Freunde scheine ich nicht zu haben. Gerade jetzt, wo ich wirklich Hilfe bräuchte. Ich bräuchte z. B. Unterstützung in der Vorbereitung auf meine „Prüfungen“. Gesprächssimulierungen usw. Einer wäre mir eingefallen. Dünne und vergebliche Ausbeute. Ich habe Angst vor all dem, was auf mich zu kommt, richtige Angst.

    Ich bekomme nichts mehr hin, es macht mir nichts mehr Freude – die Arbeit lenkt ab, aber sie laugt aus. Etwas muss sich ändern. Ich weiß noch nicht, wo ich mit meiner Selektion beginnen soll – denn ich habe den Rat bekommen, vor allem einmal an mich zu denken. Habe ich das nicht immer getan? Nein, wohl nicht. Den Beruf habe ich nie gewollt, ich habe meine Talente und meine Neigungen immer zur Seite gedrängt. Und ich denke, das wird immer noch sehr vielen Menschen so gehen.

    Ja, was will ich nun mit diesen Zeilen ausdrücken?

    Ein bisschen Dankbarkeit, Hilflosigkeit, Angst und Traurigkeit.

    Wohin der Weg mich führen wird, das weiß ich noch nicht. Ich weiß auch nicht, wen ich jetzt alles zurücklassen werde. Ich blicke nicht mehr so ganz durch, wer es ehrlich meint mit mir und wer nicht.

    Vielleicht schreibt hier jemand mit, der ebenfalls in einer Krise steckt, sie gemeistert hat. Ich suche nach meinem alten Kampfpotential, Das Trampeltier ist alt geworden....Ich suche verzweifelt nach der Wende...

    Taffi
    Geändert von Inaktiver User (07.07.2009 um 20:33 Uhr) Grund: Ich brauche ne neue Brille

  2. Inaktiver User

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    lebenskrisen-------------- bieten die einmalige chance aus dem trott rauszukommen, sich neu zu besinnen, neues anzufangen.

    zu erkennen was so nicht mehr weiterlaufen kann, soll.

    schon zu wissen, was du NICHT mehr willst- das ist schon mehr als manch anderer hier.

    du bist im moment der mittelpunkt deines universums.

    da sind kleinen helferlein, alliens was auch immer- die sagen:

    was willst DU?

    lebenskrisen sind notwendig um der halt am strassenrand mit der strassenkarte. um sich neu zu orientieren.

  3. Inaktiver User

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    Wenn niemand da ist, dem man vertrauen kann - dann ist es besser, sich von solchen Menschen zu trennen. Aus meiner Erfahrung sind das sowieso nur Menschen, die nicht wirklich gut tun.

  4. Inaktiver User

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    Hi Taffi,

    ich finde dich auch prima, du hast das Problem ja bereits glasklar gesichtet.

    Du fragst danach, ich hatte auch mal so eine Krise in meinem Leben, vor ca. 3 Jahren, aus verschiedenen ähnlichen Gründen.

    Mit starken gesundheitlichen Einschränkungen und ja, Panikattacken, Drehschwindel.

    Bilanz => jahrelang nicht oder zu schlecht auf mich geachtet. Zu nett, immer bereit für alle.

    Nach tiefen Löchern konnte ich es für mich schaffen, Störfaktoren abzuschalten.

    Angesetzt habe ich erst bei der Beziehung => Trennung

    Dann habe ich den Job gewechselt, wovor ich zunächst großen Respekt hatte, aber es bot sich die Möglichkeit und ich habe sie ergriffen.

    Ich habe geübt "Nein" zu sagen und kann das heute besser als früher

    Geduld, immer Verstehen, das Liebelein von nebenan, da kannst du getrost ein Ei drauf kloppen. Das dankt dir keiner.

    Steh für dich und deine Ansprüche ein. Leiste es dir, auch mal ärgerlich, wütend und böse zu sein.

    Die Menschen, die dich wirklich mögen und kennen, werden trotzdem nicht davon rennen.

    Und manche Situationen muss man als gegeben hinnehmen. Das ist zum Beispiel eine ungute Konstellation in der Ursprungsfamilie. Das kann man nicht ändern, nur akzeptieren.

    Und dann raus, raus, raus.............. Mache verrückte Sachen, gehe tauchen, treibe Sport, meld dich im Karnevalsverein an.

    Alleine zu Hause über die Ungerechtigkeiten dieser Welt zu grübeln, hilft dir nicht weiter.

    Ich wünsche mir für dich, dass du dir deine positive Einstellung behalten kannst und nicht 1 zu 1 deine Vergangenheit auf die Zukunft überträgst. Die liegt nämlich noch vor dir und die hast du in der Hand, nur du.

    Dazu kann ein dosierter Rundumschlag gehören und Mut.

    Aber es lohnt sich....

    Geändert von Inaktiver User (08.07.2009 um 07:33 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    Liebe Taffi,
    ich kann sehr gut mit dir fühlen.
    Auch ich befinde ich mich zur Zeit in einer großen Krise.

    Ich habe mir zu viele Jahre Dinge aufgeladen und nun breche ich langsam unter der Last zusammen.
    Wollte es immer allen recht machen, denn "nur dann wird man geliebt" (so meine Erziehung)

    Quatsch.

    Geliebt wirst darum nicht, nur ausgenutzt.

    Am Donnerstag gehe ich zum Arzt. Ich kann nachts nicht mehr schlafen und am Tag bin ich so müde, dass ich in Besprechungen nicht mehr folgen kann (es ist schrecklich).
    Oft überlege ich mir, mich einfach unter den Schreibtisch zu legen.
    Mein Körper WILL einfach nicht mehr und mein Kopf kann sich nicht mehr konzentrieren.

    Ich liebe meine Arbeit, aber die Rahmenbedingungen sind kaum mehr tragbar. Wir haben 5 Chefs!!!!!!!!!!!!! Zwei Senioren und drei Junioren und es herrscht große Uneinigkeit. Immer ist mal der eine auf den anderen sauer. Ich stehe mitten drin.
    Ich bin ein Spielball in diesem Machtgefüge geworden. Immer ist einer beleidigt mit mir. Die Jungen wollen an die Macht und die Alten können nicht gehen. Der Seniorchef bespricht meine Arbeit mit mir und gibt eine Richtung vor. Das genügt schon, dass die anderen nicht mehr mit mir sprechen
    (Im Grunde weiß ich, dass es nichts mit mir zu tun hat, aber ich bin mürbe geworden)

    Privat!!!!
    Hilfe......meine Mutter ist sehr krank und es wird entsetzlich.
    Auch hier kann ich nichts recht machen.
    Sie wird sofort ungerecht und böse. Legt mir das Telefon auf und geht tagelang nicht dran wenn ich anrufe. Nein, noch schlimmer, Sie sieht meine Nummer, hebt kurz ab um gleich wieder aufzulegen.
    Und warum das alles????
    Sie ruft mich um 10 Uhr bei der ARbeit an und will das ich um 14 Uhr bei ihr bin......was natürlich nicht möglich ist, da ich für mein Geld ein wenig arbeiten muss!!!!!!!
    Sie schimpft, ich sage, dass ich bald nicht mehr kann und sie legt mir einfach auf.

    Aber okay, jeder sagt, ich muss Verständnis haben, da sie sehr krank ist.

    WER HAT FÜR MICH VERSTÄNDNIS????

    Wer ist für mich da, wenn ich in der Nacht Panikattacken habe? Wer ist für mich da, wenn ich nachts vor Kummer und Angst nicht schlafen kann????

    Ich habe einen sehr liebevollen Partner. Er liebt mich und er will für mich da sein, doch die Beziehung ist auch nicht unbelastet. Hier gibt es auch sehr viele Dinge, mit denen ich fertig werden muss, die für ihn schon lange erledigt sind.....

    Ich stehe vor einem großen Berg, den ich nicht mehr bewältigen kann.
    Ich ziehe mich überall zurück.
    Bin ich zu Hause, kann ich nicht mal mehr telefonieren. Ich nehme den Hörer einfach nicht mehr ab, wenn mich jemand anruft.
    Alle Termine sage ich ab.

    Habe jetzt den Faden verloren. Was wollte ich denn damit eigentlich schreiben.....?

    Ja, wo und WANN beginnt die Wende......vieles was du geschrieben hast, trifft auch auf mich zu.

    Muss jetzt leider in den Kampf

    Lg
    Butter
    Möge es dir gelingen, jenen Ort deiner Seele zu erreichen, wo dich ein Überfluss an Liebe, Wärme, Nähe und Vergebung erwartet

  6. User Info Menu

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    Ich glaube, Ihr habe Eure Wende alle schon begonnen. Ihr habt Eure Situation erkannt und beschlossen, daß es sich ändern muß. Das war der Beginn der Wende.

    Viel Glück, Erfolg und Mut!!!

  7. Inaktiver User

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    schon zu wissen, was du NICHT mehr willst- das ist schon mehr als manch anderer hier.
    So habe ich das noch gar nicht gesehen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    was willst DU?
    Ich denke, ich weiß was ich will, aber noch nicht, wie ich es erreichen kann. Mancher Änderungsgedanke - es schmerzt irgendwie, blöd.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    lebenskrisen sind notwendig um der halt am strassenrand mit der strassenkarte. um sich neu zu orientieren.
    Das ist ein schöner Vergleich - ich muss mir halt doch erst mal noch eine neuen Straßenkarte erst zulegen. Die alte..sie ist eben veraltet.

    Taffi

  8. Inaktiver User

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    Für die anderen Antworten brauche ich noch etwas - es berührt mich schon...

    Taffi

  9. User Info Menu

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    Einige Punkte aus meinem Erfahrungsschatz...
    Ich kann in das Meiste einstimmen...
    ABER! ich habe die Änderung laaaaaaaaaaangsam geschafft.Eins nach dem Andern.
    Anfang war Burn Out.Und ich dachte,mein Arzt spinnt als er sagte:diese Erkrankung ist auch eine Chance.Eine große Chance.Eine Chance,zu ändern,was nicht stimmt in meinem Leben.(Ebenfalls allen alles recht zu machen,perfekt sein usw...).
    ABER er hatte recht.
    Die erste Zeit war hart.Ich habe gegrübelt,nachgedacht,sortiert und geordnet was ich alles verdrängt und hingenommen hatte.
    Inzwischen traue ich mich,nein zu sagen wenn ich etwas machen/erledigen soll und ich nicht kann/oder will.Oder "jetzt nicht".Und siehe da:es geht.
    Ich habe mich auch von einigen Menschen,"Freunden",getrennt,bzw.sie sich von mir als ich mich als nicht mehr permanent verfügbar und einsatzbereit und belastbar entpuppt habe.Aber ich habe auch gerade da erlebt,wer wirklich meine Freunde sind.Ich trauere den "Gegangenen" nicht mehr nach.Ich habe dafür wertvollen Ersatz gefunden bzw.gesehen,wer es auch gut mit mir meint.Besser ein oder zwei echte Freunde als zwanzig "Freunde",die mich nur ausnutzen oder meine Energie saugen.

    Thema Mutter:ich kann nachfühlen...meine ist auch sehr schwierig.Als ich - es ging mir schon besser - wieder bei ihm war weil meine Mutter so schwierig war beim Umziehen und um irgendwas zu schlucken bat,damit ich das nervlich durchstehe weil ich durch die Situation wieder so am Boden war,da ging ich raus aber ohne Tabletten.
    Dafür mit Tips,wie ich mich dem Psychoterror und der Psychomasche meiner Mutter stellen bzw.damit umgehen kann.
    Ein Satz war:"Ihre Mutter ist ein erwachsener Mensch und sie soll sich gefälligst wie ein normaler,erwachsener Mensch benehmen.Dazu kommts noch,daß ich Sie niederspritze oder Ihnen Tabletten gebe,nur damit sie Ihre Mutter aushalten.Die soll sich benehmen."
    Und das ob Krankheit hin oder her.Weil Krankheit grad bei Müttern gerne als Druckmittel verwendet wird um andere zu erpressen damit sie das tun,was Mutter will.Er hat mir die Augen geöffnet,wie das Schema abgeht...und er hatte völlig recht.Und seine Tips,wie ich mich verhalten soll,haben funktioniert.Ich bin froh und dankbar,an so einen Arzt geraten zu sein.Wer weiß würde ich ohne ihn noch leben.

    Es ist ein langer Weg.Und kein einfacher.Aber er lohnt sich.
    Nur nicht aufgeben!!!!!!
    Und inzwischen stimme ich meinem Arzt voll zu:jede Krise ist auch eine Chance,eine Wende hereizuführen und zu prüfen,was paßt noch und was paßt nicht mehr.
    Was mache ich nur,weil andere das erwarten?
    Was will ICH?
    Erfülle ich vorauseilend Erwartungen,die andere gar nicht haben,aber ich davon ausgehe,daß sie diese Erwartungen an mich stellen?
    Ehrlich zu reflektieren.


    Ich wünsche Euch viel Kraft,Ehrlichkeit mit Euch selber und Mut!
    Kopf hoch!
    Es ist ein Weg der kleinen Schritte...und auch mit Anstrengung verbunden.Aber er lohnt sich!

    Lieben Gruß
    Andilina

    Nachtrag:lange habe ich mich damit herumgeschlagen,wie ich mich abgrenzen kann...wie grenzt man sich ab,wenn man das nie gelernt hat???Aber sogar das habe ich langsam gelernt...also nur Mut!

  10. Inaktiver User

    AW: Lebenskrisen - wo beginnt die Wende?

    die strassenkarte:

    du hast ein abfahrtsziel und einen zielort.

    und dann kannst du über verschiedene möglichkeiten von paris nach dakkar kommen.

    du kannst fliegen- das geht am schnellsten. du kannst mit dem auto fahren- das könnte landschaftlich die schönere variante sein.

    es gibt unterschiedliche transportmittel und vorallem es gibt unterschiedliche wege. und sie führen dich alle zum ziel.

    das ist nicht eines schlechter als das andere. und manchmal ist es ein gefühlter umweg, und dann ist es wiederum eine gefühlte abkürzung.
    und unterwegs sieht du alles mögliche.

    willst du viel erleben, viel sehen, viel in dir aufnehmen?
    oder willst du schnellstmöglich dahin kommen?

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