Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 14 von 14
  1. Inaktiver User

    AW: Wieviel sich selber zutrauen...

    Lieber Sonnenschein,

    es ist normal, Angst zu haben, wenn etwas Neues beginnt! Das ist notwendig, um sich auf den Popo zu setzen und zu überlegen "Überhebe ich mich damit vielleicht?". Wenn jemand immer eine 5 in Mathe hatte, wäre es vielleicht eher riskant, ein Mathestudium zu beginnen (wenn auch nicht ausgeschlossen). Und auch Befürchtungen wie "Finde ich neue Kontakte?", "Gefällt mir die Stadt?" sind normal und nachvollziehbar.

    Das Ganze kann man jetzt natürlich auch umgekehrt machen ("Was spricht dafür?"), aber Du richtest Deinen Blick ja eher auf die Möglichkeit, dass etwas quer läuft.

    Vielleicht fragst Du Dich einfach mal: "Was ist die Alternative? Will ich stehen bleiben? Will ich irgendwann mit klapperndem Gebiss im Rollstuhl an den Juli 2009 zurückdenken mit dem Gefühl, eine Chance verpasst zu haben?"

    Auch die größten Perfektionisten scheitern mal. Wenn es denn so sein sollte, mach Dir genau diese Tatsache klar. Ich für mich persönlich hätte viel größere Schwierigkeiten damit zu wissen, eine Chance verpasst zu haben.

    Alles Gute für Dich!

  2. User Info Menu

    AW: Wieviel sich selber zutrauen...

    Es ist zwar schwer für dich zu beurteilen, weil du mich nicht kennst, aber meinst du deiner Erfahrung nach, dass ich meine Grenzen ausloten sollte, egal was ich tue? Auch ein Studium?
    Liebe Sonnenscheink

    Nein, das wollte ich eigentlich nicht sagen - ich glaube, wenn jemand immer an oder über seine Grenzen geht, wenn das ganze Leben nur aus einem austesten besteht, wird er sich überfordern.
    Ich meinte eher: sei dir dessen bewusst, dass du wahrscheinlich nicht immer in der sicheren Zone bleiben kannst. Du hast dich neu konfiguriert, bist sozusagen SonnenscheinK2.0 - jetzt muss diese neue, veränderte, verbesserte Sonnenschein im echten Leben getestet, ausprobiert und erforscht werden. Je grösser die Veränderung, desto mehr unbekanntes gibt es für dich zu erforschen. Und dabei wirst du zwangsläufig auf Dinge stossen, die du nicht (mehr) kannst. Wenn du jetzt vor lauter Angst vor einer solchen Grenze nichts mehr machst - nun, dann wirst du auch nicht herausfinden, was diese neue SonenscheinK alles neues kann.

    Und die Frage, ob du studieren sollst oder nicht, die kann ich dir leider einfach nicht beantworten. Warum willst du es denn? Und was spricht dagegen - nur die neue Stadt, oder auch noch etwas an dem Studium selber?
    Und, wie nancissima schreibt: was ist die Alternative? Hast du überhaupt eine? Kannst du so einfach in deinen alten Beruf zurück, oder ist das eher eine theoretische Möglichkeit? Hiesse das automatisch, in der jetzigen Stadt zu bleiben?

    Bleibt eigentlich für mich die Frage offen, wieviel ich mir selber zumuten kann und will, damit ich ein Scheitern "verkraften" kann, um im schlimmsten Fall nicht wieder abzustürzen. Scheitern können ja schon Kleinigkeiten sein, die jeder im Alltag mal erlebt und unter normalen Umständen besser oder schlechter gut weggesteckt werden können, aber wenn es zur Dauerüberforderung wie bei mir kommt, gelingt das eben nicht mehr. Genau das muß ich jetzt (wieder) neu für mich herausfinden.
    Ja. Genau: DU musst das für dich herausfinden. Und du bist im Endeffekt der einzige Mensch, der das wirklich beurteilen kann und sollte. Was ich mich dabei frage, ist: warum stellst du deine Frage hier? Was erhoffst du dir hier für Antworten, in wieweit können wir hier dir weiterhelfen?
    Natürlich darfst du das, wie jeder, und dies ist ein tolles Forum mit klugen und nachdenklichen usern, die oftmals ein Problem wirklich von allen Seiten beleuchten können. Aber dein Leben entscheiden, das kannst am Ende nur du selber. Ist dir das wirklich bewusst?

    Liebe Grüsse

    annapaulemax
    The aim of life is to live, and to live means to be aware, joyously, drunkenly, serenely, divinely aware (Henry Miller)

    ▬|████|▬

  3. User Info Menu

    AW: Wieviel sich selber zutrauen...

    Liebe annapaulemax,

    vielen Dank für deine Antwort !

    Ich stelle die Frage hier (ich habe auch darüber nachgedacht), weil ich tatsächlich in den letzten Jahren den Draht und Kontakt zu den Freunden, mit denen ich sonst/früher über solche Dinge und Veränderungen im Leben gesprochen habe, verloren habe. D h im Laufe der Krankheitsphase habe ich mich immer mehr von allem zurückgezogen, zum Schluß auch vom Leben. Ich weiß, dass ich eigentlich den Hörer heben könnte und es auf einen Versuch darauf ankommen lassen könnte und um zu sehen, wie die Person reagiert oder/und ob mir das Gespräch in meinen Überlegungen und Vorhaben weiter helfen könnte. Da die Schnur im Grunde zu allen abgebrochen ist, fällt es mir schwer, mich dort zu melden - vielleicht zu viel Stolz, völlig unangebracht hier, ich mache es mir nur selber schwer, aber so ist es nun mal im Moment noch. Gleichzeitig weiß ich auch (durch etwas Mailkontakt), dass sich auch der Kontakt im Zuge meiner Lebensumstände-/veränderung verändert hat und auch durch die Veränderungen der anderen Menschen, aber das heißt nicht, dass es nicht doch noch Gemeinsamkeiten gibt, nur anders heute- und das kann ich natürlich nur heraus finden, indem ich wieder einen Kontakt starte.

    Ich habe es eigentlich alles selber in der Hand und vielleicht macht mir gerade das soviel Angst. D h fange ich etwas Neues an und gefällt es mir nicht, bin ich dafür verantwortlich, eine Lösung oder einen neuen Weg zu finden. ICH muß mit dem Frust oder mit anderen Gefühlen umgehen können. Gar nicht so leicht, wenn man das jahrelang irgendwie anders geregelt hat - alles unter den Teppich kehren, feiern gehen anstatt konstruktiver Gedanken, etwas Neues beginnen und über den Abbruch nicht weiter nachdenken. Ich war drin in einem Muster, das meine Psyche/Seele irgendwann nicht tragen konnte, ja, und dann gung nix mehr. SO, und daraus habe ich jetzt zu lernen, es anders zu machen. Ich weiß aber auch, dass das alte, vertraute Muster für mich nicht mehr funktioniert, auch, wenn ich mal wieder kurz zurückfalle, ich merke es sofort körperlich und psychisch. Ich kann nur NEU machen und das ist alles unsicheres Terrain. Ich fühle mich manchmal noch einmal wie 20, gerade Abi gemacht und was kommt jetzt? Als wenn ich noch einmal eine Chance bekommen hätte....

    Deswegen habe ich diese Fragestellung hier gestellt, es hilft mir schon, indem ich darüber schreibe und reflektiere und eure Anmerkungen und Beiträge helfen mir sehr weiter. Du hast natürlich recht, ich kann es nur alleine entscheiden und genau darum drehe ich mich seit Wochen... es ist mir also vollkommen bewußt, dass nur ICH das kann. Ja, die neue SonnenscheinK kann sich nur in ihrer neuen Haut erproben, wenn sie raus geht. Ich weiß und ich will das jetzt auch, auch wenn ich "auf die Schnauze" falle. Ich kann wieder aufstehen.

    In meinem alten Beruf könnte ich hier vor Ort arbeiten oder in einer anderen Stadt, das kommt ganz darauf an, wo ich etwas finden würde. Ja, das wäre praktisch möglich.

    Genug des Schreibens, jetzt folgen Taten .

    Auch wenn wir uns nicht kennen, ihr habt mir sehr geholfen - danke!

    LG SonnenscheinK
    Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.

  4. User Info Menu

    AW: Wieviel sich selber zutrauen...

    Liebe Nancissima,

    vielen Dank auch für deine Beitrag. Das stimmt, ich richte meine Gedanken vorwiegend auf das, was schief gehen könnte. Richte ich meine Gedanken auf das Positve und das habe ich getan, sonst wäre ich gar nicht so weit gekommen - habe mich beworben, war in der Stadt an der Uni (hatte aber nicht den Mumm mit den Leute dort zu sprechen, das habe ich nur per Email gemacht). Jedoch jetzt, wo ich kurz davor stehe, die Bewerbungen sind abgeschickt, Mitte August kommen die Bescheide/oder einer/oder keine(r), dann muß ich mir ratzfatz ne Wohnung suchen und LOS gehts. Klingt spannend. Irgendwie. Aber weil mir die Erfolgserlebnisse seit drei Jahren fehlen, fühle ich nicht dieses euphorische Gefühl... eigentlich fühle ich gar nichts, nur diese Ungewissheit und dieses Gefühl, das so tief in mir steckt, dass ich versagt habe. Die Angst, dass das wieder passiert, ist einfach so riesengroß, so, dass ich fürchterlich blockiert bin.

    Aber es hilft ja alles nix, was war, das war... jetzt kommt etwas Neues und ich muß da durch, durch diese ungewissen, unsicheren Gefühle... durch diesen Tunnel, durch diesen Nebel bis ich wieder Sicherheit empfinde (?). Mmh, vielleicht bleibt aber auch dieses Gefühl und vielleicht ist es auch ein Stück neue Lebensqualität, weil sich immer sicher zu fühlen auch nicht der Idealzustand ist. Aber das muß jeder für sich selber herausfinden. Vielleicht kommt jetzt die unsichere Phase, d h Unsicherheiten auszuhalten - ach, alles so schön theoretisch, nur vor der Praxis/der Umsetzung bammelt es mir noch.

    Ich glaube, wenn ich einen Bescheid in der Hand halte, DANN werde ich es machen, weil dann will ich höchstwhrscheinlich nicht das Gefühl haben, etwas verpaßt oder nicht ausprobiert zu haben . Bis dahin muß ich mich leider noch etwas gedulden.

    Eines möchte ich noch zum Abschluß sagen: ich bin so fürchterlich hingeflogen, dass ich jetzt dazu neige, die Sicherheit vorzuziehen, d h in der Stadt zu bleiben und evtl im Falle eines Studienplatzes in einer naheliegenden Stadt, zu dieser erstmal zu pendeln.

    Wir werden sehen

    Liebe Grüsse
    Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.

Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •