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  1. Inaktiver User

    AW: Wann ist man "angekommen"?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    M.E. "darf" man sein Leben auch mit 38 noch mal total umkrempeln. Warum auch nicht. Aber man sollte es nicht um des Krempels willen tun, sondern weil man ein klares Ziel hat. Wenn man immer und immer wieder krempelt, dann wird man vermutlich am Ende auch wieder mit leeren Händen dastehen.
    Sehe ich genauso!

    Ich fands mal schön und überraschend, als mir ein Philologe erklärt hat, dass das englische Wort "adventure" (= Abenteuer) und die lateinische Herleitung des Worts "Advent" (= Ankunft) ein und denselben Ursprung haben. Wenn ich wieder etwas mehr bei mir "ankomme", entdecke ich oft gerade wieder etwas Neues. Und da ich leidenschaftlich gerne reise, kenne ich das Gefühl "anzukommen", wenn ich gerade neugierig die Nase ins Unbekannte stecke. In sich ruhen, wie Dharma es beschreibt, und gleichzeitig zu sich kommen, indem man sich selbst immer besser kennen lernt - da wird für mich ein Schuh draus!

    Und ob das das Berufliche betrifft oder das Private, nun, das ist fast schon egal. Liebe Kaffeemuetze, gerade hier in den Foren trifft man viele Menschen, die meinten angekommen zu sein, und dann doch weiter gereist sind oder mussten. Und das ist gut so.

    Viel Spaß dabei!

  2. User Info Menu

    AW: Wann ist man "angekommen"?

    Meine spontane Antwort, als ich nur die Frage als Überschrift las:
    Wenn ich tot bin! - Und selbst da bin ich noch auf Überraschungen gefasst.

    Ankommen ist für mich das Ende einer Reise und meine Lebensreise ist hoffentlich noch eine Weile nicht beendet. Bisher (und ich bin jetzt 46) habe ich noch nie das Gefühl gehabt, mich "auf meine Lorbeeren ausruhen zu können". Das Leben ging immer weiter, es gab Rückschläge, neue Herausforderungen, Überraschungen und unerwartete Wendungen.

    Selbst wenn ich Pläne gemacht habe, die sich dann erfüllt haben (z.B. Partnerschaft und Familie) war die Realität dann doch ganz anders als meine Vorstellung.

    Sicher gibt es immer wieder Momente im Leben, an denen wichtige Weichen für die Zukunft gestellt werden (Partnerwahl, Berufswahl, Kinder) aber auch da ist nichts für die Ewigkeit und es ist nie zu spät, etwas zu ändern! Möglicherweise hält nur die Angst vor den Konsequenzen der Änderung davon ab.

    Ich habe bei mir bemerkt, dass mein Leben immer in Phasen verläuft, die ca. jeweils 9-11 Jahre dauern. Am Anfang einer Phase ist alles neu und aufregend, dann kommt die Hochphase, wo es gut von der Hand geht und Spaß macht und dann der Schuss in dem es dann zu unbefriedigenden Routine wird und das Bedürfnis nach Veränderung wächst.

    Hast du denn eine Idee, was du gerne noch erleben möchtest? Was hast du mit 20 für Pläne gehabt, die du mit 40 gerne erreicht hättest?

    Grüße von
    Coratriton
    Wer nicht will findet Gründe - wer will findet Wege!

  3. Inaktiver User

    AW: Wann ist man "angekommen"?

    Zitat Zitat von Coratriton Beitrag anzeigen
    Meine spontane Antwort, als ich nur die Frage als Überschrift las:

    Wenn ich tot bin! - Und selbst da bin ich noch auf Überraschungen gefasst.

    Ankommen ist für mich das Ende einer Reise und meine Lebensreise ist hoffentlich noch eine Weile nicht beendet.
    Coratriton
    ...wenn man aufhört, seine Lebensform im Schwerpunkt nach außen ausgerichtet zu haben, wenn Gelassenheit allem und allen gegenüber den täglichen Lebensablauf bestimmen, dann ist man bei sich angekommen .

    Der Beginn, in die eigene Richtung zu schauen, ist das Bewußtsein, nach vorne zu schauen, alles was nun kommt, als Geschenk zu nehmen.

    Nun stellen sich keine drohenden Probleme mehr, sondern herausfordernde Aufgaben werden als solche angenommen.

    Kein Frust in die Vergangenheit, sondern verständliches Annehmen und Einsicht ohne Groll...
    Geändert von Inaktiver User (06.07.2009 um 06:47 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Wann ist man "angekommen"?

    STUFEN

    (von Hermann Hesse)

    Wie jede Blüte welkt
    und jede Jugend dem Alter weicht,
    blüht jede Lebensstufe,
    blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
    bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    in and're, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    an keinem wie an einer Heimat hängen,
    der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    und traulich eingewohnt,
    so droht Erschlaffen!
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.
    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    uns neuen Räumen jung entgegen senden:
    des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

    (Hermann Hesse)

    Das ist mein Lieblingsgedicht von Hesse und ich finde es beschreibt es sehr schön!

    Carpe diem
    Finja

  5. User Info Menu

    AW: Wann ist man "angekommen"?

    Genau genommen möchte ich nie wirklich angekommen sein.
    Veränderungen, Ziele zu haben, die Tatsache das vieles eh anders kommt, als ich denke - genau das treibt mich doch im Leben an und macht es aus.

    Ich weiß nicht, ob ich das Gefühl haben möchte angekommen zu sein.

    Was anderes ist es "in sich zu ruhen". Das bedeutet für mich zu akzeptieren, dass die Dinge sich ändern und sich nicht gegen diesen Lauf zu sperren.

    Diese Unruhe, die du beschreibst kann ja aber auch heißen, dass es in deinem Leben Dinge gibt, die dir nicht gefallen, nicht guttun, oder die du ändern solltest. Somit sollte man solche Gefühle hinterfragen und evtl. etwas ändern.

    Aber ankommen, nein wenn man das tut, dann ist man tot.
    viele Grüße
    Mohnblume

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    AW: Wann ist man "angekommen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...wenn man aufhört, seine Lebensform im Schwerpunkt nach außen ausgerichtet zu haben, wenn Gelassenheit allem und allen gegenüber den täglichen Lebensablauf bestimmen, dann ist man bei sich angekommen .

    Der Beginn, in die eigene Richtung zu schauen, ist das Bewußtsein, nach vorne zu schauen, alles was nun kommt, als Geschenk zu nehmen.

    Nun stellen sich keine drohenden Probleme mehr, sondern herausfordernde Aufgaben werden als solche angenommen.

    Kein Frust in die Vergangenheit, sondern verständliches Annehmen und Einsicht ohne Groll...
    Hm, ich merke, liebe Karline, wir haben nicht genau die gleiche Vorstellung vom Ankommen.
    - jeder Tag ist ein Geschenk -> genau meine Meinung!
    - keine Probleme, nur Herausforderungen -> 100%ige Zustimmung!
    - kein Frust in die Vergangenheit -> absolut nicht, entweder schöne Erinnerung, lustige Geschichte, oder - hoffentlich - was daraus gelernt!
    - Lebensform nicht (mehr) nach außen gerichtet -> (noch?) nicht der Fall bei mir: Partnerschaft, Familie, Freude, Hobbies, Beruf - da ist einiges an Außenwelt dabei!
    - Gelassenheit allem und jedem gegenüber -> absolut nicht, und in meinen Augen auch kein erstrebenswerter Zustand, solange ich lebe (nach dem Tod können wir darüber reden...)

    Grüße von
    Coratriton
    Wer nicht will findet Gründe - wer will findet Wege!

  7. Inaktiver User

    AW: Wann ist man "angekommen"?

    "Angekommensein" finde ich eine schöne Beschreibung eines schönen Zustands.

    Ich bin zum Beispiel viel herumgezogen, und erst jetzt mit 46 habe ich erstmals das Gefühl, wirklich "zu Hause" zu sein dort, wo ich wohne. Weil ich beim Einkaufen Bekannte treffe, weil ich den Besitzer vom China-Imbiss und seinen Ausfahrer auch aus anderen Zusammenhängen kenne, weil ich die Sorgen der Nachbarn kenne und und und. Ich bin "angekommen", weil ich mich in meiner Familie geborgen und "genau richtig" fühle.

    Das sind keine "Endstationen", wie ja in dem schönen Gedicht von Hesse so eindringlich beschrieben. Aber es sind Stationen, in denen man sich "richtig" fühlt.

    Beruflich bin ich immer noch am Schlingern. Das hat Vorteile, weil sich immer wieder etwas ändert - aber eben auch Nachteile, denn eigentlich habe ich so viele andere Interessen, dass es mir lieber wäre, ich hätte da etwas mehr Gewissheit und Ruhe.

    Dieses Gefühl, dass da "noch etwas kommt" kenne ich sehr gut, Kaffeemütze. Ich denke, du hast halt noch was vor!

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