Schon alleine durch mein gerade berufliches Chaos habe ich den Eindruck, dass Männer besser in der Lage sind, schwierige Situationen wegzustecken. Wegstecken im Sinne von: Einfach mal vergessen und Thema wechseln oder sich sonst wie ablenken.
Ich erlebe dann an mir, dass ich regelrecht neidisch werde. Denn ich grüble dann immer ewig hin- u. her, zweifle, gehe Szenarien durch - und kann mich absolut mit nix ablenken. Nicht mit neuen Schuhen- und das will was heißen.
Ich möchte das "Wegstecken" gerne lernen - aber wie?
Oder ist das einfach nur ein Eindruck?
Taffi
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30.06.2009, 22:51Inaktiver User
Können Männer besser "wegstecken"
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30.06.2009, 22:59Inaktiver User
AW: Können Männer besser "wegstecken"
Ein Grund, aus dem Frauen länger leben als Männer, ist m. E. dass sie nicht wegstecken, sondern leiden, jammern, wehklagen und langsam wieder heilen. Wegstecken ist ungesund und führt - wie ja oft zu erleben - zu ernsten Krankheitsbildern (Herzinfarkt, Schlaganfall, burn-out)
Ich glaube auch, dass Männer genauso leiden wie Frauen. Die Erziehung zum Indianer, Sprüche wie Männer weinen nicht und Heulsuse führen auch heute noch dazu, dass es eher unmännlich ist, wenn es Mann nicht gut geht.
Nur wenn Du Dich so in einem Thema festbeißt, dass lange nichts mehr geht, würde ich mir helfen lassen. Aber kein Bock auch Schuhe ist da m. E. keine ausreichende Symptomatik, das ist nur heilsam für den Kontostand und beugt Frustkäufen vor.
Und wenn gar nichts mehr hilft: in der bri posten und jammern. Hier werden sie geholfen.
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01.07.2009, 00:35
AW: Können Männer besser "wegstecken"
Das ist für mich nicht wegstecken, sondern in sich hineinfressen, das krank macht.
Wegstecken bedeutet da für mich, sich nicht umhauen zu lassen, wenn man nach einem Schlag noch auf den Beinen steht, nicht noch zusätzlich selbst rumwackeln.
Ein Schlag tut weh.
Wenn ich mich nun dem Schmerz widme, lenkt das ab, zieht Energien, bringt mich von meinem Ziel weg.
Dadurch wird der Schmerz nicht gelindert.
Er wird deutlich wahrgenommen und bekommt eine größere Bedeutung, weil man sich ihm auch noch widmet.
Manchmal ist es sinnvoller und macht glücklicher etwas eben einfach wegzustecken, abzuhaken, hinter sich zu lassen.
Und sich anderem zuzuwenden.
Macht ja auch mehr Spaß.
Liebe Grüße,
MatratzeNow, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.
Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.
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01.07.2009, 02:24
AW: Können Männer besser "wegstecken"
Hm - wegstecken oder aussitzen?
Bei manchem Weggestecktem denke ich auch: das ist noch nicht weg, das kommt irgendwann wieder ...
Aber Unklares, Unangenehmes durch wildes Klären- und Lösenwollen wenigstens nicht noch schlimmer zu machen - das ist eine hohe Kunst, die ich auch gern lernen möchte.
ich glaube, wenn etwas richtig "im Eimer" ist, sind es sogar oft Frauen, die besser damit fertig werden.
Anders, wenn etwas noch in der Schwebe ist. T."Eine Treppe: Sprechen - Schreiben - Schweigen"mmmmmmmmmmKurt Tucholsky
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01.07.2009, 07:47Inaktiver User
AW: Können Männer besser "wegstecken"
Davon bin ich nicht überzeugt.Ein Grund, aus dem Frauen länger leben als Männer, ist m. E. dass sie nicht wegstecken, sondern leiden, jammern, wehklagen und langsam wieder heilen. Wegstecken ist ungesund und führt - wie ja oft zu erleben - zu ernsten Krankheitsbildern (Herzinfarkt, Schlaganfall, burn-out)
Herzinfarkt, Schlaganfall, etc. sind eher auf Überforderung und ungesunde Lebensweise zurückzuführen.
Die neue, junge Generation von Frauen, die ernstlich Berufs- und Erziehungsaufgaben, bzw. die Erledigungen des Alltag auf sich nimmt und versucht, hinzukriegen, wird vermutlich nicht mehr so viel länger leben als männliche Zeitgenossen.
Das Klagen "der Frauen" hat etwas Kindliches, ein ständiges Aufstampfen, ohne irgendetwas weiterzubringen, von vielen Männern nach wie vor mit herablassender Nachsicht, aber auch ein wenig Verachtung betrachtet, einfach ein übernommenes Verhalten, das frau sehr wohl ablegen kann, wenn sie einfach tätig wird, anstatt nur darüber zu sprechen.
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01.07.2009, 08:13
AW: Können Männer besser "wegstecken"
Hallo Taffi,
gerade beruflich mache ich da ganz andere Erfahrungen als du.
Ich erlebe eigentlich täglich, dass Männer zwar anders mit Situationen umgehen, aber nichts besser wegstecken. Im Gegenteil.
Eine Frau zeigt halt, wenn sie (sprichwörtlich) "die Hosen voll hat", sie spricht darüber, steht auch schneller mal zu ihren Ängsten und hat weniger Probleme damit es zuzugeben, wenn sie sich von einer Situation überfordert fühlt.
Im Job mache ich immer die Erfahrung dass Männer versuchen Probleme unter den Teppich zu kehren. Gerade bei Vorgesetzten dann um den heißen Brei reden und plötzlich alles toll finden, dann aber jammern, dass sie von allen möglichen körperlichen und psychischen Beschwerden heimgesucht werden.
Ein klares Wort oder einfach mal sagen, was einen belastet ohne zu befürchten, anschließend als Weichei dazustehen würde deren Gesundheit sehr gut tun!
Ich bin überzeugt Frauen gehen größtenteils mit Konflikten, Problemen besser und Lösungsorientierter und vor allem konsequenter vor. Vielleicht habe ich da aber auch mit meinen männlichen Kollegen ganz besondere Exemplare, die nicht allgemeingültig sind. Ich beobachte das halt so.
In Beziehungsdingen habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Männer mehr leiden als Frauen. Liegt meines Erachtens auch wieder daran, dass ich als Frau heule - meinetwegen tagelang, mit Freundinnen rede, mich von ihnen trösten lasse und die mir Mut zusprechen und ich keine Scham habe, diese Fürsorge von Freunden und Familie in so einer Gelegenheit in vollen Zügen aufzusaugen.
Bei Männern habe ich da schon oft ein ganz schön heftiges "austicken" erlebt - soweit das ich dachte "jetzt spinnt er total", aber das liegt einfach daran, dass sie sich schwerer tun ihre Gefühle rauszulassen oder ins Gleichgewicht zu bringen.viele Grüße
Mohnblume
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01.07.2009, 08:28Inaktiver User
AW: Können Männer besser "wegstecken"
...grundsätzliche Frage, warum muss Frau immer Messlatte mit Mann machen?
Frauen von heute sehen es als hinterwäldlich und wollen nicht hören, dass unsere Seelen immer noch so ticken wie damals mit Feil und Bogen und Hütte mit Kindern. Wir tragen nur keinen Lendenschurz mehr.
Männer und Frauen werden (da innen "baugleich") gleichermaßen betroffen.
Männer konzentrieren sich immer noch auf den einen Feil, weil es lebensgefährlich wäre, sich von irgend etwas ablenken zu lassen.
Frauen haben immer noch den vernetzten Überblick, damit es auch hier nicht lebensgefährlich werden kann, sie nehmen alle "Unstimmigkeiten" wahr, die ihrer Familie bedrohlich werden kann. Alle sind auch die der Männer...
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01.07.2009, 08:42
AW: Können Männer besser "wegstecken"
"Da der Gesamtalkoholkonsum seit Jahrzehnten rückläufig ist, bedeutet das eine Zunahme des Alkoholkonsums bei Frauen bei gleichzeitiger Abnahme des Alkoholkonsums bei Männern. Das traditionelle Rollenbild, das den Männern eher Alkoholexzesse zugestanden hat als den Frauen, scheint heutzutage immer mehr verschwunden zu sein. Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen ist diese Entwicklung festzustellen."
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01.07.2009, 08:53Inaktiver User
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01.07.2009, 09:11
AW: Können Männer besser "wegstecken"
Hallo zusammen,
ich glaube, es geht bei dem Thema gar nicht um die Lösung von Konflikten (wo Frauen vermutlich wirklich besser sind), sondern um das Wegstecken von Niederlagen und Rückschlägen, die - erstmal - nicht zu ändern sind. Und ich glaube, dass Männer darin den Frauen tatsächlich oft überlegen sind.
Manchmal ist Verdrängung oder Abhaken ja auch tatsächlich gesünder, als unendlich viel Energie darauf zu verschwenden, nach Erklärungen zu suchen, warum irgend etwas so gekommen ist, wie es nun mal gekommen ist.
Frauen neigen meiner Erfahrung nach auch dazu, eine Entscheidung, die nun mal gefallen ist, noch x-mal zu hinterfragen und diskutieren zu wollen. Und dabei verschwenden sie viel Energie und erreichen gar nichts. Oft ist es zielführender, eine Niederlage einfach mal zu akzeptieren und sich im Stillen vorzunehmen, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen.
Und da versuche ich mir tatsächlich von dem einen oder anderen Mann was abzuschauen. Niederlage einstecken, wegstecken, daraus lernen und weiterkämpfen.
Ich glaube nicht, dass man davon gleich ein Magengeschwür bekommt oder früher stirbt.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


- und das will was heißen.
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