Antworten
Ergebnis 51 bis 57 von 57
-
30.12.2011, 23:00
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
-
30.12.2011, 23:18
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Ich denke eher, eine Opfermentalität zeichnet sich dadurch aus, dass man dem Gegenüber gern die alleinige Verantwortung dafür aufdrücken würde, wie man sich in einer bestimmten Situation fühlt. Kein Wunder, dass man damit nicht auf offene Ohren stößt.
Halte ich für unzutreffend. Ein Schüchterner/Ruhiger ist vielleicht noch eher geneigt, die Verantwortung für etwas schiefgelaufenes alleinig zu übernehmen und gewährt damit dem anderen die Opferrolle erst recht. Dominante lassen sich das eher nicht gefallen. Das Einnehmen einer Opferrolle hat immer auch egozentrische Züge. Das Wahrnehmen einer Unzufriedenheit mit der eigenen Handlungsweise, die Übertragung der Unzufriedenheit auf den Anderen in Form von vollständiger Abgabe der Verantwortung.Auch gehört dazu, sich mal die Leute anzuschauen, mit denen man sich freiwillig umgibt.
Wenn das lauter dominante Persönlichkeiten sind, hat man als Nichtmehr-Opfer natürlich einen schwereren Stand. Man kann sich dann auch mal bewußt Menschen aussuchen, die nicht so dominant sind, z.B. ruhigere, schüchterne, wo man selbst mehr gestalten muss.
Opferrolle: Die bösen Anderen manipulieren mich. Ich kann nichts dafür. Ich bin das Opfer.
Keine Opferrolle: Ich ärgere mich, dass ich mich habe manipulieren lassen. Warum habe ich mich manipulieren lassen?
-
31.12.2011, 00:22
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
@ kuschelchenreloaded
Du tust ja gerade so, also ob alle Menschen, die schüchtern und ruhiger sind, deswegen die totalen Langweiler wären! Vielleicht solltest Du Dich mal mit ihnen unterhalten, dann würdest Du feststellen, dass sie a) eine Menge interessanter Gesprächsthemen haben können und b) vielleicht sogar etwas mehr aus sich herausgehen, wenn sie sich auf ihrem Terrain sicherer fühlen.Ja, das ist ein Problem, auch für mich. Mit schüchterenen, ruhigeren kann ich dann gar nicht sooo viel anfangen, weil ich selber ja bereits diese Rolle inne habe. Wenn dann zwei von dieser Sorte aufeinandertreffen - na, was soll dabei rumkommen? Gibt aber auch gesprächige ruhigere Typen, oder?
So lange Du Dich der gesellschaftlichen Abwertung von introvertierten Menschen anschließt, betreibst Du auch Deine eigene Selbstabwertung!Auch hier scheinst Du nur zwei Alternativen zu kennen: Dich zurückzunehmen oder anderen Deine Interessen aufzuzwingen. Das Ganze kann doch auch ein abwechselndes Spiel sein, wo mal der eine was vorgibt, und dann der andere, und Du bist Teil davon! Und wenn Du mit Menschen zu tun hast, die wirklich nur kompromisslos ihr eigenes Ding durchziehen wollen, dann lass es sie tun – Du musst deswegen noch lange nicht mitmachen. Sie müssen dann selbst sehen, wo sie ihre Unterstützer finden. Dann such Dir lieber andere, die mehr an Teamwork interessiert sind.Ich halte mich selber schwer zurück, da ich selber es oft als unangenehm empfinde, wenn ich durch andere dominiert werde. Oft kommt dann erst hinterher die Unzufriedenheit, da die anderen gemacht und gestaltet haben und ich mitgemacht habe aufgrund mangelnder eigener Ideen. Ich möchte aber auch keinem meine Interessen aufzwingen. Meist wollen die Leute dann eben auch lieber ihr eigenes Ding durchziehen. Da lande ich dann meistens und fühle mich letztlich nicht wirklich wahrgenommen und wohl. Das wiederum verstärkt dann meinen Rückzug nur noch mehr.
Und wenn es Dir an eigenen Ideen mangelt – vielleicht solltest Du mal Deine Phantasie stärker entwickeln? Du musst anderen schon was anbieten können, wenn Du nicht immer nur das machen willst, was andere vorgeben, sondern selbst mitgestalten. Das ist noch lange nicht „anderen Deine Interessen aufzwingen“, sondern völlig legitim.
Vielleicht solltest Du versuchen, zu lernen, wie man eine Geschichte unterhaltsam strukturiert? Wie man sie in Szene setzt? Das kannst Du Dir auch von anderen abschauen, anstatt Dir nur selbst leid zu tun.Mittlerweile geht mir das aber auch ganz schön auf den Keks, wenn ich ständig nur zugetextet werde und die Leute keinen Nerv haben, sich mein Gespräch anzuhören. Ich bin da extrem ungeschickt und kann leider gar nicht gut erzählen. Woher auch? Wenn man immer nur zu Hause allein hockt und in Gesprächen mit anderen immer nur nett gelächelt hat.
Und Du kannst erwarten, dass Menschen Dir zuhören, denen Du zugehört hast. Wenn sie nicht bereit sind, Dir zuzuhören, dann stehst Du auch bitte für ihr Geschwätz nicht mehr zur Verfügung. Aber das traust Du Dich wohl nicht durchzuziehen, weil Du Angst davor hast, dann ohne jemanden dazustehen. Nun, dieses Risiko muss man manchmal eingehen, wenn man will, das andere einen besser behandeln.Du hast jedes Recht, allzu neugierigen und/oder tratschsüchtigen Menschen gegenüber zu sagen: „Das ist mir zu persönlich, darüber möchte ich nicht sprechen.“ Du musst das nur durchhalten und Dich nicht weich klopfen lassen. Zur Not gehst Du raus oder ganz weg.Ein anderer Punkt ist der, dass ich Angst davor habe, andere an meinem Leben teilhaben zu lassen. Viele Menschen sind mir da auch ziemlich distanzlos. Oder sie wollen was über mich wissen und dann wird bei der nächsten Kaffeerunde darüber gelästert o. ä. So schlagfertig bin ich dann auch nicht, dass ich mich entsprechend abgrenzen kann, wenn's mir zu privat wird, ohne den anderen vor den Kopf zu hauen.Allerdings. Und damit Du nicht mehr manipuliert und rumkommandiert wirst, tust Du gut daran, Dir über Deine eigenen Ziele und Interessen klarer zu werden – egal, was andere davon halten mögen.Ich denke, es wäre wichtig Ziele im Leben zu haben und genau zu wissen, was man will und was nicht. Dann können andere einen nicht mehr so sehr manipulieren. Denn die dominanten, die scheinen immer genau zu wissen, was sie wollen.
@ Divino
Ja, es gibt nur entweder oder: Entweder man ist ein Opfer oder man stellt sich der eigenen Verantwortung und gestaltet mit. Dann kann man es sich allerdings auch nicht mehr in der Opferrolle bequem machen, wo immer die bösen Dominanten an allem schuld sind.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
04.01.2012, 04:19
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Ich bin jetzt nach den Feiertagen und einer schlimmen Erkaeltung wieder halbwegs auf dem Damm...
Danke fuer eure Antworten, sind wirklich interessant. Bevor ich darauf eingehe, mein Mann entschuldigte sich am Morgen nach dem Argument (es waren noch ein paar andere Sachen gefallen), er habe wegen Jobfrust die viertel Flasche Wodka im Kuehlschrank getrunken, bevor ich von der Arbeit kam! Ich habe ueberhaupt nicht gemerkt, dass er betrunken war!
Also echt jetzt.
In einer netten PN teilte mir eine Userin mit, die weiss, dass ich in den USA wohne, ob es vielleicht an der hiesigen Mentalitaet liegt (sprich deutsche Direktheit kommt hier tatsaechlich nicht immer gut an und bei der anderen Partei klingt es dann nach Jammern, was wiederum als Opferartigkeit bewertet wird.) Daran kann, muss ich sagen, schon was dran sein. Ich "psychologisiere" gerne und nehme die Gegenpartei auch mal auseinander, was hier manchmal weniger gut ankommt. Sich offen ueber etwas zu beschweren ist auch nicht so verbreitet.
Dieses Zureucklehnen und Meckern, dass andere mich dominieren, kenne ich allerdings auch von mir - danke dir, Divino, fuer deine klaren Worte!
KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
-
19.01.2012, 17:20Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Naja, die USA sind da soweit ich weiß sehr extrem. Wer keinen gescheiten Job hat, ist selbst Schuld. Jammern und beschweren - du lieber Gott. Recht haben sie schon. Aber es ist schon sehr hart - fressen oder gefressen werden. Was einem wahrscheinlich beim Jammern und Betteln, die anderen sollen doch mal nen Gang zurückschrauben, weil man selber nicht mitkommt oder sich allein gelassen und abgehängt fühlt weniger auffällt ist, dass man ja trotz Jammern und Nölen weiter zurückfällt, weil man ja mit Jammern beschäftigt ist und nicht damit, sich zu verbessern.
Leider gehöre ich auch zu denen, die dieses Muster schwer durchbrechen können, weil sie's von den Eltern so vorgelebt bekommen haben und ich heute noch ein schlechtes Gewissen dabei habe, mir selber was Gutes zu tun...
Wobei es wohl im Grunde nicht darum geht, nicht an sich zu denken, gutes Geld zu verdienen, sich tolle Klamotten zu leisten usw. sondern dass dieses ja zeit- und energieaufwändige Leben eben keinen Platz mehr zulässt für andere Werte wie z. B. sich um die kranken Eltern zu kümmern oder öfter zu Besuch kommen bzw. telefonieren usw. Und so lange man diese emotionalen Geschichten nicht bewältigt... Ich denke Opferrolle heißt z. B. auch gerne mehr wollen und tun dürfen, sich aber aus diversen Gründen nicht trauen und dann anderen Vorwürfe machen, die eben mehr an sich selber denken.
Es mutet bei mir oft so an, dass anderen diese und jene Dinge wichtiger sind und dass sie wenig kompromissbereit sind (oder es kommt mir so vor) und ich mir dann vorkomme, dass man scheinbar gut und gerne auf mich verzichten kann. Da ich selber die Beziehung aber dann halten will, rudere ich dann eben zurück, um ein "Gleichgewicht" herzustellen. So kommt es mir manchmal vor. Dadurch werde ich aber natürlich immer unzufriedener und seltsamerweise auch oft der Partner, obwohl es ja auch nicht ausschaut, da er ja immerhin mehr Spaß und Abenteuer im Leben hat als ich.
Im Falle von Kitty geht es hier aber wohl eher lediglich darum, dass sie sich über viele Dinge beschwert, nur um es mal gesagt zu haben, dann aber nichts ändert. Sei es, weil es letztlich nicht wirklich wichtig war oder warum auch immer. Mein Mann meinte neulich am Buffet im Ausland, als sich eine Frau über Nichtigkeiten beschwert hat oder ein "Das Teewasser ist alle" wie ein Vorwurf geäußert wurde, obwohl sie kurz vor Schluss am Buffet saß - das wäre typisch Deutsch.
Liegt vielleicht auch daran, dass sich in meiner Umgebung, die geschwätzigeren Typen sammeln. Woran das liegt? Keine Ahnung.Du tust ja gerade so, also ob alle Menschen, die schüchtern und ruhiger sind, deswegen die totalen Langweiler wären! Vielleicht solltest Du Dich mal mit ihnen unterhalten, dann würdest Du feststellen, dass sie a) eine Menge interessanter Gesprächsthemen haben können und b) vielleicht sogar etwas mehr aus sich herausgehen, wenn sie sich auf ihrem Terrain sicherer fühlen.
Verstehe schon. Aber "abwerten" tue ich sie doch im Grunde nur, weil ich mich dazu zähle und sehr oft Abwertung von anderen erfahre.So lange Du Dich der gesellschaftlichen Abwertung von introvertierten Menschen anschließt, betreibst Du auch Deine eigene Selbstabwertung!
Liegt vielleicht daran, dass die Dominanten dann auch immer mit so viel Elan und Energie und Zielstrebigkeit bei der Sache sind, sodass ich letztlich gar nicht wirklich dazu komme (oder es eben so empfinde). Die können einen wirklich sehr gut beschäftigen. Klar, die denken von mir natürlich, es ist recht so, da keine große Gegenwehr kommt usw. Das ist natürlich blöd. Aber wenn man die Klappe aufmacht und was sagt, muss man jede Menge Energie einplanen, um sich zu rechtfertigen und wieso nicht und was ich denn so nen Aufstand mache. Sollte ich aber trotzdem öfter tun. Das Thema hatten wir ja auch schon mal.Auch hier scheinst Du nur zwei Alternativen zu kennen: Dich zurückzunehmen oder anderen Deine Interessen aufzuzwingen. Das Ganze kann doch auch ein abwechselndes Spiel sein, wo mal der eine was vorgibt, und dann der andere, und Du bist Teil davon! Und wenn Du mit Menschen zu tun hast, die wirklich nur kompromisslos ihr eigenes Ding durchziehen wollen, dann lass es sie tun – Du musst deswegen noch lange nicht mitmachen. Sie müssen dann selbst sehen, wo sie ihre Unterstützer finden. Dann such Dir lieber andere, die mehr an Teamwork interessiert sind.
Mir fällt es aber extrem schwer selber Vorgaben zu machen und andere dann eventuell mit einzubinden oder auch nicht, da auch hier dasselbe Prinzip gilt. Es wird sich mit reingehängt und schließlich mein Vorhaben dominiert, weil ich es dann nicht gut genug mache, zu langsam oder ganz einfach, weil die entsprechende Person gerne selber die Nase vorn hat dabei. Das ist im Grunde auch nur das Dschungelprinzip. Interessant finde ich immer wieder, dass man auch noch blöd angemacht wird, wenn man sich über solche Dinge beschwert. Und da heißt es dann auch wieder so in etwa: Was willst du Opfer denn überhaupt?
Oder mich noch mehr abgrenzen (auch von unnötigen Arbeitsschritten zu Hause). Selbst mitgestalten (siehe oben). Sonst gebe ich dir vollkommen recht.Und wenn es Dir an eigenen Ideen mangelt – vielleicht solltest Du mal Deine Phantasie stärker entwickeln? Du musst anderen schon was anbieten können, wenn Du nicht immer nur das machen willst, was andere vorgeben, sondern selbst mitgestalten. Das ist noch lange nicht „anderen Deine Interessen aufzwingen“, sondern völlig legitim.
Das ist richtig. Aber das lernen scheint mir nicht so recht zu gelingen. In der Schule habe ich das schon nicht gekonnt, mir einen Lehrstoff anzueignen. Meist habe ich das übers Auswendiglernen geregelt oder einfach nichts gelernt, da ich mir eh nichts wirklich merken konnte. Vielleicht gibt es ja auch Literatur übers Lernen im Internet.Vielleicht solltest Du versuchen, zu lernen, wie man eine Geschichte unterhaltsam strukturiert? Wie man sie in Szene setzt? Das kannst Du Dir auch von anderen abschauen, anstatt Dir nur selbst leid zu tun.
Vielleicht ist mein Arbeitsspeicher aber einfach schon mit den geringfügigsten Dingen im Umgang mit anderen komplett überlastet...
Nicht so leicht. Das bedeutet wirklich jeden Tag damit zu rechnen, andere zu verlieren und alleine zu bleiben.Wenn sie nicht bereit sind, Dir zuzuhören, dann stehst Du auch bitte für ihr Geschwätz nicht mehr zur Verfügung. Aber das traust Du Dich wohl nicht durchzuziehen, weil Du Angst davor hast, dann ohne jemanden dazustehen. Nun, dieses Risiko muss man manchmal eingehen, wenn man will, das andere einen besser behandeln.
Was wie ein Gegensatz wirkt ist, dass ich so misstrauisch bin und mir immer vornehme niemanden zu nah an mich ranzulassen und wenn dann jemand daher kommt, der ein bisschen nett zu mir ist und sich um mich bemüht, auch wenn er mir nur jede Menge Fragen stellt, kann ich das kaum noch umsetzen, so als wäre ich total ausgehungert nach Zuwendung. Woran liegt das nur, dass ich mich so schnell einwickeln lasse und Manipulationen so schlecht erkennen kann?Du hast jedes Recht, allzu neugierigen und/oder tratschsüchtigen Menschen gegenüber zu sagen: „Das ist mir zu persönlich, darüber möchte ich nicht sprechen.“ Du musst das nur durchhalten und Dich nicht weich klopfen lassen. Zur Not gehst Du raus oder ganz weg.
Steht ja auch auf der Wunschliste der Todeskandidaten. Dass man eher mal sein eigenes Leben gelebt hätte anstatt so sehr nach den anderen zu gucken.Allerdings. Und damit Du nicht mehr manipuliert und rumkommandiert wirst, tust Du gut daran, Dir über Deine eigenen Ziele und Interessen klarer zu werden – egal, was andere davon halten mögen.
Ist es nicht auch so, dass man Opfer sein kann, wenn man zuviel Verantwortung übernimmt. Wenn jetzt jemand nur sein Leben genießt, Freundschaften pflegt, Hobbies pflegt, Arbeiten geht und der ganze unattraktive Rest wird dem Partner überlassen, dieser fühlt sich aber verpflichtet und verantwortlich dafür - dann ist der, der sich verantwortlich fühlt aber doch im Grunde das Opfer, oder nicht?@ Divino
Ja, es gibt nur entweder oder: Entweder man ist ein Opfer oder man stellt sich der eigenen Verantwortung und gestaltet mit. Dann kann man es sich allerdings auch nicht mehr in der Opferrolle bequem machen, wo immer die bösen Dominanten an allem schuld sind.
LG
Kuschelchenreloaded
-
20.01.2012, 14:32Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Opfermentalität?
Du kommst mir anders vor. Du hast zB eine Beziehung, die dir nicht gut tat, konsequent beendet und damit ganz anders als ein "Opfer" gehandelt.
Du fragst hier ganz offensiv - gehst die Sache an. All das passt nicht zu einem Opfertyp. Du kannst durchaus die Zügel in die Hand nehmen und es auch so rüberkommen lassen.
Lass dich in nichts reinreden, was nicht da ist.
Vielleicht wirkst du nur wie ein Opfer? Gutgläubig, etwas naiv, beklagst dich öfters, bist auszunutzen...machst andere für deine Lebenssituation verantwortlich oder stellst es so dar.
Solltest du nach Selbstreflektion (und nicht nach dem, was andere so reden) wirklich feststellen, daß Du Opfermentalität hast, dann frag dich selbst, warum das so ist und was du davon hast. (ich meine das ohne jede Aggression) Die Antwort kannst du nur selbst - in dir selbst - finden.
Wir haben alle unsere Einstellungen (die wir ab und zu hinterfragen sollten)...die aber nicht festzementiert sind.
-
20.01.2012, 16:55
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
@ Kuschelchenreloaded
Die sammeln sich da nicht nur einfach. Die sind auch da, weil Du sie nicht entmutigst, soviel zu quatschen! Auch Du gestaltest Deine Umgebung mit! Du könntest ja z.B. auch einfach mal weggehen, wenn Nervköpfe wieder anfangen, das Gespräch an sich zu reißen.Liegt vielleicht auch daran, dass sich in meiner Umgebung, die geschwätzigeren Typen sammeln. Woran das liegt? Keine Ahnung.
Dann wird es Zeit, dass Du der Ablehnung der anderen keine weitere Deinerseits dazu fügst, sondern ihnen ein anderes Selbstverständnis entgegen setzt! Introvertierte Menschen sind wichtig!Verstehe schon. Aber "abwerten" tue ich sie doch im Grunde nur, weil ich mich dazu zähle und sehr oft Abwertung von anderen erfahre.
Einer hat sogar mal die Welt gerettet. Es war ein sowjetischer Offizier in den 80er Jahren, der auf seinem Flugüberwachungsschirm scheinbar ein paar US-Interkontinentalraketen auf die UdSSR zukommen sah. Er hat sich dazu entschlossen, erst mal nichts zu tun, anstatt den roten Knopf zum Gegenschlag zu drücken – und damit die Verbannung nach Sibirien riskiert. Es hat sich schließlich rausgestellt, dass es nur ungünstig beleuchtete Wolken waren …
Wäre da ein aktionistischer Extrovertierter gesessen, würden wir heute hier nicht mehr schreiben.Niemand sagt, dass Du auf demselben Level gegenhalten musst. Es gibt Menschen, die äußern sich in leiseren Tönen, aber jeder hört auf sie, weil das, was sie zu sagen haben, Hand und Fuß hat. Du könntest zu diesen Menschen gehören, wenn Du ein bisschen mehr von Dir selbst halten würdest ...Liegt vielleicht daran, dass die Dominanten dann auch immer mit so viel Elan und Energie und Zielstrebigkeit bei der Sache sind, sodass ich letztlich gar nicht wirklich dazu komme (oder es eben so empfinde). Die können einen wirklich sehr gut beschäftigen. Klar, die denken von mir natürlich, es ist recht so, da keine große Gegenwehr kommt usw. Das ist natürlich blöd. Aber wenn man die Klappe aufmacht und was sagt, muss man jede Menge Energie einplanen, um sich zu rechtfertigen und wieso nicht und was ich denn so nen Aufstand mache. Sollte ich aber trotzdem öfter tun. Das Thema hatten wir ja auch schon mal.
Warum lässt Du Dir die Dinge so aus der Hand nehmen? Warum verteidigst Du Deine Projekte nicht?Mir fällt es aber extrem schwer selber Vorgaben zu machen und andere dann eventuell mit einzubinden oder auch nicht, da auch hier dasselbe Prinzip gilt. Es wird sich mit reingehängt und schließlich mein Vorhaben dominiert, weil ich es dann nicht gut genug mache, zu langsam oder ganz einfach, weil die entsprechende Person gerne selber die Nase vorn hat dabei. Das ist im Grunde auch nur das Dschungelprinzip. Interessant finde ich immer wieder, dass man auch noch blöd angemacht wird, wenn man sich über solche Dinge beschwert. Und da heißt es dann auch wieder so in etwa: Was willst du Opfer denn überhaupt?Schon mal was von Eselsbrücken gehört? Für sowas gibt es Lerntechniken.Das ist richtig. Aber das lernen scheint mir nicht so recht zu gelingen. In der Schule habe ich das schon nicht gekonnt, mir einen Lehrstoff anzueignen. Meist habe ich das übers Auswendiglernen geregelt oder einfach nichts gelernt, da ich mir eh nichts wirklich merken konnte. Vielleicht gibt es ja auch Literatur übers Lernen im Internet.Was sind das für Leute, die Du verlierst? Doch nur welche, die Dich klein machen und an Dir rummeckern. Sind die so wichtig? Wie wäre es, wenn Du mal Platz schaffst für ein paar andere Menschen in Deinem Leben?Nicht so leicht. Das bedeutet wirklich jeden Tag damit zu rechnen, andere zu verlieren und alleine zu bleiben.Du hast eine zu schlechte Meinung von Dir. Du bist dankbar für jeden Brösel, den man Dir hinwirft. Und deshalb machst Du auch keinen Unterschied zwischen unangebrachter Neugierde und Einmischung einerseits und echter Zuwendung andererseits.Was wie ein Gegensatz wirkt ist, dass ich so misstrauisch bin und mir immer vornehme niemanden zu nah an mich ranzulassen und wenn dann jemand daher kommt, der ein bisschen nett zu mir ist und sich um mich bemüht, auch wenn er mir nur jede Menge Fragen stellt, kann ich das kaum noch umsetzen, so als wäre ich total ausgehungert nach Zuwendung. Woran liegt das nur, dass ich mich so schnell einwickeln lasse und Manipulationen so schlecht erkennen kann?Ja, aber dann ist man Opfer seiner eigenen Bereitschaft, sich zuviel Verantwortung aufzuladen. Auch hier hat man es selbst in der Hand, Grenzen zu ziehen.Ist es nicht auch so, dass man Opfer sein kann, wenn man zuviel Verantwortung übernimmt.
Bei Dir fällt mir auf, dass Du auf jeden Tipp ein „Ja, aber“ hast. Das wirkt auf mich so, als ob auch Du im Grunde nur jammern willst. Auch Du willst im Grunde nichts verändern müssen, sondern lieber weiter das Opfer einer ungerechten Umgebung sein, die Dich ständig dominiert. Du nutzt Deine eigene Schwäche immer wieder als Ausrede, um nichts anders machen zu müssen. So kommst Du natürlich nicht weiter. Du hast sehr viele Widerstände, und ich fürchte, Du wirst ohne Psychotherapie nicht weiter kommen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!



Zitieren

