@ lalunanubia
"Verantwortung" ist ein schweres Wort, auch wenn es im Grunde zutrifft.
"Wahlfreiheit" klingt schon besser, aber diese Wahlfreiheit, vor allem die Freiheit, auch mal nein zu sagen und etwas anders als bisher zu machen, die muss man für sich erst einmal sehen können. Wer sie nicht sieht, nutzt sie natürlich auch nicht.
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22.12.2011, 12:37
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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22.12.2011, 12:51
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Sich als Opfer fühlen - das kennt jeder aus seiner Kindheit, weil man da noch nicht entscheidungs- und verantwortungsfähig ist. Von daher ist diese Haltung auch im Erwachsenenalter jederzeit abrufbar, also ein vertrautes Muster.
Worum geht es denn genau, kitty?
Ich hatte eine Freundin mit ganz ausgesprochener Opfermentalität, und damit hat sie mich sehr verärgert. Sie hat sich mir gegenüber ganz ausgesprochen blöd verhalten. Ich habe sie dann zur Rede gestellt, und prompt fiel sie auch hier in die Opferrolle und kehrte den Spieß um, so dass ich mit meiner völlig berechtigten Forderung hinterher dastand wie eine Person, die völlig egoistische, hartherzige Ansprüche stellt. - Falls Dir die Außenperspektive irgendwie weiterhilft, würde ich auch näher ausführen, wie dieser Mechanismus bei ihr funktioniert.
Grüße!
Massashi
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22.12.2011, 15:16Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Ich habe auf die Wahlfreiheit hingewiesen, damit sie ins Bewusstsein rückt.
Immer wieder innehalten und sich selber fragen was läuft da in mir ab, welches Muster, welches Programm, stimmt meine Wahrnehmung, wie möchte ich damit umgehen.
Eigenverantwortung ist gar nicht schwer finde ich, denn sie macht frei. Wenn jeder seine "Hausaufgaben" kennt und macht wird das Leben leichter und entspannter.
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22.12.2011, 15:34Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Das ist ja spannend, nach zweieinhalb Jahren sich noch mal ein Thema anzuschauen.
Mich würde auch interessieren, wie der aktuelle Bezug ist. Und was Du in der Zwischenzeit mit den Anregungen aus der Diskussion hier gemacht hast.
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22.12.2011, 16:12
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23.12.2011, 12:31Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Hallo!
Ja, das ist ein Problem, auch für mich. Mit schüchterenen, ruhigeren kann ich dann gar nicht sooo viel anfangen, weil ich selber ja bereits diese Rolle inne habe. Wenn dann zwei von dieser Sorte aufeinandertreffen - na, was soll dabei rumkommen? Gibt aber auch gesprächige ruhigere Typen, oder?Auch gehört dazu, sich mal die Leute anzuschauen, mit denen man sich freiwillig umgibt.
Wenn das lauter dominante Persönlichkeiten sind, hat man als Nichtmehr-Opfer natürlich einen schwereren Stand. Man kann sich dann auch mal bewußt Menschen aussuchen, die nicht so dominant sind, z.B. ruhigere, schüchterne, wo man selbst mehr gestalten muss.
Ich halte mich selber schwer zurück, da ich selber es oft als unangenehm empfinde, wenn ich durch andere dominiert werde. Oft kommt dann erst hinterher die Unzufriedenheit, da die anderen gemacht und gestaltet haben und ich mitgemacht habe aufgrund mangelnder eigener Ideen. Ich möchte aber auch keinem meine Interessen aufzwingen. Meist wollen die Leute dann eben auch lieber ihr eigenes Ding durchziehen. Da lande ich dann meistens und fühle mich letztlich nicht wirklich wahrgenommen und wohl. Das wiederum verstärkt dann meinen Rückzug nur noch mehr.
Bei uns war es so, dass mein Vater sehr dominant gewesen ist. Meine ältere Schwester war dann die aufmüpfige, die sich das nicht gefallen lassen wollte, die quasi Grenzen gezogen hat. Mit 18 ist die zu Hause ausgezogen. Und ich habe dann den anderen Weg gewählt. Da wieder rauszukommen ist immens schwer. Dann habe ich noch ein Trauma in der Kindheit erlitten, mit dem ich allein gelassen wurde. Ich habe das wohl auch nie verarbeitet und bin aus dieser Opferrolle bis heute nicht so richtig rausgekommen.
Ist auf jeden Fall so, dass mir richtig dominante Personen unangenehm auffallen. Man hat den Eindruck, dass ihnen die Menschen wurschd sind, mit denen sie zu tun haben und fragt sich, was das für einen Sinn macht. Vielleicht ist es auch so, dass es bei uns auch schon in der vorherigen Generation viel viel Streit und Stress gab und das auch in der Schwiegerfamilie so ist, seitdem mein Schwager eine neue Freundin hat, die sich nicht überall reinreden lassen will. Ich war dagegen das perfekte Opferlämmchen. Keine Widerworte, immer nett, vieles über sich ergehen lassend, wo andere denken, nee danke. Ich seh's ja nun wieder an meinem Schwager und Freundin. Da gibt es nur Stress. Und jeder kotzt sich dann bei uns über den jeweils anderen aus. Das nervt ohne Ende. Aber auch hier ist an eine Trennung nicht zu denken. Lieber wird gestritten bis aufs Messer. Die sind das alle so gewohnt. Die hatten eine blöde Kindheit und sind das so gewohnt, dass sie kämpfen müssen. Als Kind kann man nicht einfach mal so von zu Hause ausziehen. Und alle haben sie ihre blinden Flecken und sehen immer nur die Fehler der anderen *seufz*.
Ich bin gespannt auf Weihnachten. Am Heiligabend wäre ich lieber zu Hause geblieben. Naja, was soll's auch. Bin gespannt, ob's wieder Stress gibt. Lust habe ich darauf keine und manchmal denke ich man sollte einfach nirgendwo mehr hinfahren und keinen Fuß mehr aus der Tür setzen...
Liegt das vielleicht auch daran, dass die eigene Familie nicht so gut zusammen hält und man das Gefühl hat, nicht wirklich emotional gut versorgt zu sein und sich nicht auf die anderen verlassen kann, wenn man ein Problem hat. Keiner hat Zeit, alle sind im Stress usw. Lässt man sich dann von Fremden mehr gefallen? Oder ist das auch egal.
Mittlerweile geht mir das aber auch ganz schön auf den Keks, wenn ich ständig nur zugetextet werde und die Leute keinen Nerv haben, sich mein Gespräch anzuhören. Ich bin da extrem ungeschickt und kann leider gar nicht gut erzählen. Woher auch? Wenn man immer nur zu Hause allein hockt und in Gesprächen mit anderen immer nur nett gelächelt hat.
Ein anderer Punkt ist der, dass ich Angst davor habe, andere an meinem Leben teilhaben zu lassen. Viele Menschen sind mir da auch ziemlich distanzlos. Oder sie wollen was über mich wissen und dann wird bei der nächsten Kaffeerunde darüber gelästert o. ä. So schlagfertig bin ich dann auch nicht, dass ich mich entsprechend abgrenzen kann, wenn's mir zu privat wird, ohne den anderen vor den Kopf zu hauen.
Liebe TE, ich frage mich warum dir alle diese Opfermentalität vor Augen führen. Wenn man erstmal in dieser Schublade drin hockt.... Ganz bitterböse ist, dass man es oft einfach nicht merkt, wenn man sich wieder so oder so verhält. Man sieht es einfach nicht. Daher ist es oft nicht einfach, sein Verhalten zu ändern
Ich denke, es wäre wichtig Ziele im Leben zu haben und genau zu wissen, was man will und was nicht. Dann können andere einen nicht mehr so sehr manipulieren. Denn die dominanten, die scheinen immer genau zu wissen, was sie wollen. Jemand, der andere auf der Arbeit rumkommandiert, der möchte selber nicht gerne viel arbeiten usw. Manchmal träume ich davon, eine Führungsposition zu bekleiden. Da ist man dann zwar irgendwie allein im "Team", aber irgendwie bin ich das so doch auch.
LG
Kuschelchenreloaded
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23.12.2011, 12:33Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Ein wenig Verantwortung hat die Außenwelt aber auch verdient, finde ich. Denn das wär' ja dasselbe in Grün. Die anderen können nie was für irgendwas. Finde ich so auch nicht richtig.Ich sage dazu nur Verantwortung übernehmen für sein eigenes Denken, Handeln und Fühlen. Man hat immer die Wahlfreiheit wie man Dinge aufnimmt, wie man damit umgeht. Niemand im Außen ist daran schuld.
Aber ich verstehe schon, wie's im Grunde gemeint ist.
LG
Kuschelchenreloaded
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23.12.2011, 12:39Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Ich habe immer mehr den Eindruck, dass es immer weniger Miteinander gibt eben aus diesem Grunde, dass die Leute lieber ihre eigenen Vorstellungen durchdrücken möchte und das funktioniert im Miteinander nicht. Ich bin eigentlich immer diejenige, die dann zurücksteckt, weil sie keinen Streit haben möchte. Denk' mir dann oft, viele Wege führen nach Rom. Warum soll ich mich jetzt darüber streiten, ob man jetzt diesen oder jenen Weg wählt. Dafür bin ich dann oft froh, wenn ich wieder zu Hause bin und mit mir allein bin.
Das ist wohl nicht ganz richtig. Aber es liegt wohl daran, dass ich generell sehr enttäuscht bin über die Menschen in unserem Lande. Dass Besitztümer wichtiger sind als Freundschaft und sie ihr Heil in Markenklamotten und schicken Häusern usw suchen und dich jederzeit dafür verraten und verkaufen würden.
LG
Kuschelchenreloaded
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23.12.2011, 21:04
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Hallo und danke für eure interessanten Antworten.
Ich bin total in den Weihnachtsstress gekommen und werde den Strang erst nach den Feiertagen weiterführen können.
Bis dahin und an alle Schöne Weihnachten!
KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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23.12.2011, 21:35


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