Das sehe ich anders. Deine Anmerkungen, bella_bee, hat die TE ja gar nicht angeführt. Ich finde, dass gute Freunde genau deswegen gute Freunde sind, weil sie auch mal sagen dürfen: "Hallo, da übersiehst du was. Darüber denk doch mal nach. Ich erlebe dich so..." Klar: Da macht der Ton die Musik. Aber ich habe Freunde nicht (nur), um im Weichspüler zu schwimmen. Kontrovers diskutieren können, ohne dass gleich die Freundschaft in Frage gestellt wird, ist ein echtes Qualitätsmerkmal. Grenzüberschreitend wird es erst dann, wenn solche Anmerkungen darauf abzielen, den anderen abzuwerten. Kitty beschreibt ja auch die Gefahr, an FreundInnen zu geraten, die grenzverletzend sind. Ich verstehe das Posting aber nicht so, als ob die Bemerkungen nur von diesen Menschen ausgehen, sondern sie grundsätzlich aufgrund unterschiedlicher Rückmeldungen das Thema "Opfermentalität" andenkt. Völlig legitim.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 57
-
30.06.2009, 09:58Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
-
30.06.2009, 10:24Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
-
30.06.2009, 10:29
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Hello Kitty
Mir fällt noch etwas anderes bei dem Stichwort "Opfermentalität" ein: Die meisten Menschen würden lieber Opfer als Täter sein, weil man daraus eine Art "Gewinn" ziehen kann. Man ist das arme Opfer, die anderen müssen sich um Opfer kümmern, man kann doch mit einem gebrochenen Bein keine Leistung bringen, etc. Manche Menschen begeben sich nach meiner Beobachtung wegen dieses "Gewinns" immer wieder in diese Opferrolle... vielleicht, weil sie es sich sonst nicht zutrauen, diese Zuwendung von anderen zu bekommen?
Ich weiss natürlich nicht, ob das für dich relevant ist, aber du hattest ja gefragt...
Viele Grüsse
annapaulemaxThe aim of life is to live, and to live means to be aware, joyously, drunkenly, serenely, divinely aware (Henry Miller)
▬|████|▬
-
30.06.2009, 11:32Inaktiver User
-
30.06.2009, 13:03Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Das beobachte ich auch.
Es gibt einen besonders fiesen Kern innerhalb dieser Gruppe, und das sind die, die gleichzeitig anderen Menschen, die sich freiwillig und gern in die Täterrolle begeben, jegliche Zuwendung verweigern und im Gegenteil, sogar angreifen - ob des Täterseins.
Ich habe mit Menschen in der Opferrolle sehr große Probleme.
-
30.06.2009, 16:36Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
uiuiui
sehr vertrickst, aber so sie die gruppendynamik.
Liebe TE, verhälst du dich denn außerhalb deines Freundeskreises z.B anders?
Könnten es denn gewisse Mechaniken innerhalb des Freundeskreises sein, die dich immer wieder diese Opferrolle hineinbringen?
Nehmen wir mal an du würdest einen Gewinn daraus ziehen und nciht wie jetzt, wo dir deine Freunde ja die Zuneigung eher im Sinne von Spieglevohaltung machen.
Ist Emotionale Erpressung eine Art von Opfermentalität?
Damit meine ich jetzt nicht dich TE
-
30.06.2009, 16:54
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Ja, ich denke schon. Zumindest passt sie gut in den Kontext.
Eine meiner Freundinnen (eigentlich eher eine sehr alte Bekannte) hat eine schlimme Schmerzkrankheit und Depressionen. Beides wird mit diversen Therapien bekämpft, die sie aber nur sporadisch voll ausnutzt. Lieber werden weniger Schmerztabletten genommen und die Therapie abgebrochen, weil sie denkt, es geht schon so... geht es aber nicht. Gar nicht. Und dann leidet sie, und jammert. Und es geht keinen Schritt voran.
Hört sich jetzt böse an, ist es aber nicht. Ich versuche seit 2 Jahren, Händchen zu halten und Mut zu machen, habe aber vor kurzem kapituliert.
Mein Versuch, ihr klar zu machen, dass sie sich in ihrer Opfer-Rolle ("Alle meinen es schlecht mit mir" - "Immer geht es mir so schlecht" - "Warum bin ausgerechnet ich so krank" - "Dieses und jenes kann ich nicht") bequem eingerichtet hat und damit eine gleichberechtigte Freundschaft auf Augenhöhe fast unmöglich macht, ist in einem Fiasko geendet.
Wie gehabt, ist sie das arme Haschi und jetzt bin ich die Böse. Jeder Versuch meinerseits, ihr zu verdeutlichen, dass ich das nicht gesagt habe, um sie zu verletzen, sondern um ihr aus dem Jammertal zu helfen, verpufften ungehört.
Und es ist nicht so, als würde ich das nicht auch selber kennen!
Sie leidet. Und fertig.
Das ist extreme emotionale Erpressung, der ich mich allerdings konsequent entzogen habe.
Schade eigentlich.
-
30.06.2009, 17:02Inaktiver User
-
30.06.2009, 18:11Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Ich kenne das auch.
Hatte mal eine Beziehung mit einem der jedem Lösungsvorschlag konsequent ignoriert hat und nur darauf gepocht hat, wie dreckig es ihm geht.
Zeichen von Veränderung: null.
Das habe ich auch nur eineinhalb Jahre durchgehalten und habe mich am Schluss auch erpresst gefühlt, da er jedes Mal, wenn ich eine Grenze gezogen habe, fast mit Nervenzusammenbruch gedroht hat.
Mir tat es unglaublich leid, aber leider hat sihc erst etwas verändert, als ihn innerhalb von 5 Jahren mehrere Leute gesagt haben, dass er Vorschläge auch annehmen könnte anstatt sie als persönlichen Angriff zu werten.
Jetzt ist er auf dem Weg zur Besserung -Gott sei Dank!!!
-
30.06.2009, 18:21Inaktiver User
AW: Opfer-Mentalität - wie rauskommen?
Manchmal aber nur manchmal und in krassen Fällen, glaube ich ist das der Fall. Ein einfacher Weg um an sein Ziel zu kommen.
mal ganz böse formuliert
Dieser Weg ist in der Spieltheorie charakterisiert, letztendlich aber auch legitimisiert. Wenn eine Person, keine Zugmöglichkeit mehr hat (z.B.: bei Verhandlungen) setzt er seinen Stolz ein, was durchaus gut ist, und ihn retten kann.
Durch Entzug aus der rationalen Spielregeln, zwingt er die anderen sich auf neue Spielregeln einzulassen in denen er wieder Vorteile hat.
Allerdings muss ich sagen, habe ich damals als ich das Buch über Spieltheorie gelesen habe, fast Paranoia bekommen. Nicht zu empfehlen



Zitieren

