Kennt ihr das auch?
Der Tag liegt vor euch, eine Menge Zeit, ich überlege, was es zu tun gibt und plane gar nicht mal sooo eng. Und dann gehts los - und schwups, ist die Zeit um, nur die Hälfte geschafft, die andere Hälfte macht Druck. Ein Gefühl. ständig aktiv sein zu müssen, bemächtigt sich.
Gestern mittag lag mein Süßer, erschöpft vom Zeitungslesen, in meinem Arm. Ich ertappte mich bei folgendem Gedankengang: "...hmmmm... eigentlich würde ich ihm jetzt gerne an die Wäsche gehen... wäre das klasse!... hmmm... aber dann würde mein ganzer Zeitplan durcheinander geraten, ich wollte noch dies und das und das auch noch... ach nein!"
Eigentlich kann ich ganz gut einschätzen, wieviel Zeit ich für etwas einplanen muss. Dann kommt manchmal was dazwischen, ich erreiche jemanden nicht, ein schwierig zu planender Termin wird wegen Krankheit abgesagt und muss nachgeholt werden uws. . Und dennoch wird in letzter Zeit das Gefühl übermächtig, dass es immer was zu tun gibt, jede Viertelstunde Lesen hinterlässt schon ein schlechtes Gewissen. So will ich das eigentlich nicht! Ändert sich das Zeitgefühl mit steigendem Alter? Klappts mit dem Zeitmanagement nicht?
Wie erlebt ihr das? Wie geht ihr damit um?
Ach ja, gestern hat der Verstand dann doch gesiegt - und wir hatten Spaß im Bett... ;-)
Liebe Grüße - und einen guten Wocheneinstieg!
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21.06.2009, 20:49Inaktiver User
Time flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
Geändert von Inaktiver User (22.06.2009 um 10:06 Uhr) Grund: Da war auf einmal Text verschwunden! :-(((
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22.06.2009, 10:56
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
Den Satz fand ich klasse - "normalerweise" würde jeder sagen, es ist eher das Bauchgefühl, dass Euch dann doch ins Bett getrieben hat!
Ansonsten: Das Gefühl, das Du beschreibst, kenne ich auch. Und kann ebenfalls nicht recht damit umgehen. Ich bin deshalb sehr gespannt auf weitere Äußerungen hier.
Wintersonne
Ein echte Begegnung kann in einem einzigen Augenblick geschehen. Anais Nin
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22.06.2009, 14:45Inaktiver User
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
Liebe Wintersonne,
ja, das war schon bewusst gewählt
- weil ich das Gefühl habe, dass es gerade NICHT vernünftig sein kann, so etwas Wichtiges wie spontanen Sex "weg-zu-planen"!
Aber es bleibt dabei: Irgendwie ist die Zeit nie ausreichend für all das, was ich auch nur Alltagsbewältigung nenne! Und dieser Druck, den ich dadurch erlebe, ist purer Streß...
Kann doch so nicht sein... oder?
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22.06.2009, 14:49Inaktiver User
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
Im übrigen bin ich garantiert kein Putzteufel. Auch der Garten ist nicht besonders anspruchsvoll. Aber die Anzahl der Wollmäuse pro Quadratmeter sollte schon die Anzahl der Hausbewohner nicht übersteigen, der Rasen keine Versteckmöglichkeiten für Tiger oder Einbrecher bieten.
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22.06.2009, 15:26
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
hallo!
der thread könnte von mir stammen
ich bin auch nur am "wuseln". zugegeben verbringe ich oft zu viel zeit am pc. diese informationsflut erschlägt mich quasi, und ich kann, wie bei allen anderen aufgaben, ganz schlecht einschätzen, wann ist es denn auch mal genug... z. b. saubermachen. reicht es alle 14 tage natz durchzuputzen oder "muss" es einmal die woche sein, obwohl es doch noch ganz gut aussieht?
wie planst du denn deine tage so durch? das würde mich mal interessieren. planst du projekte in kleinen schritten? so hättest du vielleicht einen sinnvollen plan für deine tätigkeiten. also dass du halt nicht zu viel auf einmal erledigst, dich schrittweise deinem ziel näherst. kleine schritte, so dass auch im alltag noch genug zeit zum atmen bleibt. ich habe gelesen, dass man höchsten 50 % seiner zeit am tag verplanen sollte. der rest sollte für unangemeldete dinge reserviert sein. z. b. ruft ja doch ab und an jemand an, der nicht eingeplant war, es steht jemand vor der tür, ein plausch mit der nachbarin, die man grad getroffen hat, der partner, der grad auf dem präsentierteller liegt. oft genug kriegt mein mann einen anraunzer, wenn er kuscheln will, und ich grad im stress bin und im kopf habe, ich muss dies und jenes noch erledigen. es ist wohl so, wenn man den tag so planen würde, dass man z. b. um 18 uhr feierabend hätte, dann kann man diese tätigkeiten nicht einfach hintendran klatschen. der anrufer ruft halt um 15 uhr an. die lust auf den partner hat man vielleicht grad um 16 uhr und nicht um 19 uhr.
es ist nicht alles planbar im leben! wichtig ist, denke ich, dass man sich nicht zu viel vornimmt, seine tätigkeiten gut einschätzen kann, wieviel zeit sie in anspruch nehmen.
ich habe auch das riesen problem, dass ich einfach gerne sooo viel machen würde im leben. und ich kann es einfach nicht akzeptieren, dass, wenn ich mich für entscheide, die projekte y und z voranzutreiben, dass ich dann keine zeit und energie mehr habe für projekte a - x . und das frustriert mich. ich fange dadurch tausend sachen an und bringen nichts zu ende. auch habe ich halt nie wirklich feierabend und das gefühl genug getan zu haben.
auch freizeitbeschäftigungen sollten eingeplant werden. sonst wurschdeld man nur so vor sich hin und mit freizeitgestaltung wird's wieder nix.
ich kriege das mit diesem timemanagement leider immer noch nicht hin. aber ich habe die erfahrung gemacht, dass am abend vorher, den tag planen ein wenig dabei hilft, sich nicht so zu verzetteln. es tut auch gut, die sachen dann abzuhaken und dass man am ende des tages auf dem schriftblatt erkennen kann, was man alles erledigt hat. viele dinge vergisst man einfach, dass man sie erledigt hat, wenn man sich nichts aufschreibt. geht mir zumindest so.
leider halte ich mich zu selten an diese vorgaben. das ist auch ein riesen problem bei mir. daher habe ich sehr viel frust und nix erreicht in meinem leben, obwohl bereits anfang 30. andere haben bis dahin schon kinder, sich im beruf etabliert, ein haus gebaut etc. ich hab' weder das eine noch das andere. das macht mich richtig traurig. aber ich schaff's auch ganz schwer, die kurve zu kriegen. es ist halt schwierig, sich einen plan zu erarbeiten, wenn man nicht weiß, was man will und erreichen könnte.
liebe grüße
SweetTiger
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22.06.2009, 16:10Inaktiver User
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
keine Ahnung, ob's euch hilft (weil's oft um berufliche Sachen ging), aber vielleicht ist ja der eine oder andere Tip dabei:
Ich hatte mal ein Zeitmanagement-Seminar, Kernpunkte waren:
* Aufgaben bündeln. Emails alle 3 Stunden für 20 Minuten checken, anstatt jede neue Mail gleich zu lesen und zu beantworten. Bügeln 1x pro Woche, anstatt immer, wenn Wäsche fertig ist
* Delegieren. Hemden bügeln kann auch die Reinigung, Putzen eine Haushaltshilfe.
* Priorisieren - und demgemäß abarbeiten (Koffer packen für die Geschäftsreise ist Wichtiger als nochmal eben die CDs zu sortieren).
* Arbeits-Zeit schaffen. Jeden Tag von 9-11 (oder wann immer) wird konzentriert und ohne Störung durchgearbeitet, wer anruft/vorbeikommt/..., wird mit Hinweis auf Konzentrationsphase rausgeschmissen und für später eingeladen.
* nach Leistungsphasen arbeiten. Wer morgens gut denkt, macht da strategische Aufgaben - und liest nachm Mittagessen auf Rechtschreibfehler Korrektur. Wer abends gern kreativ ist, macht da noch schnell das Layout.
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22.06.2009, 21:48Inaktiver User
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
Hallo Sweettiger,
so genau benannt habe ich mir meine Aufgaben nicht. Aber Dinge wie Großeinkauf, Aufräumen, Bügeln etc. fallen naturgemäß (mein Partner und ich sind voll berufstätig und eher 50 als 40 Stunden/Woche beschäftigt) ins Wochenende. Und ja, irgendwie habe ich da so ein paar Grundvorstellungen... da muss nicht immer das Gästezimmer gewischt werden, aber das Bad gründlich durchputzen schon.
Tanguera, ein paar Dinge von dem, was Du genannt hast, kann ich sicherlich noch mal genauer beherzigen. Ab Herbst werden wir wahrscheinlich auch eine Reinigungskraft einstellen, die wenigstens die Grundreinigung (Böden putzen und Bad putzen) übernimmt. Und im Job muss ich das Delegieren noch etwas besser üben.
Allerdings habe ich im Job auch einige Vorgaben, z.B. sehr viele Termine. Die 50:50-Regel, die Sweettiger einbringt, könnte ich hier niemals einhalten! Daher rührt auch viel Streß. Ich bin noch nicht mal bei 80:20... Und die 20 müssen fest verplant werden für Berichte, Telefonate etc. .
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Ist es Euch denn möglich, zum Beispiel mal einen freien Tag/Wochenende einfach nur die Zeit fließen zu lassen und mit dem zu verbringen, worauf ihr spontan Lust hättet? Würde mir heute mitgeteilt, dass mein Büro abgebrannt ist und ich erst übermorgen einen Ersatz bekäme, wäre mein morgiger Tag dennoch voll... Ich habe schon seit Jahren ein anstrengendes Arbeitsfeld, doch erst seit einiger Zeit kommt das Gefühl dazu, sehr wenig Zeit für Muße zu haben...
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23.06.2009, 09:54Inaktiver User
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
Das wird dich/euch sicherlich entlasten. Sieh's so: 30€ sind für drei Stunden ungestörtes Zusammensein mit dem Partner/Entspann-Zeit für dich selbst nicht sonderlich viel. Und wenn ihr beide anstrengende Jobs habt, ist das Geld, das ihr damit verdient, mit "etwas für euch" (was durchaus auch Alltagsunterstützung ist) gut angelegt.
(und ja, ich knabber da auch dran - Putzhilfe habe ich gerne, aber dem Süßen seine Hemden tät ich am liebsten höchstpersönlcih bügeln, jedesmal... da muss ich auch mit mir kämpfen).
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23.06.2009, 10:21
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
Hallo Nancissima,
ich habe gerade das Buch "Die 4-Stunden-Woche" von Timothy Ferris gelesen (ja, vier STUNDEN, nicht vier TAGE). Und auch wenn sich - wie immer bei solchen Büchern - längst nicht alles eins zu eins umsetzen lässt, sind schon einige interessante Denkanstöße drin.
Ich bin davon überzeugt, dass wir ziemlich viel Ballast an Aufgaben mit uns rumschleppen und eine Menge problemlos wegfallen könnte, wenn man nur konsequent genug wäre. Er beantwortet seine Mails z.B. nur noch einmal wöchentlich und weist per Autoreply darauf hin und darauf, dass man ihn in dringenden Fällen auch telefonisch erreichen könnte. In den meisten Fällen ist es aber gar nicht so dringend. Gut, wöchentlich ist vielleicht etwas extrem, aber alle zwei Tage halte ich für absolut realistisch. Ebenso rät er dazu, Meetings ganz radikal zusammenzustreichen. Und ich wenn ich überlege, wie oft ich an Besprechungen oder Telefonkonferenzen teilnehme, wo ich rein gar nichts Konstruktives beizutragen habe, bin ich auch überzeugt, dass sich da viel Zeit einsparen lässt. Ggf. muss man dem Chef gegenüber argumentieren.
Und ja, ich kann völlig problemlos einen Tag ganz nach Belieben vertrödeln und mach das sogar ziemlich regelmäßig. Welche drei Millionen Pflichten halten Dich denn davon ab? Und sind die wirklich alle so dringend und wichtig?
Sämtliche Putz- und ggf. auch Bügelarbeiten würde ich delegieren, bevor sie mir das Wochenende verderben. Was muss man aufräumen, wenn man eh den ganzen Tag nicht zu Hause ist? Bei mir entsteht gar nicht erst viel Unordnung.
Ich glaube, viel Stress entsteht einfach dadurch, dass man das Leben als einzige Abfolge von to-dos wahrnimmt und das Gefühl hat, erst entspannen zu können und zu dürfen, wenn man alle abgearbeitet hat. Das wird aber nie der Fall sein, und deshalb kann man sich auch zwischendurch problemlos mal kürzere Auszeiten gönnen.
Ich denke z.B. nie "jetzt muss ich auch noch die Wäsche aufhängen", sondern immer "jetzt häng ich noch schnell die Wäsche auf, und dann hab ich frei". Das hilft schon sehr, die alltäglichen Dinge nicht als Stress, sondern als kleine das-mach-ich-jetzt-noch-eben-schnell-Einheiten zu betrachten. Aber dann ist auch Ruhe und Erholung angesagt.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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23.06.2009, 18:22Inaktiver User
AW: Times flows - und wird manchmal ein reißender Fluß
Wenn das nun alle Leute so machen würden, dass sie nur einmal in der Woche ihre E-Mail checken - schönen Dank. Dann kann man auf diesen Kommunikationsweg auch gleich verzichten, und dann geht der Telefonstress wieder los. Und der stört bei der trauten Zweisamkeit doch am allermeisten. Man könnte den Anrufbeantworter benutzen und das Katz-und-Maus-Spiel endlos weiter treiben. Dann kriegt man seine Liste gar nicht mehr abgearbeitet.
Mittlerweile reagiere ich auch allergisch, wenn ich immer wieder hören und lesen muss, dass man 'delegieren' soll. An wen denn? Ich finde, wenn man nicht mal mehr Zeit hat, seine T-Shirts zusammenzulegen und einmal die Woche den Staubsauger zu schwingen, dann macht man doch etwas falsch. Was soll das denn für einen Sinn haben, sich beruflich zu verausgaben und den Rest seines Lebens an andere weiterzugeben? Ich habe gar keine Lust, andere für mich kochen, putzen oder bügeln zu lassen. Und ich schaffe das auch so, trotz 2 Kindern und Job.
Was die TE ja auch mehr stört als dass die Arbeit nun mal da ist, sind doch die Gedanken an sie. Das ist aber keine Frage des Zeitmanagements sondern des bewussten Abschaltens.
Den Stapel Stapel sein lassen. Der rennt nicht weg.
Das ist natürlich je nach Arbeitsbelastung nicht so einfach, kann man aber üben. Muss man üben. Der Stapel Unerledigtes ist nie so leer, dass man sich wochenlang drauf ausruhen kann.


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