hallo mal wieder,
super, dass - und wie! - du die dinge anpackst.
zu deiner akuten frage: bauch, bauch, bauch. bitte tu dir den gefallen und gehe NICHT zu einem therapeuten, bei dem du ein wie auch immer geartetes unwohlsein verspürst - auch wenn du glaubst, der täte dir vielleicht gut, weil er dich konfrontiert, hart rannimmt, was auch immer. ich halte das für zu gefährlich. dann lieber warten...
ich weiß auch für mich, dass ich - obwohl ich in der regel "spontan" sehr viel besser mit männern klarkomme - nie im leben zu einem männlichen therapeuten gehen würde. ich "brauche" die weibliche perspektive, sonst fühle ich mich nicht verstanden, bzw. unterstelle komisches zeug.
viel erfolg beim auf-den-weg-finden!
b
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09.07.2009, 12:39Inaktiver User
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
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09.07.2009, 15:44
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
Hallo,
Naja, so viel hab ich ja noch gar nicht angepackt. Jobmässig sind mal die ersten Kontakte hergestellt - jetzt heisst es abwarten, was sich daraus ergibt.
Und bezüglich der Therapie bin ich ja grad auch total unsicher.
Das ist sicher ein guter Punkt. Komme i.d.R. auch besser mit Männern klar, aber hier fühle ich mich wirklich nicht richtig verstanden. Und "komisches Zeug" unterstell ich ihm auch. Ist doch schon seltsam, dass er sofort hauptsächlich auf die Beziehung und Sexualität zu sprechen kommt...
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10.07.2009, 17:48
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
Hallo DiaryOfDreams,
jetzt habe ich auch Deinen Strang gefunden und möchte Dir auch hier etwas schreiben.
Erst einmal
dafür, daß Du Dich getraut hast, über Deinen Schatten zu springen und Dir von außen Hilfe zu holen. Eine Therapie in Anspruch zu nehmen, ist (leider!) immer noch mit vielen Vorbehalten besetzt. Aber wir gehen ja sonst auch immer gleich zum Fachmann, wenn wir nicht klar kommen - und was anderes ist es bei einer Therapie doch auch nicht.
Ich kann übrigens Bohemienne nur zustimmen: Hör auf Dein Bauchgefühl. Ich selber habe sogar zweimal (!
) beim gleichen Blödmann eine Therapie begonnen, und zweimal wieder entnervt abgebrochen, weil mich der Typ nur auf die Palme gebracht hat. Das hatte zwar beidemale den Effekt, daß ich so wütend war, daß ich erst einmal wieder gut alleine klar kam. Aber auf Dauer hat es natürlich nichts gebracht. Jetzt bin ich - nach einem weiteren erfolglosen Versuch - bei einer Therapeutin gelandet, die mit mir ein halbes Jahr intensiv gearbeitet hat - und was soll ich sagen? Mir kam es eher vor wie eine Selbsttherapie. Sie hat mir eigentlich nur Fragen gestellt. Die Antworten habe ich selber gesucht und gegeben. Und der Effekt ist scheinbar von Dauer! Jedenfalls weiß ich jetzt, wie ich mit mir selber viel ruhiger, gelassener umgehen kann, und das auch dann, wenn scheinbar alles drunter und drüber geht oder ich in Situationen gerate, in denen "alles Mist" zu sein scheint. Ich kann dann wieder auf die Punkte zurückgreifen, die wir besprochen haben, und mich selber "am Schopfe packen" und aus dem scheinbaren Tief herausziehen. Eine gute Erfahrung! Und die Therapeutin sehe ich jetzt nur noch alle 3 Monate, einfach zur Rückversicherung.
Ich wünsche Dir, daß Du die Geduld und den Mut hast, dran zu bleiben. Such bitte einfach weiter, wenn Du mit Deinem derzeitigen Therapeuten nicht zufrieden bist. Es lohnt sich.
Liebe Grüße vom Februarkind
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11.07.2009, 21:08
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
Hallo februarkind,
Danke auch dir für's gut zureden
Es tut gut hier so viel Unterstützung zu finden!
Habe heute bei dem Therapeuten angerufen (nachdem er mich gestern zweimal weggedrückt hatte).
ich: "Wir haben nächste Wochen einen Termin. Den würd ich gern absagen."
er: "Ok. Also wollen sie gar nicht mehr kommen?"
ich: "Ich denke nicht."
er: "Ok. Tschüss." Und aufgelegt.
Komischerweise musst ich nachher erstmal heulen. Irgendwie hätt ich mir schon ein bisschen mehr 'Einfühlsamkeit' erwartet. Seine Kollegin hat sich ja letzte Woche sogar nochmal erkundigt, ob ich jetzt irgendwo untergekommen bin, und mir alles Gute gewünscht.
Nun ja, bin jedenfalls froh, dieses A... los zu sein. Ein Typ, der gleich im ersten Gespräch so 'hart' ist, mich nur von oben bis unten mustert und sagt "ich sehe bei ihnen keine Essstörung", meine Fressanfälle nur als "orale Ersatzbefriedigung" abtut, und mich dann über mein Sexualleben ausfragt, ist mir einfach zu heftig
Trotzdem: ich werde dranbleiben. Auch wenn's jetzt bzgl Therapie wohl schwierig wird und ich evtl erstmal bis nach den Sommerferien warten muss.
Immerhin hab ich die Baustelle 'Job' schonmal in Angriff genommen. Und inzwischen auch kapiert, dass nur ich für mein Glück verantwortlich bin!
Herzlichen Dank nochmal allen, die mich hier immer wieder ermutigt haben
Geändert von diaryOfDreams (11.07.2009 um 21:26 Uhr)
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11.07.2009, 22:09Inaktiver User
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
hello again,
hier eine
, auch wenn die nicht gegen die einsamkeit hilft.
ich kenne das: ich kam mir auch einsam vor, nachdem ich beschlossen hatte, meine "psychologische beraterin" (ich war da nur ein paar mal, keine richtige therapie - aber sie hat mir unheimlich geholfen!) nicht mehr sehen zu wollen, weil ich jetzt allein klarkomme...
das ist ein bisschen tückisch, bei diesen therapien: man glaubt, der therapeut/ die therapeutin interessiert sich "wirklich" für einen - aber es ist halt deren beruf, sich zu interessieren. und vor allem: weiter zu helfen. und dafür brauchst DU diesen knilch ja nun mal gar nicht. auch wenn du warten musst - es ist besser so, und deine probleme werden sich zwischenzeitlich nicht in luft auflösen (sorry, wenn das böse klingt - ich meine eher: du trägst sie schon eine weile mit dir herum, und wenn es jetzt noch ein bisschen dauert - who cares, du bist losgelaufen, und darum geht's!!!)
cool, dass du jobsache auch in angriff nimmst! weiter so!
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01.08.2009, 10:48
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
Ich komm mir grad extrem verarscht vor. Und frage mich, ob es wirklich was bringt, oder ob ich für diesen ganzen Therapie-Kram nicht eigentlich zu "stark" bin.
Grund: der Therapeut, dem ich abgesagt habe, hat mir eine Rechnung geschickt, auf der zusätzlich zu den 70 min noch 15 min "Leistungen in Abwesenheit" und 5 min für das Telefonat (die 2 Sätze als ich abgesagt hab) verrechnet sind. Hab den aktuellen gefragt, ob das ok ist. Und die Terminabsage darf er wohl nicht verrechnen. Auf meine E-Mail, in der ich ihn um eine Stellungnahme gebeten habe, kam keine Antwort.
Und der aktuelle: den fand ich eigentlich ganz ok. Wir haben bisher v.a. das Job-Thema ausführlich besprochen. Aaaaaber: habe inzwischen rausgefunden, dass ich - obwohl es über die Krankenkasse läuft - trotzdem einen grossen Teil selbst bezahlen muss (Selbstbehalt). Und eine Zusatzversicherung habe, die einen Teil übernimmt, wenn der Therapeut von einem bestimmten Verband anerkannt ist. Also hab ich ihn gefragt. Und er hat ausweichend geantwortet, à la "das läuft eh über die Grundversicherung". Und zu Hause hab ich nachgeguckt: er ist eben nicht bei diesem Verband.
Da hast du wohl recht: es ist deren Beruf. Trotzdem geht mir das mit der überhöhten Rechnung und der falschen Aussage irgendwie zu weit. Und wenn ich sehe, was ich für den "Spass" erstmal selbst bezahlen muss...
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01.08.2009, 11:15
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
Liebe diaryOfDreams,
erst mal:
.
Klar gibt es bei den Therapeuten - wie bei allen Berufsgruppen - tolle, aber auch abartige. Und wenn da einer falsch abrechnet, dann wehre dich deiner Haut. Und am besten immer schriftlich, mit Einschreiben Rückschein. Damit bist du schon mal auf der sicheren Seite.
Wie wäre es, wenn du erst mal zu einer kostenfreien Lebensberatungsstelle der Caritas oder eines sonstigen Trägers gehst. Da sitzen nicht die schlechtesten Fachkräfte. Da könntest du ohne Kosten deine Probleme sondieren und angehen, und wenn du doch darüber hinaus noch einen speziellen Therapeuten benötigst, dann lass dir einen von denen empfehlen. Die kennen nämlich ihre Pappenheimer.
Der Besuch bei der Lebensberatungsstelle kostet dich wie gesagt nichts. Du darfst da zwar was spenden wenn du möchtest, aber auch das ist keine Bedingung
. Geb bitte nicht auf, nur weil da draußen seltsame Gestalten unterwegs sind.
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02.08.2009, 22:53
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
Danke beklamo

Keine Angst, ich hab nicht vor aufzugeben!! Ich bin mir nur nicht mehr sicher, ob die Therapie wirklich was bringt. V.a. wenn's nur darum geht "mir das Geld aus der Tasche zu ziehen". Klingt jetzt hart - fühlt sich für mich aber gerade so an
Lebensberatungsstelle ist ein guterTipp. Hab mal gegoogelt, aber in meiner Nähe nichts gefunden - nur lauter Therapeuten. Die Caritas bietet nur Beratung bei spezifischen Problemen an, bspw Schulden. Muss dazu sagen, dass ich in der Schweiz lebe und es da vielleicht etwas anders ist.
Aber Telefonseelsorge gibt's. Vielleicht ruf ich dort mal an. Hat aber den Nachteil, dass man dann wohl keine "aufbauende" Beratung im Sinne von aufeinanderfolgenden Gesprächen hat. Hhhhhmmm, mal sehen. Momentan hadere ich noch mit mir den Therapie-Termin diese Woche (und damit auch alles weitere bei diesem Therapeuten) abzusagen
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03.08.2009, 22:15
AW: Mein Leben ist eine Baustelle…
Ich weiß nicht, wie die Beratungsstruktur in der Schweiz ist. Guck doch einfach mal unter "Erziehungs- Ehe- und Lebensberatungsstelle". So nennen die sich in Deutschland. Das mit der Telefonseelsorge ist keine schlechte Idee. Die hören dir solange und so oft zu, wie du willst. Und können dir sicher auch sagen, wo du eine Beratungsstelle findest, die dir helfen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sowas in der Schweiz nicht geben soll, da haben die Menschen ja schließlich auch Probleme
.
Es ist übrigens dein gutes Recht, dir einen andern Therapeuten zu suchen, wenn du dich bei dem jetzigen - aus welchem Grund auch immer - nicht gut aufgehoben fühlst.


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