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  1. Inaktiver User

    AW: Mensch zu Mann bzw. Frau?

    "Wenn sie anatomisch und genetisch betrachtet eine Frau sind....wie koennen sie dann nicht als Frau gesehen werden?
    Wie soll das gehen geschweige denn funktionieren? "

    Diese Frage deckt sich doch sehr mit den Fragen aus dem Strang von Reiner.
    Allgemein gehalten bin ich der Meinung, dass zumindest die Lebensumstände, die Umgebung, der Beruf eine wesentliche Rolle spielen. Vermutlich kommt bei Frauen noch ein hormonelles Wechselspiel hinzu.

    Alles, was darüber hinaus geht, ist wieder reine "Gefühlsduselei", der Mensch ist grundsätzlich nicht nur rein rational bestimmt.

  2. Inaktiver User

    AW: Mensch zu Mann bzw. Frau?

    Hi Caramon (beinah hätt ich jetzt das Gewürz geschrieben ),
    also, dann will ich mal detailliert antworten:


    Zitat Zitat von Caramon Beitrag anzeigen
    Lese ich hier oft, das die Selbstwahrnehmung das A und O waere oder sein sollte aber ich glaube damit luegt man sich enorm in die Tasche.
    Selbstwahrnehmung ist die eine Seite, was ist aber mit der Aussenwelt? Sofern man als Eremit lebt, koennte ich das mit der vielgepriesenen Selbstwahrnehmung gelten lassen aber da die weitaus meisten unter Menschen leben, wirkt das mit der Selbstwahrnehmung ziemlich schal und...kraftlos.
    ja - und nein. Wenn ich mich wie eine wunderschöne, begehrenswerte Frau verhalte - dann werde ich auch so behandelt. Wenn ich mich betont machtbewusst gebe, kommt entsprechendes Feedback. Also: Rollenkongruenz, sofern die gezeigte Rolle auch mit der inneren Haltung übereinstimmt.
    (ganz krasses Beispiel - wiederum aus einem Randbereich, diesmal SM: derselbe Mensch kann in derselben Kleidung auf derselben Party sowohl sub als auch Dom sein; braucht nur a bisserl anderes Verhalten. Und das funktioniert)

    Zitat Zitat von Caramon Beitrag anzeigen
    Ok, was macht ihn denn in Deinen Augen zum Mann? Anatomische Gegebenheiten mal abgesehen. Das wuerde mich wirklich interessieren.
    Korrelliert das irgendwie mit der Selbstwahrnehmung (welcher? Deiner, seiner?)?
    Das Verhalten. Mein Mann grabbelt z.B. gerne an mir rum, fasst mich an, küsst mich tief. Mein Mädchen ist super süß schüchtern, lässt sich gerne anfassen (und reagiert viel emotionaler als mein Mann dabei, kriegt Gänsehaut), wartet, bis es geküsst wird, ist viel weicher, nachgiebiger. Geht anders, hat einen anderen Gesichtsausdruck (!!, das liegt nicht am Make-up, das ist ne innerer Haltung, die sich spiegelt! Sogar in Fotos zu sehen... verblüffend), duftet anders.

    Ich mag's auch an mir selbst festmachen. Ich bin eine der (wenigen) Frauen, die beim Tango-Tanzen beide Rollen einnehmen, d.h. sowohl führen als auch folgen. Und führen heißt für ich Mann-Sein. Ich merke, wie ich z.B. wesentlich raumgreifender werde in meinem Tanz und auch leichter erregbar, wenn jemand in meinen Raum eindringt. Wie ich "meine" Frau erstmal haben, und dann sicher halten will (geht mir mit keinem männlichen Tanzpartner so, nennt man wohl Beschützerinstinkt). Wie ich mich letztlich innen drin anders fühle, auch wenn der Tanz mein Tanz bleibt. Komisch zu beschreiben, aber kommt wohl auch bei den Mädels so an - manchmal hör ich, ich wäre "der beste Mann des Abends" gewesen (was mich dann auch wieder stolz macht... )


    Zitat Zitat von Caramon Beitrag anzeigen
    Sicherlich ist "weiblich fuehlen" oder "maennliches verhalten" einschraenkend. Bleibt auch nicht aus, weil wie sonst kann man maennlich und weiblich denn trennen? Abgrenzungen und Trennungen bedingen Einschraenkungen, ohne geht es nicht, sonst hat man einen ungeniessbaren Einheitsbrei.
    nein (finde ich). Einheitsbrei stimmt nicht, es ist eher eine Welle, auf der man sich nach Belieben von hierhin nach dahin bewegen kann. Mit X - Super-Macho vor dem Herrn - verhalte ich mich eben wie Trophy-Weiberl, mit Y - ihres Zeichens süße Schnuckelschnecke - bin ich eben ihr (weiblicher) Traumprinz. Ich für mich will nicht entweder-oder sein müssen (in den Grenzen, dass ich z.B. meinen Körper nicht wandeln mag), sondern beides ausleben können und dürfen, wenn's stimmt.
    Festgelegte Leute (egal ob auf männlich/weiblich, Dom/sub, Führen/Folgen, hetero/homo) finde ich erschreckend langweilig, weil irgendwie das Überraschende an Entwicklungsmöglichkeiten fehlt.

    Zitat Zitat von Caramon Beitrag anzeigen
    Durch mein konservatives Elternhaus habe ich ein ziemlich ausgeformtes Bild mitbekommen, was maennlich und was weiblich ist., leider aber nicht uebertragbar, weil anderer Kulturkreis. Offensichtlich ist es eine soziale Determination, was weiblich und maennlich aus macht.
    Mich interessieren diese hiesigen sozialen Determinanten. Innere wie auch Aeussere.
    konservatives Elternhaus hatte ich auch (mit der Betonung auf hatte). Ich würd mal sagen
    * Rollenverteilung (Mann bringt Geld heim, Frau bleibt zuhaus)
    * Einkommensverteilung bzw. Machtverhältnisse (Mann nach außen, Frau innen)
    * soziale Fähigkeiten (Macht ausüben beim Mann, emotional bewegen bei der Frau)
    ... aber das ist wohl spätestens seit 1968 im Wandel.

  3. Inaktiver User

    AW: Mensch zu Mann bzw. Frau?

    Tanguera:
    Ich bin ernsthaft beeindruckt, das ist eine großartige Beschreibung und ich war beim Lesen absolut fasziniert, wie man Gefühle so in Worte packen kann.

  4. Inaktiver User

    AW: Mensch zu Mann bzw. Frau?

    danke für die Blümchen, freut mich, wenn's ankommt ;-)

  5. gesperrt

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    AW: Mensch zu Mann bzw. Frau?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    nein (finde ich). Einheitsbrei stimmt nicht, es ist eher eine Welle, auf der man sich nach Belieben von hierhin nach dahin bewegen kann. Mit X - Super-Macho vor dem Herrn - verhalte ich mich eben wie Trophy-Weiberl, mit Y - ihres Zeichens süße Schnuckelschnecke - bin ich eben ihr (weiblicher) Traumprinz. Ich für mich will nicht entweder-oder sein müssen (in den Grenzen, dass ich z.B. meinen Körper nicht wandeln mag), sondern beides ausleben können und dürfen, wenn's stimmt.
    Festgelegte Leute (egal ob auf männlich/weiblich, Dom/sub, Führen/Folgen, hetero/homo) finde ich erschreckend langweilig, weil irgendwie das Überraschende an Entwicklungsmöglichkeiten fehlt.
    Also ich kann mich Seeadler nur anschließen. Sehr treffend beschrieben.

    Denn es fühlt sich schon sehr gut an, wenn man sich selbst völlig unkompliziert entdecken und ja, auch ausleben kann. Weit ab von festgelegten Rollen. Und ich meine, nur so kann man sich selbst eigentlich auch erst kennen lernen und entwickeln. Und gut, dass mittlerweile jede/r auch die Möglichkeiten dazu hat.

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    AW: Mensch zu Mann bzw. Frau?

    hallo,

    interessant finde ich das Tanguera trotzdem in begriffen wie: typisch mädchen und macho männlich schreibt.
    das bedeutet für mich:
    frau kann heute frau und mann leben
    mann darf genauso fraulich sein
    aber
    die Erklärung der verhalten bleiben geschlechterspezifisch

    tangulera: Mein Mädchen ist super süß schüchtern, lässt sich gerne anfassen (und reagiert viel emotionaler als mein Mann dabei, kriegt Gänsehaut), wartet, bis es geküsst wird, ist viel weicher, nachgiebiger

    tanguera: Mein Mann grabbelt z.B. gerne an mir rum, fasst mich an, küsst mich tief.

    es gibt also wörter die männliche oder weibliche attribute beschreiben
    wir ordnen sie zu.

    weiblich: angepasst ,lieb, gefühlvoll, zärtlich, intuitiv, mütterlich, selbstaufgebend usw.
    männlich: still, berechnend, stark, halt gebend, beschützend, dominant, ernsthaft usw.

    ein mann kann auch lieb sein
    oder eine frau stark

    dann hat der mann eben feminine züge und die frau maskuline,
    die begriffe bleiben weiblich oder männlich zugeordnet.

    die strukturen, wie ein mann oder eine frau in unserer gesellschaft zu sein hat ,weichen auf.

    und doch bekommen wir immer noch die alten muster durch erziehung mit

    während mädchen stärke und eigenverantwortung lernen
    bleiben jungen immer noch im alten rollenbild vom starken , dominanten herrscher. jungen werden auf den tron gesetzt. sie erleben sich als wichtig.

    die frau will diesen dominaten herrscher nicht, denn sie ist selbstbestimmt.
    der mann kennt diese eigenständige frau nicht, sein frauenbild ist ein anderes, denn er hat seine mutter als vorbild.

    da stehen wir zur zeit.

    ich frage mich,wie können frauen und männer sich aufeinander zu bewegen damit beziehung möglich ist?



    früchtchen
    Sich selbst bekriegen ist der allerschwerste Krieg
    Sich selbst besiegen ist der allegrößte Sieg

  7. Inaktiver User

    AW: Mensch zu Mann bzw. Frau?

    Zitat Zitat von Fruechtchen33 Beitrag anzeigen
    ich frage mich,wie können frauen und männer sich aufeinander zu bewegen damit beziehung möglich ist?
    Domsen an die Macht
    (nein, das war jetzt nicht ernstgemeint)

    Ich finde, wie gesagt, das ganze eher Verhaltensanteile als wirklich festgehende Charakteristika.
    Und wenn diese in einer Person authentisch und in sich unwidersprüchlich sind (was durchaus auch heißen kann: jemand verhält sich überwiegend so, wie es der Außenanschauung "weiblich" entspricht), und diese Person ein passendes Spiegelbild findet, ist doch alles ok.

    Oder, um's tangomäßig zu sagen: wichtig ist, dass ganz klar einer führt und einer folgt, zu jedem Zeitpunkt. Muss aber nicht immer der gleiche sein.

  8. Inaktiver User

    AW: Mensch zu Mann bzw. Frau?

    Zitat Zitat von Caramon Beitrag anzeigen
    Menschen sind wir alle aber was sollte oder muss vorhanden sein, damit ein Mensch als Frau bzw. als Mann wahrgenommen und anerkannt wird?
    Hallo Caramon,
    Du wünschst eine objektive Beantwortung Deiner Frage? Antworten, die Tatsachen entsprechen und nachvollziehbar sind?

    Ich denke, das ist keine so einfache Antwort, diesbezüglich wäre es interessant, was für Dich denn überhaupt eine Frau ausmacht.

    Ich als Frau kann dazu nur antworten, dass sich die Wahrnehmung der Männer in den Jahren immer wieder verändert hat.
    Ja, wann nehme ich einen Mann auch als Mann wahr?
    In jungen Jahren war es eigentlich fast jeder, der in meine Altersklasse gepasst hat. Ich war aufgeregt, wenn nur einer mit mir gesprochen hat.

    Heute bin ich da viel ruhiger geworden und es dauert wirklich länger, bis ich einen Mann auch als solchen wahrnehmen kann. Das liegt vermutlich auch an den gesammelten Erfahrungen. Ein Mann, der sich nach außen hart gibt, große Sprüche klopft, der tut mir leid, ist auch kein Mann für mich. Einen Versorger brauche ich auch nicht, das ist nach meinem Empfinden auch keine Voraussetzung, um als Mann wahrgenommen zu werden.

    Ich nehme einen Mann als solchen wahr, wenn er die Kunst des Flirtens beherrscht (beispielsweise in dem er auch auf mein "Anflirten" hin reagiert), wenn er nicht allgemein über die bösen Frauen schimpft, sondern man sich normal mit ihm unterhalten kann.
    Der Mann muss absolut kein körperliches Kunstwerk sein.
    Ansonsten nehme ich einen Mann dann auch wahr wenn ich merke, dass er mich und meinen Körper anziehend findet (warum auch immer).

    Anima

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