hallo,
wie kann ich meine hohe erwartungshaltung abstellen bzw. minimieren? dass ich dadurch ständig unzufrieden und unglücklich bin liegt auf der hand. und wenn meine zu hohe erwartungen nicht erfüllt werden, bin ich enttäuscht und ziehe mich zurück. und dann zieht sich mein freund auch zurück, das ist ein teufelskreis. ich will den endlich durchbrechen, ich will einfach zufriedener sein. zufrieden mit dem was man mir geben will, was ich bekomme. aber gleichzeitig frage ich mich, warum ich zurückstecken und verzichten soll! bin ich da so egoistisch?
ich erwarte bestimmte reaktionen von meinem freund (wenn ich z.B. nackt im badezimmer stehe dass er mich sichtlich begehrt oder mich berührt), oder bei telefonaten, wenn die kürzer ausfallen als ich mir vorgestellt oder erwartet hatte, dann bin ich sauer.
wie komme ich davon los?
lg
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 47
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26.05.2009, 11:10
zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
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26.05.2009, 11:19Inaktiver User
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
Woher hast du diese Erwartungen?
Bestimmte Reaktionen erwartetst du? Wieso teilst du ihm die dann nicht mit? Ich bin sicher, dein Freund ist kein Hellseher!
Sag ihm doch einfach was du gern möchtest wenn er dich nackt im Bad sieht!
Oder das er noch nicht auflegen soll ....
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26.05.2009, 11:19Inaktiver User
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
Ich kenne das auch ein wenig - und dann frage ich mich immer, ob meine Erwartungen an andere nicht viel mit den Erwartungen mir selbst gegenüber zu tun haben. Wenn man bei sich selbst die Dinge relaxter sieht, kann man auch beim Gegenüber alle fünfe gerade sein lassen. Und mehr bei sich selbst bleiben, dann kann man auch den anderen mehr lassen und macht sich nicht davon abhängig. Und reden musst Du, da hat Dharma recht.
Wie sieht es denn in Dir drinnen aus - eine kleine Perfektionistin mit einem fertigen Drehbuch im Kopf, wie etwas zu sein hat?
Ehrensenf
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26.05.2009, 11:22
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
*g* kenne ich auch, völlig zu Unrecht und aus der umgekehrten Perspektive.
Der Klassiker ist wohl die maulende Frau, "Hey, küss mich mal..."
Blöd ist dabei nur, er ahnt den Wunsch gerade nicht und hat situativ gerade und just in diesem Zeitpunkt vielleicht ganz andere Gedanken, was ja eigentlich auch nicht dramatisch ist.
Die Lösung ist eigentlich ganz einfach. Einfach selbst die Initiative ergreifen.
Wer hier und jetzt gerade einen Kuss will, soll ihn küssen.
Oder sich im Bad nackt an ihn schmiegen.
Oder, wenn er sich gerade nicht auf ein Telefonat einlassen kann, darum bitten, zurückzurufen, wenn es ihm besser passt.
So lässt es sich zumindest mit situativen Einzeldingen ganz gut umgehen. Nur wenn mn meint, das Begehren des anderen fehle grundsätzlich und bereits vom Ansatz her, dann wird es schwieriger.
nette Grüsse,
Kraafaufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

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26.05.2009, 11:38
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
Aus der meiner Sich (also aus Sich einer Fremden person) sehe ich dich ICH - Bezogen. Ich muss im Mittelpunkt stehen. Ich brauche bestätigung. Ich bin hier um die Person es sich dreht.
Kann es sein, das du dich selber nicht so akzeptierst wie du bist. So immer die bestätigung brauchst. Ich bin Toll, ich bin schön, ich bin perferkt.!!???
Wenn du dich selber so nimmst wie du bist, werden sich die erwartungen an den Partner auf ein normales niveau reduzieren.
Lieben Gruß Alex
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26.05.2009, 12:15
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
hallo,
erstmal ihr habt alle recht!
@dharma05
ich erwarte auch dass er erkennt was ich möchte. das ist lächerlich, ich weiß. ich rufe mir immer wieder in erinnerung, dass er das ja nicht wissen kann. er ist ein eigenständiger mensch und denkt und handelt nicht genauso wie ich (zum glück, sonst wärs ja langweilig und zu vorhersehbar).
@ehrensenf
ja, was mich angeht neige ich zu perfektionismus. zwar jetzt nicht haushalt bezogen, aber bezogen auf handlungen, taten, reaktionen, da muss alles irgendwie in geordnete bahnen laufen. die reaktion muss jetzt genau so oder so sein. fertiges drehbuch: das wird wohl stimmen. ich gehe mit mir selber sehr kritisch um. und bin mit mir selber selten zufrieden.
@kraaf
ich könnte versuchen die initiative zu ergreifen. aber ich habe dann angst aufdringlich zu wirken. und dann weiß ich wieder nicht was richtig ist, was ich machen soll, damit mein freund das nicht falsch versteht. er hat letztens gemeint, ich sei so fordernd, wenn ich ihm z.b. meine brüste entgegenstrecke oder so. da erwarte ich dass er mich streichelt oder berührt. aber wenn er mir bei jeder gelegenheit seinen hintern entgegenstrecken würde, würde ich wohl auch nicht mehr reagieren wollen, weils von mir erwartet wird.
@alex1000
du hast recht, ich brauche oft/ständig bestätigung. das ist mir bewusst und zwischendurch schaffe ich es dass ich mich zurücknehme um nicht fordernd oder erwartend zu wirken. ich habe dann aber immer die befürchtung, dass mein freund das dann wieder als desinteresse deuten könnte.
lg
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26.05.2009, 20:52
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
Meiner Erfahrung nach gibt es nur ein probates Mittel gegen zu hohe Erwartungen: Die Dankbarkeit für das, was man alles hat und bekommt. Man muss nur in die richtige Richtung gucken.
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27.05.2009, 08:23
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
na gut, das sagt sich aber so leicht. doch wie bekommt man das hin?
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27.05.2009, 11:31
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
Ein Ansatz ist, sich selbst nicht als Nabel der Welt zu betrachten. Nicht alles, was passiert (oder nicht passiert) hat etwas mit Dir zu tun oder bezieht sich auf Dich.
Du fragst, wie Du das erreichen kannst, dankbar zu sein, für das, was Du hast und bekommst? Indem Du hinguckst und wahrnimmst. Und nicht einfach nur konsumierst. ALLES, was Dir jemand freiwillig und in Liebe gibt, ist es wert, dankbar in Empfang genommen zu werden. Man sollte nichts als selbstverständlich erwarten und sich über jede Aufmerksamkeit freuen können.
Erwartungen, die man hat und die einem wichtig sind, sollte man in Worte fassen und dem Anderen mitteilen, damit er eine Chance hat, damit umzugehen. Wichtig dabei: Dein Partner ist nicht auf der Welt, um Dir das Leben schön zu machen. Dafür bist in erster Linie Du selbst verantwortlich.
Mir scheint, Du kannst Dich nur spüren, wenn Du die Spiegelung durch Deinen Partner bekommst. ER muss Dir bestätigen, was Du fühlen darfst und was nicht.
Es ist nicht egoistisch, seinen eigenen Bedürfnissen hinterherzuspüren, aber einen Anspruch auf Erfüllung hast Du nicht. Die permanente Bestätigung, die Du haben willst, wirst Du niemals bei einem Anderen finden, außer in Dir selbst.
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27.05.2009, 11:56
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
@ mimschi
hallo,
wie kann ich meine hohe erwartungshaltung abstellen bzw. minimieren? dass ich dadurch ständig unzufrieden und unglücklich bin liegt auf der hand. und wenn meine zu hohe erwartungen nicht erfüllt werden, bin ich enttäuscht und ziehe mich zurück. und dann zieht sich mein freund auch zurück, das ist ein teufelskreis. ich will den endlich durchbrechen, ich will einfach zufriedener sein. zufrieden mit dem was man mir geben will, was ich bekomme. aber gleichzeitig frage ich mich, warum ich zurückstecken und verzichten soll! bin ich da so egoistisch?
ich erwarte bestimmte reaktionen von meinem freund (wenn ich z.B. nackt im badezimmer stehe dass er mich sichtlich begehrt oder mich berührt), oder bei telefonaten, wenn die kürzer ausfallen als ich mir vorgestellt oder erwartet hatte, dann bin ich sauer.
wie komme ich davon los?
Kann es sein, dass Du einen großen Nachholbedarf an Zuwendung und Anerkennung hast? Solche Menschen sind sehr anfällig dafür, vom Partner pausenlos intensive Zuwendung und Bestätigung zu wollen und dann gekränkt und enttäuscht zu sein, wenn nicht das kommt, was sie brauchen. Ich habe auch mal zu diesen Menschen gehört und war sehr unglücklich. Die Situation nackt im Bad kommt mir sehr bekannt vor...
Immerhin bist Du schon so weit, um zu erkennen, dass Du – gemessen an dem, was der andere tun möchte – offenbar zuviel forderst. Für Dich subjektiv forderst Du nicht zuviel, und ich möchte Dein Verhalten auch nicht als egoistisch oder egozentrisch brandmarken. Du möchtest nur das, was alle möchten, nämlich ausreichend geliebt werden, und das spürbar.
Du kannst aus diesem Teufelskreis der Unzufriedenheit und der Überforderung Deiner Partner nur herauskommen, indem Du einen Teil dieser Liebe und Zuwendung, die Du brauchst, Dir selbst gibst. Dann muss nämlich der andere nicht für Deinen ganzen Liebesbedarf aufkommen, das entlastet ihn, und Du wirst dankbarer sein für das, was er Dir gibt.
Dir selbst diese Liebe zu geben, ist eine schwere Sache, vor allem dann, wenn Dir in Deinem Leben mal irgendwann immer wieder vermittelt wurde, dass Du nicht liebenswert genug bist. Diese Stimmen in Dir müsstest Du zum Schweigen bringen und lernen, Dich selbst so wohlwollend zu betrachten wie Deine beste Freundin. Du musst Dir auch verzeihen, dass Du nicht perfekt bist, denn das ist niemand, und nach ständiger Perfektion zu streben, macht einen nur fertig. Wenn Du mit Dir selbst zufriedener sein kannst, bist Du nicht mehr so auf die Bestätigung anderer angewiesen. Ja, selbst, wenn sie Dir diese Bestätigung verweigern, hast Du immer noch das Gefühl, liebenswert und wertvoll zu sein. Und damit bist Du stark.
Viele Menschen schaffen es nicht allein, sich selbst zu lieben, wenn sie in ihrem Leben bereits nachhaltig entwertet wurden. Wenn Du es auch nicht allein schaffst, dann rate ich Dir, Dir Hilfe bei einem Psychotherapeuten zu suchen. Ohne meine Psychotherapie wäre ich heute noch unzufrieden mit mir und meinem Leben, und dazu verbittert und frustriert, weil von selbst nichts besser wird.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


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