@LunadelFuego
Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, zu unterscheiden. Von Bedürfnislosigkeit als Heilsbringer spricht eigentlich niemand. Aber es ist wichtig, sich selber klar zu machen, worum es geht.
Das, was Mimschi erzählt, klingt ohne den restlichen Zusammenhang (Kinder, die ihren Freund ablehnen; Zweifel, ob er der Richtige ist bzw. ob sie stark genug ist, ihre Liebe gegen ihre fordernden Kinder zu verteidigen; ihr Misstrauen, weil er Kontakt zu seiner Ex hat etc.) ein bisschen wie das ziellose Rotieren eines ganz jungen Mädchens (sorry, Mimschi, ich weiß, dass Du 39 bist).
Sie sucht permanent das Haar in der Suppe. Vielleicht ist er auch einfach nicht der Richtige, aber soweit kommt sie beim Nachdenken und Zergrübeln gar nicht, weil sie ständig ihre eigenen Empfindungen in Frage stellt und Andere fragt, was richtig oder falsch ist.
Da, wo sie steht, ist Chaos pur. Und egal, was dieser Mann macht, es wird in Frage gestellt.
Daher vielleicht der Rat, erstmal sich selber zu orten.
@Mimschi
Ich habe in einem anderen Strang gelesen, dass Du eine Therapie machst bzw. gemacht hast. Ein guter Ansatz, denke ich. Du hast geschrieben, dass Du wechseln wolltest, weil Du an der Kompetenz der Therapeutin zweifelst. Hast Du gewechselt? Machst Du weiter?
Deine Fixierung auf Deinen Körper bzw. auf die sexuelle Bestätigung, die Du Dir (ständig?) von Deinem Partner wünschst, sind wahrscheinlich ein Ausdruck Deiner eigenen Unsicherheit. Wie Du selber schreibst, empfindest z.B. Deine Brüste als zu klein und möchtest ständig bestätigt haben, wie toll sie sind, damit Du das selber dann auch akzeptieren kannst.
So funktioniert das aber leider nicht. Mit der Erwartungshaltung, die Du hast, wirst Du nie genug bekommen, weil Dein Partner im Grunde die doppelte Arbeit leisten muss. Er muss für Dich mit lieben und begehren, damit Du Dich spüren und wohlfühlen kannst. Und trotzdem bleibt immer der Rest Zweifel, ob er es ehrlich meint, ob er Dich wirklich liebt, ob dies oder das.
In diese Richtung gehen die Ratschläge, erstmal zu lernen, Dich selber anzunehmen, sicherer mit und in Dir zu werden. Kein anderer Mensch wird es schaffen, Dich auf Dauer glücklich und zufrieden zu machen, wenn Du es nicht mal ansatzweise selber bist. Du wirst Dich immer unverstanden und abgewiesen fühlen - egal, wie aufmerksam, liebevoll oder verständig Dein jeweiliger Partner ist.
Es geht nicht darum, alleine glücklich zu werden, sondern darum, sich selber zu mögen und sich selber etwas wert zu sein, das völlig unabhängig von einem anderen Menschen bestehen kann.
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Ergebnis 31 bis 40 von 47
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28.05.2009, 12:50
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
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28.05.2009, 13:27
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
Mimschi, Dein Partner ist nicht dafür zuständig, Deine Komplexe zu "heilen". Das musst Du ganz alleine schaffen!
Tabea
Bis auf Weiteres a.D.
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28.05.2009, 15:28
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
ich habe noch keinen neuen therapeuten, im moment habe ich keine lust mir jemanden zu suchen, das ist es mir gerade nicht wert. ich weiß nicht, ich wusste vor 3 jahren dass ich hilfe brauchte, nahm sie in anspruch, wurde nach ein paar wochen unzufrieden und hatte keine lust mehr hinzugehen, weil ich den eindruck hatte dass ich es nicht mehr notwendig hatte. bei der letzten sitzung sagte mir die therapeutin noch bevor ich sagen konnte dass ich nicht mehr kommen würde, dass sie den eindruck hätte, dass ich mich soweit im griff hätte und ich solle anrufen wenn ich wieder kommen möchte.
genauso gings mir jetzt auch. vielleicht liegt es auch an der für mich mangelnden kompetenz. weiß ich nicht, ich ging das letzte mal mit einem widerwillen hin und dachte mir wozu eigentlich.
ich weiß dass es vermutlich falsch ist, aber derzeit habe ich echt keine lust auf eine therapie, die kostet mir nur geld und zeit und bringt mir zusätzlichen stress.
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28.05.2009, 15:35Inaktiver User
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
nö du brauchst auch keine therapie.
bringt nichts.
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28.05.2009, 18:10
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
Im Grunde genommen geht es ja darum, glücklich und zufrieden zu sein.
Und hier gibt es scheinbar zwei Parteien:
1) Die, die dankbar sind und mit ihrem Leben zufrieden zu sein scheinen - und das müssen nicht zwangsläufig die sein, die mehr haben.
2) Die andern, die nicht dankbar sind, den Gedanken des Danke sagens als Weg von sich weisen und unglücklich sind. Und durch ständige Erwartungen immer unzufriedener werden.
Und da staune ich.
Klar kann man ständig Bedürfnisse haben, Dinge vom Partner (oder vom Leben, nennt es wie ihr wollt) einfordern und erwarten. Aber das garantiert wie gesagt nicht die Zufriedenheit.
Aber jeder darf ja entscheiden, ob er den einen oder den andern Weg geht.
Als Single würde mir ja - der Logik der "Nicht-Danke-Sager" nach erst recht zustehn, unzufrieden zu sein, vom Leben mehr zu wollen. Zu knatschen, dass ich Single bin und keinen habe, bei dem ich meine Bedürfnisse einfordern kann.
Seltsamerweise tue ich das nicht. Sondern bin dankbar für das, was ich habe. Habe ich übrigens auch erst lernen müssen. Und jetzt wo ich das kann, geht es mir gut
.
Was hilft, hat Recht
(geklaut vom Kinderarzt)
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28.05.2009, 18:50
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
na, doch, beklamo sprach davon.Zitat MrsShort: Von Bedürfnislosigkeit als Heilsbringer spricht eigentlich niemand.
beklamo, du pauschalisierst.
da ist der Knackpunkt: Du verstehst dich selber nicht. Es kommt dir zuviel vor, was du willst. Warum?Zitat mimschi: ich verstehe mich selber einfach nicht, warum ich darauf so fixiert bin. deshalb äußere ich zwischendurch meine wünsche nicht, weil es mir selber zuviel vorkommt, vor allem wenn wir ohnehin oft genug im bett kuscheln und uns streicheln, und natürlich auch sex haben. aber andererseits ist es mir doch auch zuwenig an berührungen, bin verwirrt.
Ich verstehe dich jetzt gerade nicht: Wenn er dich doch nicht abweist, wo ist denn dein Problem?
LunadelFuego
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28.05.2009, 18:56
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
@LunadelFuego:
Ich pauschaliere? Ja dann
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Ich äußere meine Meinung und tue meine Auffassung kund. Manch einer teilt sie, du halt nicht. So what
.
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28.05.2009, 19:07
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
@ LunadelFuego
Dein Leben als Single sieht natürlich nicht so aus wie das mit Partner. Du solltest jedoch in der Lage sein, Dich auch allein wohl zu fühlen, die Vorteile des Singlelebens wahrzunehmen und dieses Leben nicht nur als mangelhaft und als Vorstufe zum Leben mit einem Partner sehen. Denn Du weißt ja nicht, wann Du einen passenden Partner finden wirst, also solltest Du dieses Leben genießen und nicht als Zeitverschwendung oder Quälerei betrachten. Es ist Deine Lebenszeit! Und Du bist nicht nur dann was wert, wenn Du einen Partner hast, der Dir sagt, dass Du was wert bist (manche tun auch das nicht).was tun, wenn das nicht reicht? Ich meine, als Dauersingle geht sowas schlecht, wie soll Frau da den Partner ersetzen, bzw. das, was ein Partner geben könnte?
Wenn Du Dich selbst nicht genug magst, um Dich auch mit Dir allein wohl zu fühlen, dann solltest Du psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn Du Dein Leben nur darauf ausrichtest, einen Partner als Ergänzung Deines Wertes und als Bestätigungsgeber zu finden, hast Du zuviel Druck, was in der Tat auf andere abstoßend wirkt, und es macht Dich dauerhaft unzufrieden, wenn dieser Partner nicht auftaucht. Ein Mann möchte Dein Partner sein, und nicht Dein Selbstwertlieferant oder Dein verspäteter Vaterersatz, weil Pappi Dich nicht genug lieb hatte. Merkt er, dass Du solche Baustellen hast, ergreift er die Flucht.
Und was den Sex angeht, so haben die meisten von uns von der lieben Göttin zwei intakte Hände mitbekommen.
Soll es mehr sein, kann auch eine Affäre oder eine sexuelle Freundschaft sexuelle Erfüllung bringen.
Wichtig ist ein intakter Freundeskreis, der auch zu einem gewissen Teil aus Singles besteht, damit man weggehen kann und sich nicht dabei wie übrig geblieben oder das fünfte Rad am Wagen fühlt.Menschen, die auf Dauer einen anderen Menschen brauchen, um ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren, werden auf Dauer frustriert, manche auch depressiv und wieder andere verbittert. All das macht das Problem nicht besser, sondern verschärft es nur noch. Man erlebt immer wieder die gleiche Scheiße mit wechselnder Besetzung und hat das Gefühl, nie aus dem Teufelskreis rauszukommen. Eine Psychotherapie ist oft die einzige Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und zu einem stabilien Selbstwertgefühl zu kommen.Was ist, wenn man eben nichts bekommt vom Partner, da kein Partner vorhanden? Und das dauerhaft? Was wird aus solchen Menschen?Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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28.05.2009, 19:20
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
Ähem, Latona, du verdrehst Ursache und Wirkung

Ich kenne jede Menge Dauersingles (das sind die ab 5 Jahre alleine, ohne alles, ohne Körperlichkeiten jedweder Art), und glücklich ist keiner von denen.
Da fehlt einfach zu viel. Was ich als menschlich fühlendes Wesen sehr gut nachvollziehen kann, nicht nur, weil ich selbst in der Situation bin, wie gesagt, ich kenne genug Dauersingles, beiden Geschlechtes.
LunadelFuego
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28.05.2009, 19:22
AW: zu hohe Erwartungshaltung an den Partner
@ Leonie
Stimmt, ich sehe darin schon eine Verweigerungshaltung, die gegen mich gerichtet ist. Es kann ja sein, dass das einfach nicht sein Ding ist, ohne dass das was mit mir zu tun haben muss. Dann ist die Frage, ob ich damit leben kann. Ich denke, ich kann damit leben, wenn mein Partner nicht jedesmal, wenn er meinen nackten Arsch sieht, in begeisterte Komplimente ausbricht. Aber es würde mich schon stören, wenn mein Partner mich nicht mehr anfassen mag oder keine Lust mehr auf Sex mit mir hat.Du unterstellst böse Absicht und dass ihm ihre Bedürfnisse egal sind - ich finde, dass seine Wünsche und Nicht-Wünsche und seine Prägung auch gelten und dass er gar nichts muss.
vielleicht kommt er sich bei dem, was mimschi sich wünscht, komisch vor, und es fällt ihm deshalb schwer?
oder seine Ex fand dieses Verhalten bei ihm ganz schlimm (ich finde ihre Wünsche nämlich ungewöhnlich - viele Frauen würden sich da zum Sexobjekt degradiert sehen).
wie soll er solche Dinge auch noch "von alleine" machen?
@ mimschiSchade, dass Du den Weg, einer Psychotherapie zu machen, nicht weiterverfolgst. Es ist schwer, einen passenden Therapeuten zu finden, und es kann durchaus sein, dass Deine bisherige Therapeutin keinen richtigen Zugang zu Deinem Problem hat. Ich habe 3(!) Therapeuten durchprobiert, bis ich eine Therapeutin gefunden habe, die mir meinem Problem wirklich was anfangen konnte!ich habe noch keinen neuen therapeuten, im moment habe ich keine lust mir jemanden zu suchen, das ist es mir gerade nicht wert. ich weiß nicht, ich wusste vor 3 jahren dass ich hilfe brauchte, nahm sie in anspruch, wurde nach ein paar wochen unzufrieden und hatte keine lust mehr hinzugehen, weil ich den eindruck hatte dass ich es nicht mehr notwendig hatte. bei der letzten sitzung sagte mir die therapeutin noch bevor ich sagen konnte dass ich nicht mehr kommen würde, dass sie den eindruck hätte, dass ich mich soweit im griff hätte und ich solle anrufen wenn ich wieder kommen möchte.
genauso gings mir jetzt auch. vielleicht liegt es auch an der für mich mangelnden kompetenz. weiß ich nicht, ich ging das letzte mal mit einem widerwillen hin und dachte mir wozu eigentlich.
ich weiß dass es vermutlich falsch ist, aber derzeit habe ich echt keine lust auf eine therapie, die kostet mir nur geld und zeit und bringt mir zusätzlichen stress.
Und das Problem mit dem zu kleinen Busen und dem ständigen Wunsch nach Bestätigung durch den Partner, dass der Busen trotzdem toll ist, hatte ich ganz genauso wie Du!
MrsShort hat es auf den Punkt gebracht:Diesen Job kannst Du leider niemandem anderen aufdrücken, den musst Du schon selbst machen. Und Du wirst so lange mit Deinem Leben unglücklich sein, bis Du diesen Job erledigt hast. Die Schule des Leben ist erbarmungslos: Du musst so lange die Klasse wiederholen, bis Du es kapiert hast!Deine Fixierung auf Deinen Körper bzw. auf die sexuelle Bestätigung, die Du Dir (ständig?) von Deinem Partner wünschst, sind wahrscheinlich ein Ausdruck Deiner eigenen Unsicherheit. Wie Du selber schreibst, empfindest z.B. Deine Brüste als zu klein und möchtest ständig bestätigt haben, wie toll sie sind, damit Du das selber dann auch akzeptieren kannst.
So funktioniert das aber leider nicht. Mit der Erwartungshaltung, die Du hast, wirst Du nie genug bekommen, weil Dein Partner im Grunde die doppelte Arbeit leisten muss. Er muss für Dich mit lieben und begehren, damit Du Dich spüren und wohlfühlen kannst. Und trotzdem bleibt immer der Rest Zweifel, ob er es ehrlich meint, ob er Dich wirklich liebt, ob dies oder das.
In diese Richtung gehen die Ratschläge, erstmal zu lernen, Dich selber anzunehmen, sicherer mit und in Dir zu werden. Kein anderer Mensch wird es schaffen, Dich auf Dauer glücklich und zufrieden zu machen, wenn Du es nicht mal ansatzweise selber bist. Du wirst Dich immer unverstanden und abgewiesen fühlen - egal, wie aufmerksam, liebevoll oder verständig Dein jeweiliger Partner ist.
Es geht nicht darum, alleine glücklich zu werden, sondern darum, sich selber zu mögen und sich selber etwas wert zu sein, das völlig unabhängig von einem anderen Menschen bestehen kann.Geändert von Latona (28.05.2009 um 19:26 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


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