Hallo DaisyDuck40,
mir geht es ähnlich wie dir.
Ich (46) hatte nur eine längere (fünfjährige) Beziehung, die vor gut vier Jahren zerbrochen ist. Seitdem bin ich wieder Single. Es gibt verschiedene Gründe, die in meiner Lebensgeschichte, Persönlichkeit und mittlerweile auch in meinem Äußeren (deutliches Übergewicht) begründet liegen, aus denen meine Chancen, einen Partner zu finden, wohl nur unterdurchschnittlich sind. Oder gar gegen Null tendieren.
Sollte noch mal der "Richtige" (=Seelenverwandte) kommen, würde ich mir zwar nicht dagegen sperren. Aber ich suche auch nicht mehr aktiv. Ich verspreche mir nichts davon, es nervt mich einfach nur noch.
Mehrfach habe ich in der Vergangenheit halbherzig über Kontaktanzeigen oder Singlebörsen im Internet einen Partner gesucht. Aber auf ein persönliches Treffen habe ich mich nie eingelassen. Nur in wenigen Fällen kam es wenigstens zu Telefonaten, der längste Telefonkontakt ging über fast ein halbes Jahr. Wirklich vom Hocker gerissen haben mich die betreffenden Männer nie, die meisten Zuschriften fand ich von vornherein völlig indiskutabel. Ich habe gemerkt, dass ich mich sogar regelrecht erleichtert fühlte, wenn ein Kontakt einschlief und derjenige nicht mehr anrief.
Es gibt einige wenige Männer, die ich sehr sympathisch finde und in die ich mich verlieben könnte ... wenn sie nicht bereits vergeben wären.
Aber erzwingen will ich nichts, ich habe irgendwie eher das Gefühl, dass es mir vom Schicksal oder vom lieben Gott - wie auch immer - vorbestimmt ist, allein zu bleiben.
Wenn ich Fernsehsendungen sehe, in denen es um Partnersuche geht, stehen mir die Haare zu Berge. Was die Leute da alles auf die Beine stellen müssen, sich sich für jemanden interessant zu machen... Ein abenteuerliches Event, wo man sich "was trauen" und "locker" sein muss, jagt das andere (siehe meinen Thread zu der ZDF-Doku-Soap "Kleine Familie sucht große Liebe") - nein danke! Das ist nicht meine Welt. Es ist mir zu anstrengend, vor allem auch zu oberflächlich, nach solchen Kriterien einen Partner auszuwählen bzw. mich von einem Mann als Partnerin auswählen zu lassen. Wenn man so sein muss, um für einen Mann interessant zu sein, dann weiß ich, warum ich allein bin. Dann bleibe ich es allerdings auch gern und freiwillig!
Ich komme gut mit dem Alleinsein zurecht, bin eher ein ernster und introvertierter, nachdenklicher, zurückhaltender und gleichzeitig intellektueller Typ, was bei Männern ja ohnehin nicht gut ankommt, bin wohl von Natur aus etwas eigenbrötlerisch. Ich lese gern, schreibe Tagebuch, bin sehr vielseitig interessiert, lerne gern Neues, musiziere (auch mit anderen zusammen) oder schlafe mich am WE gründlich aus, so wie einige andere es hier auch beschrieben haben. Es macht mir auch nichts aus, allein zu verreisen. Permanente Kontakte zu anderen sind mir dagegen schnell zuviel. Zwar nehme ich an Festivitäten in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz durchaus teil, muss mich aber meist eher dazu zwingen, als dass ich mich wirklich darauf freue, fühle mich während dieses "Events" immer etwas angespannt und befangen und bin jedes Mal hinterher - selbst wenn es im Grunde ganz nett war - froh, wenn ich wieder allein bin. Wohl keine guten Voraussetzungen, um attraktiv für einen Mann und für eine Partnerschaft geeignet zu sein ...
Wahrscheinlich bin ich Single, weil ich es unbewusst sein will. Und das wird mir in letzter Zeit immer bewusster. Natürlich gibt es zahlreiche Männer, die "ganz nett" sind, für eine Plauderei z.B. Aber ich finde die wenigsten Männer so liebenswert und interessant, dass ich mich in sie verlieben könnte. Und wenn, dann haben sie schon eine Partnerin oder interessieren sich aus anderen Gründen nicht für mich.
Das, was mich - abgesehen vom zeitweiligen Vermissen von körperlicher Zärtlichkeit und emotionaler Zuwendung - vor allem daran stört, ist das Bewusstsein, dass die meisten Menschen dies nicht "normal", zumindest aber etwas seltsam finden und dass man in unserer westlich geprägten Gesellschaft so sehr zur Partnerschaft und Geselligkeit gezwungen ist, wenn man für voll genommen werden will.
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27.05.2009, 17:43Inaktiver User
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Geändert von Inaktiver User (27.05.2009 um 18:07 Uhr)
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27.05.2009, 22:02
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Hallo Zitronengelb,
ich kann gut nachvollziehen, was du schreibst.
Ich habe mich auch lange Zeit durch Singlebörsen, Kontaktanzeigen ect. durchgewühlt, aber alles sehr halbherzig. Ich fand es irre anstrengend, dachte aber die Zeit nach meiner Trennung damals, dass ich unbedingt doch auch einen Partner bräuchte wie alle anderen. Auch weil meine Freunde da immer darauf rumgehackt haben, dass ich doch was gegen mein Single-Dasein unternehmen muss.
Hat sich dann mit einem Mann mehr ergeben war von meiner Seite spätestens dann Ende, wenn dieser Mann mal ein Wochenende bei mir verbracht hatte. Ich war dann so froh, als er endlich mal nach Hause ging, ich musste mich da oft zurückhalten nicht 10 Mal zu fragen, wann er denn endlich nach Hause gehen möchte. Aber mir war das dann alles zu viel und ich habe mich aufs alleine sein gefreut.
Nach einer Zeit habe ich dann niemanden mehr soweit an mich herangelassen, vielleicht unbewußt um solchen Situationen von vorneherein aus dem Weg zu gehen. Ich habe auch viel zugenommen, mir die Haare rappelkurz schneiden lassen, vielleicht war auch das unbewußt so, dass ich mir die Männer damit fern halten wollte.
Da war ja immer noch der Druck der Familie, die eifrigst auf ihre Enkelkinder gewartet haben und all ihre Hoffnungen in mich gesetzt hatten. Ich wollte mich vielleicht auch dagegen irgendwie sperren. Es hat mich enttäuscht, dass sie nicht einsahen, dass ich dieses Leben nicht will und das ihnen egal wäre, wenn ich unglücklich wäre - hauptsache ich habe die Familie wie sie halt so sein soll, dass nach außen alles zum besten aussieht.
Heute habe ich da jetzt zum Glück eine neue Einstellung. Ich bin wieder selbstbewußt, habe abgenommen, bin wieder viel weiblicher und auch meine Familie hat altersbedingt aufgegeben ;-) Langsam sind wohl alle überzeugt, dass ich die Single-Nummer doch durchziehen und lassen mich in Ruhe.
Mir geht es auch so, wenn mir ein Mann vor die Füße fällt, der passt dann wäre das für mich auch in Ordnung und ich denke auch, dass ich beziehungsfähig sein kann, wenn meine innere Einstellung dazu stimmt. Ging ja mit meinem damaligen Freund auch, er hat mir einfach die Zeit für mich gelassen die ich brauchte und es war kein Problem da er im Sportverein war und dafür auch viel Zeit für sich brauchte.
Aber dieses Thema Liebe, Beziehung ist für mich durch die lange Singlezeit auch schon so weit weg, dass ich gar nicht mehr dran glauben kann, dass sich das nochmal ändert. Und wie gesagt, es geht mir nicht schlecht, ich fühle mich wohl - das ist wohl nicht der richtige Antrieb nochmal mit der Suche anzufangen.
Möchte ich auch gar nicht, ich will mir diesen Stress nicht mehr antun - und für mich war diese Partnersuche absoluter Stress.
VG Daisy
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28.05.2009, 14:01
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Daisy Duck und Zitronengelb!
Ich kann euch so gut verstehen. Auch ich war mal 8 Jahre lang Single und es war eigentlich die glücklichste Zeit meines Lebens. Nur der Druck von außen hat immer genervt, so nach dem Motto: Mit der kann ja irgendwas nicht stimmen..
Ich bin auch sehr gern allein, bin eher introvertiert, lese sehr gern und viel, strebe nach Bildung, viele Männer mögen das nicht so. Mir hat mal einer gesagt, wenn Du unbedingt was für Deinen Kopf tun willst, dann geh doch öfter zum Friseur. Haha.
Vielleicht ist es auch ein wenig Eifersucht von denen, die eben nicht gut mit sich allein sein können, oder Neid?!
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28.05.2009, 14:14Inaktiver User
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Mir fällt dazu nur ein: Lieber gewollt Single als ungewollt verheiratet.....
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28.05.2009, 14:22
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Sehe ich auch so, aber sich aus einer langjährigen Ehe/Beziehung zu lösen ist ja dann auch nicht so einfach.
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28.05.2009, 18:22Inaktiver User
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Männer, die so etwas sagen, gehören zur Gilde derer, die ihr ganzes Selbstwertgefühl aus einem intellektuellen Gefälle zwischen sich und ihrer Partnerin beziehen. Das sind dieselben, deren so genannte "Partnerin" nichts entscheiden "darf", ohne sie vorher zu fragen, und die an keiner Frau in hoher Position ein gutes Haar lassen können, z.B. über die Bundeskanzlerin herziehen, Gesine Schwan lächerlich machen und auf ihre Frisur reduzieren etc. So einen Chauvi kann ich nicht gebrauchen, entweder eine Beziehung auf Augenhöhe oder gar keine!
Viele Frauen sind aber froh, wenn sie überhaupt einen Mann "abbekommen", und machen dafür allerlei Abstriche. Oder aber sie sind halt nicht so bildungsorientiert wie wir, kommen allein nicht klar und brauchen einen, der ihnen zeigt, wo's langgeht. Nun, wem's gefällt... Ich finde so etwas jedenfalls nicht erstrebenswert.
Natürlich will ich damit nicht gesagt haben, dass alle Frauen mit Partner so sind. Frauen, deren "Partner" sie nur so lange "liebt", wie sie ihm intellektuell, bildungsmäßig und finanziell unterlegen sind, allerdings schon.Geändert von Inaktiver User (28.05.2009 um 18:37 Uhr)
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28.05.2009, 22:02
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Ich finde mich in vielem wieder, was hier geschrieben wird.
Ich bin über 10 Jahre Single - und habe überhaupt kein Interesse daran etwas zu ändern. Ich bin mit meinem Leben zufrieden, ja ich würde sogar sagen, glücklich zur Zeit. Das ist nicht immer so, aber wenn ich weniger glücklich bin, hat es nichts mit meinem Beziehungsstand zu tun.
Ich fühle mich nicht als Eremit oder als sozial verwahrlost. Ich arbeite täglich mit vielen Menschen. Ich habe Freunde. Ich habe Hobbies. Zweifel habe ich an meiner Art zu leben, aber auch nicht. Ich kenne aber die Blicke und das Unverständnis des Umfelds, wenn mein Single-Sein zum Thema wird und mein lässiger Umgang damit.
Mir wird immer gesagt, dass ich damit nicht glücklich sein kann und das ich mich nur damit arrangiere und es mir schön denke - genau die gleichen Sprüche, die ich wegen meines Übergewichts bekomme und meines mangelnden Leidens deswegen.
Vielleicht arrangiere ich mich wirklich mit meinen Gegenheiten. Ich kann es nicht ändern, also lebe ich damit. Aber ich fühle mich mit dem Glück gesegnet, dass ich mich akzeptieren kann, wie ich bin und mit mir glücklich sein kann, wie ich bin. Ich reise, ich lese, ich tanze und habe ein ausgefülltes Leben - und das mit Übergewicht und männerfrei. :-)
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29.05.2009, 12:35
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Ich gebe zu, ich träume von einem Leben als Single ( bin gerade dabei, mich aus einer Beziehung zu lösen, aber das soll hier nicht Thema sein).
All diese herrlichen Freiheiten und Entscheidungen, die man ganz alleine treffen kann. Ich kann gut verstehen, dass man mit sich alleine glücklich ist, sich selbst sozusagen genug ist. Das heißt ja nicht, dass man unsozial ist oder so. Nur das Umfeld macht dann immer DRuck.
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29.05.2009, 13:38
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Und dieser Druck kann schon extrem nerven. Nicht immer leicht, das so ab zu tun. Trotzdem möchte ich den Rest meines Lebens als Single verbringen und das nicht aus Frust, sondern weil es einfach die Lebensform ist, die mir am meisten gefällt, aber ich weiß jetzt schon, dass das in meinem Umfeld niemand verstehen wird.
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29.05.2009, 14:55
AW: "gewollter" Single, ist das normal?
Also ich finde, es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen "Alleinesein" und "Einsamsein" - zweiteres möchte ich auf keinen Fall und empfinde mein Leben auch nicht als einsam, während ich doch "alleine" im Sinne von mehr oder weniger unabhängig bin.
Ich finde es sogar "sozialer" ein funktionierendes Singleleben zu führen - ich habe ein Hobby, wo ich mit Menschen zusammenkomme, ich pflege meine Freundschaften, treffe mich viel mit Freunden oder kommuniziere mit ihnen über Mail und Telefon.
Das finde ich viel sozialer, als in einer Zweierbeziehung zu sein, in der man sich als Paar selbst genügt (das ist jetzt der Extremfall, habe ich so aber auch schon kennengelernt, ein Pärchen, das alles miteinander gemeinsam erledigt und unternommen hat, wo keiner eigene Freundschaften pflegte) - und man abends heimkommt und aus Gewohnheit halt zusammenklebt und etwas gemeinsam macht.
Ich hingegen muss meine Kontakte aktiv pflegen und mich ständig um mein Entertainment kümmern wenn ich nicht alleine zu Hause hocken will - für meine beiden letzten Beziehungen hätte es gereicht, einfach immer "da" zu sein, ohne viel Kommunikation oder besondere Unternehmungen.



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