Hallo Zitronenmond,
Kannst Du gerne so empfinden. Ich empfinde es als gleichermaßen unangemessen ihrerseits, wenn sie von oben herab unterstellt, Männer würden um ihre Pfründe besorgt sein. Das hat --trotz textueller Kommunikation-- so einen arrogant-aggressiv-offensiven Unterton ("Ach bisschen! Jetzt hab Dich mal nicht so! Armes kleines Männeken!"), den sie sich bitte sparen kann. Entweder sie nimmt die Einwänder der Personen ernst oder sie hält sich raus, meine Meinung dazu. Aber ich glaube, es soll hier keine Metadiskussion über Diskussionsteilnehmer stattfinden.
Es gibt in der Defizit in der Entwicklung der 'männlichen' Rolle: Alte Lebenskonzepte werden unlebbar, neue sind nicht in Sicht. Persönliche, individuelle Qualitäten werden dümmlicherweise geschlechtszugeordnet, was effektiv erschwert, sie sich auf breiter Basis anzueignen.
Nein, hast Du nicht. Zumindest ist dieser direkte Schluss falsch. Mädchen werden stärker gefördert, wodurch mehrere Generationen an Jungen vernachlässigt werden. Frauen werden dazu ermuntert, 'männliche' Qualitäten mit ihren 'weiblichen' zu verbinden, bei Männern gelten solche Ratschläge noch immer als Nestbeschmutzerei und 'unmännlich'. In der Bilanz fehlt Männern zum Konkurrieren dann einfach das ganze Paket an 'weiblichen' Qualitäten, müssen sie sich doch mit denen messen, die sowohl das eine als auch das andere Paket ihr eigen nennen. Ihr einziger Vorteil ist bislang, dass sie sich die Zeit nehmen, sich vollständig ohne Schwangerschaften, Elternzeiten und Familienerziehungsarbeit dem Job zu widmen.
Mangelnde Mitentwicklung einer 'männlichen' Emanzipation.
Falscher Ansatz, mMn. Vielleicht sollten wir einfach mal von diesem Heldentatenstreben wegkommen, kleinere Brötchen backen lernen.
Ich gönne mir den unverwechselbaren Luxus, weder an Männern noch an Frauen ein gutes Haar zu lassen, wenn ich loslege. Man kann die aktuelle Position des einen nicht ohne den Anteil des anderen bereden, da sich Männer und Frauen gesellschaftlich zu zwei wie auch immer gearteten Polen auseinanderentwickelt haben. Und niemand ist dabei uneingeschränkt in der Rolle des Guten oder des Bösen. Da wir hier aber gerade Mängel besprechen, bleiben all die zahlreichen positiven Auswirkungen von Menschen untereinander gerade außen vor. Ich bin also sowohl männer- als auch frauenfeindlich. Was bleibt einem auch übrig, wenn man sich mal anschaut, wie schwer sie sich gegenseitig und untereinander das Leben machen durch den Erwartungsdruck, einer gesellschaftlichen und einer geschlechtlichen Rolle entsprechen zu müssen? Gerade dieser sexuelle Erwartungsdruck ist in anbetracht der Tatsache, dass in zumindest meinem Leben das Geschlecht von Menschen die meiste Zeit eine unglaublich vernachlässigbare Rolle spielt, ein unglaublicher Aberwitz. Und auch in dem Leben von mindesten einem der anderen Teilnehmer hier, wie ich vor kurzem lesen durfte. Andere wiederum weisen dem Geschlecht ihrer Mitmenschen mehr Bedeutung zu -- möglicherweise obwohl diese das in den jeweiligen Situationen gar nicht wollen. Nicht wahr, Zitronenmond? Welchen Geschlechtes warst Du doch nochmal gleich?
LG
Masin
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Thema: Als Mann fühlen
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17.06.2009, 00:38
AW: Als Mann fühlen
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17.06.2009, 09:01Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
Ja, Herrschaftszeiten, kommunizieren die mit den Pfründen und die ohne die Pfründe denn so unterschiedlich? Handelt es sich um zwei verschiedene Sprachen?
Eine Männeken-Ansprache braucht es nicht, um festzustellen, dass es ganz offenbar darum - inhaltlich - in sehr vielen Männer-Antworten hier geht. So lese ich übrigens deinen von mir zitierten Abschnitt zu den Konsequenzen der Frauenförderung, auch wenn du meinst, meine Interpretation wäre falsch.
Meiner Ansicht nach ziehst du falsche Schlüsse:
Wo bitte gibt es Vernachlässigung? Das halte ich für grob verkürzend.Mädchen werden stärker gefördert, wodurch mehrere Generationen an Jungen vernachlässigt werden.
Für richtig halte ich die Feststellung, dass in Kindergärten und Grundschulen, seltener an weiterführenden Schulen ein Kommunikationsverhalten gefördert wird, das den Frauen entspricht, die hier überwiegend arbeiten. Als schlecht bezahlte Erzieherinnen bespielsweise. Das sind die, die gleich ein Hörnchen kriegen, wenn ihnen mal ein Fußball an den Kopf fliegt, die wenig über Abseitsregeln wissen und generell darüber, wie man sich mit Anstand gegenseitig verkloppt. Stattdessen sitzen sie und falten Papierblümchen.
Aber ach, herrje, bereits beim Schulwechsel, wenn es also ernst wird mit der Erziehung, dann sitzen bei Infoabenden der Gymnasien auf einmal Männer im Anzug dabei und übernehmen die Regie. Mach dir keine Sorgen, der Einflussbereich der Frauen über die Erziehung beider Geschlechter ist nach wie vor auf wenige erste Jahre beschränkt. Danach ist alles wunderbar so geregelt, wie Männer es kennen, mögen, nämlich so, dass sie die Orientierung nicht verlieren.
Herrje, Vernachlässigung?
Von der Sache her finde ich das hanebüchen übertrieben, von der Form her ehrlich gesagt (persönliche Meinung) weinerlich und jammerlappig.
Also wenn das hier das ist, worauf du hinauswillst:
Dann kann ich mich nur wiederholen: Jungs, ran an die unbeliebten Arbeiten, die kein Geld bringen: Windeln wechseln - bei Kindern wie bei Alten - Schularbeiten nachgucken und sich mit dementen Menschen herumstreiten. Zeigt allen, dass dies eine Freude sein kann, dass ihr unabhängig seid von der Anerkennung durch schnöden Mammon.Es gibt in der Defizit in der Entwicklung der 'männlichen' Rolle: Alte Lebenskonzepte werden unlebbar, neue sind nicht in Sicht. Persönliche, individuelle Qualitäten werden dümmlicherweise geschlechtszugeordnet, was effektiv erschwert, sie sich auf breiter Basis anzueignen.
Ich würde mal dazu erwähnen wollen, dass Frauen diesen Prozess eigenständig eingeleitet haben (sich eben auch was vom männlichen Himmel zu nehmen) und, weil sie ja so nett sind, sogar ihren Haushaltsaufgaben stets nachgekommen sind.Frauen werden dazu ermuntert, 'männliche' Qualitäten mit ihren 'weiblichen' zu verbinden, bei Männern gelten solche Ratschläge noch immer als Nestbeschmutzerei und 'unmännlich'.
Wer hätte auch Frauen ermuntern sollen? Die Männer vielleicht?
Wozu brauchen Männer eine Ermunterung, wenn ihnen Veränderung ein Anliegen wäre?
Und von wem brauchen sie eine Ermunterung?
Vom Arbeitgeber?
Vom Ministerpräsidenten des Landes?
Von ihrer Ehefrau?
Von Beifall klatschenden Frauen in der Bricomm?
Kann man lernen.In der Bilanz fehlt Männern zum Konkurrieren dann einfach das ganze Paket an 'weiblichen' Qualitäten
Kann man lernen, indem man viel Zeit mit kleinen Kindern verbringt. Indem man viel Zeit mit pflegerischen Tätigkeiten zubringt. Indem man viel putzt. Auch Klos.
Kann man genauso lernen, wie Mädchen und Frauen sich die Eigenschaften aneignen, die es braucht, um Karriere in Großunternehmen zu machen.
Nee, setzen sechs!Ihr einziger Vorteil ist bislang, dass sie sich die Zeit nehmen, sich vollständig ohne Schwangerschaften, Elternzeiten und Familienerziehungsarbeit dem Job zu widmen.
Das ist ihr Nachteil, nicht ihr Vorteil.
Ach so, und gegen Helden und Heldinnen habe ich rein weg gar nichts einzuwenden.
Heldentaten braucht die Welt, so oder so. Oder meinst du mit Jammerei hätte man Amerika entdeckt? Oder - noch später dann - die Klitoris?
Dass du dich zum Helden verpflichtet fühlst und gar nicht mehr weißt, wie das geht, Held sein, ist jetzt mal mit Verlaub, nicht mein Problem.
Kleinere Brötchen backen lernen möchtest du?
Ich sag ja: Klo putzen. Ganz tief unten in der Schüssel, da liegt der Weg zur Wahrheit...
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17.06.2009, 09:08
AW: Als Mann fühlen
Stänkern und gleichzeitig nach dem Schiedsrichter rufen - unterirdisch. Weshalb schreibst du denn eigentlich hier?
Ich stelle fest, dass ganz wenige Frauen hier souverän mit der Frage: weiblich oder männlich fühlen was ist das? umgehen können.
Außer Brombeerkatze hats keine versucht.
Mal abgesehen von der vereinzelt vertretenen Positionen, dass diese Männlichkeit-Weiblichkeits-Idee die Geschlechter nicht weiterbringt.
Schönes Wetter heute.
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17.06.2009, 09:44
AW: Als Mann fühlen
Es ist vereinfacht, natürlich, aber nicht grob. Es waren alle relevanten Elemente drin. Und Du kannst das hanebüchen finden. Die Tatsache, dass mehrere seriöse Medien sich des Themas schon angenommen und eine Schieflage festgestellt haben, wenn auch Jahre nachdem sich bei mir und anderen erste diffuse Gefühle dahingehend breitgemacht haben, scheint diese Sicht zumindest in Ansätzen zu bestätigen. Etwas läuft falsch und wir verlieren dabei Kinder auf eine Art und Weise, dass der Schaden bei den späteren Erwachsenen irreparabel ist.
Womit wir wieder bei einem anderen, schon erwähnten Punkt waren. Frauen haben nicht Berufe ergriffen, um 'männliche' Qualitäten zu erwerben, sondern um ökonomische Freiheit zu erlangen. Die 'männlichen' Qualitäten sind dabei ein Mittel zum Zweck.
Männer wiederum haben bislang kein ökonomisches Interesse, 'weibliche' Qualitäten zu erwerben, da kein ökonomischer Druck auf den Mangel an 'weiblichen' Qualitäten zurückgeführt wird. Der potentielle Nutzen einer solchen Übernahme ist schlicht den meisten einfach zu 'fremd'.
Ja, es waren Frauen. Aber auch Männer, die ganz im Sinne des Gesetzes für sich beschlossen, dass die Frauen in ihrem Umfeld genausoviel wert sein wie die Männer. Daraus ist dann aber ein gesamtgesellschaftlicher Prozess geworden, der heute starke politische Rückendeckung genießt.
Den meisten Männern ist Veränderung kein Anliegen, weswegen kaum einer den Wunsch nach Ermunterung verspürt. Wenn überhaupt, dann sind es die Jungen, die darin bestärkt werden müssen, dass 'weibliche' Qualitäten, Gefühl und Schwäche keine Schande sind. Das wird sich aber nur in ganz seltenen Ausnahmefällen halten, wenn es nicht auf halbwegs breiter Basis passiert, da es sonst gesellschaftlich 'ausgebügelt' wird.
Betriebswirtschaftlich und kurzsichtig gesehen doch. Da es bislang nicht möglich ist, einen möglichen Vorteil durch Elternschaft für die lange Sicht zu quantifizieren, wird sich an diesem Vorteil auch erstmal wenig ändern -- bis die Infrastruktur da ist, dass Frauen ohne schlechtes Gewissen Erziehung und Arbeit unter einen Hut kriegen, sprich: bis die Ausfallzeiten durch Geburt und Erziehung minimiert wurden.
Hach! Amerikas Entdeckung! Einer der größten Fehler der Menschheit. Columbus dachte bis zu seinem Tod, er hätte Indien gefunden :-D.
Gegen Helden und Heldinnen ist auch nichts einzuwenden. Ich mag diese Berufs-Helden und -Heldinnen nur nicht. Erscheint mir als erbärmliche Lebensperspektive.
Ein Schritt nach dem anderen, meine Liebe, ein Schritt nach dem anderen ;-).
LG
Masin
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17.06.2009, 14:45Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
Ja, sich mit der Passung von Blümchenröcken für Männer auseinanderzusetzen hat natürlich Priorität und ist viel näher dran am Thema, um als Mann sein ureigenes weibliches Paket zu entdecken.
Trägst Du denn nun leichte, schwingende, bunte Blümchenröcke?
Mit Pumps? Sling-Pumps?
Oder doch eher so ein distinguirtes, gedecktes, avantgardistisches Modell mit robusten Männerschuhen, so wie von SwedishChef verlinkt?
Ich habe oben geschrieben, wie ich die Bezeichnung "Feminisierung" und SwedishChefs Erklärung dazu empfinde - und ja, es klingt für mich nach verlorenen Pfründen.
Was hat das mit einem Kindheitstrauma zu tun?
Da hätte ich schon gerne noch eine Erklärung dazu, bitte.
Eine Entschuldigung tut's auch.
Du wirfst mir Arroganz vor und belehrst hier die ganze Zeit die Leute - zum Beispiel mich - über Dinge, die teils nichts Neues oder Ungewöhnliches sind, bis zu dem Punkt, wo Dich Deine eigene Logik einholt auf die Du behement bestehst und sie anderen überstülpen willst. Gleiches mit Gleichem? Oder wie ist Deine Motto?
Zurück zu den verlorenen Pfründen:
Warum wird das von (männlichen?) Zukunftsforschern Feminisierung genannt und nicht Angleichung der Geschlechterverhältnisse in manchen (!) Bereichen des Arbeitslebens?
Und ja, ich habe schon davon gehört, dass es Leute geben soll, die versuchen, sich schlüssige Gedanken um die Zukunft zu machen. Ob sie dadurch Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft nehmen können? Einfluss auf längerfristiges und nachhaltiges Handeln des Menschen, jenseits von Vorschriften, Gesetzen und Strafgeldern?
- Man wird sehen. In der Zukunft.
Was man heute schon sehen kann - ein sehr interessantes Phänomen übrigens - wir sind HEUTE (mit) geprägt durch die Geschichte von gestern. Wir lernen jedoch, wenn wir über die Geschichte, über die Vergangenheit hören und lesen, eine von Männern erlebte bzw. von Männern recherchierte Geschichte.
Da schon mal drüber nachgedacht?
Ich behaupte, wenn die Geschichtsschreiber mindestens die Hälfte weiblich gewesen wären, hätten wir ein anderes Selbstverständnis, einen anderen Blick auf die Welt HEUTE - weil wir einen anderen Blick von GESTERN bekommen hätten. Und ja - wahrscheinlich wären uns einige männliche Heldentaten dann durch durch die (Putz-)Lappen gegangen, weil die Perspektiven und Schwerpunktsetzungen andere gewesen wären.
Insofern bedauer ich schon, dass "die Feminisierung" erst so spät einsetzte und wir uns heute erst mit Männern rumschlagen, die zwar vordergründig so tun, als ob die Frauen genauso ok wären, wie die Männer, aber durch die Hintertüre gleichzeitig schon wieder polarisieren. Warum darf es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen geben, im Empfinden, im Blick auf die Welt, in den Zuschreibungen, in den Rollen und warum darf das nicht gleichzeitig grundsätzlich gut und darüberhinaus unbewertet sein?
Noch 'ne Frage:
Wie soll die "Weiterentwicklung der Männer" angestoßen werden bzw. erfolgen, wenn die ökonomischen Anreize nicht reichen? Und wohl auch nicht die familiären, sozialen? Was brauchen die Männer um ..... aus sich raus zu kommen?Geändert von Inaktiver User (17.06.2009 um 15:21 Uhr)
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17.06.2009, 15:02
AW: Als Mann fühlen
Der Rock und die Feminisierung stammten von SwedishChef, zu letzterem warte ich auch noch auf eine Antwort.
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17.06.2009, 15:11Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
reiner, lasse doch Deine Joseph-Strauß-Diskussionsideen ..Ich stelle fest, dass ganz wenige Frauen hier souverän mit der Frage: weiblich oder männlich fühlen was ist das? umgehen können.
Außer Brombeerkatze hats keine versucht.
und unterlasse es hier Frauen zu verumglimpfen..
Jede, die hier schrieb, widmete Deinen Ideen Zeit und Gedanken. Dass diese nicht in die von Dir vorgesehene Richtung gehen, liegt daran, dass Deine festzementierte Denkrichtung zu eng ist..
diese Denkpfade völllig ausgelatscht sind..
Du selbst bist weit davon entfernt, souverän mit der Frage umzugehen, also bitte unterlasse die Attacken in Richtung "der Frauen"
Du entlarvst nur ein weiteres Mal Deinen despektierlichen Blick in Richtung " der Frauen" die für Dich nicht souverän sind, wenn sie nicht in Deinen Denkpfaden tümpeln..
Du bist der unsouveränste User der gesamzen Bri mit Deinen ewig gleichen Fragen mit dem wewig gleichen Ziel und holtst hier groß aus in Richtung aller Frauen, die hier im Strang schrieben : allein solche Äußerungen zeigen wes Geistes Kind hinter Deinen Fragen steht..
Das ist zutiefst ärgerlich..
Andere Männer verhalten sich hier im Strang und in der gesamten Bricom deutlich souveräner, Du wirst zu oft unverschämt und hackst in Richtung aller Frauen, die nicht nach Deinem Munde reden.
ärgerlichGeändert von Inaktiver User (17.06.2009 um 15:29 Uhr)
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17.06.2009, 15:19Inaktiver User
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17.06.2009, 16:26
AW: Als Mann fühlen
Hallo Leda!
Und da ist er wieder, dieser uncharmante, unlustige, diskussionsatmosphärevergiftende Spott. :-)
Und für nicht wenige bedeutet 'Feminisierung', dass das Pendel der Bevorteilung über den Ruhepunkt in die andere Richtung ausschlägt. Die klassischen 'männlichen' Merkmale werden wohl eher in einer Welt der Krise und der Not benötigt, eher nicht in wirtschaftlich und politisch stabilen Zeiten. Die notwendigen Grundlagen zu diesen Überlegungen kannst Du Dir ja selbst ausmalen.
Nein, keine Entschuldigung. Du betätigst Dich hier als Giftspritze, was mir das Klima maßgeblich verübelt. Ich kann bei Dir keine Ansätze erkennen, an einem freundlichen und ergiebigen Diskussionsklima interessiert zu sein.
Der Kommentar mir dem Kindheitstrauma wahr dazu gedacht, dass Du mal anfängst Dir Gedanken über Deine Umgangsformen hier zu machen. Das klingt teilweise schon tollwütig von Dir. Eine eigene, andere, abweichende Meinung ist Dein volles Recht, klar, aber Form und Ton finde ich eigentlich wichtiger. Ich mag nicht perfekt sein, und wenn mich der Eifer packt, lasse ich mich zu ausschweifenden Erklärungen hinreißen. Aber unprovozierte Angriffe kommen mir dabei nicht in den Sinn.
Pff! Arrogant kannst Du doch gerne sein, mach doch. Ich kritisiere die Verbindung mit offensiver Aggressivität. Ich bin auch nicht immun gegen Argumente. "Ich will aber, dass es so ist" ist kein Argument. Wenn ich also belehre, dann auf Basis einer Argumentation, der bislang nichts Ebenbürtiges entgegengesetzt wurde -- sowas macht überheblich, ja, aber zurecht, denke ich.
Eine Angleichung würde bedeuten, dass sich die relevanten Kennziffern aufeinander zu bewegten. Tatsächlich haben Mädchen Jungen schon in einigen Bereichen überholt, in anderen zumindest gleichgezogen. Die Mortalität von Männern ist immer noch höher als die von Frauen. Zeitgleich zerbröselt die ökonomische Lebensbasis vieler Männer. Man kann natürlich darüber streiten, ob ein Neubeginn nicht die Beseitigung des Alten erfordert.
Ja, man kann es auch einfach geschehen lassen. Und wenn wir uns sicher sind, dass da was schief läuft, dann können wir mit hunderttausendfachem Aufwand und genausoviel mehr Zeit versuchen, das Ganze wieder geradezurücken.
Oder wir versuchen, nachteilige Entwicklungen im Ansatz zu erkennen, um sie dann mit geringerem Aufwand und weniger Schmerzen zu beeinflussen. Dafür muss man jedoch drüber nachdenken, miteinander diskutieren, Probleme erkennen, eingrenzen usw. Also das gesamte Paket zur Lösung gesellschaftspolitischer Probleme zum Einsatz bringen. Das Problem zu leugnen, es zu verdrängen oder kleinzureden, wird niemandem gerecht.
Dann muss auch darüber geredet werden. Ich stimme insofern zu, dass männliche Historiker früherer Generationen hauptsächlich die Leistungen anderer Männer verzeichneten, wohingegen die Leistungen von Frauen nur dann anerkannt wurden, wenn es 'männliche' Leistungen waren. Es ist leider noch nicht allzulange her, dass Frauen als Halbmenschen galten, und entsprechend weniger Achtung entgegengebracht wurde.
Möglicherweise. Aber ich identifiziere mich nicht mit den Leistungen anderer, zumindest nicht mit den Leistungen einer Teilgruppe. Ich schaue mir die Leistungen der Menschheit an, wenn ich mir mal wieder versonnen meiner Gefühle den Menschen gegenüber klar zu werden versuche. Insofern kann ich mir vorstellen, dass die Menge an verzeichneten Leistungen bedeutend größer wäre, wenn die Leistungen beiderlei Geschlechter aufgenommen worden wären, auch wenn einige 'männliche' Leistungen dabei dann unbeachtet blieben oder gänzlich anders bewertet würden.
Warum müssen die Unterschiede entlang der Geschlechtsgrenze verlaufen und warum muss daraus dann ein Unterschied abgeleitet werden, der über die rein biologische Funktion hinausgeht? Warum dürfen Menschen denn nicht individuell unterschiedlich und dennoch anerkannt und akzeptiert sein? Was wäre denn so schlimm, wenn ein Mann 'weiblich', eine Frau 'männlich' empfände? Und welche Bedeutungen haben solche Zuordnungen? (Lassen wir mal den Umstand außer acht, dass kein Mann und keine Frau weiß, wie ein anderer Mann oder eine andere Frau empfinden)
Polarisieren. Das heißt im übrigen, dass eine Gegensätzlichkeit konstruiert wird. Ich kann diesen Vorgang bei mir nicht erkennen. Ich will Gemeinschaftlichkeit 'konstruieren'.
Nun, wir lassen sie gesellschaftlich erstmal zugrundegehen -- übertrieben formuliert. Aber sobald ein signifikanter Teil der Männer in finanzieller Abhängigkeit von ihren Frauen (oder eher: von ihren Müttern) steht, wird sich vermutlich schon von allein was drehen. Aber das dürfte, ganz im Sinne 'männlicher' Problemlösungsstrategien, eher unangenehm werden.
Heute kann man das Thema nur bewusst machen. Mit Menschen reden. Versuchen, ihnen klarzumachen, dass es eine Bereicherung für ihr Leben und die Gesellschaft sei. Ohne weitgehende Möglichkeit zur Gehirnwäsche ist man eben auf Freiwilligkeit und Einsicht angewiesen. Ist ja auch nichts Falsches, ganz im Gegenteil. Ich finde es immer wieder toll, wenn Menschen auf Basis einer Diskussion ihren Standpunkt überdenken. Und ja, es ist überheblich, wenn ich sage: Bei dieser Diskussion sehe ich noch nicht, warum ich meinen Standpunkt überdenken sollte -- bestenfalls meine Diskussionsstrategie.
Eine geschlechts-polare Gesellschaft mit Arbeitsteilung nach Geschlechtern ist grundsätzlich nichts Abwegiges, solange die geschlechtsabhängigen Rechte und Pflichten austariert sind. Viel Spaß beim Abschätzen der Wertigkeiten, kann ich da nur wünschen. Da finde ich eine Gesellschaft nach individueller Entfaltung und Anerkennung doch bedeutend erstrebenswerter, weil weniger Streit verursachend. Immerhin haben sich Frauen nicht ohne Grund vom Joch der Fremdbestimmung befreit.
Grüße
Masin
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17.06.2009, 17:59Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
Dann wünsche ich den pädagogisch ambitionierten, kämpferischen Mannen @Masin und @reiner alles Gute bei ihren Feldzügen.
Mir ist das zu hoch, wie das gehen soll "Gemeinschaftlichkeit konstruieren" in dem man mindestens die Hälfte der Gemeinschaft zuerst mal auf fiese Art zurechtstutzt und maßregelt bis in die Sprache hinein und sich sogar als Frauen- wie Männerfeind ausgibt. Ich will das aber auch gar nicht verstehen und habe überhaupt keine Ambitionen auch nur in die Nähe von etwas "Ebenbürtigem" zu kommen. Ohne die Basis Menschenfreundlichkeit geht bei mir nichts mehr.
Bewährt hat sich mal wieder die Methode, eine Nummer offensiver scharf zu antworten als geliefert - bringt in Folge immer wieder nette Sächelchen ans Licht. Persönlich nehmen tu ich hier nichts.
Insofern: Danke. - Hat sich erledigt, selbst wenn es inhaltlich nicht uninteressant wäre.
Ich gehe ja auch nicht mit einem Tierquäler zum Tag der offenen Türe ins Tierheim.




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