Ja, aus Verunsicherung lachen sehr viele Menschen, versuchen damit, ihre Verunsicherung zu überspielen. Es gibt aber auch unangenehmere Reaktionen.
Was ich sagen wollte: Mit meinen Möglichkeiten kann ich eine Garderobe zusammenstellen, die mir an mir gefällt. Wo ich sagen kann: "Ja, das sieht gut aus!" Ich bin da aber wohl im Vorteil, weil ich mich bereits an den Anblick gewöhnen konnte.
Dennoch schmerzt gelegentlich die Boshaftigkeit, eben dann, wenn die Tagesform einen eh schon in einen gestressten Zustand versetzt hat.
Es zu wissen ist leider etwas anderes als es zu fühlen. An manchen Tagen klappt's, an anderen nicht.
Die Frauen waren auch anderweitig im Vorteil. Bei ihnen ging es ganz konkret um politische und ökonomische Interessen, die sich in Zahlen und Fakten ausdrücken ließen, die von den Männern (und natürlich den Frauen) sehr bewusst wahrgenommen werden konnten. Die Fortführung der Emanzipation als gesamtgesellschaftlicher Vorgang nun bei den Männern fordert von diesen jedoch die Übernahme von Werten und Wertvorstellungen, die sich nicht so konkret greifen lassen, wo selbst Frauen Probleme haben, sie zu fassen zu bekommen.
Die angestrebten Ziele sind für Männer in Röcken weitaus diffuser und erfordern vll. mehr Anstrengung sie zu erkennen. Wobei ich da einschränken muss: Es gibt unter Rockträgern eine starke Fraktion, die kein gesellschaftliches Ziel verfolgt sondern einfach den Rock in die Herrenabteilung bringen möchte. Ich versuche da ein wenig progressiver zu denken und beziehe den gesellschaftlichen Zustand der männlichen Bevölkerung mit in meine Überlegungen ein. Da gibt es mE Grund zur Besorgnis (wie in diesem Strang schon mal angeschnitten).
BTW: BH und Suspensorium sind mW die einzigen geschlechtsmerkmalabhängigen 'Kleidungsstücke'. Beim BH wurde aber wohl die Funktion noch um ein wenig Schick ergänzt.
Dazu kann ich nur sagen: Probier es aus. Es gibt durchaus gute Gründe, weswegen Frauen zwischen beiden gerne wechseln. Es gibt aber auch gute Gründe weswegen sich Frauen lieber des einen als des anderen bedienen, je nach Person. Ein Großteil der Gründe (eigentlich alle mit Ausnahme der sexuellen Wirkung auf Männer) dürfte auch für Männer gültig sein.
Und das ist eben einer der Knackpunkte: Anziehen wie eine Frau?! In Anbetracht der Tatsache, dass Frauen mittlerweile eher Hosen als Röcke oder Kleider tragen, kann man das kaum so stehen lassen. Aber was 'männliche' und 'weibliche' Kleidung unterscheidet, wurde in diesem Strang auch schon mal erwähnt. 'Männliche' Kleidung ist unauffällig, schlicht oder praktisch. 'Weibliche' Kleidung dient stärker emotionalem Ausdruck und auch der Aufmerksamkeit. Ästhetische Elemente werden dem reinen Pragmatismus vorgezogen.
Wer sich als Mann modisch emotional ausdrücken möchte (abseits von "Uhn, ich bin so cool", einem gewissen Understatement oder einfach nur Trübsinn), wird sofort in irgendwelche Schubladen gesteckt. Nicht die Provokation ist das Ziel, sondern --wie eigentlich bei jeder Kleidungswahl-- das persönliche Gefallen an der Kleidung. Die Provokation ist nur eine ungewollte Nebenwirkung, die man auch anders und leichter haben könnte -- schon mal einen rosa oder Leoparden-Anzug angezogen? Das reicht völlig und wäre völlig 'männlich'.
Danke Euch dreien! Es war schön, Eure Worte zu lesen.
LG
Masin
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Thema: Als Mann fühlen
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10.06.2009, 23:52
AW: Als Mann fühlen
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10.06.2009, 23:54
AW: Als Mann fühlen
schön sieht das aus, wem es gefällt.
Aber so weit kommt es noch dass ich in der Bricom mich überreden lasse Kleider zu tragen.
OK, ich trage einen Rock oder ein Kleid auf der Strasse, kein Problem.
Aber nur für Geld, z.B. 1000 EUR.
Dann laufe ich auch durch die Fussgängerzohne einer Grossstadt.
Die Blicke von anderen sind mir egal, mich kennt sowieso keiner und so schlimm ist das nicht für eine halbe Stunde.
Aber Hosen sind doch ok. Warum was ändern. Ich bin eher konservativ veranlagt. Alles bleibt wie es ist, hat sich bewährt und fühlt sich gut an. Ich betreibe Evolution, verbessere meinen Körper, aber nicht meine Kleidung. Mein Stil ist schlicht, mein Körper ist mein Markenzeichen, die Form, die Ästhetik, die Proportionen. Nicht die Kleidung, hab ich nicht nötig. Dafür trainiere ich zu hart, als Lebensstil.
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10.06.2009, 23:59
AW: Als Mann fühlen
Hallo MasinAD
auch interessant, aber wie gesagt, ich bin absolut konservativ in Kleidungsdingen. Ich ziehe weder ein Männerkleid an, noch ein rosa Leopardenkostüm, noch ein Gummifetisch oder sonstwas.
Entweder nackt oder mit Badehose oder mit Jeans oder Anzug.
Das war's und reicht mir.
Ich trainiere meinen Körper und brauche diesen nicht "verkleiden".
Da habe ich meinen Stolz auf meinen Körper und habe meinen Stil bereits festgelegt und das funktioniert ganz gut.
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11.06.2009, 00:01
AW: Als Mann fühlen
Und ich kann mir sogar ganz gut vorstellen, dass es für Mann viel angenehmer ist, mit Rock. Also so im Schritt.
Ist mir gerade auch noch in den Sinn gekommen.
Mir war schon klar, dass es hier nicht um Blümchenröcke geht. Irgendwann wurden schon mal so einige schöne Rock-Modelle verlinkt und ich kann mich noch gut erinnern.
@ HQking

Ich bin trotzdem vorsichtig, bei dieser Nicht-Opferrolle-Aussage. Ich denke dabei immer an den älteren Mann, der in der Berliner U-Bahn von zwei Jugendlichen brutal zusammengeschlagen wurde. Er hatte gar so keine Chance. Da hilft auch keine Haltung weiter, glaube ich zu mindestens. Denn manche Menschen können so ziemlich merk befreit sein und denen möchte ich nicht begegnen!
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11.06.2009, 00:10
AW: Als Mann fühlen
ist mir auch klar. Da ich noch nie ein Opfer von Gewalt wurde (früher als Kind habe ich schon Prügel von meinem Vater bezogen, war immer ein Sturkopf) habe ich hier eine naive, furchtlose Einstellung und darüber denke ich schon nach.
Wenn mich jemand von hinten erschlägt ohne dass ich es bemerke dann ist es eben vorbei. Oder wenn ich es überlebe dann habe ich sicher ein Riesentrauma psychisch.
Ich hab mich auch noch nie verletzt (ausser mal in der Jugend ein Autounfall) und Alk und Drogen oder Medikamente (bin auch nie krank und war die letzten 10 Jahre nicht beim Arzt) nehme ich auch keine und von daher denke ich mir schon bin ich klar im Kopf und ohne irgendwelche Wolken/Bedenken und irgenwann muss einmal ein Dämpfer kommen, ein Unfall, Absturz oder sonstiges. Hatte im Leben immer eine Glückssträhne (selbst geschäftlich obwohl ich gestern noch schrieb ich hab hier auch mal Probleme).
Also ich mach mir schon Gedanken und spiele Szenarien durch im Kopf.
Und irgendwann ist das Leben ja sowieso beendet, ist mir auch klar.
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11.06.2009, 00:10„Auf unserer Suche nach allem, was die Leere erträglich macht, haben wir nur eins gefunden … einander.“
(aus Contact)
"Wir vertreiben uns aus einem Paradies, aus dem nur wir uns selbst vertreiben können."
(H. Lesch)
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11.06.2009, 00:24
AW: Als Mann fühlen
Und spätestens dann kann man immer noch darüber nachdenken, was alles hätte passieren können. Vorher eher nicht. Vorher sollte man nicht mal im Traum solche Szenarien im Kopf durchspielen. Du machst mir Angst und bevor ich noch wach albträume gehe ich jetzt lieber.

War wirklich nett mit Euch! Ob nun Rockträger oder nicht. Mir völlig egal!
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11.06.2009, 00:34
AW: Als Mann fühlen
Gute Nacht kaafee
ja, ich habe eine gute Fantasie und ein exzellentes Vorstellungsvermögen und denke vorausschauend, auch um auf dem Boden zu bleiben und (nur als Beispiel beim Motorradfahren gewappnet zu sein dass einmal ein Traktor aus dem Feldweg herauszieht oder eine ältere Person meine Vorfahrt missachtet).
Auch geschäftlich habe ich stets Optionen parat und genau das ist es wofür ich bezahlt werde und sich andere intern. Unternehmen auf mich verlassen. Das sehe ich als Kunstwerk das ich baue und erstehen lasse in der Realität für andere als fertigen Plan.
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11.06.2009, 01:11
AW: Als Mann fühlen
Wobei man ja Träume meist nicht beeinflussen kann. Zumindest sollte man sie nicht bewußt in eine derartige Richtung lenken
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Es gibt wirklich Wichtigeres als die Bekleidung: den Menschen als solchen. Auch von mir eine gute NachtWar wirklich nett mit Euch! Ob nun Rockträger oder nicht. Mir völlig egal!
„Auf unserer Suche nach allem, was die Leere erträglich macht, haben wir nur eins gefunden … einander.“
(aus Contact)
"Wir vertreiben uns aus einem Paradies, aus dem nur wir uns selbst vertreiben können."
(H. Lesch)
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11.06.2009, 01:26
AW: Als Mann fühlen
Die meisten Menschen (Männer wie Frauen), die in Partnerschaftskonflikten zuschlagen, tuen das ja nicht geplant, sondern weil in einer zunehmend hitzigeren Auseinandersetzung die verbale Auseinandersetzung zu einer körperlichen eskaliert, die Emotionen nicht mehr kontrolliert werden usw.
Zitat von HQking
Oft spielen dabei Persönlichkeitsstörungen, Alkohol, andere Rauschgifte oder Medikamentenmißbrauch eine Rolle.
Der Aggressivere, psychisch Dysfunktionalere schlägt den Unaggressiveren, Beherrschteren.
Der Schäger plant seine Attacke selten, kalkuliert also nicht seine Chancen, weshalb auch ein 1,94 m großer Mann in Gefahr steht, von einer Frau schwer geschlagen zu werden, die nur 1,70 groß ist und 65 kg schwer.
Wenn diese Frau nur aggressiv, außer sich, betrunken etc. genug ist und nicht ihre Fäuste benutzt, sondern einen schweren Aschenbecher, eine Vase, eine stählerne Suppenkelle (prächtige Verlängerung des Schlagarmes) usw.Geändert von arouet58 (11.06.2009 um 01:32 Uhr)
Cum grano salis



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