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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von Diplomat Beitrag anzeigen
    Andererseits, muss man sagen, in der Praxis ist die Rollenverteilung doch meist eine andere, als die theoretisch erträumte - nur wird das von den Leuten nicht so wahrgenommen.
    in der tat. ich würde mal schätzen, bei ca. 50% der beziehungen, die ich aus meinem umfeld kenne, haben definitiv die frauen die "führungsrolle" und sind die berühmte schulter.

    das ist auch in ordnung und wird von diesen paaren auch nicht als negativ empfunden. schwierig wird es nur, wenn die frau die starke ist und trotzdem der mann an sich den anspruch hat, dass er der coole ist.

    am krassesten habe ich diesen gegensatz zwischen anspruch und realität bei meinen eltern erlebt. meine mutter hat nicht nur die kinder erzogen, sondern auch sämtliche entscheidungen getroffen, finanzen eingeschlossen, das haus gebaut, haus und garten versorgt, die eltern zu tode gepflegt und nebenbei vollzeit gearbeitet.

    mein vater war gut in grossen sprüchen.

    gleichzeitig wurde nach aussen das bild aktiv das bild gepflegt, dass meine mutter ein schwaches frauchen ist und mein vater der held und patriarch. das war ganz schön anstrengend.

    seitdem habe ich eine allergie gegen "starke" männer, markige sprüche und markige attitüden.

    "stärke" wird sowieso meistens missverstanden; die verbindung zwischen stärke und männlichkeit bwz. schwäche und weiblichkeit deshalb oft falsch hergestellt.

    ein mensch, der in sich ruht und mit sich zufrieden ist, ist stark. abhängig von seinem geschlecht wird er / sie dann von selbst als männlich oder weiblich anziehend wahrgenommen werden. vergleicht selbst. es klingt schlüssig, wenn man schreibt:

    - ein mann, der in sich ruht, mit sich zufrieden ist, und der mit sich selbst und mit anderen respektvoll und freundlich umgeht, wirkt männlich.

    - eine frau, die in sich ruht, mit sich zufrieden ist, und die mit sich selbst und mit anderen respektvoll und freundlich umgeht, wirkt weiblich.

    statt dessen wird unter dem wort "stärke" oft ganz selbstverständlich "dominanz im auftreten" verstanden. das macht diskussionen über männlichkeit so anstrengend und missverstehensanfällig.
    Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von Diplomat Beitrag anzeigen
    oder um zu haben, was die andere Seite wünscht? Darauf wollte ich hinaus - das sich die Männer von den Wünschen und Idealbildern, die Frauen haben, emanzipieren könnten - und überlegen könnten: wie will ich eigentlich selbst sein, wie würde ich mich wohlfühlen.
    Tun sie das ... "die Männer"? Sich daran orientieren was Frauen sich sexuell wünschen?

    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Mann auch dann eine Erektion bekommt, wenn er völlig konträr zu seinen sexuellen Präferenzen (und seien sie noch so "geheim") Sex haben wollte/müsste.

    Und was die nicht-sexuellen-Idealvorstellungen der Frauen angeht .. mh .. Müssen nicht Männer wie Frauen mit gewissen .. oder besser gesagt vermeintlichen .. Idealvorstellungen des anderen Geschlechts leben?

    Ich denke.. Träume sind Träume. Paare werden aber aus der Realität heraus entstehen.

    Was mir aber - aus weiblichem Blickwinkel - noch auffällt ist, dass Männer selbst an gewissen Klischees fest halten weil .... tja.. weil? Sag' Du's mir. Und mache es Dir bitte nicht so einfach und zeige nur auf die Frauen. Das wäre mir zu einfach. Denn es gibt Männer wie auch Frauen die an bestimmten Klischees fest halten, aber nicht bereit sind das Klischee durchgängig zu leben.

    Ich nenne das "sich die Leckerchen heraus picken wollen". Und das ist schlicht Egoismus pur und hat herzlich wenig mit unemanzipiert oder ausgenützt zu tun.

    Natürlich müssen das nicht alle wollen, nur die die es wollen, könnten sich aus der Deckung wagen - die, die auch dazu stehen, sind, denke ich, eine Minderheit. Welche kennst Du denn?
    Muss ich jetzt mit der halben männlichen Bevölkerung in Deutschland gesprochen haben um sagen zu dürfen "och.. ich kenne den einen oder anderen Mann der das als Spielvariante genießt"? Sie gehen allerdings nicht damit hausieren. Warum auch? Ich tue das auch nicht mit meinen sexuellen Präferenzen. Du etwa?

    oder wenn ich sie trotz Ver- und Beurteilung mit "Selbstwertgefühl" leben kann.
    Für mich ist Emanzipation etwas, was nur funktioniert, wenn ein Gegenpart da ist der das akzeptiert. Nein, ich fühle mich nicht emanzipiert, wenn ich kämpfen muss oder größere Nachteile in Kauf nehmen muss, oder ausgegrenzt werde, wenn ich zu etwas stehe was mich ausmacht.

    Um das eigene Selbstwertgefühl muss man sich m.E. übrigens selbst kümmern. Da gibt es keine andere Person die man für das Nichtvorhandensein verantwortlich machen kann.

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was von wem in diesem Strang geschrieben wurde, weiß ich schon gar nicht mehr genau. Unterm Strich bleibt bei mir so etwas wie ein Gesamt-Thread-Empfinden hängen. Das hier ist für mich hauptsächlich zäh, redundant, blockierend, saft- und kraftlos und abschätzig und neidisch (?) auf die Frauen schielend.
    Hmm.. so ähnlich sehen meine Eindrücke ebenfalls aus. Und ab und zu .. wenn mal endlich wieder jemand einen Beitrag geschrieben hat der mich schmunzel ließ .. juckt es mir dann doch wieder in den Fingern.

    Eigentlich bin ich diese "Neid"-Threads leid. Gleichgültig ob Männer auf Frauen, oder Frauen auf Männer neidisch schielen. Die Alice Schwarzer-Bewegung hat uns das doch vorgemacht. Unterschiede und Ungerechtigkeiten benennen war anfangs gut und wichtig. Aber irgendwann wurde das Selbstzweck und hat weder Frauen noch den Männer weiter gebracht.

    Für mich damit abschließend habe ich auch nur ein Schulterzucken und ich frage mich, worauf die Mär des stets lösungsorientierten Mannes und der nur sich durch verbales Abladen erleichternden Frau basiert. Dieser Thread ist dafür jedenfalls keine Referenz.
    Nein, ist er nicht.

    Ich habe gelernt: Manch Mann steckt auf erschreckende Weise verdammt fest. Das kriegt der Einzelne aber nicht auf der Allgemeinebene gelöst. Dazu gehört ab einem gewissen Punkt mehr individuelle Innenschau. Wenn er denn was lösen wollen würde.
    Das ist eine Aussage, die ohne geschlechtlichen Bezug Allgemeingültigkeit hat.

    Möglicherweise ist es auch nicht nur "manch Mann" sondern ganz viele, die entweder selbst noch nix davon wissen oder ihre Umwelt davon nix wissen lasssen wollen - weil das ja "Schwäche" wäre.
    Ich glaube nicht daran, dass das nur aus der Angst heraus geschieht "Schwäche" zu zeigen. Ich olles Schandmaul habe eher den Eindruck, dass das aus Bequemlichkeit heraus geschieht. Oder warum sonst ist mir der männliche Wunschtraum sexuell "genommen" zu werden nun auch nicht mehr soooo fremd?

    Vielleicht dauert es auch genau deshalb so lange, bis ein Ruck durch die "feststeckende Männerwelt" geht - "Frauen" horden sich im Gegensatz zu "Männern" ja alleine schon durch ihr angeborenes Austausch- und Beziehungsbedürfnis schneller zusammen.
    Männer tauschen sich ebenfalls aus. Aber bei vielen Männern läuft parallel - so mein Erleben - auch ein Vergleichen und sich messen ab. Wie kann auf diese Art und Weise etwas in Bewegung kommen?

    Wären wir mal wieder bei der Angst.
    (Bis dato vermeidet man als "Frau" gegenüber einem "Mann" tunlichst die Frage: Wovor hast Du eigentlich Angst? wenn man ihn nicht dauerhaft in die Flucht treiben will)
    Ist das so? Hmm... ich werde das mal bei Gelegenheit testen?

    Es bleibt uns nix anderes übrig, als auf die kritische Masse für Veränderung zu warten bis ein fruchtbarer Dialog mit fruchtbaren Ergebnissen und Taten bei rauskommen kann ohne dass "die Männer" stiften gehen und sich in der Anonymität und Allgemeinheit verlieren wenn's ans Eingemachte geht.
    So lange sie sich (bequem) verstecken können werden sie es tun. Aber das ist ein menschliches Phänomen. Erst wenn der Leidensdruck zu groß ist, geht Mensch aus der Deckung. Siehe die Schwulen/Lesbenbewegung.

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