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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Vielleicht kannst Du nochmal erläutern, woraus sich diese Ansprüche und das 'Sollen' ergeben: Erwartungen der Frauen oder Ansporn der Männer? Kulturalistische Gewöhnung oder biologistische Notwendigkeit?
    Ich weiß es nicht. Ich vermute aber kulturelle Gewöhnung sowie daraus resultierend Erwartungen von Frauen, dass Männer dieser Gewöhnung entsprechen, und Druck auf die Männer ('tschuldigung, kann das nicht euphemistischer formulieren), Erwartungen an sich gerecht zu werden. Biologisch 'notwendig' ist das nämlich nicht, wenn auch der höhere Testosteronspiegel der Männer eine solche Verteilung begünstigen mag. Es ist beileibe nicht das einzige, wenn auch das dominierende Modell, heutige Partnerschaften zwischen Mann und Frau zu 'erklären'. Zu Zeiten arrangierter Ehen, also vor etwas mehr als 200 Jahren, waren andere Modelle in Gebrauch.

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Oder es braucht einfach noch ein paar Generationen, bis die Supernanny oder die Mutter der Kompanie für ihre Mitarbeiter genauso attraktiv erscheint (und umgekehrt), wie heutzutage noch der Sugardaddy oder der Platzhirsch für seine Mitarbeiterinnen. Es wurde immer mal der Begriff 'gläserne Decken' für Frauen genannt: Vielleicht scharen sich hier und da eine handvoll Möchte-auch-endliche-gern-alpha-Weibchen um das letzte Alpha-Männchen und können sich nicht einigen, welche und warum es dann ablösen und durch die 'gläserne Decke' darf?
    Erwartungen machen unglücklich, gerade solche an eine derart heterogene(!) Gruppe wie die versammelten Vertreter eines Geschlechtes. Solche Erwartungen nehmen keine Rücksicht auf individuelle Eigenschaften und müssen dann zwangsläufig unerfüllt bleiben und enttäuschen. Oder umgekehrt, beugt man sich dem Erwartungsdruck, lebt man ein fremdes Leben (im Sinne von 'fremdbestimmt' im Gegensatz zu 'selbstbestimmt' ('emanzipiert' für die, die es vergessen haben).

    In dem Sinne leiden 'starke' Frauen bestimmt heute darunter, dass sie sich entweder mit der geringen Auswahl an Männern zufriedengeben müssen, die eben noch 'stärker' sind als sie, oder sie müssen sich für die Balz als 'schwach' ausgeben. Dazu fällt mir die Diskrepanz im Verhältnis unverheirateter Chefärzte zu unverheirateten Cherfärztinnen ein. Ein Chefarzt hat wenig Probleme damit, nach 'unten' zu heiraten und eine Krankenschwester zu ehelichen, eine Chefärztin ehelicht einen Krankenpfleger/Rettungshelfer/Sanitäter wohl nur in gaaaaanz seltenen Fällen. Sage mal einer, dass Status keine Rolle bei der Partnerwahl spiele. Sicher haben auch Männer ihren Anteil daran, dass sie in einer solchen Konstellation eben nicht die Führungsrolle für sich glaubhaft beanspruchen können und deswegen die Chefärztin außen vor lassen. Aber es dürften auch nicht wenige Frauen einer solchen Verbindung abgeneigt sein ("Ich hab was Besseres verdient!" -- aber vielleicht ist diese Sicht auch wieder typisch 'männlich' :-)).

    Die Sache mit der Attraktivität von Mann und Frau unter Betrachtung von beruflichen Status lässt sich jedenfalls nicht so einfach 'verbessern', solange man zwingend auf das Geschlecht im Berufsleben achtet. Es würde aber vermutlich schon helfen, würden Männer nicht mehr dem Druck ausgesetzt, Erwartungen an ihre Rolle zu erfüllen. Damit einher müsste gehen, dass Männer nicht mehr so verkrampft ihr Ansehen auf Basis von Härte, Erfolg und 'Männlichkeit' definieren -- und Frauen das Ansehen von Männern auch nicht nach diesem Maßstab wahrnehmen. Aber mehr als schöne Gedanken sind das im Moment nicht. Aber ich bin bereit, mich positiv überraschen zu lassen :-).

    LG
    Masin

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von MasinAD Beitrag anzeigen
    Die Sache mit der Attraktivität von Mann und Frau unter Betrachtung von beruflichen Status lässt sich jedenfalls nicht so einfach 'verbessern', solange man zwingend auf das Geschlecht im Berufsleben achtet.
    Mir ist auch noch nicht so ganz klar, worin dieses 'verbessern' eigentlich besteht, d.h. in Relation zu welchem oder wessen Wertesystem? Hier ist auch noch ein Beispiel dazu:

    "Nur den richtigen Mann finden junge Bäuerinnen oft nicht. Und das liegt nicht an ihnen."

    Warum nicht? An wem oder was dann?

    "Ein junger Kandidat lebt sogar in allernächster Nähe, nur ein paar Kuhweiden und Kartoffelacker weiter. "Er stylt seine Kühe, rasiert Herzen ins Kuhfell und träumt von einer sexy Frau, die ihm Kuchen backt. Dann bleibe ich doch lieber allein", befindet die Ostfriesin."

    Warum? Und warum liegt es in dem Fall offenbar an dem jungen Kandidaten nur ein paar Kuhweiden und Kartoffelacker weiter, dass er keine Frau findet? Anscheinend gibt es doch recht festsitzende gegenseitige Erwartungen, die durch ein wenig mehr Empowerment nicht so einfach aus der Welt geschaffen oder ins Gegenteil verkehrt werden können.

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Mir ist auch noch nicht so ganz klar, worin dieses 'verbessern' eigentlich besteht, d.h. in Relation zu welchem oder wessen Wertesystem?
    Das kann ich auch nicht sagen, weswegen ich es ja auch in Anführungszeichen gesetzt habe. Es hat aber mMn damit zu tun, Klischees aus der Partnerwahl rauszuhalten, sich bewusst an das Individuelle des Menschen zu halten -- und damit meine ich nicht, sich rational daran zu halten, sondern einfach nur bewusst. Ich müsste mehr darüber nachdenken, mehr Austausch mit anderen betreiben, die den einen oder anderen Fallstrick mitgenommen haben oder sich seiner zumindest bewusst wurden. Dann könnte ich vielleicht auch den möglicherweise anzustrebenden Kriterienkatalog besser umreißen. Außer einem 'anders wäre es vielleicht besser' kann ich nicht viel liefern. Aber das ist eine andere Baustelle, oder?

    Vielleicht hilft es ja schon, wenn man sich bewusst macht, dass die Frage "Wieso hat dieses Weichei eigentlich eine Frau abbekommen?" bei diesem Thema nicht zielführend ist. Ich schrieb es selber an anderer Stelle, als ich das Ende meiner vorigen Beziehung anschnitt, habe es aber auch schon so in Männer- und in Frauenkreisen mitbekommen, dass die vermeintliche 'Unmännlichkeit' für viele Männer und Frauen ein Ausschlusskriterium darstellt -- im Kopf, nicht im Herzen. Aber weil der Kopf die Klischees bestimmt, ist das Bild vom 'männlichen' Mann als Wunschpartner eben so präsent. Wenn die Liebe dann doch zuschlägt, kann es komplett ab von dem liegen, was vorher so als Beschreibung angegeben wurde. Das ist zwar tröstlich, ändert aber nichts daran, dass dieses abfällige Gerede darüber es vielen Männern schwerer als nötig macht. Und es setzt die Beziehung unter Stress, da eine solche nie etwas gänzlich Privates ist, sondern immer auch Gegenstand des sozialen Umfeldes ist, wo --leider, leider-- die Erfüllung klassischerer Rollen erwartet werden könnte.

    In wenigen Worten: Die Beziehungsrealität sieht oftmals schon fortschrittlicher und emanzipierter aus als drüber gesprochen wird. Zumindest in meinem Umfeld, das ich wahrnehme.

    LG
    Masin

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat: MasinAD:
    Kannst Du bei einem Film vor Rührung weinen? Wenn Du allein den Film schaust? Wenn Du mit Deiner Partnerin zusammen den Film schaust? Wenn Deine Freunde, Kumpels oder Verwandten dabei sind? Kannst Du mit Deinen männlichen Freunden darüber reden, wie sehr Dich ein Film berührt hat, dass du weinen musstest? Falls ja, dann Glückwunsch! Aber wieviele andere Männer kennst Du, die das können? Ich wünschte, ich würde mir das erlauben können. Aber irgendwas in mir will das immer abwürgen. So meldet sich also meine Erziehung, meine Konditionierung immer wieder zurück. Es gibt gute Tage, da kann ich in Gesellschaft meiner Partnerin in solchen Fällen weinen. Die emotionale Fessel ist aber immer präsent.

    Ich kann mich noch immer sehr gut daran erinnern, wie meine Spielkameraden mich damals als Heulsuse bezeichnet haben, wie ich darum gekämpft habe, akzeptiert und respektiert zu werden, dazuzugehören. Irgendwann ging es dann. Hätte ich gewusst, welch Schaden ich für mein späteres Leben damit anrichte -- ich hätte als Kind vermutlich dennoch genauso gehandelt. Es war mir als Kind einfach nicht möglich zu verstehen, dass diese Angriffe und Beleidigungen ihren Ursprung allein darin haben, dass sie sich besser fühlen können, dass sie ihre Verunsicherung damit überdecken wollen. Ich denke, nicht wenige Männer dürften ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wenn ich mir meine verstockten Geschlechtsgenossen mal so anschaue.

    LG
    Masin
    Hallo MasinAD,
    das ist ja wirklich ein schönes persönliches Statement.
    Ja ich bin sicher emotionaler, drücke meine Emotionalität sicher spontaner, direkter und impulsiver aus als sagen wir der Durchschnitt(smitteleuropäer) oder auch z.B. auch mehr als meine Freundin die ich öfters nerve bzw. die sich über meine impulsive Art amüsiert und auch stark bewundert (auch andere Menschen schätzen dies wohl am meisten incl. Geschäftspartner und Kunden). Und ich schätze an ihr Ihre Überlegtheit und dass sie wenig impulsiv ist und so eine treue und konservative "Tomate" ist (und noch mehr Dinge sicherlich...was mehr in den persönlichen Bereich geht).

    Ich hab schon früher mal im Landschulheim bei einem Kinofilm vor Schreck einen Muckser gemacht wo sich meine Kumpels darüber amüsiert haben (grobe Gewalt und Grausamkeit ist sicher kein Vergnügen für mich das anzuschauen).

    Tut mir leid dass es solche Mauern gibt.
    Ich habe nie Mauern als solche empfunden, sondern wohl eher sorglos meine Zeit verbracht und unterdrücken musste ich eigentlich nie etwas. Eher bei anderen mal die inspierieren damit die nicht so Weicheier oder Zauderlinge sind (wie bei Freundin oder im Sport die Kumpels wo ich auch belächelt wurde im positiven Sinne gelinde gesagt weil ich immer gesagt habe "die hauen wir heute weg" und das haben wir auch getan auf dem Sportplatz und da war auch nie ein Zweifel da alles eine Willenssache ist und der mit dem stärkeren Willen gewinnt. Ist geschäftlich ebenso, das erlaube ich mir mal zu sagen und dies ist sicher nicht übertrieben dargestellt.


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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von HQking Beitrag anzeigen
    Ich hab schon früher mal im Landschulheim bei einem Kinofilm vor Schreck einen Muckser gemacht wo sich meine Kumpels darüber amüsiert haben (grobe Gewalt und Grausamkeit ist sicher kein Vergnügen für mich das anzuschauen).
    In Kürze, weil auf dem Sprung: Das erinnert mich daran, dass in einigen Kulturen außerhalb des Abendlandes Schadenfreude verständnislos bis aggressiv betrachtet wird. Missgeschicke oder Niederlagen anderer dienen dort nicht der Freude -- zumindest, wenn dem jeweiligen Menschen ein Mindestmaß an Achtung entgegenbringen möchte. Schadenfreude ist dort jedenfalls nichts Freundliches.

    LG
    Masin

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von MasinAD Beitrag anzeigen
    Das kann ich auch nicht sagen, weswegen ich es ja auch in Anführungszeichen gesetzt habe. Es hat aber mMn damit zu tun, Klischees aus der Partnerwahl rauszuhalten, sich bewusst an das Individuelle des Menschen zu halten -- und damit meine ich nicht, sich rational daran zu halten, sondern einfach nur bewusst.
    Na, da bin ich skeptisch. Aber vielleicht gibt es ja bald entsprechende Berichterstattung: "Krankenpfleger Jürgen kann Macho genauso gut wie Schnurrkater, findet aber keine Frau. Das liegt nicht an ihm. Drei Chefärztinnen laufen ihm täglich über den Weg, lassen ihn aber links liegen und kümmern sich in ihrer Freizeit lieber um Pony-Hof, Menorca-Finca und Kita-Ehrenamt."

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wann fühlt ihr euch denn gut? Wann fühlt ihr euch denn geliebt?
    Ich kann hier nur für mich sprechen, ohne Berufung auf Studien, die ich zu dem Thema auch gar nicht kenne.
    Geliebt fühle ich mich, wenn ich mich gebraucht fühle, wenn eine Frau mich spüren lässt, dass ich wichtig für sie bin, notwendig, dass ich ihr etwas bedeute, dass ich nicht austauschbar, sondern einzigartig bin, für sie.
    Ich glaube, dass es umgekehrt auch gar nicht anders ist, dass auch Frauen sich dann geliebt fühlen, wenn sie spüren, sie sind einzigartig für den Mann, letzten Endes so einzigartig, dass man zueinander sagen kann: Ich möchte, dass Du zum Vater/zur Mutter UNSERER Kinder wirst.
    Ich möchte ein Kind mit Dir, mit Dir und keinem anderen.


    Zum Problem der Stärke.
    Ich glaube, dass sehr viele Frauen sich nur in Männer verlieben können, die sie instinktiv als stark wahrnehmen, fähig, sie zu schützen, zu versorgen, auch wenn das real heute nicht mehr so häufig notwendig ist wie in jenen Epochen, in denen die Lebensbedingungen härter waren, die unsere Instinktausstattung formten, Epochen, in denen schwangere und stillende Frauen, die Kinder mit guten Versorgern, "starken" Männern hatten, sich erfolgreicher fortpflanzten als Frauen, die andere Männer bevorzugten.
    Deutliches "Signal" dafür, dass das so ist, ist z.B. die Tatsache, dass kulturübergreifend Körpergröße das wichtigste körperliche Schönheitsmerkmal für einen Mann ist, funktional heute völlig sinnlos.
    Überall auf der Welt bevorzugen Frauen große Männer, möglichst den berühmten Kopf größer als sie selbst.
    Sachlich gibt es dafür keinen Grund, keinen funktionalen Grund mehr.
    Diese Vorliebe wird erst sinnvoll, bedenkt man, dass Körpergröße auch in der Regel Stärke signalisiert, Schutz verspricht(der Bär, der sich in Imponiergeste aufrichtet verdeutlicht das gut).
    Auch die anderen körperlichen Schönheitsmerkmale, auf die Frauen oft unbewußt achten, geben Auskunft über die Gesundheit, Stärke, "Testosteronhaltigkeit" des Männchens (Kinngrübchen, die ganze Kinnpartie korreliert positiv mit dem Testosteronspiegel, ein hoher prägt den Knochenbau dieser Partien männlich, strammer Po> guter Läufer, Jäger, Versorger).
    Ich denke also, dass Frauen meist in der Tat ein stärkeres Männchen bevorzugen, das jenes Schutz-und Geborgenheitsgefühl vermitteln kann, das Frauen im Schnitt eher brauchen als Männer, um sich in Liebe "fallen" lassen zu können als die über Jahrhunderttausende Schutzbedürftigeren.
    Das macht Beziehungen zwischen starken Frauen und schwächeren Männern so fragil, weil weder die Instinkte der Männer noch die der Frauen solche Beziehungen bahnen, begünstigen.
    Männer brauchten ja "nur" eine gesunde, fruchtbare = jugendlich-schöne Frau (Schönheitsmerkmale der Frau sind "Östrogenmarker", geben Auskunft über ihre Fruchtbarkeit: Haare, Hautbeschaffenheit, Taille-Hüft-Index, Form der Brüste usw.)
    Der Status einer Frau, ihre Versorger-/Beschützerqualitäten waren für einen Mann weniger wichtig, weniger wichtig für seinen Fortpflanzungserfolg als umgekehrt diese Eigenschaften des männlichen Partners für den Fortpflanzungserfolg der Frau.
    Der "schwache" Mann hat also immer den Verdacht, die starke Frau brauche ihn eigentlich gar nicht, fürchtet, bei nächster sich bietender besserer Gelegenheit fallengelassen zu werden, wenn die Frau endlich den Mann trifft, der noch stärker ist als sie, den sie eigentlich sucht, eigentlich begehrt.
    Dem schwachen Mann steht eine wesentliche Quelle männlichen Selbstbewußtseins nicht zur Verfügung: das Beewußtsein, als Beschützer und Versorger GEBRAUCHT zu werden, notwendig zu sein.
    Frauen in solchen Partnerschaften müssten demnach in der Lage und willens sein, dem "schwachen" Mann, den sie lieben, andere Quellen zu eröffenen, die ihn selbstbewußt sein lassen, die ihn gelassen-selbstsicher in der Beziehung machen, ihm die Furcht nehmen, eigentlich austauschbar, unwichtig zu sein.

    In jeder Beziehung gibt es Spannungen, Auseinandersetzungen.
    Ich glaube, dass Männer in einer solchen Position besonders empfindsam sind, besonders leicht kränkbar, besonders heftig mit Rückzug und Abwehr reagieren auf "normale" Kränkungen, Gedankenlosigkeiten von seiten der Frau in einer Partnerschaft, vielleicht auch selber öfter zu Angstbeißern werden, um Stärke zu simulieren, zu demonstrieren.

    Umgekehrt glaube ich auch, dass tatsächlich Frauen solchen Männern, selbst wenn sie sich in einen solchen verliebt haben, eher mit einer vermehrten, uneingestandenen Mißachtung begegnen, dem Bewußtsein, eigentlich ist das nicht meine Kragenweite, eigentlich bin ich eine solche Qualitätsfrau, dass ich besseres verdient hätte.
    Eine verborgene Grundhaltung, die heftiges Verliebtsein sicher überspielen kann, die aber in Krisensituationen, dann, wenn besonders viel Achtung und Sensibilität gefragt wäre, durchbricht und dazu verleitet, verletzender zu agieren, als man es in anderer Konstellation "gewagt" hätte.

    Darum denke ich, sind die Paarungen starke Frau-schwacher Mann so selten, selten erfolgreich und werden das auch immer bleiben, weil unsere Instinkte als Männer und Frauen solche Paarungen nicht begünstigen, nicht bahnen.
    Daran kann eine veränderte Sozialisation meiner Ansicht nach nur graduell etwas ändern, also vielleicht werden sie ein wenig häufiger als heute.
    Ich erwarte vielmehr hauptsächlich ein Anwachsen der Zahl weiblicher Supersingle und männlicher Losersingle.

    Gelingen kann eine solche Paarung nur, wenn die starke Frau intelligent und verliebt genug ist, auf das besonders verletzliche Ego eines "schwachen" Mannes Rücksicht zu nehmen.
    Das ist besonders anstrengend wie alles, was wir gegen die Strömung unserer Instinkte erarbeiten müssen, die uns treiben wie ein Schiffchen auf dem Strom.

    Wer gegen den Strom vorankommen will, der muss rudern, hart arbeiten, darf nicht nachlässig sein, muss wach bleiben, darf sich nicht gehen lassen.
    Ich denke, das überfordert die meisten Menschen, Männer wie Frauen, denn eine solche Paarung bedeutet ja für beide ein Anrudern gegen ihre jeweiligen Instinkte.
    Es wird daher nur selten gelingen und, wie immer, so auch hier, wird vom Stärkeren mehr gefordert als vom Schwächeren.
    Ist die Frau die Stärkere, muss sie sich bewusst sein, dass sie auch die Hauptlast, die für das Gelingen der Partnerschaft zu tragen ist, wird tragen müssen.

    Viele starke Frauen, setzen wir mal voraus, dass jene, die sich dafür halten, es auch tatsächlich sind, was mir nur selten der Fall zu sein scheint, scheinen den Fehler zu begehen, zu meinen, allein durch ihre Stärke müssten sie für Männer schon attraktiv sein.
    Das ist aber nicht der Fall.
    Männer suchen in der Regel, natürlich nicht alle, schöne, jugendliche, fürsorgliche Frauen.
    Sind Frauen das, dann können sie auch gerne intelligent, stark und beruflich erfolgreich sein.
    Bei Frauen scheint mir das umgekehrt zu laufen.
    Vielen Männern, die "nur" schön und nett sind, hilft das nicht viel bei vielen Frauen.
    Sie schlafen dann vielleicht einmal mit einem solchen "netten", hübschen Mann, aber als Vater, als Langzeitpartner kommt eher der Mann in Frage, der etwas darstellt, der etwas geworden ist.
    Männer müssen etwas werden, um etwas zu sein, in den Augen der meisten Frauen.
    Frauen SIND, in den Augen vieler Männer, WENN sie schön sind, auch ohne etwas geworden zu sein.
    Geändert von arouet58 (29.06.2009 um 17:52 Uhr)
    Cum grano salis

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Darum denke ich, sind die Paarungen starke Frau-schwacher Mann so selten, selten erfolgreich und werden das auch immer bleiben, weil unsere Instinkte als Männer und Frauen solche Paarungen nicht begünstigen, nicht bahnen.
    Daran kann eine veränderte Sozialisation meiner Ansicht nach nur graduell etwas ändern, also vielleicht werden sie ein wenig häufiger als heute.
    Ich erwarte vielmehr hauptsächlich ein Anwachsen der Zahl weiblicher Supersingle und männlicher Losersingle.

    Gelingen kann eine solche Paarung nur, wenn die starke Frau intelligent und verliebt genug ist, auf das besonders verletzliche Ego eines "schwachen" Mannes Rücksicht zu nehmen.
    Das ist besonders anstrengend wie alles, was wir gegen die Strömung unserer Instinkte erarbeiten müssen, die uns treiben wie ein Schiffchen auf dem Strom.

    Wer gegen den Strom vorankommen will, der muss rudern, hart arbeiten, darf nicht nachlässig sein, muss wach bleiben, darf sich nicht gehen lassen.
    Ich denke, das überfordert die meisten Menschen, Männer wie Frauen, denn eine solche Paarung bedeutet ja für beide ein Anrudern gegen ihre jeweiligen Instinkte.
    Und an der Stelle stellt sich eben die Frage, wie groß der Einfluss der Sozialisierung und wie groß der Einfluss der Instinkte ist. Es gibt kein Labor, in dem man das überprüfen könnte. Es widerspricht 'unserer' Vorstellung, dass das so funktionieren kann. Wir alle sind aber auch entsprechend sozialisiert, dass wir es einfach nicht anders kennen. Es gibt nur Indikatoren, dass es auch anders funktionieren kann (Emanzipation der Frau) -- das heißt aber nicht, dass es so bleibt, wie es heute ist. Es würde 'anders' sein, vielleicht dynamischer, vielleicht im allgemeinen mitfühlender (aus schlichter Notwendigkeit). Vielleicht gebe es Entwicklungen, vor denen 'wir' uns heute ekeln, wie sich unsere (Ur-)Großeltern vor dem Gedanken geekelt haben mögen, Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern vor der Ehe zu haben. Oder vor dem Gedanken, dass Frauen Männerklamotten tragen ;-).

    Bleiben wir jedoch 'stehen', wird sich die Prophezeiung von den weiblichen Supersingles und den männlichen Losersingles mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllen. 'Stehenbleiben' heißt, die Selbstverständlichkeit der Emanzipation der Frau weiter zu betonen und die Notwendigkeit der Emanzipation des Mannes zu leugnen. Wir können zurück zu den klassischen Rollen von Mann und Frau, die ein Komplement darstellen sollen, oder voran zu einem modernen & zukünftigen Rollenverständnis, wo die Partner ein individuelles Komplement anstreben. In beiden Fällen müssen aber wohl liebgewonnene Errungenschaften oder Aspekte aufgegeben werden.

    Wo es mir gerade durch den Kopf schießt, eine Frage: Wer hat in diesem Strang eigentlich die Behauptung aufgestellt, Frauen & Mädchen würden Männer & Jungen in ihrer Entwicklung benachteiligen und behindern? Wurde diese Behauptung überhaupt aufgestellt? Ich erinnere mich nur gerade daran, den einen oder anderen Beitrag gelesen zu haben, dessen aggressiver Inhalt wohl Reaktion auf solche Behauptung gewesen sein mag. Diese Behauptung ist natürlich Unsinn. Bestenfalls kann man sagen, dass mit der Frauen- & Mädchenförderung eine gewisse Einseitigkeit in die Betrachtung und in die Lösung eines wie auch immer gearteten Problems eingekehrt ist, wodurch das Verhältnis Mann-Frau Schlagseite erhalten hat. Der Große Irrtum[TM] liegt eher darin geglaubt zu haben, die Ungleichheit zwischen Mann und Frau ließe sich allein durch Arbeit an und mit Frauen aufheben. Aber das nur so nebenbei.

    LG
    Masin

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    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von MasinAD Beitrag anzeigen
    Wo es mir gerade durch den Kopf schießt, eine Frage: Wer hat in diesem Strang eigentlich die Behauptung aufgestellt, Frauen & Mädchen würden Männer & Jungen in ihrer Entwicklung benachteiligen und behindern? Wurde diese Behauptung überhaupt aufgestellt?
    Hier.

    Zitat Zitat von MasinAD Beitrag anzeigen
    Diese Behauptung ist natürlich Unsinn. Bestenfalls kann man sagen, dass mit der Frauen- & Mädchenförderung eine gewisse Einseitigkeit in die Betrachtung und in die Lösung eines wie auch immer gearteten Problems eingekehrt ist, wodurch das Verhältnis Mann-Frau Schlagseite erhalten hat.
    Achso, na wenn's weiter nix ist.

    Zitat Zitat von MasinAD Beitrag anzeigen
    Der Große Irrtum[TM] liegt eher darin geglaubt zu haben, die Ungleichheit zwischen Mann und Frau ließe sich allein durch Arbeit an und mit Frauen aufheben. Aber das nur so nebenbei.
    Das habe ich nicht verstanden.

  10. Inaktiver User

    AW: Als Mann fühlen

    Zitat Zitat von MasinAD Beitrag anzeigen
    Der Große Irrtum[TM] liegt eher darin geglaubt zu haben, die Ungleichheit zwischen Mann und Frau ließe sich allein durch Arbeit an und mit Frauen aufheben. Aber das nur so nebenbei.
    Ich finde es garnicht so nebenbei, sondern sehr wichtig.

    Das Bild der Frau hat sich in den letzten 40 Jahren extrem geändert.
    Wir wollten es ja auch so und es war wichtig, das das passiert ist. Sonst hätte das Potential der Hälfte unserer Gesellschaft weiterhin hinter dem Herd rumgedümpelt.

    An dem Männerselbstverständnis hat sich kaum etwas geändert. Kaum wollen sie auch Vater sein, veröffentlicht selbst die Brigitte eine Studie, dass Vatersein Männer unglücklich macht. Ich kenne genug Frauen, die ihrem Mann dermaßen über den Mund fahren, wenn sie auch nur die Windel falsch auspacken (da wäre ich auch unglücklich), aber gleichzeitig auch Männer die einfach kuschen, statt wie auf der Arbeit einfach zupacken.

    Kaum werden soziale Kompetenzen gewünscht, sowohl in der Partnerschaft als auch im Beruf, heißt es, naja der Mann ist nunmal nicht so (was ja nicht stimmt, denn sehr viele Männer schaffen es ja nicht mehr die monitäre Unterstützung in der Beziehung zu sein sondern die emotionale).

    PiPaPolemik & Steinzeit Keule:
    Andauernd -selbst von Frauen- wird auf die Steinzeit verwiesen. naja der will nunmal prollen und kann nicht kommunizieren. Naja, damals gabs ja auch Mammuts...
    ja, wo sind sie nur hin

    ich finde den Threat deshalb so spannend weil er genau dieses Selbstverständis von Männern klären will, dass es ja anscheinend nicht mehr selbstverständicher Weise gibt.
    Eine Vorstellung von dem was Frau ist hat man ja jetzt und sie kann wählen, sie kann erfolgreich glücklich sein oder auch als Mutter, kann sich Röckchen oder Jeans anziehen und verliert ihre Identität nicht.

    Aber wo liegt nur das Problem der Männer? Sind es wirklich die Frauen? Das wäre aber ganz schön abhängig...oder?

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