Arouet, wenn ich deinem Schreckensszenario folge, kann ich nur sagen:
Dann wird es höchste Zeit, dass erfolgreiche Männer den von dir so genannten Loosermännern zeigen, dass es nicht nur gesellschaftliche Anerkennung ist, die zählt. Dass es durchaus Jobs gibt, die sehr befriedigend sein können, auch wenn man damit nicht viel Geld verdient.
Warum arbeiten diese Heerscharen von Loosermännern nicht in der Altenpflege?
Warum bietet nicht ein Großteil dieser Loosermännern erfolgreichen Frauen an, die Kinder großzuziehen und die Alten im Bedarfsfall zu betüddeln?
Wird Zeit für neu Vorbilder.
Und diese Vorbilder werden keine Frauen sein, schätze ich mal.
Da müssen echte Kerle ran.
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Thema: Als Mann fühlen
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20.06.2009, 08:28Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
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20.06.2009, 09:11Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
Tu ich gar nicht
ist Deine Interpretation. Ich meine ja was anderes...
Ich kann mich nicht als Opfer generieren, denn ich arbeite in der Regel fast nur mit Männern zusammen. Bestimmt nicht als Opfer
Ich bin der letzte, den Du darauf hinweisen musst, dass dieses Forum offen zu sein hat für verschiedene Meinungen,
Ich poste meine, Du Deine.
Nicht mehr, nicht weniger,
Die Lesenden können entscheiden, welche plausibler ist.
Ich habe nie Dein Recht bestritten, hier Deine Meinung zu vertreten.
Ich habe nur mein Recht wahr genommen, Dir zu widersprechen.
Das werde ich auch weiterhin tun, wenn ich lustig bin.
Also gerier Dich nicht als Opfer schlimmer "Männermacht".
Selbst Frauen werden erneut mit Widerspruch zu leben lernen müssen.
Sogar dem von Männern.
... wieso hast Du nur dieses Schwarz-weiß-Muster anzubieten?
Jeder, der Dir widerspricht und weiblich ist: "Opfer"
Klingt nach Berliner Schulhofsprache: "Ey, Du Opfer..."!
Aber davon mal nun abgesehen...
Und, hat jemand Lust, was zu meinen Links zu sagen?
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20.06.2009, 09:14Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
Yepp.
Wie mein Vater... (im Privaten) vielleicht? Auf dessen Beispiel und seine "Privilegien" im Vergleich zur "üblichen" Ehefrau ist hier noch keiner eingegangen.
Aber daran kann man vielleicht auch ein wenig das "Sich als Mann" fühlen sezieren....
Finde ich spannend.
Ich fand ihn zwar nicht so recht exotisch, aber hier im Strang kommt er mir ja wie ein Vorreiter der Männerfrage vor *gg*
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20.06.2009, 10:36Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
Ja.
Diese Studie finde ich interessant.
- Das ist das, was ich im Hinterkopf habe als Eigenwahrnehmung.
Ganz heiß finde ich darin den Satz, dass erst die Einführung der Koedukation in allen deutschen Ländern in den 60er Jahren endgültig die formalen Voraussetzungen für das Recht auf gleiche Bildung geschaffen hat.
- Das muss man sich mal reinziehen. 60er Jahre. Da bin ich geboren. Glück gehabt.
Und ja, so ist das: Mädchen bringen u.U. die besseren Zensuren, die zügigeren Abschlüsse nach Hause und fallen später bei der Berufswahl bzw. Berufslaufbahn wieder "zurück" - weil sie Kinder und Familie als -zumindest teilweise - alternatives Lebenskonzept sehen.
Ich will das gar nicht bewerten. Je nach Perspektive fällt die anders aus. Ich persönlich aus meinem eigenen Denken heraus, könnte noch nicht mal reinen Herzens behaupten, das fände ich eine Geld- und Ressourcenverschwendung, wenn Frauen nach Studienabschluss hauptamtlich Hausfrau und Mutter sind. Wieso nicht? Wenn man die Freiheit und Möglichkeit hat; keiner ist verpflichtet mit seinen Kompetenzen die Mörderkarriere hinzulegen.
Ob man nun politisch / gesetzlich / gesellschaftlich die Voraussetzungen schafft und schaffen kann, um die Wahlfreiheit zu gewährleisten - für Männer wie für Frauen - länger oder kürzer zuhause bei den Kindern zu bleiben .... ist wieder eine andere Diskussion.
Insgesamt bin ich der Meinung, dass wir mit der Frauenförderung - nicht zuletzt aus der Tatsache heraus, dass sie nun mal die Kinder bekommen, noch lange nicht gut genug durch sind. Und nach 40 / 50 Jahren Recht auf gleiche Bildung ist es auch noch lange nicht ausgestanden, was die Jahre bis dahin an alten Rollenverständnissen geprägt hat. - Nicht nur in Zusammenhang mit dem Kinderkriegen.
Zu den Jungs:
Was hier und in den Studien (auch bei Herrn Guggenbühl) an "Jungs- und Männerproblemen" genannt wird, ist existent, keine Frage. Ich bin aber der Überzeugung, dass das eigentliche Thema noch nicht richtig erkannt / formuliert ist und die Interpretationen, Schlüsse und Ansätze zu gefärbt sind durch die Erfahrung, also durch die soziokulturelle Prägung durch die Frauenbewegung der letzten Jahrzehnte.
Ich sage mal so:
Vielleicht sind die Männer der Frauenbewegung irgendwann mal dankbar, dass dadurch ihre eigene "Misere" ans Licht trat.
Ich meine, man sollte das Jungsthema, den Überhang männlicher Obdachloser, die höhere Selbstmordrate, die Art, sich am Beruf und Erfolg festzuhalten, etc. von jeglichen Frauentfragen getrennt betrachten und nicht in die argumentative Falle tappen, dass Frauen "überfördert" seien und eine "Feminisierung" im Männerzusammenhang ins Feld führen und dass mit all dem jetzt Schluss sein müsse, weil die Männer sonst ins Hintertreffen geraten. Die Männer mutieren so zu selbstgemachten Opfern der Frauenbewegung und einer insgesamt positiven Gesellschaftsentwicklung - das ist für mich völlig am Thema vorbei.
Für mich stellt sich das so dar:
Gesamtgesellschaftlich ist über die letzten Jahrzehnte der Individualismus immer stärker gefragt. "Die breite Masse" ist out, ohne König, ohne Diktator, marktwirtschaftlich organisiert, entwickelt jeder zunehmend sein ureigenstes "Alleinstellungsmerkmal". Die Freiheiten und Möglichkeiten sind mehr - für Männer wie für Frauen.
Frauen haben in dieser Struktur enorm aufgeholt über die letzten Jahrzehnte und nutzen bzw. wollen eine breite Palette der Möglichkeiten nutzen und nehmen im Zweifel auch die Freiheit in Anspruch, selbst für sich und die Kinder zu sorgen, wenn's mit dem Mann als Partner nicht klappt.
Wo die Männer dabei bleiben, ist eine Männerfrage. Kein Frauenthema. Natürlich ist sie auch in Zusammenhang mit den Frauen zu stellen - aber nicht in Abhängigkeit davon.
Meine Meinung: Entweder die Männer erweitern ebenso ihr Repertoire - oder sie entwickeln wenigstens mehr Selbstbewusstsein darin, wie sie "eben sind": Erfolgs- und wettbewerbsorientiert, tendenziell nicht so sehr an Kindererziehung interessiert - bzw. auf ihre eigene Männerart eben. Bei den Indianern wurden die Jungs ab einem gewissen Alter mit den Männern losgeschickt, damit sie lernen, was ein Mann tut.
Frauen finde ich, sollten sich zum einen von der Männerfrage DEUTLICHST abgrenzen - das ist nämlich nicht grundsätzlich ihr Problem. Es ist kein Frauenproblem, wenn sich ein Mann nicht "als Mann fühlt" oder seine Rollenauswahl langweilig findet. Entweder er sucht danach und findet - oder er lässt es bleiben. Jedenfalls kein Grund, sich nicht weiblich fühlen zu dürfen. Soweit kommt's noch.
Frauen sind dann gefragt, wenn es um Kinder geht und darum, (neue) Männerrollen in Bezug auf Kinder(erziehung) zu unterstützen. - Wenn es sie gibt. Das soll aber im einen oder anderen individuellen Fall schon so sein.
Was ich NICHT, NICHT, NICHT akzeptiere ist, dass sich Männer auf die Opferrolle gegenüber Frauen zurückziehen wenn es um verlorene Sorgerechts- oder Unterhaltsstreits geht. Dazu sind viel zu viele Männer an der Macht. Und wenn die mehr "Frauenpolitik als Männerpolitik" machen, nach mancher Überzeugung, bzw. "zu wenig Familien - und Kinderpolitik (darum geht es nämlich letztendlich), dann wäre das auch kein grundsätzliches Frauenthema - sondern eine Männerfrage.
- Wobei es im Individualfall immer eine Elternfrage ist und keine Geschlechterfrage, das wird meiner Meinung zu oft vermischt. Die Männerrolle als Partner ist von der Männerrolle als Vater zu trennen. - Und gleichzeitig ein Ansatz der "Entwicklung der Männer hinsichtlich unterschiedlicher Rollen". Ist wieder ein neues Fass.
Um die Kurve zu kriegen:
Ich akzeptiere auch NICHT die Schimpferei über die vielen unfähigen, Jungs-diskriminierenden Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen. Dazu sind mir ebenso zu viele Männer an der strukturierenden Macht. Wenn es an der Befähigung, dem Alter und dem Geld liegt, um Schulen und Kollegien umzugestalten, dann halte ich es geradezu für lächerlich, über die "ältlichen, in den 50er Jahren stecken gebliebenen Lehrerinnen" herzuziehen. Da würde ich doch erst mal die Kompetenzen der "Schulmacher" in Frage stellen. Die sind wahrscheinlich im Schnitt auch nicht mehr die Jüngsten. Männer.
- Für mich alles eher eine Frage des Generationenzyklus (Recht auf gleiche Bildung erst seit den 60ern!!) und somit eine biologische Angelegenheit.
Als Kind der 60er, jetzt in den Vierzigern, kann ich als Frau bei Männern Ü50 tatsächlich oft eine Prägung und Einstellung Frauen - und sich selbst - gegenüber wahrnehmen, die mich gruseln lässt. Sozialgeschichtlich kann ich das gut nachvollziehen. Deshalb kann ich auch nachvollziehen, dass es noch ein paar Jährchen dauert, bis sich grundlegend etwas ändert. Für mich ist es so, dass es frühestens die heutigen Kinder, der heutigen maximal 35-45 jährigen Eltern schaffen, etwas Grundsätzliches zu verändern. Die sind also max. Anfang 20. Und das braucht auch seine Zeit. Ich schätze mind. 15 Jahre. Und ab dann geht's relativ schnell; weitere gut 10 Jahre später und wir wissen, ob sich die Männer als Männer fühlen können und was die männliche Identität ausmacht - jenseits der alten Rollenverständnisse.Geändert von Inaktiver User (20.06.2009 um 11:00 Uhr)
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20.06.2009, 11:14Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
P.S.:
Das fällt mir gerade noch mal explizit auf:
Im letzten Part des Threads geht es in Bezug auf (neue) Männerrollen NUR um Beruf(srollen). /Und wie Frauen in erzieherischen Berufsrollen mit den Jungs umgehen.)
Ich glaube, es ging noch kein einziges Mal um die Vaterrolle.
Auch interessant.
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20.06.2009, 12:30
AW: Als Mann fühlen
Wenn diese besseren Zensuren auf objektiv bessere Leistungen zurückzuführen sind - nur zu. Allerdings gibt es mehr als eine Studie (habe sie gerad enicht zur Hand) die zeigt, das das nicht immer der Fall ist.
Ich weiß dass ich jetzt bereits gesagtes wiederhole, aber?Ich will das gar nicht bewerten. Je nach Perspektive fällt die anders aus. Ich persönlich aus meinem eigenen Denken heraus, könnte noch nicht mal reinen Herzens behaupten, das fände ich eine Geld- und Ressourcenverschwendung, wenn Frauen nach Studienabschluss hauptamtlich Hausfrau und Mutter sind. Wieso nicht? Wenn man die Freiheit und Möglichkeit hat; keiner ist verpflichtet mit seinen Kompetenzen die Mörderkarriere hinzulegen.
Wer unterstellt den "den Männern" grundsätzlich dieses extreme Karrierestreben?
Wer achtet bei der Partnerwahl u.a. auf den sozialen Status des Partners?
Ich glaube, es sind "rein zufällig" viele Frauen, oder?
Die sicherlich interessant ist, mit dem einegentlichen Thema aberwrecht wenig zu tun hat. Zudem wurde das Thema vor nicht all zu langer Zeit mal im Plitikforum "breitgetreten".Ob man nun politisch / gesetzlich / gesellschaftlich die Voraussetzungen schafft und schaffen kann, um die Wahlfreiheit zu gewährleisten - für Männer wie für Frauen - länger oder kürzer zuhause bei den Kindern zu bleiben .... ist wieder eine andere Diskussion.
Ich habe - glaube ich - schon einmal meinen persönlichen Standpunkt zum Thema Frauenförderung aufgezeigt:Insgesamt bin ich der Meinung, dass wir mit der Frauenförderung - nicht zuletzt aus der Tatsache heraus, dass sie nun mal die Kinder bekommen, noch lange nicht gut genug durch sind. Und nach 40 / 50 Jahren Recht auf gleiche Bildung ist es auch noch lange nicht ausgestanden, was die Jahre bis dahin an alten Rollenverständnissen geprägt hat. - Nicht nur in Zusammenhang mit dem Kinderkriegen.
Aus meiner Sicht ist Frauenförderung sinnvoll und auch nötig, allerdings NICHT UNEINGESCHRÄNKT.
Sagen wir es einmal so: Aus meiner Sicht betsteht sehr wohl ein Zusammenhang zwichen dem Beginn der "Feminisierung" und dem ins Hintertreffen gelangen der Jungs und Männer.Zu den Jungs:
Was hier und in den Studien (auch bei Herrn Guggenbühl) an "Jungs- und Männerproblemen" genannt wird, ist existent, keine Frage. Ich bin aber der Überzeugung, dass das eigentliche Thema noch nicht richtig erkannt / formuliert ist und die Interpretationen, Schlüsse und Ansätze zu gefärbt sind durch die Erfahrung, also durch die soziokulturelle Prägung durch die Frauenbewegung der letzten Jahrzehnte.
Ich sage mal so:
Vielleicht sind die Männer der Frauenbewegung irgendwann mal dankbar, dass dadurch ihre eigene "Misere" ans Licht trat.
Ich meine, man sollte das Jungsthema, den Überhang männlicher Obdachloser, die höhere Selbstmordrate, die Art, sich am Beruf und Erfolg festzuhalten, etc. von jeglichen Frauentfragen getrennt betrachten und nicht in die argumentative Falle tappen, dass Frauen "überfördert" seien und eine "Feminisierung" im Männerzusammenhang ins Feld führen und dass mit all dem jetzt Schluss sein müsse, weil die Männer sonst ins Hintertreffen geraten. Die Männer mutieren so zu selbstgemachten Opfern der Frauenbewegung und einer insgesamt positiven Gesellschaftsentwicklung - das ist für mich völlig am Thema vorbei.
Nur sage ich NICHT, dass dieser Zusammenhang kausal ist. Es ist viel mehr so, dass die Frauenförderung dermaßen ins "Rampenlicht der Öffentlichkeit" gerückt wurde und somit die Interessen der anderen Gesellschaftshälfte schlicht und einfach "vernachlässigt wurden" - auch in Konsequenz einer damals vollständig fehlenden Lobby.
Wenn ich nun über mögliche Ansätze nachdenke, dieses Problem einer Lösúng zuzuführen, so ist es natürlich leicht, durch Aufhebung der Faruenförderung eine Wiederherstellung des Status ante anzustreben bzw. zumindest den status quo zu zementieren, was allerdings aus meiner Sicht zu einfach und zu kurz gedacht ist.
Viel mehr sollte der Ansatz verfolgt werden, die Situation der Jungs/Männer als auch die der Mädchen/Frauen jeweils für sich zu analysieren und die dabei auftauchenden Probleme mit der selben Priorität einer Lösung zuzuführen - ganz ohne Benachteiligung des Anderen.
Sicher. Nur hat ein Großteil der Männer noch nicht begriffen, dass diese Freiheit existiert.Für mich stellt sich das so dar:
Gesamtgesellschaftlich ist über die letzten Jahrzehnte der Individualismus immer stärker gefragt. "Die breite Masse" ist out, ohne König, ohne Diktator, marktwirtschaftlich organisiert, entwickelt jeder zunehmend sein ureigenstes "Alleinstellungsmerkmal". Die Freiheiten und Möglichkeiten sind mehr - für Männer wie für Frauen.
Nur sollte Frau sich auch mal Gedanken machen, ob denn - im Falle der Trennung - die Kinder wirklich immer bei ihr besser aufgehogben sind
Frauen haben in dieser Struktur enorm aufgeholt über die letzten Jahrzehnte und nutzen bzw. wollen eine breite Palette der Möglichkeiten nutzen und nehmen im Zweifel auch die Freiheit in Anspruch, selbst für sich und die Kinder zu sorgen, wenn's mit dem Mann als Partner nicht klappt.
- nur mal so am Rande erwähnt
Nur haben viele Jungs /Männer noch nicht eingesehen, dass hier von ihrer Seite Handlungsbedarf besteht.Wo die Männer dabei bleiben, ist eine Männerfrage. Kein Frauenthema. Natürlich ist sie auch in Zusammenhang mit den Frauen zu stellen - aber nicht in Abhängigkeit davon.
Meine Meinung: Entweder die Männer erweitern ebenso ihr Repertoire - oder sie entwickeln wenigstens mehr Selbstbewusstsein darin, wie sie "eben sind": Erfolgs- und wettbewerbsorientiert, tendenziell nicht so sehr an Kindererziehung interessiert - bzw. auf ihre eigene Männerart eben.
Jein. Denn was nützt dem Mann alle Vielfalt an zur Verfügung stehenden Rollenbildern, wenn am Ende von Seiten der Frauen in erster Linie der klassische Macho, Karrioeremensch etc. begehrt wird?Frauen finde ich, sollten sich zum einen von der Männerfrage DEUTLICHST abgrenzen - das ist nämlich nicht grundsätzlich ihr Problem. Es ist kein Frauenproblem, wenn sich ein Mann nicht "als Mann fühlt" oder seine Rollenauswahl langweilig findet. Entweder er sucht danach und findet - oder er lässt es bleiben. Jedenfalls kein Grund, sich nicht weiblich fühlen zu dürfen. Soweit kommt's noch.
Frauen sind dann gefragt, wenn es um Kinder geht und darum, (neue) Männerrollen in Bezug auf Kinder(erziehung) zu unterstützen. - Wenn es sie gibt. Das soll aber im einen oder anderen individuellen Fall schon so sein.
Von daher sehe ich durchaus auch Handlungsbedarf bei den Frauen, ihr "Beuteschema" einmal etwas zu erweitern
Volle Zustimmung. Wobei ich heir weder eine Frauen- noch eine Männerfrage sehe (was die Problematik ja immer nur auf eine Hälfte der Bevölkerung abwälzen würde, die andere wäre fein raus), sondern eher ein gesellschaftliches Problem. Denn aus meiner Sicht hängt die momentane Situation stark mit dem fehlenden Ansehen der Familie in unserer Gesellschaft zusammen (es ist oft leichter, eine Wohnung für ein Paar mit zwei Hunden zu finden als mit einem Kind, nur mal als Beispiel).Was ich NICHT, NICHT, NICHT akzeptiere ist, dass sich Männer auf die Opferrolle gegenüber Frauen zurückziehen wenn es um verlorene Sorgerechts- oder Unterhaltsstreits geht. Dazu sind viel zu viele Männer an der Macht. Und wenn die mehr "Frauenpolitik als Männerpolitik" machen, nach mancher Überzeugung, bzw. "zu wenig Familien - und Kinderpolitik (darum geht es nämlich letztendlich), dann wäre das auch kein grundsätzliches Frauenthema - sondern eine Männerfrage.
Ist zwar etwas OT, alledings sehe ich hier ein Grundproblem:- Wobei es im Individualfall immer eine Elternfrage ist und keine Geschlechterfrage, das wird meiner Meinung zu oft vermischt. Die Männerrolle als Partner ist von der Männerrolle als Vater zu trennen. - Und gleichzeitig ein Ansatz der "Entwicklung der Männer hinsichtlich unterschiedlicher Rollen". Ist wieder ein neues Fass.
Um die Kurve zu kriegen:
Ich akzeptiere auch NICHT die Schimpferei über die vielen unfähigen, Jungs-diskriminierenden Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen. Dazu sind mir ebenso zu viele Männer an der strukturierenden Macht. Wenn es an der Befähigung, dem Alter und dem Geld liegt, um Schulen und Kollegien umzugestalten, dann halte ich es geradezu für lächerlich, über die "ältlichen, in den 50er Jahren stecken gebliebenen Lehrerinnen" herzuziehen. Da würde ich doch erst mal die Kompetenzen der "Schulmacher" in Frage stellen. Die sind wahrscheinlich im Schnitt auch nicht mehr die Jüngsten. Männer.
Viele unserer gesellschaftlichen Verantwortungsträger sind "alte Männer", die mit ihren Ansichten und Meinungen nicht gerade auf dem aktuellen Stand sind. Wobei ich hier das Problem weniger darin sehe, dass es sich um Männer handelt sondern viel mehr darin, dass diese versuchen, heute noch auf der Basis von jahrzentealten Meinungsbildern Entscheidungen zu treffen.
Und diese sind es, die die Weichen für die nachfolgenden Generationen stellen. *brrrrr*
- Für mich alles eher eine Frage des Generationenzyklus (Recht auf gleiche Bildung erst seit den 60ern!!) und somit eine biologische Angelegenheit.
Als Kind der 60er, jetzt in den Vierzigern, kann ich als Frau bei Männern Ü50 tatsächlich oft eine Prägung und Einstellung Frauen - und sich selbst - gegenüber wahrnehmen, die mich gruseln lässt.
Was die von dir gesetzten Zeitrahmen angeht bin ich vorsichtig. Denn aus meienr sicht könnte es durchaus schneller gehen, v.a. wenn das Bewußtsein für den gesellscahftlichen Wandel endlich einmal bei einem Großteil der Gesellschaft angekommen ist.Sozialgeschichtlich kann ich das gut nachvollziehen. Deshalb kann ich auch nachvollziehen, dass es noch ein paar Jährchen dauert, bis sich grundlegend etwas ändert. Für mich ist es so, dass es frühestens die heutigen Kinder, der heutigen maximal 35-45 jährigen Eltern schaffen, etwas Grundsätzliches zu verändern. Die sind also max. Anfang 20. Und das braucht auch seine Zeit. Ich schätze mind. 15 Jahre. Und ab dann geht's relativ schnell; weitere gut 10 Jahre später und wir wissen, ob sich die Männer als Männer fühlen können und was die männliche Identität ausmacht - jenseits der alten Rollenverständnisse.
Nur habe ich dann die Befürchtung, dass - wie meist - in erster Linie wieder nicht eine wirkliche Lösung des Problems, sondern wahrscheinlich purer Aktonismus auf die Tagesordnung kommt, mit dem dann keinem wirklich geholfen ist und der die Sache eventuell sogar verschlimmert.„Auf unserer Suche nach allem, was die Leere erträglich macht, haben wir nur eins gefunden … einander.“
(aus Contact)
"Wir vertreiben uns aus einem Paradies, aus dem nur wir uns selbst vertreiben können."
(H. Lesch)
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20.06.2009, 12:39
AW: Als Mann fühlen
Das ist die Gegenwart und die nahe Zukunft.
In wenigen Jahren kommt sicher ein Antikonzeptivum für den Mann auf den Markt, ähnlich selbst bestimmt und diskret wie die Pille, vielleicht in 5 bis 10 Jahren.
Ich gehe jede Wette ein, dass ein ähnliches Absacken der Geburtenrate die Folge sein wird, wie es die Pille vor 40 Jahren auslöste, nur dass dieser Effekt sich aufsatteln wird auf Geburtenraten, die in Wahrheit Absterberaten sind.
Ich finde es fast schon tragikomisch, Leda, welche Betrachtungen Du über eine Zukunft in 30 Jahren anstellst, ohne einen Gedanken an unsere demographische Situation zu verschwenden.
In 30 Jahren werden wir in Deutschland vielleicht die ersten Großstädte haben mit islamischen Bevölkerungsmehrheiten.
Hoffentlich hat sich bis dahin ein Euroislam entwickelt.
Falls Lynxlynx nicht weiß, was da auf uns zukommt, hier ein Bericht aus Berlin-Neukölln.
Diese Jungs werden ganz doll aufgeschlossen sein für Frauenrechte und neue Vaterschaftskonzepte.
Auch Deine säuberliche Aufteilung in "Männerprobleme" und "Frauenprobleme" kann nur jemandem einfallen, der nicht allzuviele Gedanken darauf verschwendet, dass Frauenprobleme immer auch Männerprobleme sind, Männerprobleme immer auch Frauenprobleme, zumindest für jene Männer und Frauen, die ZUSAMMEN leben wollen, die Kinder haben wollen und nicht von vorneherein ausschließen, dass die Kinder, die sie haben werden, beiderlei Geschlechts sein dürfen.
Hätten die Reformer der 60'er und 70'er - Jahre (mehrheitlich Männer!) in Analogie so gedacht wie Du, Leda (Männerprobleme haben Frauen eigentlich nicht zu bekümmern, also Frauenprobleme Männer dann eigentlich auch nicht?), wir hätten die Emanzipation und weitgehende rechtliche Gleichstellung (die hätte ich ja endlich auch gerne für Männer) bis heute nicht erlebt.
Es waren männlich dominierte Parteien, die sie durchsetzten in männlich dominierten Parlamenten und Strukturen.
Diese Männer dachten Gott sei Dank nicht, die Probleme ihrer Töchter und der Frauen, die sie liebten, seien Frauenpobleme und nicht auch die ihren.Geändert von arouet58 (20.06.2009 um 13:08 Uhr)
Cum grano salis
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20.06.2009, 13:18
AW: Als Mann fühlen
PS:
Gerade entdeckt: Der Bericht aus Berlin-Neukölln in voller Länge, eindrucksvoller als der NDR-Zusammenschnitt.
Aber Achtung, offenbar rechte Webseite oder zumindest eine Seite mit rechtsextremem Kommentarpublikum.
Wer sich den GANZEN Beitrag trotzdem ansehen will (2 Teile): hier.
Insbesondere die müde-verluschten Berliner Pädagogik-Verwalter und "Apparatschiks" sprechen Bände.
Offenbar alles früh gealterte, "neue" Männer.
Oder die überreifen Produkte der Reformpädagogik?
"Neue Wege für Jungs"?
Yes! YOU! CAN!
Armes Berlin.
Ich finde, es lohnt sich, trotz des Umfeldes.
Aber auch das Umfeld macht klar, was noch auf uns wartet.Geändert von arouet58 (20.06.2009 um 13:52 Uhr)
Cum grano salis
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20.06.2009, 13:23Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
Ach, da bin ich jetzt überrascht, dass Du in der Hinsicht plötzlich einen so weiten Horizont ausbildest.
Also die islamischen Mitbürger mit einbeziehen in die Diskussion .... gut, wenn Du meinst ..... mir wird das in diesem Rahmen hier dann aber zuviel ..... und ist mir auch nicht mehr genug am Thema dran.
Mein Schwerpunkt liegt wirklich nicht auf einer 100%stimmigen Zukunftsvision unter Einbeziehung aller Faktoren. Dann müssten wir nämlich auch gleich China miteinbeziehen.
Du kannst gerne bei Deiner Lesart bleiben. Sie tangiert mich wenig, denn so war es nicht gemeint. Gemeint war: neue Männerrollen müssen aktiv von den Männern entwickelt werden .... dass es dabei Konflikte mit den Frauen gibt, die miteinander geklärt werden müssen, ist klar. Aber die Aktion muss in dem Fall von den Mänenrn kommen.Auch Deine säuberliche Aufteilung in "Männrprobleme" und "Frauenprobleme" kann nur jemandem einfallen, der nicht allzuviele Gedanken darauf verschwendet, dass Frauenprobleme immer auch Männerprobleme sind, Männerprobleme immer auch Frauenprobleme, zumindest für jene Männer und Frauen, die ZUSAMMEN leben wollen, die Kinder haben wollen und nicht von vorneherein ausschließen, dass die Kinder, die sie haben werden, beiderlei Geschlechts sein dürfen.
Willst Du mich schon wieder für dumm verkaufen, oder wat?
Dann rutsch mir den Buckel runter.
Entweder miteinander oder gar nicht. Gegeneinander ist für mich sowas von unattraktiv, das mache ich nur noch als offensichtliches Neck-Spielchen. Deinen verbitterten, angefressenen Ernst dahinter braucht kein Mensch. Schule, Lernen .... Problemlösung - darf Spass machen - sonst hocken wir in ein paar Jahren wirklich alle miteinander im nächsten Sumpf.
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20.06.2009, 13:50Inaktiver User
AW: Als Mann fühlen
Zu Lehrerinnenbashing und Schulsystemmisere sagte ich schon meine Meinung.
Ich weiß dass ich jetzt bereits gesagtes wiederhole, aber?
Wer unterstellt den "den Männern" grundsätzlich dieses extreme Karrierestreben?
Wer achtet bei der Partnerwahl u.a. auf den sozialen Status des Partners?
Ich glaube, es sind "rein zufällig" viele Frauen, oder?
Das ist schon wieder Ping Pong.
Ich verstehe es nicht.
Willst Du empirisch nachweisen, dass die kritische Masse der Frauen auf erfolgreiche Karrieretypen stehen und deshalb die Männer gepusht und allerhand unterstellt bekommen? Und ich soll dann empirisch nachweisen, dass der Prof. Guggenbühl Recht hat und in den Jungs grundsätzlich angeborenes, männlich-psychohormonelles Wettbewerbs- und Kampfpotential steckt, oder was?
Und dann???????
Irgendein Problem haben die Männer, soweit sind wir uns einig.
Also los. Wenn der Mann von der Frau falsche Annahmen untergejubelt bekommt, dann soll er sie, verdammt noch mal, richtig stellen. Und einen wirksamen Weg finden, dass Geschlechtsirrtümer weniger werden. Frauen haben es immerhin geschafft, offiziell Spass am Sex haben zu dürfen. In Mitteleuropa zumindest.
Warum eigentlich nicht?Sicher. Nur hat ein Großteil der Männer noch nicht begriffen, dass diese Freiheit existiert.
Ernste Frage.
Dito.Nur haben viele Jungs /Männer noch nicht eingesehen, dass hier von ihrer Seite Handlungsbedarf besteht.
An was hängt's?
Ist die Zeiz noch nicht reif?
Was muss passieren?
Ja.Jein. Denn was nützt dem Mann alle Vielfalt an zur Verfügung stehenden Rollenbildern, wenn am Ende von Seiten der Frauen in erster Linie der klassische Macho, Karrioeremensch etc. begehrt wird?
Wir können uns auch noch weitere 200 Jahre die alten Klischees um die Ohren hauen.
Dann hat es sich auch erledigt.
Geburtenrückgang, Islam, Chinesen.
Du mich auch.Von daher sehe ich durchaus auch Handlungsbedarf bei den Frauen, ihr "Beuteschema" einmal etwas zu erweitern
Hör einfach auf mit dem Scheiz.
Verhalt Dich Dir entsprechend authentisch und Du wirst einer, oder sogar mehreren, Dir entsprechenden Frauen begegnen.
Die Rahmenbedingungen sind doch gar nicht mehr so, das Bewusstsein weiter Bevölkerungskreise ist auch nicht so. Da krieg ich echt einen Fön. Trotz
So meine ich das im Grunde auch.Denn aus meiner Sicht hängt die momentane Situation stark mit dem fehlenden Ansehen der Familie in unserer Gesellschaft zusammen (es ist oft leichter, eine Wohnung für ein Paar mit zwei Hunden zu finden als mit einem Kind, nur mal als Beispiel).
So lange Du auf Klischees bestehst, wird das nix.Was die von dir gesetzten Zeitrahmen angeht bin ich vorsichtig. Denn aus meienr sicht könnte es durchaus schneller gehen, v.a. wenn das Bewußtsein für den gesellscahftlichen Wandel endlich einmal bei einem Großteil der Gesellschaft angekommen ist.
Schon alleine die Frage der Finanzierbarkeit wird das Tempo drosseln, selbst wenn es eine größere Bewusstseinsrevolution gäbe.Nur habe ich dann die Befürchtung, dass - wie meist - in erster Linie wieder nicht eine wirkliche Lösung des Problems, sondern wahrscheinlich purer Aktonismus auf die Tagesordnung kommt, mit dem dann keinem wirklich geholfen ist und der die Sache eventuell sogar verschlimmert.
Wir werden zukünftige Gesellschaftsveränderungen noch nicht mal mehr mit bunten Flyern, Aufklärungsbroschüren und Luftballons begleiten können. Also: Keine Panik.


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