Ich möchte auch einmal fragen, wie ihr damit umgeht, umgegangen seit.
Ich habe einen Partner mit dem ich mich sehr konstruktiv auseinandersetzen (streiten) kann. Der das ebenso wichtig findet, wie ich.
Theoretisch und praktisch kann ich das sehr gut.
Aber:
Emotional habe ich damit (noch) Probleme. Ich fühle mich nicht wohl, wenn es darum geht, auch mal eine Streitsituation kurzweilig (und wir achten da auch auf Kurzweiligkeit) auszusitzen. Ich vermeide Auseinandersetzungen trotzdem nicht, obwohl ich mich schonmal dabei ertappe, mit dem Gedanken zu spielen.
Ich weiß auch, warum ich ein Problem damit habe:
Bei einer aufreibenden Exbeziehung wurde über lange Zeiträume ständig die ganze Beziehung in Frage gestellt. Auch familiär habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Und dann auch verloren, was mir wichtig war.
Mein Freund gibt mir keinen, aber auch keinerlei Anlass, dafür, dass ich auch nur einen Gedanken daran hegen müsste, dass er ähnlich verfährt. Er weiß dieser Probleme und geht dementsprechend mit mir in Streitsituationen um.
Es ist so, dass in mir immer das Gefühl raufkriecht, ich könnte deswegen verlieren, was mir sehr wichtig ist. Ich ertappe mich auch dabei, meine für mich wichtigen Punkte auch ständig in Frage zu stellen. Also in Frage zu stellen, ob das jetzt eine Auseinandersetzung wert ist.
Ich bin mir da selbst zu verkopft. Ich finde mich selbst zu diplomatisch. Versteht ihr was ich meine ?
Die Zeit heilt alle Wunden ?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 13
Thema: Streiten
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15.05.2009, 07:25Inaktiver User
Streiten
Geändert von Inaktiver User (15.05.2009 um 07:39 Uhr)
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15.05.2009, 09:11
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15.05.2009, 14:01Inaktiver User
AW: Streiten
Den Menschen, sonst nichts...........
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15.05.2009, 14:17
AW: Streiten
... Wie verlierst du einen Menschen?
Ich verliere regelmäßig meinen Schlüsselbund, oder auch gerne mal Kleidungsstücke (Frag nicht, wie ich das mache - ich weiß es nicht)
.
Menschen habe ich noch nie verloren.
Mein Opa ist gestorben.
Meine Oma auch.
Meinen Exfreund habe ich verlassen.
Ein anderer Exfreund hat mich verlassen.
Und ich habe auch schon mal jemanden weggeschickt.
Aber verloren habe ich einen Menschen noch nie.
Und ich weiß natürlich, was Du meinst.
Aber verstehst Du auch, was ich meine? Ohne Dich angreifen zu wollen?
steht diesem gegenüber
Zitat von Inaktiver User
Zitat von Inaktiver User
War das immer so? Jedesmal? Und muss es deshalb immer so bleiben?Auch familiär habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Und dann auch verloren, was mir wichtig war.
Siehst Du auch die, die da sind, die Dir geblieben sind?
Ich glaube, wenn Dein verkopfter Kopf sich diese Befürchtung genau anschaut, merkt Dein Kopf, dass es eigentlich eher um Angst, also ein Gefühl geht. Von meinem Platz sieht es so aus, als würde dieses Gefühl ein klares Denken unmöglich machen.
Menschen bewegen sich, wachsen zusammen, lassen einander los, leben sich auseinander...
Dieses Gefühl anzunehmen kann ein Weg sein, dem Kopf Ruhe und Klarheit zu geben.

-ND-
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15.05.2009, 15:59Inaktiver User
AW: Streiten
Ich verstehe was du meinst

Es fühlt sich an, wie verlieren, deswegen meine Wortwahl. Es ist Angst, ja.....
Es war oft ja, deswegen muss es nicht so bleiben und ich weiß das auch alles rational sehr genau.
Danke für deine Meinung, die sehr zum Denken anregt.
Ich für mich glaube, es braucht einfach noch ein bisschen Zeit, bis ich mich völlig unbelastet "zanken" kann.
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15.05.2009, 16:09Inaktiver User
AW: Streiten
kann es sein, dass ihr in einer eher jungen Beziehung (deiner Signatur nach) seid?
Ich denke, die Sicherheit, dass der andere auch bei Auseinandersetzungen nicht geht, stellt sich eher erst mit längerer Dauer ein... so war's zumindest bei mir/uns.
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15.05.2009, 17:13Inaktiver User
AW: Streiten
Liebe Tanguera,
ganz richtig. Seit 8 Monaten haben wir diese Beziehung.
Das ist schön zu hören, ich hoffe auch darauf, diese Sicherheit zu gewinnen, die er mir jetzt schon in allen Punkten vermittelt.
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16.05.2009, 14:18
AW: Streiten
Hallo Peppi,
Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und Garantien gibt es keine. Zwei Phrasen die du sicher kennst. An denen aber was dran ist.
Ob dein Freund "trotz" Zankereien bei dir bleibt oder nicht, kann niemand wirklich sagen. Wer kann denn schon in die Zukunft schauen. Sicherlich machen viel mehr Komponenten eine gute Beziehung aus nur als die Frage der Streitkultur. Sie ist ein Teil, aber eben nicht alles
.
Eins kann man - finde ich zumindest - mit Sicherheit sagen: Sei du selbst, dann bleiben auch die bei dir, die zu dir passen.
Und was das Heilen der Wunden durch die Zeit anbelangt: Dass die Wunden abheilen und nicht mehr permanent schmerzen und im Vordergrund stehen bedeutet ja nicht, dass sie nicht mal da waren. Sie haben mal sehr weh getan, sie haben uns zum Nachdenken und manchmal auch zur Veränderung gebracht. Sie haben uns reifen lassen und zu dem Menschen gemacht, der wir jetzt sind. Mit allem Plus und Minus auf unserem Charakterkonto
.
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16.05.2009, 16:39
AW: Streiten
Peppi,
Deine Beziehung ist wirklich noch sehr kurz, deshalb ist Deine Unsicherheit durchhaus nachvollziehbar.
Wenn man schon seit vielen Jahren verheiratet ist, ist es natürlich eine andere Sache.
Trotzdem denke ich, man sollte nicht über alles mögliches auseinandersetzten, wie hier oft empholen wird. Dinge, die einem nicht gefallen, wird es immer geben und man soll nicht versuchen, den anderen zu verändern.
Meiner Meinung nach ist für eine Beziehung eine Übertreibung von Diskussionen genau so schädlich wie eine totale Vermeidung von ihnen. Man muss nur über wesentliche Dinge diskutieren, also, über Dinge, die wirklich wichtig für uns sind. Wenn es um Kleinigkeiten geht, die im Grunde genommen, nicht bestimmend für die Beziehung sind, sollte man es lieber lassen, sonst legt man auf alles den selben Wert. Von daher kann der Partner nicht erkennen, was uns wirklich wichtig ist und die Auseinandersetzungen verlieren auch ihre Transzendenz.Geändert von AnaPaula (16.05.2009 um 16:46 Uhr)
... "they say life´s what happens what you´re busy making other plans. But sometimes in New York, life is what happens while you´re waiting for a table."....S.J.P.
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17.05.2009, 12:18
AW: Streiten
Hi Peppi
mir fällt dazu nur eins ein:
Warum muss man auch streiten? Man kann doch auch ohne Streit Standpunke klären und Lösungen finden.
Ich finde es gut wenn du nicht mehr wie früher wild streiten willst. Die emotionalen Streitereien können wirklich viel kaputt machen.
Ich habe immer alles "kaputt" gestritten und am Ende war ich nie glücklicher, eben weil ich mir nur Frust von der Seele geschrien hab. Im Grunde war ich an ganz anderen Punkten unzufrieden.
Im Nachhinein betrachtet war ich zwar nicht glücklich in den Beziehungen, aber ich wußte es wohl nicht, sonst hätte ich mich gar nicht drauf eingelassen. Aber die Rahmenbedingungen müssen eben stimmen.
Tun sie das, dann finde ich es weise, wenn man einfach davon ausgeht, dass jeder eine andere Sichtweise und andere Bedürfnisse hat, die man abgleichen muss.
Aber warum muss man sich streiten? Ich bin da mittlerweise sehr vorsichtig.
Ich kenne ein Paar die streiten nie. Die haben einen 3 jährigen Sohn der sehr ausgeglichen ist. Die ganze Familie ist wirklich sehr ausgeglichen.
Früher dachte ich, man MUSS streiten. Inzwischen glaube ich das nicht mehr.


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