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  1. Inaktiver User

    AW: Wichtige Ereignisse verdrängen/vergessen

    Dixgard, ich finde das eine sehr gesunde Lebensweise, von der ich mir gerne eine Scheibe abschneiden würde.

  2. Inaktiver User

    AW: Wichtige Ereignisse verdrängen/vergessen

    Zitat Zitat von -ND- Beitrag anzeigen

    Und ist es nicht auch so, dass "wichtig" immer das ist, was mit intensiven Gefühlen verbunden war? Und ist nicht auch die Erinnerung manchmal durch etwas wie ein Geruch oder eine Geste, ein Blick ganz schnell wieder da?
    nein, ist es nicht. jedenfalls nicht pauschal und auch nich wichtig für das erinnern. die emotionalität eines ereigenisses hilft nicht, es besser/länger/dauerhafter abzuspeichern.

    fast im gegenteil ist es so, dass ab 'ausgewachsen sein' (und das ist man mit 29) eine umstrukturierung der 'alten' erinnerungen beginnt. dinge werden dann eher nach kategorien unterteilt und abgelegt. noch weiter ins leben hinein und das gehirn entscheidet sich für eine zeitliche ordnung ('das war das jar in dem oma auf den hund getreten ist!')

    und während all dieser lebenszeit werden erinnerungen kontinuierlich neu bewertet und dabei eben auch mal aussortiert.

    letzthin fand ich ein altes tagebuch von mir. noch so von schulzeiten. seitenlang habe ich da von einem 'sven' geschwärmt. der sei so dies und so das und überhaupt toll und ganz und gar großartig. und auch wenn er mich (selbstverständlich) niemals beachten würde, würde ich ihn doch den rest meines lebens und für immer und so weiter.

    ich muss nicht erwähnen, dass ich keine ahnung mehr habe, wem ich da ewige treue geschworen habe, oder?

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    AW: Wichtige Ereignisse verdrängen/vergessen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    eine umstrukturierung der 'alten' erinnerungen beginnt. dinge werden dann eher nach kategorien unterteilt und abgelegt. noch weiter ins leben hinein und das gehirn entscheidet sich für eine zeitliche ordnung ('das war das jar in dem oma auf den hund getreten ist!')

    und während all dieser lebenszeit werden erinnerungen kontinuierlich neu bewertet und dabei eben auch mal aussortiert.
    Das ist ein weiterer Aspekt, den ich durchaus auch beobachte. Jedoch bei mir persönlich als bewußte Arbeit und Uminterpretation. Nicht als automatischen Process.

    dass ab 'ausgewachsen sein' (und das ist man mit 29) eine umstrukturierung der 'alten' erinnerungen beginnt.
    Ich hoffe, geistig noch nicht ausgewachsen zu sein. Mit 42. Auch wenn ich gewisse Dinge nicht mehr ändern möchte.

    -ND-

  4. Inaktiver User

    AW: Wichtige Ereignisse verdrängen/vergessen

    Zitat Zitat von -ND- Beitrag anzeigen
    Das ist ein weiterer Aspekt, den ich durchaus auch beobachte. Jedoch bei mir persönlich als bewußte Arbeit und Uminterpretation. Nicht als automatischen Process.
    es läuft tatsächlich auch automatisch. was ja nicht heißt, dass man es nicht auch bewusst machen kann ....


    Ich hoffe, geistig noch nicht ausgewachsen zu sein. Mit 42. Auch wenn ich gewisse Dinge nicht mehr ändern möchte.

    -ND-
    da gehts mir exakt wie dir .... ich bezog mich auf das biologische ausgewachsen sein (also der zeitpunkt, wenn faltencremes wichtig werden und man sich überlegen kann, ob man manche dinger nicht lieber vergessen hat )

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    AW: Wichtige Ereignisse verdrängen/vergessen

    So viele Antworten (:

    Zitat Zitat von -ND- Beitrag anzeigen
    Hm.. Du hast ein Gefühl? Oder ist es ein Gedanke?

    Wie fühlt sich das an? Ich kenne es, dass ich WEISS, dass andere Dinge wichtiger sind (auf der Arbeit zum Beispiel), es aber lieber verdränge, weil ich keine Lust hab (oder andere beliebige Gründe) Das nennt man dann ganz klassisch: Aufschieberitis. [...]
    Deins kenne ich so nicht.

    -ND-

    Ja, ich leide auch an Aufschieberitis. Dazu bin ich auch noch eine extreme Tagtraeumerin.
    Dadurch, dass ich mich ueberwiegend mit Gefuehlsmenschen umgebe, dachte ich, ich sei etwas unnormal.
    Aber da noch keiner "Du bist ein Freak" geschrieben habe, fuehle ich mich jetzt wieder normal :)


    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    Das wird noch schlimmer, glaub mir, ich habe 20 Jahre Vorsprung.
    So eine Freundin habe ich auch. Wir leben beide 150 km von unsrer Heimatstadt entfernt. Ich habe fast gar keine Kontakte zu alten Freunden aus der Schulzeit, sie noch einen.
    Wenn sie ankommt mit "Weißt Du noch...." krieg ich Zustände!
    Genau! Und ich frage mich dann, ist mein Gehirn ein Sieb? Warum wissen andere mehr ueber meine Vergangenheit als ich selbst? (etwas extrem ausgedrueckt)

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    Ich denke, das hat alles nichts mit "verdrängen", "geringer Kapazität" und schon gar nicht mit "unnormal" zu tun. Meines Erachtens bedeutet es vielmehr, dass Du mit der Beziehung völlig abgeschlossen hast und gut loslassen kannst.

    Und darüber kannst Du sehr froh sein.

    Als pragmatischer Mensch wirst Du analytisch und strukturiert an Problemlösungen herangehen. Deine Studienwahl zeigt ja auch, dass Dir das liegt.
    Das kann einem das Leben schon erleichtern, hat aber nichts mit besser oder schlechter als eine gefühlsmäßige Herangehensweise zu tun.
    So ist es einfach Deine Art.

    Und die letzten Sätze:

    hören sich ja schon viel besser an. Bis auf den letzten.

    "Ran lassen" darfst (und solltest) Du alles an Dich. Sonst könntest Du Dich vielleicht mit insgeheimer Abwehrhaltung um vieles bringen.

    Was nicht wichtig ist, siebst Du eben aus.
    Du wirst nur mit eventuellen Enttäuschungen anders umgehen.

    Ich finde, das kann man eigentlich als Geschenk betrachten.
    Ich habe auch mal ueberlegt, was der Vorteil waere, wenn ich nicht so waere.
    Vielleicht fuehlt man dann intensiver?
    Meine beste Freundin ist so ein Gefuehlsmensch. Manchmal sehr dramatisch. Quasi "Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt".
    Da bin ich doch ganz froh, dass ich mich konstant in der Mitte befinde (ab und zu mit leichten Ausschlaegen nach unten und oben). Darum auch die Idee mit dem Authismus.

    Ich glaube, ich habe auch noch nie richtig geliebt, ansonsten waere das fuer meinen Geschmack ziemlich ueberbewertet.
    (Ich hab ja noch viele Jahre vor mir).

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    ich habe fast 40 Jahre Vorsprung und kenne die Situation zur Genüge, dass ich mich partout an bestimmte Dinge nicht erinnern kann. Ich bin froh, dass ich meiner Dokumententasche wenigstens meine ersten Lebensläufe liegen habe, um meine Arbeitsstellen nachzuvollziehen.
    [...]
    Ich denke, dass dieses Vergessen uns schützt, normalerweise. Ich muss mich nur mit meiner ältesten Schwester zusammensetzen, um zu erfahren, wie es ist, wenn man nicht vergessen kann. Es ist in meinen Augen nicht nur albern, sondern auch sie macht auf mich den Eindruck, als hätte sie sich in den letzten 50 Jahren nicht entwickelt. Ihre Scheidung z.B. liegt fast 40 Jahre zurück und sie ist selbst auf ihre alten Tage noch nicht damit fertig. Das finde ich schräg.

    [...]
    Irgendwer hat es hier schon gesagt, dass unser Erinnerungsvermögen gar nicht so sehr an Fakten orientiert, sondern noch am ehesten an Gerüchen. Und das ist wie Erinnerungen an Musik eine ganz andere Ebene! Für einen Menschen, der rein analytisch (im Studium oder Arbeitsleben) vorgeht, eine unvorstellbare Dummheit. Aber genau die wird inzwischen sehr gekonnt von Verkaufsstrategen angewandt, um uns in die richtige Kauflaune zu versetzen. Irgendiwe idiotisch, aber es funktioniert.
    Da kenne ich auch viele Kandidaten die ueber ihre Vergangenheit gruebeln. Dann heisst es immer, wenn ich frueher blub nicht gemacht haette, dann koennte ich heute blah. Die koennen das nicht akzeptieren, dass es zu diesem Zeitpunkt eben richtig war fuer sie (von Extremsituationen mal abgesehen).


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dixgard, ich finde das eine sehr gesunde Lebensweise, von der ich mir gerne eine Scheibe abschneiden würde.
    Vielleicht wuerde dir dann was anderes dadurch entgehen. Aber was man nicht kennt, fehlt ja auch nicht.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    [...]
    fast im gegenteil ist es so, dass ab 'ausgewachsen sein' (und das ist man mit 29) eine umstrukturierung der 'alten' erinnerungen beginnt. dinge werden dann eher nach kategorien unterteilt und abgelegt. noch weiter ins leben hinein und das gehirn entscheidet sich für eine zeitliche ordnung ('das war das jar in dem oma auf den hund getreten ist!')

    und während all dieser lebenszeit werden erinnerungen kontinuierlich neu bewertet und dabei eben auch mal aussortiert.
    [...]
    Das finde ich sehr einleuchtend.

    dixgård

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