Daniel sagt, das Leben ist eine Last, obwohl ich immer noch nicht verstanden habe, was diese Last für ihn ausmacht. Seltsamerweise ist er sehr aktiv. Passt das zusammen? Ja, durchaus. Es passt. Ich kenne das auch.
Aber ich will manchmal einfach nicht. Ich komme mir vor, als ob das, was ich tue, nichtsmehr mit mir zu tun hat. Als ob das, was ich geworden bin, nichtsmehr mit mir zu tun hat. Obwohl das eine reine Definitionssache ist, nämlich das, was ich gemacht habe daraus. Das ist nämlich irgendwie doch eine ganze Menge. Ich weiss nicht, wer ich bin. Andere Menschen glauben, sich selbst zu wissen oder fühlen es. Ich fühle meine latente Abwesenheit. Und das ist inzwischen schon vorherrschend. Manchmal will ich mich sogar in Gefahr bringen, Vielleicht, um mich endlich darin zu entdecken?
Oft geht es mir so wie hier beschrieben.
Und auch dies.....Ich bin glücklich wenn ich mich wegbeame, nichts denken oder fühlen muss und mich sicher fühle.
Ja, sie sind garnicht auszuhalten und trotzdem der einzigste Beweis dafür, dass ich lebe.Gefühle sind meistens nur schmerzhaft.
Doch ich habe ein wunderschönes Lachen. Eins das mein Gesicht verändert, und zwar völlig. Das sagen mir andere. Ich wusste das garnicht selbst.
Es beweist zumindest, das glücklich zu sein nicht am Glück festzumachen ist, das man haben kann oder eben nicht hat.
In Wahrheit kann jeder Mensch glücklich sein, solange er nicht von aussen eingeschränkt wird durch elementare Zwänge oder entsetzliche Armut und Hunger.
Es ist eine Frage der inneren Einstellung und eine der richtigen Fragen. Aber wie schon jemand sagte, es ist der rote Faden, der nicht einfach zu finden ist. Es ist keine Selbstverständlichkeit, ihn ständig in den Händen zu halten. Oder, er ist kein Geländer, dass einem stets zur Seite ist. Er ist unsichtbar. Und man muss sich zu ihm hin auf den Weg machen. So mancher findet sich sogar auf absurden Wegen.
Vielleicht fehlt Daniel der Mut dazu? Vielleicht Dir die Kraft? Und vielleicht mir die Ausdauer?
Geduld und Ausdauer sind Dinge, die ich mir seit neuestem besonders wünsche. Und langsam lerne ich, nichtmehr so sehr darunter zu leiden, wenn liebenswerte Zeitgenossen über eine Nichira stolpern, die Nichira nicht ist.
PS: Mir fällt gerade auf, dass ich mich wie ein Sonntagsprediger anhöre.
Ist ungewohnt für mich, das zu schreiben, aber ist wahr. Ich hatte bis jetzt noch nicht den Mut, das so zu äussern.
Nichira
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Thema: Ist das Leben SCHÖN?
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20.05.2009, 21:31
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Geändert von Nichira (20.05.2009 um 21:39 Uhr)
Niemand ist eine Insel.
John Donne
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20.05.2009, 22:39
AW: Ist das Leben SCHÖN?

Bitte, liebe Cariad, bedenke, daß mein Eingangsposting lautet: Ist das Leben schön? Freut ihr euch eures Lebens?
Zitat von Inaktiver User
Über meine persönlichen Eigenarten wurde ich erst befragt. Trotzdem meine Antwort: Früher habe ich unter meiner „Andersartigkeit“ gelitten. Heute nicht mehr so.
Ich finde mein Leben NICHT SCHÖN. Damit werde ich aber prima allein fertig. Mich interessiert, wie es anderen geht mit ihrem Leben.
Zitat von Inaktiver User
Bis demnächst. Daniel-G.
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20.05.2009, 23:22
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Vielleicht muss man unterscheiden:
Ich finde MEIN Leben nicht schön- oder ich finde DAS Leben nicht schön.
Da besteht ein wesentlicher Unterschied.
Um hier mal philosophisch zu werden.
Jetzt fallen mir viele Unterpunkte dazu ein.
Ich finde das Leben deshalb grundsätzlich nicht "schön" weil es dafür zuviel Ungerechtigkeit und Krieg, Umweltzerstörung und nach Darwin das Prinzip gibt: Der Stärkere überlebt.
Fressen und gefressen werden. Die Natur ist gnadenlos, die Zerstörung der Natur ebenso.
Es gibt keine Pointe auf die das Leben hinzielt.
Es gibt keine Happy End.
Natürlich bleibt die Frage, wie ich Glück definiere. Nenne ich es einfach mal : Energetisches Prickeln und viel Lachen, das ist bei mir vorhanden wenn ich Beginne: Eine neue Beziehung, eine neue Liebe.
Es kehrt sich aber wieder um, in meinem Leben kehrt sich alles wieder um, und am Schluss sterben wir.
Zitat aus dem Lied "Der Weg": Hast ihn nie verraten, deinen Plan vom Glück...
Es ist wie zwischen den Zeilen lesen können.
Nur manchmal sind die Lebenssätze zu fett gedruckt und ich kann zwischen den Zeilen nichts mehr erkennen.
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20.05.2009, 23:26
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Oder the other way round:
Ich finde mein Leben oft nicht schön, hadere mit dem Schicksal, bin unglücklich.
Aber das Leben an sich ist für mich etwas ganz Wunderbares, und ich bin dankbar, daran Anteil zu haben.
Dieses Gefühl ist so groß, dass ich die Schicksalsschläge in meinem Leben gut wegstecke.Wir werden weitermachen!
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20.05.2009, 23:37
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Darüber habe ich auch gerade nachgedacht.
Finde ich MEIN Leben nicht schön, liegt das an meiner Persönlichkeit.
Eben erzählte mir eine Bekannte, ihr Onkel ist querschnittsgelähmt weil er mit 17 einen Badeunfall hatte. Ist komplett auf Hilfe angewiesen, dauernd wund gelegen und deshalb im Krankenhaus.
Also ist SEIN Leben nicht schön?
Ist das Leben nicht einfach sauungerecht und deshalb NICHT schön?
Wie das bei MEINEM Leben ist, ist wieder eine andere Ffrage, aber mich beeinflußt ja, was um mich herum passiert, und da ist es überwiegend ...in der Realität betrachtet...nicht so schön. Aber in meiner Phantasie, in der Kunst, da entwerfen wir die schöne Welt.
Die aber nur existiert weil wir sie uns vorstellen. Eben happy End und so
denkt sich Joshuatree
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21.05.2009, 10:36Inaktiver User
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Vielleicht liegt da der Kasus Knaxus? Du willst wissen, wie es anderen geht - aber nichts von dir hergeben. Du möchtest die Erfahrung von anderen hören, aber sie nicht auf dein eigenes Leben bezogen haben. So funktioniert das aber nicht: Wenn du über andere lernen willst, müsstest du auch offen sein für die Auswirkungen auf dein eigenes Leben. Warum sollte dir jemand versuchen, seine eigenen Gefühle zu erklären, wenn du nicht bereit bist, deinen eigenen Standpunkt auch zu verändern? Könnte das ein Grund für deine gefühlte Einsamkeit sein?
Das ist jetzt nur eine Spekulation von mir. Ich habe auch einen Freund, der sehr gerne zuschaut und analysiert und beobachtet - aber er hat große Schwierigkeiten, mit anderen warm zu werden. Denn er möchte andere verstehen, ohne dass sie die Chance bekommen, ihn zu verstehen. Verstehst du, was ich meine?
Viele Grüße
Cariad
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21.05.2009, 13:19
AW: Ist das Leben SCHÖN?
ist das Leben denn nicht schön.
Bei dem Wetter. Oder irgendetwas was einem fantastisch oder faszinierend vorkommt oder vorgekommen ist und das zum Lebensgefühl beigetragen hat und an das man sich halten kann.
Manche segeln, bergwandern oder lesen Bücher (oder haben andere Erfolgserlebnisse).
Bei mir sind es mehr die körperlichen Aktivitäten die mich näher zu mir kommen lassen, meine Vitalität spüren lassen.
Oder auch mich dreidimensional spüren lassen, mich im Verhältnis zur Umgebung.
Ich denke es ist alles eine Konditionierung, eine Ausrichtung des Gehirnes und die Entwicklung der entsprechenden Neigungen und Nervenbahnen.
Wenn ich z.B. zum ersten Mal mit dem Fahrrad einen Hügel hinauffahre ist es mühsam und schwer. Das nächste Mal gehts etwas leichter und mit der Zeit ist der Körper geradezu in der Erwartung dieser Belastung.
Ebenso sehe ich das psychisch. Wenn ich mir bereits ein negatives Erlebnis gebe (oder mir dies zustösst) dann bin ich bereits down und muss mich erstmal wieder rausarbeiten. Für mich ist das Bewusstsein wichtig dass ich die Werkzeuge, die innere Haltung, die Erfahrung habe mir so wenig als möglich "Down-Zeiten" anzutun denn man verändert sein Wesen und wird handlungsunfähig und letztlich eine Belastung für seine Mitmenschen anstatt eine Inspiration zu sein.
Wenn ich z.B. einen sehr hohen IQ hätte dann würde ich mein Leben sicher anders ausrichten (wenn ich denn den Überblick hätte und nicht gefangen wäre in meiner enstprechenden Gedanken- und Gefühlswelt). Man muss halt arbeiten mit dem was man hat und nicht gegen sein Wesen arbeiten. Ich denke hier wird viel kopfmässig gesteuert gegen seine Intuition, gegen sein Wesen gelebt und man hat sich eben sehr schnell entfremdet, seinem Selbst gegenüber.

nichts geändert: nur der blöde Bricom Server ist lahmarschig heute!Geändert von HQking (21.05.2009 um 13:25 Uhr)
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21.05.2009, 17:31
AW: Ist das Leben SCHÖN?

Hm, das war bis jetzt heute ein schöner Tag
, jedenfalls für mich.
Gerade um diese Jahreszeit ist es in der Natur - wunderschön. Unter dem grünen Blätterdach des Waldes z.B. entfaltet sich Leben in unglaublicher Dichte und Vielfalt. Verharre ich einen Moment, lausche dem Rauschen des Laubes, dem wahrhaft schallenden Vogelgesang, ziehe den ätherischen Duft der blühenden Sträucher tief in meine Nase, richte ich meinen Blick nach oben, wo die mächtigen Äste der Rotbuchen sich berühren - ergreifen mich Ehrfurcht und Freude gleichermaßen. Im wahrsten Sinne des Wortes kennt hier das Leben keine Grenzen, wo ich einfach auch ein Teil des Lebens bin.
In einer ganz anderen Dichte und Vielfalt zeigt sich das Leben der Menschen in Indien. Wie viele schier unendlich viele Möglichkeiten zu leben gibt es in einer einzigen indischen Stadt, und was die Menschen von ihrem Leben denken hat wenig mit dem zu tun, was wir Westlichen meinen wenn wir von unserem Leben sprechen. Ein Menschleben kann in Indien entsetzlich wenig bedeuten. Und doch - nirgendwo anders ist mir die Bedeutung des menschlichen Lebens bewußter geworden.
Aber wie wir uns hier in D oder A oder CH oder... mit unserem Leben fühlen, ist eine andere Geschichte. Darum sollte es in diesem Thread gehen.
Vielleicht habe ich tatsächlich mit diesem deiner Freunde Ähnlichkeit. Und wenn es nicht langweilt, erzähle ich auch von mir. Die meisten Menschen mögen aber nicht gern zuhören und erzählen lieber von sich. Als Zuhörer ist frau/man fast immer willkommen. Das Problem liegt meinerseits eher darin, daß, wenn ich von „mir“ erzähle, nie sicher bin, ob ich wirklich bei mir bin. Die Psyche ist nicht so klar strukturiert wie frau/man es sich vorstellt.
Zitat von Inaktiver User
Das Leben ist nicht gerecht. So etwas wie Gerechtigkeit haben sich die Menschen erdacht. Das Leben steht darüber, ist weder gerecht noch ungerecht, nicht gut oder böse, weder schön noch häßlich. Wir haben uns aber angewöhnt, unsere Maßstäbe auf DAS LEBEN auszudehnen.
Zitat von Joshuatree
Richtig. Alles richtig. Ich fühle mich in diesem Thread gern als LERNENDER, aber ich möchte hier nicht den verzweifelten oder deprimierten Hilfesuchenden spielen. Die Jacke paßt mir einfach nicht. Sooo schlimm finde ich mein Leben nicht.
Zitat von Inaktiver User
Ich freue mich über fröhliche Meinungsvielfalt.
Daniel-G.
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22.05.2009, 22:50
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Hallo Daniel-G,
ja ich finde schon, dass das Leben schön ist!
Nicht immer, aber meistens!
Ich war schon als Kind jemand, der irgendwie anders war als andere Kinder. Ich wollte immer hinter die Maske der Erwachsenen sehen, mich hat nicht interssiert was sie sagten, sondern ich wollte wissen was sie denken, weil ich nur das für die Wahrheit hielt.
Ich habe als Kind meine Wahrnehmung mit dieser "Macke" so geschärft und oft Realitäten gesehen, die für mich damals nicht verständlich waren. Allerdings hat das meine Wahrnehmung auch so geschärft, dass ich heute ein untrügliches Gefühl für Menschen habe. Ich kann mein Bauchgefühl fragen und ihm vertrauen, also hatte das ganze auch sein Gutes.
Heute weiß ich, dass mir das auch eine gewisse Tiefgründigkeit eröffnet hat auf die ich stolz sein kann. Natürlich wird es genau dann schwer, dass man Menschen findet die diesen Anforderungen gerecht werden.
Du hast Recht, viele reden und reden und reden nur von sich. Ich merke dann, dass ich innerlich irgendwann ziemlich wütend werde. Andererseits habe ich keine Lust mich solchen Leuten mitzuteilen, weil ich es für verschwendete Zeit finden würde mich jemandem so tief zu offenbaren, dessen Gedanken doch eh um sich selbst schwirren und er mir nur halbseiden zuhört.
Das schrenkt das Umfeld ein in dem man sich wohlfühlt auch wenn man viele Menschen hätte, die man um sich haben könnte.
Ich habe für mich mein Lebensglück mehr in den Zeiten und Stunden in denen ich alleine etwas unternehme - radfahren, wandern, ans Meer fahren, träumen ect. - wahrscheinlich weil ich hohe Ansprüche an den Tiefgang meines Gegenübers habe.
Trotzdem habe ich mich an das Leben eben auf unserer guten alten Erde und die Menschen darauf gewöhnt und weiß, dass ich eben akzeptieren muss, dass Menschen und Dinge sind, so wie sie eben sind und ich das mit Gelassenheit nehmen muss, weil es nicht meine Aufgabe ist, die Welt zu ändern. Ich kann nur in mir selbst etwas ändern. Alles andere sehe ich mehr als der nach Möglichkeit nicht urteilende Beobachter.
So finde ich viele Momente in denen ich das Leben schön finde, weil ich irgendwann aufgehört habe mich über Dinge zu ärgern, die nicht in meiner Macht oder Verantwortung stehen.
viele Grüße Daisy
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23.05.2009, 06:56Inaktiver User
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Hallo Daniel,
Du schreibst, dass Du andere vom Kopf her verstehen könntest - aber eben nur vom Kopf. Vielleicht interessiert es Dich, dass Du ähnliches bei mir auslöst: Ich kann nachvollziehen, was Du schreibst - aber auch nur das, nur rational. Ist ziemlich irritierend, weil ich sonst oft den Bauch dabei habe und so auf unterschiedlichen Ebenen Zugang zu jemanden bekomme. Gelingt bei Dir nicht. Ich hatte dies vor wenigen Monaten schon mal bei jemanden, unseren Kontakt haben wir dann abgebrochen, weíl nur das Kopf-Verstehen nicht ausgereicht hat, dass wir in einem "echten" Kontakt waren. Bis heute rollen manchmal meine Gedanken um diesen Menschen und meinen Versuch, ihn in ein Erklärungsmuster einzusortieren. Es funktioniert nicht, und das ist vielleicht auch gut so.
Da Du klar geäußert hast, dass es Dir nicht darum geht, aus irgendwelchen depressiven Verstimmungen herausgezogen zu werden, genieße mit uns zusammen die interessanten Ansichten der teilnehmenden PosterInnen!





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