Mohnblume (schöner Nick übrigens), da gebe ich Dir zu 100% recht.
Und ich denke, dass man es lernen oder sich selbst ein bisschen dahin erziehen kann, dass man das Leben etwas positiver annimmt, dass man Freude empfinden kann, auch oder gerade bei kleinen Dingen.
Dazu muss man nicht unbedingt einen Schicksalsschlag erleiden, wie in meinem obigen Beispiel.
Wenn ich das Beispiel von Ichsachnix mit Mathe nehme: Sie sagt "Ich konnte gut rechnen, ach, was soll's."
Das finde ich schade. Ich würde das als gute Gabe sehen und mich daran freuen. Ich hätte Spaß daran, etwas gut zu können.
Ich war, um bei dem Beispiel zu bleiben, in Mathe ein hoffnungsloser Fall. Ich habe es gehasst. Bis ich aufgrund einer beruflichen Veränderung vor ein paar Jahren plötzlich wieder mit Mathematik konfrontiert war. Und da habe ich mir gesagt: "Ich habe so eine Abneigung gegen Mathe, ich versuche es gerade deshalb noch mal." Es hat geklappt. Nach 20 Jahren habe ich es endlich kapiert. Ich bin immer noch nicht gut in Mathe, aber es hat mir solchen Spaß gemacht, diese "Baustelle" in Angriff zu nehmen.
Um wieviel mehr kann es dann Spaß machen, wenn man es richtig gut kann.
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Thema: Ist das Leben SCHÖN?
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07.06.2009, 10:26
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Wir werden weitermachen!
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07.06.2009, 15:45
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Ja warum soll ich mich denn dazu erziehen, dass mir das Leben Spaß macht??? Das Leben fordert schon genug Zwangsmaßnahmen von mir, jetzt soll ich mir auch noch einreden, dass es mir Spaß macht?
Zitat von Mediterraneee

Je weniger ich an mir herumerziehe, desto besser geht es mir. Ich habe mir z.B. lange genug eingeredet, dass es sicher auch für mich einen passenden Partner gibt.
Schluss damit! Aus die Maus! 
Es ist nicht so, dass ich nicht meine Inseln des Glücks hätte. Mein Leben ist auch nicht grau und überhaupt nicht langweilig. Und bei aller Bescheidenheit - mir ist nicht nur Mathematik leichtgefallen. Gottseidank fällt mir vieles leicht, wofür andere ackern müssen. Ungerecht erscheint das vielleicht, aber gerecht ist „das Leben“ schon gar nicht!
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07.06.2009, 16:19Inaktiver User
AW: Ist das Leben SCHÖN?
geht es denn wirklich um eine pauschale, "all-inclusive"-bewertung?
ich selbst sehe es wie mohnblume, nur dass ich ein anderes fazit daraus ziehe: es gibt im leben tolle zeiten und nicht so tolle, es gibt zeiten, in denen mag ich nicht mehr weiterleben (ok. einmal bisher, und ohne "ernste" konsequenzen), es gibt zeiten, da denke ich einfach nur boah, wie toll. und dazwischen gibt es dann noch die zeiten, in denen alles ein bisschen mau ist, bisschen langweilig, und dann noch der klimawandel...
bloß: genau DAS ist MEIN leben - ich bestimme zu großen teilen, was da so passiert und was ich damit alles anstelle - und das finde ich schon ziemlich gut. auch wenn mir mein leben manchmal überhaupt nicht passt - dadurch, dass ich meistens selbst entscheiden konnte, bin ich dann trotzdem davon überzeugt. und ganz besonders toll ist es natürlich, wenn dazu die sonne scheint...
ich freue mich, wenn ich am ende meines lebens sagen kann: gut durchwachsen, es war von allem was dabei. trauer, wut, liebe, freundschaft, spaß, freude, leid... wirklich alles.
meines erachtens ist das ganze eine frage der perspektive: für mich war das glas schon immer halb voll, aber ich kenne viele menschen, die ihre gläser immer schon leer sehen, obwohl sie noch bis zum rand gefüllt sind.
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08.06.2009, 09:27
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Nein. Von sich-einreden hab ich nicht gesprochen.
Sondern von genießen lernen.
Aber ich habe das Gefühl, dass ich Dir das nicht wirklich begreiflich machen kann.
Dein Leben ist alles, was Du hast.
Ich für meinen Teil mag es nicht verplempern, indem ich nicht das Beste daraus mache.
Und damit meine ich nicht Leistung, sondern Empfinden.
Eben. Und seinen Blick auf das Glas kann man ändern. Mancher hat nur noch einen kleinen Schluck im Glas und freut sich daran, dass es nicht gänzlich leer ist.Wir werden weitermachen!
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08.06.2009, 21:08
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09.06.2009, 17:13
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Das ist auch alles richtig. Aber: Eben weil es MEIN Leben ist, kann, darf ich auch sagen, dass ich mich NICHT meines Lebens freue. Auch wenn ich (trotzdem) das Beste draus mache, auch wenn ich es nicht verplempere.
Zitat von Mediterraneee
Ich finde mich selbst auch nicht schön, mache aber das Beste aus mir und bin keineswegs verzweifelt.
Es kommt mir so vor, als ob ich den Lieben Gott beleidigt hätte mit meiner Feststellung, dass ich nicht besonders glücklich bin über sein Geschenk. Ich sage einfach was ich fühle. Vielleicht leide ich ja auch nur an „Glückshormonmangel“ - was mich aber kaum stören würde.
Ganz ehrlich: MIR ist es wichtig, dass mir mein Leben einigermaßen leicht fällt, dass ich (Leistungs-)Erfolg habe ohne mich kaputt zu schuften, dass ich im Leben Glück (im Sinne von good luck) habe. Ich möchte wirklich nicht tauschen mit solchen, denen es schlecht geht und trotzdem glücklich (happy) sind.
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10.06.2009, 10:30
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Ichsachnix,
ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor: Ich denke genau wie Du, dass Du Dich niemandem gegenüber rechtfertigen musst für Dein Leben. Rechtfertigen muss sich jeder nur sich selbst gegenüber.
Und genau deshalb finde ich es so schade, wenn man sagt "mein Leben ist nicht schön, aber ich nehme das so hin".
Um Deine Formulierung aufzugreifen: Wenn ich das über mein Leben sagen würde, würde ich nicht den lieben Gott (an den glaube ich eh nicht) beleidigen, sondern vielmehr mich selbst.Wir werden weitermachen!
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10.06.2009, 14:09
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Weißt du, Mediterraneee, ich begreife einfach nicht, dass DU es schade findest, wenn ICH mich nicht meines Lebens freue. Schließlich komme ich doch prima zurecht. Und ich möchte behaupten, dass ich eine ziemlich mutige Frau bin, vielleicht weil ich denke, dass ich gar nicht viel zu verlieren habe in Sachen „schönes Leben“.
Ich hatte mal einen total missglückten Urlaub mit meiner Freundin: Dauerregen, feuchtes Ferienhaus, Blasenentzündung, Rückflug verpasst... kurz: wenig Urlaubsgenuss, aber am Ende hatte ich eher eine Art Triumphgefühl: Mich kriegt man nicht so schnell klein!
Ich sehe mein Leben als Herausforderung. Ich lasse weder meine „Gaben“ noch „Begabungen“ verkommen. Und ich kann auch genießen, so zwischendurch, diese „Inseln des Glücks“ im Leben. Inseln im ungemütlichen Ozean des Lebens.
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10.06.2009, 15:02
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Ich finde es nicht schade.
Mir ist Deine Lebensführung ganz wurscht.
Ich fände es FÜR MICH schade, wenn ich so durch´s Leben gehen würde.
Deshalb bemühe ich mich um eine andere Sichtweise, hab lieber ein halbvolles als ein halbleeres Glas.
Aber ich will niemanden bekehren. Ich sage nur, dass ich anders handeln möchte, weil ich solche negativen Gefühle dem Leben als solchem gegenüber ziemlich traurig finde.Wir werden weitermachen!
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11.06.2009, 10:16
AW: Ist das Leben SCHÖN?
Eigenartig, Mediterraneee, wir scheinen gar nicht wirklich verschiedener Meinung zu sein, kommen nur mit unseren Worten nicht auf einen Nenner. Warum auch immer.

Dieses metaphorische Glas - ob halb voll oder halb leer - ist für mich mit einem Getränk gefüllt, das mir nicht richtig schmecken will. Mehr eine Frage des Geschmacks als der Sichtweise, finde ich. Hauptsache, ich verdurste nicht...



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