Liebe Community,
ich habe schon viele Beiträge gelesen, in denen ich mich tlw. wiederfinden konnte.
Aber weil jeder nunmal ein ganz eigenes Leben führt, würde ich gerne mal meine Gedanken und Ängste darlegen und bin auf eine Reaktion gespannt.
Viele denken sicher, dass ich es ganz gut habe: Ehemann, gutes Einkommen, Familie, Freunde, Gesundheit.
Aber ich kann meine Situation nicht genießen - ich finde immer ein Haar in der Suppe, inbesondere weil ich mich immer mit anderen vergleiche.
Leider haben wir keine Kinder. Und ich denke natürlich immer, dass nur Paare mit Kindern glücklich sein können. Ich bin nicht in der Lage, mein Leben der Kinderlosigkeit anzupassen, indem wir z. B. unsere Freiheit genießen, Urlaube machen usw. .Ich fühle mich oft ausgegrenzt, da Frauen mit Kinder ja viel mehr Termien haben und ich an diesem Teil des Lebens nicht teilhaben kann.
Warum vergleiche ich mich immer mit anderen? Ich glaube manchmal, dass ich häufig keine eigenen Pläne habe und auf andere, die ihr Leben aktiv gestalten, neidisch bin. Ich möchte eigentlich immer, dass man mich mitreißt und schließe mich dann meist gern an.
Wir sind z. B. nach langer Zeit wieder in unsere Heimatstadt zurückgekehrt, was auch unser Wunsch war, um wieder in der Nähe unserer Familien zu wohnen.
Aber ich kann mein Leben hier trotzdem nicht genießen, weil ich immer denke, dass andere es viel besser haben. Ich habe keinen Verein in unserem Ort und verbringe die Abende meist mit meinem Mann. Irgendwie passt mir dieser Zustand nicht und ich bin neidisch, wenn andere von ihren Vereinen erzählen, zu Vereinsfeiern müssern usw. Auf der anderen Seite habe ich aber auch Angst, mich einer Gruppe anzuschließen. Was, wenn ich nicht gut kegle oder die schlechteste im Lauftreff bin?
Ist das mangelndes Selbstbewußtsein? Muss ich mir eingestehen, dass ich nun mal aufgrund meiner Art eher ein introvertiertes Leben führen sollte oder sollte ich aktiv werden?
Warum kann ich mein Lebens nicht genießen? Warum schiele ich immer nach rechts und nach links anstatt meinen eigenen Weg zu gehen und diesen als richtig anzusehen?
Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken einigermaßen verständlich darlegen.
Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen!!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 12
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06.05.2009, 20:54
Warum kann ich nicht glücklich sein?
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06.05.2009, 22:16
AW: Warum kann ich nicht glücklich sein?
Hallo mussi,
was mir am meisten aufgefallen ist in deinem posting, ist dein Hang - oder man könnte es schon fast Zwang nennen -, dich zu vergleichen. Weshalb du ja auch keinem Verein betreten möchtest. Es könnten ja andere besser sein als du.
Der Vergleich mit anderen ist immer Ursache von Unzufriedenheit. Denn dummerweise vergleicht man sich ja meist nicht mit denen, denen es schlechter geht oder die irgendwas schlechter können, sondern mit denen, die in unseren Augen mehr haben oder scheinbar besser sind.
Ich vermute dahinter ein nicht wirklich intaktes Selbstbewusstsein. Wurdest du früher oft mit andern Kindern verglichen, die dir dann als "besser" vorgehalten wurden? Konntest du es anderen recht machen, wurdest du gelobt? Kennst du das Gefühl geliebt und angenommen zu sein, auch und gerade dann, wenn du Mist gebaut hast, schlecht oder mittelprächtig warst?
Du hast bezüglich deiner eigenen Person die falschen Gedanken, die wiederum die schlechten Gefühle auslösen. Aber das kann man umtrainieren. Durch bewusstes Danke sagen für all die vielen Dinge die man hat. Durch den bewussten Blick auf wunderbare Eigenschaften und Begebenheiten. Jeder hat die, jeder erlebt sie. Man muss sie aber sehen wollen.
Das ist natürlich ein langwieriger Prozess des Umdenkens - und später auch besser Fühlens - , aber er lohnt sich.
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06.05.2009, 23:25
AW: Warum kann ich nicht glücklich sein?
>Ich habe keinen Verein in unserem Ort
das kann man aendern .. und um dein argument, der schlechteste zu sein . . gleich mal zu entkraeftigen: das kann ganz schoen spass machen!
ich habe vor 2 jahren mit 46 (!) angefangen zu reiten und bin im reitstall der "azubi" . . . den ausdruck azubi hab ich selbst erfunden und die anderen haben nen mords-spass dran, ueber meine (gefaehrdete!) versetzung ins naechste lehrjahr zu laestern . . mir gefaellt diese rolle . . mit viel selbstironie . . reicht ja wenn ich im job gut bin, oder?! (muss ich auch . . bin naemlich eher unbegabt und muss ja viel geld fuer reitstunden verdienen . .)
ich bin auch ungewollt kinderlos, kann deine feelings gut verstehen. guck mal ins forum "kinderwunsch" . . du bist in guter gesellschaft . .
alles liebe und ab in nen verein!!!LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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06.05.2009, 23:29Inaktiver User
AW: Warum kann ich nicht glücklich sein?
Lies einfach mal dieses Buch!
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07.05.2009, 07:40
AW: Warum kann ich nicht glücklich sein?
[QUOTE=beklamo;5768952]Hallo mussi,
was mir am meisten aufgefallen ist in deinem posting, ist dein Hang - oder man könnte es schon fast Zwang nennen -, dich zu vergleichen. Weshalb du ja auch keinem Verein betreten möchtest. Es könnten ja andere besser sein als du.
[QUOTE]
Das ist mir auch aufgefallen.
Ich glaube, entscheidend ist, dass Du für Dich herausfindest, was Dir in Deinem Leben wichtig ist. Wer möchtest Du sein?
Vielleicht bist Du tatsächlich jemand, dem es zu Hause mit dem Mann allein gut geht, und Du denkst vielleicht nur, dass andere das langweilig finden. Hör doch mal in Dich rein, wenn Du abends zu Hause bist, ob Du jetzt wirklich gern woanders wärst, oder ob Du nur glaubst, Du solltest.
Wenn Du aktiv werden möchtest, bleibt Dir nichts anderes übrig, als auch mal ins kalte Wasser zu springen, wobei ich gewisse Schwellenängste durchaus gut verstehen kann. Aber ich sage mir in solchen Fällen immer: ich geh das jetzt einmal hin, und wenn es mir nicht gefällt, dann bleib ich halt weg. Es ist Freizeit, da mach ich nur Sachen, die mir wirklich liegen und wo ich mich wohlfühle. Ich war auch mal bei einem Lauftreff, wo ich die langsamste war und keinerlei Rücksicht genommen wurde. Mitten im Wald hab ich dann dann einfach umgedreht und bin nach Hause gelaufen - ist eh niemandem aufgefallen. Aber es war den Versuch wert.
Mach Dir klar, dass Du die Wahl hast, nicht in jedem einzelnen Punkt Deines Lebens aber was die große Linie angeht. Was springt Dich an? Was begeistert Dich? Was würdest Du gerne mal erleben? Wovon hast Du schon immer geträumt? Fokussier Dich mal zunehmend auf Dich selbst und finde heraus, was Du wirklich willst. Dann wird auch das Vergleichen weniger.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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07.05.2009, 19:37
AW: Warum kann ich nicht glücklich sein?
Hallo, Ihr Lieben,
vielen Dank erst mal für Eure Reaktionen!!
Es ist schon richtig, dass ich erst mal herausfinden muss, was ich wirklich möchte und wer ich bin.
Aber irgendwie bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite kann ich manchmal wirklich lustig sein und Temperament zeigen und in anderen Situationen bekomme ich fast kein Wort raus.
Dann frage ich mich wirklich: Wer bin ich?
Wie kann ich das herausfinden, wenn ich dann meine kontroverse Seiten sehe?
Darum ist es für mich immer am einfachsten, mich der Entscheidung anderer anzuschließen.
Ich habe z. B. einen Frauentrupp, mit dem ich einmal im Jahr eine Tour unternehme. Mit den Vorschlägen der anderen bezüglich Ort und Art der Reise kann ich mich immer anfreunden. Ich habe da nie Vorschläge und bereite diese Tour auch nie vor. Das ist für die anderen natürlich auch einfach, weil denen natürlich auch bekannt ist, dass ich (fast) alles mitmache.
In der Vergangenheit habe ich schon mal versucht, "mich aus meinem Schneckenhaus" herauszubewegen. Aber es ist schon so, dass andere merken, dass es mir nicht wohl dabei ist, z. B. allein zu einem Lauftreff zu gehen. Man geht dann auch nicht auf mich zu und ich kann leider den ersten Schritt auch nur schwer machen.
Mein Vater ist übrigens auch eher schwach und meine Mutter ist diejenige, die die Entscheidungen trifft, was für beide auch o. K. ist.
Ich genieße das eigentlich jetzt auch wieder, das meine Mutter mir oft mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie ist eine starke Frau. Leider habe ich ihre Stärke nicht geerbt.
Vielleicht hast Du, Malina, aber auch Recht, wenn Du schreibst, dass ich
ja auch mit meiner jetzigen Situation glücklich sein kann und mir nicht einbilden muss, dass ich wegen der anderen was ändern muss.
Mal schauen, wie´s weitergeht!!
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07.05.2009, 19:41
AW: Warum kann ich nicht glücklich sein?
@ Ersatznick
Das "Glücksbuch" liegt schon auf meinem Nachttisch!!
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07.05.2009, 19:56Inaktiver User
AW: Warum kann ich nicht glücklich sein?
Hallo Mussi,
ich habe heute diesen Artikel auf Spiegelonline zum Thema Glück gelesen:
Ich und die Anderen: Heule nicht, handle! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
Im Grunde geht es hier auch darum, dass man sich darauf konzentrieren soll, was man kann und nicht immer auf das, was man nicht kann/was einem fehlt. Du scheints dich sehr darauf zu konzentrieren, was du nicht kannst - Reisen organisieren, im Verein glänzen oder was auch immer. Aber vielleicht kannst du dafür super kochen oder malen oder zuhören oder singen oder oder... ?!
Ich merke das selbst auch bei mir - wenn es mir gut geht, ich aktiv bin in dem, was mir Spaß macht, dann schiele ich gar nicht darauf, was andere machen. Wenn ich mich hingegen langweile oder unzufrieden bin, kommt mir das Leben der anderen auch immer viel toller und spannender vor. Aber ich denke, es bringt nichts, den anderen nachzueifern, sondern seinen eigenen Weg zu finden und damit glücklich zu sein.
Lillan
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10.05.2009, 01:03
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11.05.2009, 14:24Inaktiver User
AW: Warum kann ich nicht glücklich sein?
Liebe Mussi2,
nicht nur, dass Du Dich mit anderen vergleichst, Du bewertest Deine eigenen Persönlichkeitseigenschaften auch sehr negativ! Wie schade! Es gehört eigentlich in den Bereich der Binsenwahrheiten, dass jede Eigenschaft ihre Sonnen- und Schattenseiten hat. Du hängst Dich gern bei anderen ein, schließt Dich ihren Vorschlägen an: klar, einerseits passiv, andererseits hast Du ein gutes Potential zur Anpassung (und siehe diese Eigenschaft mal POSITIV - gerade jetzt in einer Zeit, in der Flexibilität und Anpassung immer notwendiger wird!). Ich leite zwei Teams - hätte ich nur Individualisten mit kreativen Ideen am Start, würde ich verzweifeln, da wir nie zur Umsetzung kämen! Will Dir sagen: schau mal auf das Positive Deiner Eigenschaften! Noch mehr als der Vergleich mit anderen, schwärzt nämlich die negative Wertung der eigenen Person das Selbstwertgefühl... Hast Du doch nicht nötig! Allein deswegen, weil Dein Mann Dich liebt und Du viele Freundschaften/Bekanntschaften hast, siehst Du doch, dass Du anderen viel wert bist. Kann ja nicht alles Geschmacksverirrung sein.
Und wenn Du mal das Positive an Deinen Eigenschaften beachtest, dann kannst Du doch schon mal dran gehen zu überlegen, was Dir gefällt. Vielleicht bist Du tatsächlich kein "Vereins-Mensch" und bist glücklicher, wenn Du ein Hobby alleine ausüben kannst. Ich habe mal einen schönen Spruch gelesen: Besser die Stärken stärken als die Schwächen schwächen. Also wechsel mal den Blickwinkel von Deinen Schwächen auf Deine Stärken - und schaue, wo Du nur das Negative siehst! Oder auch, wodurch Du profitieren kannst, wenn Du etwas negativ siehst: Ist ja auch bequem, keine eigenen Ideen zu entwickeln, sondern sich anzuschließen.
Und noch etwas - Du beschreibst es schon: Ich erlebe oft, dass prägnante Eigenschaften bei einem Menschen ganz oft auch ihr Gegenteil enthalten. Zum Beispiel haben großzügige Menschen irgendwo auch ihren Geiz, liebevolle Menschen irgendwo auch ihre Lieblosigkeiten etc.. Du schreibst, dass Du einerseits temperamentvoll bist, andererseits auch mal ganz still. Ich vermute: Du bist nicht nur angepasst, Du bist irgendwo auch der Revoluzzer!!!Geändert von Inaktiver User (11.05.2009 um 14:27 Uhr) Grund: üble Rechtschreibfehler


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