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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Noch mal kurz hierher geschlichen :-)

    Und ich glaube, ich weiß, was derjenige gemeint hat, der sinngemäß schrieb "Dann bist du eben zu doof für zwischenmenschliche Kontakte". Das klingt natürlich hart und vor allen Dingen respektlos.

    Aber lass uns den Punkt doch einfach mal inhaltlich ansehen:

    Wie wertvoll war dir Zwischgenmenschliches in der Vergangenheit? Ich würde auch sagen: Offensichtlich nicht so sehr. Oder: Du warst in einer Phase, in der Du "schlechte Beziehungen" aussortiert hast und stehst nun vor dem Dilemma, dass noch keine neuen, "guten" da sind. Das ist natürlich bitter. Aber: Es war auch Deine freie Wahl. Du hast Dir das Leben so eingerichtet. Warum?

    Bist Du biegsam genug für "ganz normale Menschen"? Was kannst Du an Menschen mögen und tolerieren und was nicht? Wie viele NoGo's hast Du und weshalb? Wieso bist Du so viel herumgereist? Was hat Deine Familie Dir getan, dass Du sie weggeworfen hast?

    Ich bin schon glücklich, wenn ich auf einer Parkbank sitze und ein alter Mann mit Altersflecken und abgestandenem Geruch schaut mich suchend an. Oder lächelt. Oder rückt nicht ab. Oder geht nicht weg. Was empfindest Du in so einem Moment?

    Jetzt habe ich die provokative Rolle eingenommen und mache mich unbeliebt, ich weiß.

    Und muss aufhören :-)




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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Zitat Zitat von FrauSchoengeist Beitrag anzeigen
    Auf einer Party bin ich beispielsweise niemand, der durch Brillianz auffällt. Ich bin nicht immer freundlich und zugänglich. Ich würde nie in ein Loft ziehen, mutterseelenallein. Bei mir ergeben sich Freundschaften oft aus zufälligen Begegnungen (da widerspreche ich der bisherigen Meinung hier). Weil ich eben auch von mir erzähle und nicht nur das, was stark und bunt und glitzernd ist, dadurch ergibt sich automatisch eine tiefere Ebene. Geht verblüffend schnell.
    @Frau Schöngeist, ich finde deine Beiträge sehr interessant. Trotzdem ist natürlich jeder Mensch unterschiedlich. Ich beobachte z.B., dass manche Menschen gern mit anderen Menschen Freundschaften pflegen, die nicht "bedrohlich" sind, also keine Konkurrenz sein können. Sie orientieren sich - wie man so sagt - nach unten. Beispiel: Die junge Frau die mit der "häßlichen" Freundin zur Disco geht ...

    Dann gibt es vllt. Menschen, die an jedem soviel Gutes finden, um mit jedem befreundet zu sein, obwohl ich pers. das eher bezweifle.

    Auf die Gefahr hin, jetzt eingebildet zu erscheinen, habe ich schon am liebsten Umgang auf Augenhöhe und da scheidet "nach unten" (wie auch immer man das jetzt definieren möchte) dann eben verschiedenes aus. Zumal es bei Freundschaften ein bißchen wie mit der Partnersuche ist: man muss sich auch "riechen" können, d.h. Sympathie geht über das Erklärbare hinaus.

    Es gibt natürlich Menschen, die sind intelligent und haben ein so einnehmendes Wesen, dass sie auf Anhieb sofort alle Menschen für sich gewinnen. Ich - und wahrscheinlich sehr viele andere auch - bin so nicht. Zumindest wirke ich am Anfang meist etwas reserviert, so dass ich schnelle Freundschaften nicht schließen kann. Ich brauche mind. die 2. oder 3. Chance. Außerdem treffe ich gar nicht so oft Menschen, die mich so interessieren, dass ich auf diese weiter Chance Wertlegen würde.

    Zitat Zitat von FrauSchoengeist Beitrag anzeigen
    Oder: Du warst in einer Phase, in der Du "schlechte Beziehungen" aussortiert hast und stehst nun vor dem Dilemma, dass noch keine neuen, "guten" da sind.
    Tatsächlich bekenne ich mich dazu,schon sehr genau hinzuschauen, mit wem ich Freundschaft pflege und das hat letztlich mit Zeit zu tun. Schließlich geht es ja (mir) bei Freundschaft nicht nur darum, nicht allein zu sein.

    Zitat Zitat von FrauSchoengeist Beitrag anzeigen
    Ich bin schon glücklich, wenn ich auf einer Parkbank sitze und ein alter Mann mit Altersflecken und abgestandenem Geruch schaut mich suchend an. Oder lächelt. Oder rückt nicht ab. Oder geht nicht weg. Was empfindest Du in so einem Moment?
    Dieses Beispiel verstehe ich nicht. Das hat mit den Problemen der TE doch nicht sehr viel zu tun. Das Beispiel beschreibt einen oberflächlichen, sozialen Kontakt. Ich glaube aber, die TE sucht eher große Nähe/Tiefe in einer Freundschaft. Und ich glaube man kann ersteres haben und zweiteres trotzdem missen. Und ich finde nichts dabei, bei einer Freundschaft auch einen gewissen Anspruch an Niveau (intellektuell, emotional oder wie auch immer) zu haben.
    Geändert von Sprachlos (05.06.2009 um 14:22 Uhr)
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

  3. Inaktiver User

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    FrauSchoenGeist,

    ob Du Dich jetzt bei Itsybisty unbeliebt gemacht hast, kann ja nur sie beantworten. Ich kann allerdings nur sagen: ich finde Deine Fragen und Anregungen richtig und wichtig. Itsy muss sie ja nicht uns unbedingt beantworten, aber sich selbst.

    Das muss jeder von uns, ich habe selbst gerade beim Lesen Deines Beitrags auch noch mal kurz drüber nachgedacht, obwohl ich das schon oft getan habe. Aber die Antworten ändern sich eben auch von Jahrzehnt zu Jahrzehnt.

    Bin gespannt, was die Strangeröffnerin dazu sagt.

    LG, Orlando

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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Liebe Sprachlos,


    auf genau diese Frage läuft es doch hinaus: Wie klassifizieren wir Menschen als mögliche Freunde und tun wir es überhaupt? Ich nenne mal vier Beispiele aus meinem Freundeskreis.

    Ein Mann im Alter von 83 Jahren. Kennengelernt auf Spaziergängen, auf denen wir uns regelmäßig über den Weg liefen. Es war November und uns beiden war trübsinnig zumute. So kamen wir ins Gespräch. Irgendwann gab ich ihm meine Visitenkarte, er schrieb mir eine Mail, lud mich zu sich nach Hause ein. Ich lernte seine Familie kennen. Gemeinsame Themen waren erstmal nur die Herbstdepressionen, dann kamen wir auf unsere Katzen, dann erzählte mir die Familie von Schweden, woher sie stammt, und so ging es weiter.

    Eine Frau im Alter von ? Jahren (daraus macht sie ein Geheimnis, ich schätze sie auf Mitte 70.) Vor zwanzig Jahren eine Vorgesetzte von mir. Eines Tages nahm sie mich beiseite und sagte mir, was ich besser machen könne. Ich fragte sie, ob ich mich bei Bedarf an sie wenden dürfe. Ich durfte. Ich tat es. Ergebnis: Sie nennt mich Adoptivtochter, ich rufe sie auch zum Muttertag an, sie ist mittlerweile im Pflegeheim, kann nicht mehr gut reden, ist aber geistig noch relativ fit, wir diskutieren wie eh und je über Fachthemen, der Kontakt wird gehalten. Nur von mir aus. Aber das ist egal. Siehe unten.

    Eine Nachbarin, bisschen älter als ich, mit der mich von außen betrachtet nichts verband. Wir hatten kein einziges gemeinsames Thema. Aber wir genossen es, ab und zu in ihrem Garten zu sitzen und Kaffee zu trinken. Einfach nur beisammen zu sein. Ich mag ihre Aura und sie offensichtlich meine. Und sie hatte einen tollen Garten, der eine irre Ausstrahlung hatte (den hat sie auch immer noch :-)) Immer war sie diejenige, die mich einlud. Inzwischen haben wir tatsächlich gemeinsame Themen gemacht. "Gemacht". Die fielen uns nicht in den Schoß.

    Ein Mann aus Neuseeland. Wir lernten uns auf einem Zwischenstopp kennen, als mir mulmig war, ich auf und ab lief und versuchte, meine nervöse Energie in den Griff zu kriegen. Er sprach mich darauf an. Später stellte sich heraus, dass er in der ersten Klasse saß und als er sah, wo ich saß, kam er zu mir und sagte "Neben mir ist ein Platz frei, kommen Sie doch zu mir." Hab ich getan. Visitenkarten ausgetauscht. Jahrelanger Briefwechsel.

    Ergo: Was macht man aus den Zu-fällen?

    Bleibt man an der Stange, an welchem Punkt gibt man auf? Und warum? Reicht es denn nicht, wenn jemand eine unglaublich angenehme Ausstrahlung hat? Muss ein guter Freund alle Eigenschaften mitbringen, auf die ich Wert lege? Oder kann ich es auf mehrere Menschen verteilen?

    Man könnte sagen: Aber das sind doch Bekannte, keine Freunde! Nicht für mich. Und für meine Freunde auch nicht.

    Klingt das abwegig?


    Liebe Orlando,
    ich bin auch gespannt.... :-)

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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Ergo: Was macht man aus den Zu-fällen?

    Bleibt man an der Stange, an welchem Punkt gibt man auf? Und warum? Reicht es denn nicht, wenn jemand eine unglaublich angenehme Ausstrahlung hat? Muss ein guter Freund alle Eigenschaften mitbringen, auf die ich Wert lege? Oder kann ich es auf mehrere Menschen verteilen?

    Man könnte sagen: Aber das sind doch Bekannte, keine Freunde! Nicht für mich. Und für meine Freunde auch nicht.

    Klingt das abwegig?
    Nö, das klingt kein bißchen abwegig, sondern fast so, wie es eigtl. auch bei mir ist ...
    Einen schönen Abend noch
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Aber die Antworten ändern sich eben auch von Jahrzehnt zu Jahrzehnt.
    Ja. Das stimmt. Danke, dass Du es mir nochmal ins Bewusstsein geholt hast. Es ist so vieles so variabel und deswegen habe ich auch einen Heidenrespekt vor Menschen, die so ganz anders sind als ich. Sei es aufgrund des Alters, aufgrund der "Schicht", aufgrund von persönlicher Geschichte. Deswegen hat mich Itsys Kummer auch berührt, weil ich dachte "Das ist jetzt bestimmt nicht einfach, sondern sehr traurig für sie." Gleichwohl regten sich viele Fragen in mir. Erstmal auf Basis des Unterschiedes. Dann auf der Basis dessen, was Ausgangspunkt für eine Freundschaft sein kann: Verständnis trotz Verständnislosigkeit. Neugier.... Anteilnahme... Was ist dir passiert? Warum bist du so, wie du bist? Was hat dich geprägt, gemacht?
    Das geht mir alles durch den Kopf, wenn ich Menschen treffe, die auf den ersten Blick so gar nicht in mein Raster passen wollen.
    Ich persönlich werde nicht jedes Mal fündig. Muss ich ja auch nicht. Aber oft genug.

    Mensch - da draußen sind so viele Leute! Dieser Planet ist voll mit Menschen! So viele Seelen und Köpfe und Herzen und Chroniken und gemeinsames Lachen, gemeinsames Grübeln, gemeinsames Weinen, gemeinsame Fragen. Und so viele Differenzen = so viele Fragen.

    Itsy, warum gehst Du nicht in Bars, Restaurants, zu Veranstaltungen? Hält Dich eine moralisch empfundene Ehrhaftigkeit davon ab? So ein Gefühl von "Wahrhaftigkeit"? Ist Einsamkeit besser?


    Liebe Sprachlos: Ich hoffe, Deine Fragen hinlänglich beantwortet zu haben ?

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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Zitat Zitat von Itsybisty Beitrag anzeigen
    Hi liebe Nadine!
    Natürlich hast Du auf jeden Fall grundsätzlich recht! Ich hab grad nur so Angst, denn ich hatte im letzten Jahr tatsächlich mal so 2-3 mal jemanden kennengelernt, und jedes Mal ist das entweder mit raschem, aber kommentarlosen Rückzug der anderen, oder mit Streit auseinander gegangen. Seither grübel ich und bin schrecklich unsicher, auf andere Leute zuzugehen. Denke gleich wieder "wer weiss, wann diese Person sich wieder von mir zurückzieht..." Wenn ich jetzt wieder losziehe, mich wieder mit Leuten treffe, und wieder wird nix draus, verliere ich wahrscheinlich den Mut, mich nochmal zu öffnen. Ich hab echt Angst, vollkommenst depressiv zu werden. Trotzdem, wenn ich jetzt den Schritt nicht mache, wird es ja auch nicht besser...grummel.....
    Liebe Itsy,
    ich verstehe schon was du meinst. Was hältst du wirklich davon, erstmal mit Mailkontakt anzufangen. Oder Brieffreundschaften. Auch da lernt man sich erstmal kennen.
    Was meinst du denn, an was die Kontakte, die du aufgebaut hast, scheitern? An mangelnden gemeinsamen Interessen? An mangelnder Zeit? Daran, dass die Person, die du kennenlernst evtl. Familie hat? Ich glaube wirklich kaum, dass es an Dir liegt.
    Wer gleich den Kontakt nach 2 - 3 Treffen abbricht und als Grund dich dafür nehmen würde, den jenigen kannst du sowieso vergessen, weil dieser Mensch dann mehr als oberflächlich ist. Und sowas möchtest du dann doch auch nicht, oder?
    Kopf hoch!

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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Hallo FrauSchöngeist,

    ich finde Deine Fragen und Beiträge sehr interessant, weil Du so ganz anders an das Thema Freundschaften herangehst als ich.

    Freundschaften, die aus Zufallsbekanntschaften entstanden sind, habe ich überhaupt keine. Bei mir läuft es eigentlich immer so, dass ich Menschen kennenlerne und merke, da ist etwas, was mich anzieht. Ein Funke, eine Ahnung von gemeinsamer Wellenlänge. Und dann werde ich normalerweise aktiv und suche die Nähe dieser Menschen. In den allermeisten Fällen habe ich mich auch nicht getäuscht, und wir freunden uns tatsächlich an.

    Ich will damit nur sagen, es gibt so viele Arten, Freundschaft zu schließen, und jede hat ihre Berechtigung. Wichtig ist nur, dass man für sich selbst mindestens eine funktionierende Methode findet, die einem entspricht.

    Ich könnte wahrscheinlich hundert Jahre zu irgendwelchen Veranstaltungen gehen, und würde nie mehr als maximal ein paar Takte Smalltalk erleben. Ich bin nicht so sehr spontan, ich muss die Leute erst mal eine Weile beobachten, mir ein Bild machen, ihre Art auf mich wirken lassen. Das muss jetzt nicht Monate lang dauern, aber ein paar Gelegenheiten brauch ich schon, bis ich weiß, denjenigen will ich näher kennenlernen.
    Und angesprochen werde ich auch eher selten. Vermutlich strahle ich auch so eine gewisse Zurückhaltung und Distanziertheit aus.

    Ich finde es auf der anderen Seite aber sehr faszinierend, von Dir zu lesen, auf welche Art auch Freundschaften entstehen können. Das ist ja auch der Sinn dieses Strangs, ganz unterschiedliche Herangehensweisen zu schildern. Und Itsy sucht sich dann das raus, was zu ihr passt.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Liebe Malina,

    es geht mir ganz genau so, auch ich finde es faszinierend und lehrreich die verschiedenen Facetten dieses Themas zu beleuchten.

    Ich wage mal ein kleines Experiment. Du schreibst: "Ein Funke, eine Ahnung von gemeinsamer Wellenlänge." Ich sage, dass ich etwas in Deinen Beiträgen finde, was bei mir Funke, Ahnung ist. Und dass es reicht, um Kontakt aufzunehmen und zu vertiefen. Ich würde auch prognostizieren, dass wir eine Basis finden würden und eine freundschaftliche Ebene erreichen könnten. Wie geht es Dir? (Fühl Dich frei zu antworten, was immer Du magst.)

    Genau das wäre für mich auch bei Itsy möglich. Und ich greife jetzt bewusst nur Euch beide heraus, obwohl ich diese Impulse auch schon bei der einen oder anderen hier hatte bzw. habe.
    Und da es hier um Itsy geht, mache ich jetzt bei ihr weiter:

    Ich stelle mir vor, wir würden in einem Fahrstuhl stehen, ich wäre einer der Menschen, die ihren Job durch sie gefährdet sehen. Ich würde vermutlich leicht gehetzt in den Lift springen, so etwas sagen wie "Guten Morgen. Entschuldigung, dass ich so einen Wind mache, hab's gerade eben noch geschafft."
    Ich schätze, sie würde großzügig lächeln und so etwas sagen wie "Kein Problem, ich bin erst ab dem zweiten Stock im Job."
    Ich: "Ihr Job ist bestimmt auch nicht leicht. Und dann dieses Rumreisen. Fühlt man sich da nicht ein wenig einsam? Ich glaube, ich könnte das nicht."
    Und jetzt käme es auf sie an. Wenn Itsy die Fassade wahren würde, könnte sich nichts ergeben. Würde sie sich zeigen, würde ich sie zu etwas einladen und versuchen "bei ihr mitzuschwingen". Das würde ich nicht als Verbiegen empfinden, sondern als Entgegenkommen. Und ich bin sicher, wir würden eine Ebene finden, die sich ausbauen ließe.

    Liebe Grüße,
    Frau Schöngeist

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    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    (Ich muss mir abgewöhnen, vor dem Schlafengehen hier noch mal reinzuschauen, es beschäftigt mich dann so sehr... aber das hier möchte ich einfach noch weitergeben....)

    Heute habe ich meinem Partner von diesem "Thread" erzählt und welchen Prozess er bei mir auslöste. "Da war diese Frau, die schrieb, dass sie niemanden hat. Und ich dachte "Ach Mensch, wie traurig." Wirklich herzzerreißend. Einmal lag sie sogar im Koma und als sie aufwachte, stellte sie fest, ganz alleine zu sein - Horror. Und dann las ich weiter und weiter und sie antwortete so auf die Nachfragen, dass sie plötzlich als Strahle-Frau rüberkam. Kann sich artikulieren, ist zu anderen freundlich, also nicht so, dass sie ständig Leute verprellen würde, hat auch viel erlebt, hat also Inhalte, die sie anzubieten hat, und", ich machte es mit den Händen vor, die ich weit auseinanderhielt "da war eine riesige Diskrepanz, eine riesige Lücke. Hier, auf der einen Seite, wahnsinniger Kummer. Und da, auf der anderen Seite, diese makellose Frau im Außenkontakt. Irgendwann dachte ich "Was führt eigentlich zu dieser nicht-Deckungsgleichheit? Warum ist da diese Lücke?? Ich wurde dann ein bisschen rebellisch, weil ich dachte "Hey, das hast du dir doch irgendwie auch selbst eingebrockt." Zum Glück wurde ich nicht geteert und gefedert."
    Er sagte "Es sei denn, sie ist wie ich: Einfach zu gut für diese Welt." Meinte es halb neckisch, halb ernst. Fügte hinzu: "Wenn man einen gewissen Bildungsgrad hat und bestimmte Ansprüche, gibt es eben nicht so viele Menschen, die eine passende Schnittmenge haben."
    Ich sagte "Aber da gehören doch auch noch andere Dinge mit rein! Bedürfnis nach Nähe. Bedürfnis nach emotionaler Anbindung. Bedürfnis nach Zuneigung, Wärme, Wohlwollen. Das ist doch auch Teil der Persönlichkeit, oder?!"
    Wir waren uns einig, dass dieser Teil definitiv dazu gehört, gemein-gesellschaftlich aber nicht dazu gezählt wird. Und das scheint mir die Krux zu sein.
    Wir unterschätzen unser Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach Bindung... Insbesondere dann, wenn wir uns über den Kopf definieren...

    Böse Falle...

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