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  1. User Info Menu

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    [QUOTE=Itsybisty;5852731]Aber immer wieder schön zu hören, dass es anderen auch so ergeht! In meinem Umfeld sehe ich sowas immer nicht, ich glaube auch, das viele Menschen das vielleicht auch nicht zugeben mögen!?
    [QUOTE]

    Ich glaube, es gibt ganz viele einsame Menschen, aus den unterschiedlichsten Gründen.

    Ich hatte über das lange Wochenende Besuch von einer Freundin, und wir haben einen ehemaligen Nachbarn von ihr getroffen, der jetzt in meiner Stadt wohnt. Er ist auch sehr einsam, hat inzwischen einen einzigen Freund gefunden, schwierige Beziehung zu Kollegen und Nachbarn. Er ist schon ein wenig anders als die Norm, sehr langsam und sehr sehr unsicher im Umgang mit anderen Menschen. Er war schon zu Schulzeiten ein Außenseiter und hat nie gelernt, mit anderen Menschen umzugehen. Und dadurch hebt er sich so den anderen ab, dass niemand sich näher mit ihm abgeben mag.

    Bei dem Treffen dachte ich mir auch, es muss doch andere Menschen wie ihn geben, die müssten sich doch zusammentun können. Aber so einfach ist das irgendwie nicht.

    Und dann gibt es eben noch die "ganz normalen" Einsamen, die durch Verkettung verschiedener Umstände (Beziehungsende oder Umzug oder Wechsel der Lebensumstände oder beruflichen Stress oder Krankeit oder wasauchimmer) einfach irgendwann allein dastehen und keinen Anschluss finden. Und auch da bin ich sicher, gibt es viele, die sich nur nicht finden, wenn nicht mal einer hingeht und in die Welt hinausruft.

    Es kostet halt Überwindung, weil man Angst hat, bemackt und komisch und selbstmitleidig und als Verlierer wahrgenommen zu werden, wenn man zugibt, einsam zu sein. Aber ich bin sicher, dass es genug Menschen gibt, die ganz erleichtert sind, zu erfahren, dass es anderen auch so geht.

    Also hab einfach Mut und mach den ersten Schritt. Wir wollen natürlich einen ausführlichen Bericht und treten Dich so lange, bis Du Positives zu berichten hast.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  2. Inaktiver User

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Zitat Zitat von Itsybisty
    Als ich noch eine feste Beziehung hatte, hat mir das schon völlig ausgereicht, ein Mensch, der mir wichtig ist, dem ich aber auch wichtig bin. Jemand zum reden, liebhaben, zum Dinge unternehmen. Das fehlt mir halt so sehr.
    Also fehlt Dir doch mehr "der Eine"?
    Geht es Dir also nicht so sehr um soziale Beziehungen generell, sondern um Partnerschaft?
    Es geht mir dabei nicht darum, Dir einen Vorwurf zu machen, als darum, Dir Anhaltspunkte für Deine "wahren" Wünsche und Bedürfnisse anzubieten.

    Zitat Zitat von Itsybisty
    Ich hab grad nur so Angst, denn ich hatte im letzten Jahr tatsächlich mal so 2-3 mal jemanden kennengelernt, und jedes Mal ist das entweder mit raschem, aber kommentarlosen Rückzug der anderen, oder mit Streit auseinander gegangen.
    Ohne genauere Kenntnis und nur so als Idee:
    Könnte es sein, dass diese Menschen sich überfordert gefühlt haben mit all dem, was Du ihnen da angetragen hast?

    Hälst Du es für möglich, dass Deine Erwartungen an diese Leute weniger Erwartungen waren, die man an Freunde (in spe) haben könnte, sondern mehr die Erwartungen an einen Liebes- und Lebenspartner?

    Und wenn die Kennenlernkontexte durchaus auch Liebespartnerschaft nicht ausgeschlossen haben, kannst Du Dir vorstellen, dass es diese Menschen (v)erschreckt haben könnte, wenn jemand ihnen kommuniziert, dass sie ihm übertrieben gesagt "alles sein sollen"?
    Mich persönlich würde das erschrecken, und für mich wäre das ein Argument gegen den weiteren Ausbau einer wie auch immer gearteteten Beziehung.

    Finden sich Anhaltspunkte dafür, dass Rückzug und Streit also aus unterschiedlichen und Deinerseits der Situation und/oder den Menschen "unangemessenen" Erwartungen herrühren?
    Ich klage Dich damit nicht an, nehme auch die Anderen nicht in Schutz. Die Anderen hätten schon Klartext reden können - ist aber auch nicht so einfach.

    Mir fällt auf, dass Du Dir ihr Verhalten, den Verlauf der Kontakte anscheinend so gar nicht erklären kannst, hier zumindestens aber nicht so "schräge" wirkst, dass man mit Dir keine Freundschaft führen könnte.

    Was diese Angstsache angeht: Ich kenne niemanden, der in Freundschaften oder Liebesbeziehungen noch keine Enttäuschungen und Zurückweisungen erlitten hat.

    Ich verarbeite derlei, in dem ich mir plausibel zu erklären versuche, woher diese Enttäuschungen und Zurückweisungen rührten.
    Ziel der Erklärung: die Erkenntnis, wie ich diese Enttäuschungen und Zurückweisungen beeinflusst habe, und in Zukunft beeinflussen kann.
    Ohne eine plausible Erklärung enstünde bei mir vermutlich auch eben diese Angst, weil ich eben keine sinnvolle Verhaltensalternative erkennen kann.

    Manchmal muss ich das allein klären, manchmal suche ich dazu Gespräche mit Unbeteiligten (Freunden oder professionellen Gesprächspartner), manchmal sind Gespräche mit den Enttäuschenden und Zurückweisenden möglich.
    Wie auch immer, ich persönlich brauche für bedeutsame Enttäuschungen und Zurückweisungen eine plausible Erklärung, um meinen Frieden mit ihnen machen zu können.

    Soweit erstmal. All meine Fragen sind wie immer nicht primär zur Beantwortung hier gedacht, sondern als Denkanstöße.

    Weiterhin alles Gute.

    NM

  3. Inaktiver User

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Hallo Itsy,

    gerade aufgrund Deiner Unsicherheit kam mir gerade die Idee, ob es nich sinnvoll sein könnte, einen Stammtisch zu gründen.

    Dann hast Du die Möglichkeit, gleich mehrere Frauen kennenzulernen,
    Viele Grüße,
    ...ich habe langsam den Eindruck, dass das die richtige Lösung ist, egal, auch wenn Itsy männlich wäre...

  4. Inaktiver User

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...ich habe langsam den Eindruck, dass das die richtige Lösung ist, egal, auch wenn Itsy männlich wäre...
    Das "Problem" ist kein weibliches, sondern besteht ggf. mit Sicherheit unabhängig vom Geschlecht. Insofern sind Lösungsansätze auch nur sehr am Rande geschlechtsspezifisch.

  5. Inaktiver User

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Zitat Zitat von Itsybisty Beitrag anzeigen
    Jaa, lieben Dank liebe Damen für den virtuellen (und auch sehr vorsichtigen und liebevollen!) Tritt in den Allerwertesten!
    Gruss Itsybitsy
    ...NochmalerMann?

  6. User Info Menu

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Ich finde es super, wie dieser Strang immer wieder auflebt!


    @Malina 70: Sehr tolle Gedanken mal wieder, vor allem auch das mit den "ganz normalen Einsamen", das ist wohl alles sehr wahr. Und ja, ich muss, will und werde aktiv werden und werde es berichten!

    @ Nochmaler Mann: Auch Dir danke für die vielen interessanten Denkanstösse. Fühlte mich in keiner Weise angegriffen denn ich sehe, worum es Dir geht. Einige Dinge stimmen durchaus, andere wiederum eher nicht, das ist aber ja klar wenn man bedenkt, dass wir uns ja hier alle nicht persönlich kennenlernen, sondern rein aufgrund von geschriebenen Worten und eigener Intuition hier diskutieren.

    @ Karline: Hmm, dieses Zitat hatte ich vor dem Posting von Nochmaler Mann geschrieben, ist also nicht der richtige Zusammenhang. Aber eines stimmt: ich werde mich dieses Wochenende kümmern wg. Stammtisch o.ä.

    Liebe Grüße
    Itsy
    _________________________________________
    Fange nie an, aufzuhören, höre nie auf, anzufangen.

  7. Inaktiver User

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Ich habe mich nicht an diesem Strang beteiligt und eben auch nur einige Postings gelesen, aber ich möchte hier gerne kurz sagen, dass mich die Warmherzigkeit und das Mitgefühl einiger Schreiberlinge, wie z.B. Malina wirklich berührt.

  8. User Info Menu

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Man wird vorsichtiger mit der Zeit, zurückhaltender und auch ergebnisorientierter, wenn ich das mal so nennen darf...

    Ich bin 44, werde in ein paar Tagen zum 2. Mal geschieden und habe durch die letzte Trennung fast mein komplettes soziales Umfeld verloren.
    Meine Mutter starb vor 8 Jahren, mein langjähriger Stiefvater hat mir kurz nach ihrem Tod die Familie gekündigt, mein Erzeugervater hätte lieber eine schicke Anziehpuppe zur Tochter - mehr Familie habe ich nicht.
    Die Freunde, die ich in meiner 2. Ehe gefunden habe, haben sich auf die Seite des "Gewinners" geschlagen (was mir vorher klar war).
    Meine Schwiegerfamilie, die ich ziemlich gern hatte, ebenso. Da ist Blut dann doch dicker als Wasser, auch wenn sich mein Exgatte wie ein Schwein benommen hat.

    Klar habe ich noch meine eigenen, langjährigen Freunde, aber die wohnen alle weit weg von mir.
    Ich lebe jetzt in einer neuen Stadt und merke, wie schwer es mir fällt, neue Kontakte zu knüpfen und Vertrauen zu haben. Ich rede, lache, mache Witze, bin zugänglich - aber von mir aus traue ich mich nicht, die nette Nachbarin zum Kaffee einzuladen.

    Da ich nicht allein lebe, sondern mit meinem neuen Lebensgefährten zusammen, ist es vermeintlich nicht so schlimm. Trotzdem fühle ich mich wie auf einer einsamen Insel, die ab und zu mal von Vorbeireisenden betreten wird. Ich selber komm da nicht wirklich runter. Hab Angst vor dem Wasser...

    -----------------------------------------------
    Ein schöner Strang. Mit vielen schönen Beiträgen.

  9. Inaktiver User

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Zitat Zitat von Wepine Beitrag anzeigen
    Bis vor nicht allzu langer Zeit ging es mir wie der TE. Ich bin ähnlich alt, auch Unternehmensberaterin, auch in einem - trotz Gleichberechtigung - eher männerdominierten Umfeld tätig. Ich verdiene auch gut. Ich habe langjährige Freunde aus meiner Studienzeit, aber in den letzten 20 Jahren keine neuen dazu gewonnen.

    Ich kannte viele Menschen, aber kaum einen aus privaten Gründen. Für die Meisten war ich nützlich - jetzt oder zukünftig. Ich hatte irgendwann mal das Gefühl mein vermeintlich privates Umfeld betreibt mit mir so eine Art Vorratshaltung - man könnte mich ja mal brauchen. Also nahm man sich die Zeit für ein Essen oder ein Glas Wein.

    Beraterkollegen sehen mich als Konkurrenz, die Kunden - wegen meines Arbeitsfeldes - oft als Bedrohung. Und was ich oft erlebe - erfolgreiche Frauen, intelligent und psychisch stark, provozieren Grabenkämpfe. Welcher intelligente und psychisch starke Mann will schon eine erfolgreiche Frau in Augenhöhe neben sich haben. Die sind auch heute noch Mangelware.

    Irgendwann habe ich für mich entdeckt, dass ich in der Welt, in die ich angeblich hingehöre, nicht weiterkomme. Alles was offensichtlich zu einer intelligenten Singlefrau gehört - soziales Engagement, Literaturkreis, angemessene Sportart, Hund - führte immer wieder zu Konkurrenz mit Männern und Frauen, oder es wurde mir auf Dauer einfach zu anstrengend neben meinem Beruf. Ich war auch oft zu müde, mich aufzubrezeln und schlau aufzutreten.

    Ich habe mich oft gefragt, warum mich nur die Freunde von früher mögen, die mich noch als unbedarfte junge Frau kannten, aber in "meiner gesellschaftlichen Welt" kein Platz für mich zu sein schien. Die Antwort war nur: "Es ist eben so. Ich gehöre zu einer Welt, in der ich mich nicht wohlfühle, die mir aber die Annehmlichkeiten des Lebens ermöglicht."

    Die Erkenntnis hat mich sozusagen "erlöst". Mir war klar, dass ich nicht ignoriert, ausgestossen, unbeliebt war, sondern, dass ich meinen Teil dazu tat. Die Welt, in der ich war, nutzte mir, aber mein Herz konnte nichts und niemand berühren. So war es auch klar, dass ich viel und lieber alleine war.

    Mit dieser neuen Erkenntnis gewann ich Freiheit, nämlich die Freiheit Menschen zu entdecken, die mir gut tun, unabhängig davon, ob sie die "gesellschaftlich richtigen" Attribute haben. Ich habe gute Bekannte gewonnen, denen völlig egal ist, was ich mache, die aber mit mir lachen und in der Freizeit unbeschwert mit mir umgehen. Ich arbeite immer noch viel, aber das spielt keine Rolle mehr.

    Fazit: Es war für mich ein langer und auch schmerzhafter Prozess mit bitteren Erkenntnissen. Es kann sich vielleicht nicht jeder vorstellen, dass ein Berufsleben so gestaltet ist, dass kein Raum mehr für ein geeignetes Sozialleben ist. Die Anstrengung "mitzuhalten" hat jedenfalls bei mir dazugeführt, dass ich beruflich gut und privat mangelhaft war. Jetzt bin ich 50 und habe so langsam das Gefühl in die richtige Richtung zu gehen. Hätte ich vielleicht auch mit 30 schon tun sollen und hätte dann Mann und Kinder gehabt. Aber mein Leben ist die letzten 20 Jahre nun mal so verlaufen, und ich habe erst spät einen Weg für mich gefunden. Nun werde ich eben eine lustige Alte mit viel Spass am Leben und Menschen in der Umgebung, die mir gut tun. Da arbeite ich noch dran, aber es klappt schon ganz gut.

    Sorry, ist jetzt lang geworden. Ich kenne die TE nicht, deswegen wollte ich nichts raten oder interpretieren, sondern nur mal erzählen, wie es auch im "hohen" Alter noch schön werden kann.
    Drückt Ihr mir mal die Daumen, dass es so weitergeht.
    Hallo Wepine,

    ich hab Dir eine PN geschickt.

    LG
    milao

  10. User Info Menu

    AW: Es gibt niemanden in meinem Leben, nicht mal Familie...

    Liebe Itsy,

    ich habe gestern Deine Sorgen gelesen und war erst ratlos. Und trotzdem sehr berührt, denn das, was Du schreibst, ist, wovor ich manchmal Angst habe. Mir bist Du auch auf Anhieb sympathisch. Und ich habe nachgedacht...

    Mir geht es gegenteilig. Ich habe "das Problem" zu viele gute Freunde zu haben, die ich zeitlich kaum unterbekomme. Mir fliegen Freundschaften zu. Und das macht mich nicht zum Helden - der Punkt, auf den ich hinaus will.

    Auf einer Party bin ich beispielsweise niemand, der durch Brillianz auffällt. Ich bin nicht immer freundlich und zugänglich. Ich würde nie in ein Loft ziehen, mutterseelenallein. Bei mir ergeben sich Freundschaften oft aus zufälligen Begegnungen (da widerspreche ich der bisherigen Meinung hier). Weil ich eben auch von mir erzähle und nicht nur das, was stark und bunt und glitzernd ist, dadurch ergibt sich automatisch eine tiefere Ebene. Geht verblüffend schnell.

    Um von mir wegzukommen:

    Ich finde die Frage, die hier gestellt wurde und die Du noch nicht beantwortet hast, sehr wichtig:
    Würdest Du Dich zur Freundin haben wollen, wenn Du Dir irgendwo begegnen würdest? Was würde den Anreiz auslösen?
    Da kann eine toll erzählen. Weiß sich zu bewegen, hört zu, ist freundlich. Fabelhaft. Blöde Frage: Und? Stichwort: "aalglatt" ?

    Ich glaube, es gibt keinen Zweifel, dass Du hier nahezu schwächenlos rüberkommst. Da Du Deine Schwächen ja auch formulierst - jedenfalls ansatzweise. Am Ende sind es dann doch eher "die Umstände". Machst Du das auch in der "Realität"?

    Versteh mich bitte nicht falsch. Ich will Dich nicht angreifen. Nur ein wenig anpieksen. Zu Deinem Wohl. Und ich wünsch Dir das Beste!

    Lieber Gruß,
    Frau Schöngeist

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