Hallo Bärbel,
ich bin auch so eine mit körperlichen Makeln...Von Geburt an mit körperlicher Behinderung (WS-Verkrümmung, 2 fehlende Rippen, dadurch Asymmetrie), zweimal operiert, dadurch gut sichtbare Narben (linke Seite des Oberkörpers, durchgehend von oben bis unten auf dem Rücken), ich war lange Zeit stark übergewichtig (96 kg/1,68), mittlerweile Normalgewicht (66 kg), aber das Übergewicht hat ebenfalls Spuren hinterlassen. Ein Fest für jeden plastischen Chirurgen...er würde ein Rundum-Erneuerungsprogramm erstellen, oben ansetzen und unten aufhören. Und ich wäre wahrscheinlich Geld los, für das ich eine Eigentumswohnung kaufen könnte.
Ich hatte mal einen Partner, der meine Narben als Grund anführte, mich betrogen zu haben, das Äußerliche sei ihm doch wichtiger als gedacht. Das saß.
Ich merkte irgendwann (im Rahmen einer Therapie), dass ich aber ein grundsätzliches Selbstwertproblem hatte, was wenig mit meinen körperlichen Makeln und aktuellen Partnerschaften zu tun hatte.
Es hat viele Jahre und mehrere Therapien gebraucht, aber mittlerweile bin ich zufrieden mit mir. Ich habe aufgehört, auf andere, vermeintlich makellose Frauen zu schielen. Ich habe gelernt, bei mir zu bleiben, mich realistisch zu sehen. Ich fühle mich seither ausgeglichen und erkenne an, dass ich natürlich Schwächen, aber auch viele Stärken habe. Ich habe schwache Momente, ja. Aber insgesamt ruhe ich in mir.
Das Spannende: Ich habe die Veränderungen zunächst gar nicht so wahrgenommen. Ok, plötzlich habe ich abgenommen, ohne mich dafür zu kasteien oder verbissen um jedes Gramm zu kämpfen. Ich wurde mutiger, was Kleidung anging, habe mich im wahrsten Sinne des Wortes gezeigt. Das passierte nicht von heute auf morgen, vielleicht ist es mir deshalb gar nicht so aufgefallen. Aber anderen - und das Feedback war erstaunlich. Ich habe einen Mann kennen gelernt, dem ich auf gleicher Augenhöhe begegne...der erste Mann, der mich anschaut und mir sagt "Du bist schön!"
Es ist nicht damit getan, dir zu sagen "Du musst dich so annehmen, wie du bist." Aber der Weg ist, so bin ich überzeugt, auch nicht der, den Chirurgen ranzulassen. Mein Weg hat bislang 10 Jahre gedauert, und er war verbunden mit harter Arbeit, Tränen, Höhen und Tiefen. Aber ich bin sicher, er ist nachhaltig.
Alles Gute für dich!
sandfloh
Antworten
Ergebnis 21 bis 24 von 24
Thema: Körperliche Makel annehmen
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01.05.2009, 20:08
AW: Körperliche Makel annehmen
Ist das Leben nicht schön!?
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03.05.2009, 12:06
AW: Körperliche Makel annehmen
Hallo an Alle,
es ist eine kleine Weile her, dass ich hier schrieb. Ich habe Eure Gedanken in meinem Kopf spielen lassen. Und ich sehe die SchönheitsOP jetzt nicht mehr als die einzige Lösung. Die Idee ist noch immer aktuell und ich werde mir einen zweiten Beratungstermin geben lassen, indem ich meine Fragen kritisch stellen werde. Ich möchte es nicht in einer Spontan -oder Torschlusspanikaktion enden lassen.
Ich weiss, dass ein großer Teil dieses Problems auch ein geringeres Selbstwertgefühl ist, welches sich nicht von heute auf morgen und durch Sprüche schnell verändern lässt. Dennoch sehe ich meine Beine als hässlich und sie werden objektiv nicht schöner und ich muss für mich entscheiden, ob ich je so stark seine werde, dass ich diesen "Makel" annehmen kann oder nicht. Auch muss ich mir überlegen, ob mein Leben davon sehr beeinflusst wird und momentan ist es so. Jedenfalls in vielen Dingen, Schwimmen am Strand, Schwimmhalle und wesentlich, mich vor einem potenziellen Partner auszuziehen.
Ja, so sieht es momentan aus. Noch ein ziemliches Wirrwar.
Eure Baerbel
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03.05.2009, 12:15
AW: Körperliche Makel annehmen
Hallo Baerbel,
kannst du noch die Frage beantworten, ob du auch die typischen Schmerzen hast oder ob es sich "nur" um eine Lipohypertrophie, sprich um eine Fettvermehrung an den Beinen handelt?
An deiner Stelle würde ich die OP ernsthaft in Erwägung ziehen! Davon wird auch dein Selbstbewusstsein profitieren! Das eine bedingt das andere. Warum willst du dich den Rest deines Lebens quälen?
Klar, auch eine OP kann keine Traumbeine zaubern, aber sie kann eine riesengroße Verbesserung mit sich bringen.
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05.05.2009, 10:48
AW: Körperliche Makel annehmen
>Ich weiss, dass ein großer Teil dieses Problems auch ein geringeres
>Selbstwertgefühl ist
und das wird durch eine op nicht automatisch groesser!
weisst du, wenn ich mich so am strand umgucke . . da hat doch keiner "idealmasse" . . was soll ich da erst sagen . . 158 cm klein mit koerbchengroesse 75 aa . . aber nie im leben wuerde ich mir silikon in den koerper pflanzen lassen . .
man sollte aus der figur, die man hat, das beste machen . . sozusagen seine staerken betonen . . und die hast du garantiert auch!!!
zaeum das pferd doch mal andersrum auf: was gefaellt dir denn an dir am besten?
ein mann, der dich nur wegen makelloser (?) beine will . . ist so ein mann eine op wert???
das geld, das so eine op kostet, wuerde ich lieber in ein hobby stecken . .
alles liebe!LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


Von Geburt an mit körperlicher Behinderung (WS-Verkrümmung, 2 fehlende Rippen, dadurch Asymmetrie), zweimal operiert, dadurch gut sichtbare Narben (linke Seite des Oberkörpers, durchgehend von oben bis unten auf dem Rücken), ich war lange Zeit stark übergewichtig (96 kg/1,68), mittlerweile Normalgewicht (66 kg), aber das Übergewicht hat ebenfalls Spuren hinterlassen. Ein Fest für jeden plastischen Chirurgen...er würde ein Rundum-Erneuerungsprogramm erstellen, oben ansetzen und unten aufhören. Und ich wäre wahrscheinlich Geld los, für das ich eine Eigentumswohnung kaufen könnte.
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