Hallo,
ich hab das Gefühl, mit meiner Kraft am Ende zu sein.
Ich stelle alles in Frage, zweifle an mir und meiner Entscheidungskraft, auch Dinge, von denen ich bis dato noch überzeugt war, zweifle ich an.
Zu meiner Situation: Seit einer Woche arbeite ich in einem Büro. Das Angebot kam ganz kurzfristig. Eigentlich wartete ich gerade auf den Anruf einer anderen Firma, die hatte sich aber seit 4 Wochen nicht mehr gemeldet und ich hatte das Gefühl vertröstet und hingehalten zu werden. So sagte ich kurzentschlossen bei der anderen Firma zu. Klar, ich fühlte mich gut, dass "jemand mich haben wollte". Allerdings sind die Bedingungen nicht so gut (40h, bei nur leicht höherem Gehalt als bei der anderen Stelle) Und ich glaub, dass es nicht mein Traumjob wird.
:-(
Nun rief die andere Firma an, dass es eventuell im Mai losgehen soll. Natürlich musste ich absagen. Hinterher hab ich mich geschämt und kam mir wie ein Verräter vor, dass ich hier einen Korb gegeben hatte. Hier begannen dann auch die Zweifel, ob ich denn wirklich die richtige Entscheidung getroffen hab..
Als ich das meinem LG erzählte, reagierte er stinksauer: DAS hätte ICH nicht gemacht, DAs war total falsch... (auf jeden Fall war er richtig kalt und grob in seiner Art und bei mir kam es so an, dass er mich für völlig blöd und ungeschickt hält und ich hätte mir die Stelle doch noch war halten sollen) Das hat mich zusätzlich verunsichert.
Auf der einen Seite zweifle ich meine Entscheidung an, würde mich aber auch schlecht fühlen, nach einer Woche alles hinzuschmeißen. (Hab Angst, mich unbeliebt zu machen) Leider verfolgt mich das schon mein ganzes Leben. Hauptsache, die Anderen sind zufrieden und ich werde den Erwartungen gerecht, wo ich dabei bleibe, darauf nehme ich keine Rücksicht.
Ich leide im Moment massiv darunter, meine eigenen Wünsche verkümmern, manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich eigentlich möchte.. Und die Wünsche die ich habe, erhscheinen mir nicht erüllbar oder zumindest so weit weg. Ich fühle mich wie in einer Falle und ich hab das Gefühl, mein Leben sei bereits vorbei.
Ich habe einen Partner, den ich nicht liebe, es ist eher eine Zweckgemeinschaft. aber ich habe nicht die Kraft, auszubrechen (hab ich vor ein paar Jahren versucht, dann ist soviel schiefgegangen, und ich bin wieder zurückgekehrt, obwohl ich wusste, es gerät alles wieder in den alten Trott und so war es auch)
Mein Sohn (17) beobachtet meine Entwicklung mit Sorge. Das belastet mich zusätzlich, ich will dann noch mehr "funktionieren" Manchmal spreche ich mit ihm über meine Sorgen, hinterher schäme ich mich, dass ich nicht die Starke bin, die ich ja eigentlich sein müsste.
Ich grübele über mein Leben und die Ursachen für mein Verhalten nach. In meinem Elternhaus ging es hauptsaächlich um Sorgen, Kirche, darum, dass sie sich von anderén Menschen ungerecht behandelt fühlen (wehren sich aber nicht). Mein Selbstwertgefühl hat sich nicht entwickelt und das liegt wie ein Stein auf mir.
Mir kommt das alles so ausweglos vor. Ich tröste mich mit Essen, hinterher schäme ich mich (möchte am liebsten erbrechen, aber dazu ist es noch nicht gekommen)
Ich höre oft, ja, andere haben viel schlimmere Probleme (Krankheiten...) Dann kommt mir der absurde Gedanke, dass ich am liebsten kranksein möchte, dann würde man mich beachten... und wieder schäme ich mich für solche Gedanken.
Was soll ich bloß tun?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 12
Thema: Mein Leben wankt
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26.04.2009, 09:32
Mein Leben wankt
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26.04.2009, 10:30
AW: Mein Leben wankt
Hallo Kaffeemütze,
Du fragst was Du machen sollst?
Lass Dir helfen!
So wie ich das sehe kommst Du alleine nicht weiter, bist unglücklich, unzufrieden und siehst wenig Sinn.
Mach Nägel mit Köpfen, es gibt immer ein "weiter".
Wenn Du Freunde, Familie hast, such ihre Unterstützung, Du kannst Andere ruhig mal mit Dir "belasten".
Wenn Du noch andere Sachen an der Backe hast, Krankheiten, egal welcher Art, geh' zu einem Arzt, körperliche und auch seelische Probleme kann man in den Griff bekommen.
Bitte, laß Dir helfen und verzweifel nicht.
LG
Yakamos.nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr charakter als sich im offenen gegensatz zu seiner zeit zu befinden und laut zu sagen NEIN
Kurt Tucholsky
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26.04.2009, 10:42Inaktiver User
AW: Mein Leben wankt
Echt, Kaffeemütze


nein, da brauchst Du Dich nicht zu schämen, wegen gar nichts in den von Dir geschilderten Angelegenheiten.
Außerdem weißt Du ja gar nicht, ob Dich die andere Firma wirklich genommen hätte, wenn sie nur von "eventuell in 4 Wochen " sprechen. Da war es vielleicht wirklich gut, dass Du Dich schnell für die jetzige Arbeit entschieden hast.
Ich finde es so liebenswürdig von Dir, dass Du Dir diese Gedanken wegen Deines Sohnes machst. Du machst es bestimmt da gut. Ich habe zwei Söhne von 21 und 19 und weiß, wovon ich spreche.
Vielleicht brauchst Du einfach mal ein bisschen Erholung - geht zwar gerade nicht, ge. Kannst Du nicht mal bei Deinem "Zweckpartner" zeitweise Verwöhnungsansprüche anmelden? Vielleicht tut es euch sogar beiden gut (mal zusammen etwas Hübsches unternehmen).
Liebe Grüße und Sonne und Kraft wünscht Dir herbstblatt2
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26.04.2009, 17:12Inaktiver User
AW: Mein Leben wankt
Liebe Kaffeemuetze, ich lese das ganz anders - nicht auswegslos, sondern als Gedanken von jemand "auf dem Sprung".
Reaktionen wie die deines LG kannst du nicht gebrauchen und du merkst auch schon, dass du mit ihm nicht glücklich bist. Ich glaube, dass du bald eine Aussprache herbeiführen und dich vielleicht trennen wirst. Dafür braucht man nun mal ein wenig Anlaufzeit.
Du leidest darunter, dass du deine Wünsche nicht durchsetzt. Das wird bestimmt dazu führen, dass du einen Weg findest, auf dich zu achten und zu tun, was dir gut tut.
Dein Sohn ist schon 17 und offenbar schon ganz vernünftig. Er macht sich Sorgen um dich - das ist nicht nur rührend, das zeigt auch, dass ihr beiden offenbar ein gutes Verhältnis habt. Hin und wieder darf man auch sein Kind mal belasten. Ihm und dir würde es nützen, wenn du die Fesseln, die du dir selbst angelegt hast, sprengst. Ich glaube, dass du dafür im Moment Kraft sammelst.
Wieso ist dein neuer Job ein Problem? Die andere Firma klang wirklich vage. Warte doch erst einmal ab, wie sich deine jetzige Stelle entwickelt, und kümmer dich stattdessen um die anderen Baustellen - dich selbst.
Viel Erfolg dabei
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09.05.2009, 08:33
AW: Mein Leben wankt
Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Antworten. Vor zwei Tagen war ich beim Arzt, weil ich das Gefühl hatte, alles überrollt mich. Es wurde eine Depression festgestellt und ich bekam eine Spritze und Tabletten für zu Hause. Ich soll unbedingt eine Therapie machen. In der Arbeit kann ich mich kaum konzentrieren, es passieren dann Fehler, die mich noch unsicherer machen. Ich hab das Gefühl, ich kann nicht mehr. Die Ärztin fragte mich, ob sie mich krankschreiben soll. Ich verneinte. Ich hab das Gefühl, dann endgültig versagt zu haben. Irgendwie hab ich den blöden Gedanken im Kopf, dass ich dann kneife, und mich der Herausforderung nicht stelle.... Irgendwie hab ich im Kopf, dass man erst kranksein darf, wenn man den Kopf unter dem Arm trägt. Aber ich merke auch, dass ich an meine Grenzen komme und kaum noch Licht am Ende des Tunnels sehe.
Immer hab ich meinen Wert über die Leistung in der Arbeit und Anerkennung durch Kollegen definiert. Ich fühle mich so leer und fertig.
Gestern hab ich den ganzen Nachmitag nur geheult, als ich nach der Arbeit gefragt wurde (War bei meiner Zeitarbeitsfirma und ich wurde gefragt, wie mir der neue Einsatz gefällt). Das war mir schon sehr peinlich, zu mal ich dort auch nicht enttäuschen will (der letzte Einsatz war sehr erfolgreich, und nun das)
Es liegt, glaube ich, auch gar nicht an dieser speziellen Arbeit, sondern an meiner derzeitigen Verfassung.
Ich denke, ich habe viele Jahre zu sehr die "Zähne zusammengebissen" und hab versucht zu funktionieren. Bin oft umgezogen, auch wegen der Arbeit und hab das Gefühl entwurzelt zu sein. Hab schon oft neu anfangen müssen und das Gefühl, doch nicht angekommen zu sein. Wie ein Hamster im Rad, der bis zur Erschöpfung rennt und doch nie ans Ziel kommt.
Vielleicht rächt es sich jetzt, dass ich mich und meine Bedürfnisse selten bis gar nicht ernst genommen hab. Ich bin irgendwie auf der Strecke geblieben.
Liebe Grüße
Kaffeemütze
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09.05.2009, 09:43Inaktiver User
AW: Mein Leben wankt
Kaffeemütze,
Lies Dir Deine eigene Definition noch einmal durch. Bei mir kommt es so an, als ob sie exakt das trifft, was derzeit bei Dir passiert: Du trägst den Kopf unter dem Arm. Du hast ihn abgenommen, und gestattest Dir, Dich selbst zu fühlen, und nicht mehr nur an dem zu orientieren, was "man" tut, sondern was DU fühlst, möchtest, wer DU bist.Irgendwie hab ich im Kopf, dass man erst kranksein darf, wenn man den Kopf unter dem Arm trägt. Aber ich merke auch, dass ich an meine Grenzen komme und kaum noch Licht am Ende des Tunnels sehe.
Das scheint neu, und damit ungewohnt zu sein. Veränderung sorgt für Unordnung, sie entwurzelt, und hinterlässt uns voller Fragezeichen. Alles wirkt eckiger, nichts greift mehr ineinander. Es geht darum, sich von Gewohntem, Vertrautem, auch wenn es vielleicht eher ungünstig und unpassend war, zu verabschieden.
All das kostet Kraft und Arbeit, und bringt Funktionsverluste mit sich.
Dein Leben wankt, schreibst Du. Das klingt so, als seist Du Gefangene dieses Lebens. Aber ist es nicht viel eher so, dass Du es bist, die gerade aufwacht und aufbricht, die sich reckt, schüttelt, und damit einiges ins Wanken bringt?
Welchen Wert gibst Du Dir, und den Dingen in Deinem Leben? Was ist gut, was weniger gut? Was kannst Du ändern? Welche Sehnsüchte entwickelst Du gerade?Immer hab ich meinen Wert über die Leistung in der Arbeit und Anerkennung durch Kollegen definiert. Ich fühle mich so leer und fertig.
Ist es peinlich, nicht jeden Tag gleich zu sein? Kann ein Mensch in jedem Umfeld gleich funktionieren? Muss er das überhaupt?Das war mir schon sehr peinlich, zu mal ich dort auch nicht enttäuschen will (der letzte Einsatz war sehr erfolgreich, und nun das)
Was ist schlimm daran, andere zu ent_täuschen? Steckt darin nicht auch etwas sehr Positives? Eine Täuschung wird aufgehoben, ein klareres, realistischeres Bild tritt an ihre Stelle. Die Dinge werden greifbarer, und man selbst vielleicht eckiger, kantiger für andere, dafür aber auch deutlicher erkennbar. Wer andere ent_täuscht, der sagt auch ein Stück weit: Hallo, schau mal, hier bin ich, SO bin ich, sieh mich an, und entscheide, ob Du mich akzeptieren kannst, wie ich bin, statt von mir zu erwarten, dass ich mich so verhalte, wie Du mich gern hättest. Er gibt sich zu erkennen, und kann entsprechend erkannt werden. Darin sehe ich viel Gutes.
Das ist ein ehrlicher, gerader Ansatz. Einer, der zu sich selbst steht, und nun nach einem Boden sucht, in dem er so, wie er jetzt ist - und das kann morgen schon wieder anders sein - Wurzeln schlagen kann.
Viele Erkenntnisse. Und viele Wegweiser, liebe Kaffeemütze, Ansätze, die Dir dabei helfen können, Dich auf die Suche nach dem Boden zu machen, der Dir passt, in den Du genüsslich Deine Wurzeln eintauchst, vermehrst und verankerst, und von dem aus Du beweglich Deine Fühler in die Welt ausstreckst.Ich denke, ich habe viele Jahre zu sehr die "Zähne zusammengebissen" und hab versucht zu funktionieren. Bin oft umgezogen, auch wegen der Arbeit und hab das Gefühl entwurzelt zu sein. Hab schon oft neu anfangen müssen und das Gefühl, doch nicht angekommen zu sein. Wie ein Hamster im Rad, der bis zur Erschöpfung rennt und doch nie ans Ziel kommt.
Der Hamster im Rad hat keine Wahl. Er kann nicht seinen Koffer packen, den Hut aufsetzen, und sagen: Okay Leute, ich bin dann mal weg, diese blöde Rad ist nämlich voll die Verarsche, das könnt Ihr Euch sonstwo hin schieben (Ent_Täuschung) - ich such mir jetzt einen schnuckeligen Unterschlupf und eine tolle Hamsterbraut, und dann geb ich mal so richtig Gas!
Aber Du kannst das. Du weisst es auch. Du traust Dich vielleicht nur noch nicht. Du traust Dir vielleicht selbst noch nicht zu, gemocht zu werden, obwohl Du ent_täuschst. Du beginnst möglicherweise gerade erst zaghaft, eigene Lebensentwürfe über die Erwartungen anderer zu stellen. Du fängst erst an, Dir zu gestatten, traurig zu sein über das, was Du bisher verpasst hast.
Das ist prima. Es bedeutet immerhin, dass Du unterwegs bist, Dich auf den Weg gemacht hast. Und jetzt Kraft sammelst, um weiter zu gehen. Also nimm Deinen Kopf unter´m Arm, lass Dich krank schreiben, wenn Dir das gut tut, sei ent_täuschend, pack die Pinsel aus und die bunten Farben, und mal neue Bilder.Ich bin irgendwie auf der Strecke geblieben.
Ich sehe es wie elinborg: Du bist längst auf dem Sprung!
Grüssle
SeawaspGeändert von Inaktiver User (09.05.2009 um 09:47 Uhr)
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13.05.2009, 16:05
AW: Mein Leben wankt
Wow, Süße, das hast Du wundervoll geschrieben!!!

Kaffemütze, alles Gute für Dich und ganz viel Mut und Selbstvertrauen!Wir werden weitermachen!
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13.05.2009, 22:23Inaktiver User
AW: Mein Leben wankt
Liebe Kaffeemütze,... Immer hab ich meinen Wert über die Leistung in der Arbeit und Anerkennung durch Kollegen definiert. Ich fühle mich so leer und fertig.
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Hab schon oft neu anfangen müssen und das Gefühl, doch nicht angekommen zu sein. Wie ein Hamster im Rad, der bis zur Erschöpfung rennt und doch nie ans Ziel kommt.
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Vielleicht rächt es sich jetzt, dass ich mich und meine Bedürfnisse selten bis gar nicht ernst genommen hab. Ich bin irgendwie auf der Strecke geblieben.
ich bin lange um Dein Posting herumgeschlichen, weil ich Obiges nur allzugut kenne und nicht mich in Dich projezieren möchte. Gerade hatte ich den zehnten Jahrestag meiner Depressions-Diagnose.
Deshalb nur dies:
Bitte nimm Deine Diagnose ernst. Du bist krank.
Insofern spricht auch nichts dagegen, sich krankschreiben zu lassen.
Bitte bedenke zudem: Im Job wirst Du entsprechend Deiner Funktion wertgeschätzt (oder eben nicht).
Das ist ok, weil es bloß der Job ist.
Sich aber allein von der Leistung, Wertschätzung und Anerkenung im Job abhängig zu machen, sie zum alleinigen Maß des Selbstwerts zu machen, bedeutet, sich selbst auf die Job-Funktion zu reduzieren.
Wo bleibt da der Rest der Person?
Zudem gibst Du Deinen Kollegen und Vorgesetzten damit eine Macht über Dich in die Hand, die sie nicht haben sollten (und vielleicht auch gar nicht haben wollen).
Dasselbe gilt für Elternschaft, Paarbeziehung, Familie udn sonstige Zusammenhänge - wenn Du Dich selbst immer nur als Funktion anbietest, Dich nur als Funktion gesehen und verstanden wissen willst, setzt Du Dich einem unerträglichen Erfolgsdruck aus.
Dein Leben wankt, weil Deine Seele sich nicht mehr mucksmäuschenstill verhält. Sie wehrt sich.
Das ist gut so, weil Du sonst kaputt gehst.
Tabletten und Spritzen allein werden Dir nicht helfen, bitte suche Dir therapeutische Hilfe, damit Du Dein Leben so zu verändern lernst, dass es lebbar und lebenswert wird.
Befrei Dich von Deinem Druck, indem Du mal zu tun probierst, was sich für Dich gut anfühlt. Egal, was andere darüber vielleicht denken oder davon halten.
Mir hat es geholfen, mir klar zu machen, dass es nur einen Menschen auf der Welt gibt, dessen Meinung über mich mir wirklich wichtig sein muss, dem ich es wirklich recht machen muss, weil ich nur mit diesem einen Menschen mein ganzes Leben lang gut auskommen muss.
Dieser eine Mensch bin ich selbst.
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft.
NM
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23.05.2009, 13:02
AW: Mein Leben wankt
Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Beiträge, die mir einige Denkanstöße gegeben haben. Momentan geht es mir wieder besser. Ich hab mich nicht krankschreiben lassen oder den Job hingeworfen, obwohl ich schon sehr nah dran war. Sicher, ich müsste eine Therapie machen. Aber ich denke, dass ich vielleicht nicht als depressiv gesehen werde, jetzt, da es mir wieder besser geht. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass man wirklich nur in den allerschlimmsten Phase wirklich ernst genommen wird. Ist sicher wieder ein typischer Denkfehler.
Viele Grüße
Kaffeemütze
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23.05.2009, 14:10Inaktiver User
AW: Mein Leben wankt
Richtig, das ist ein Denkfehler.
Du selbst nimmst Dich in Deinem Leiden nicht ernst, und nimmst deshalb an, alle anderen täten das auch nicht. Der Schluss von sich auf andere ist naheliegend, aber häufig unzutreffend.
In diesem Falle ist das Teil des Krankheitsbildes.
Bevor Du Dir nicht eingestehen magst, dass du krank bist und Hilfe annehmen möchtest, ist eingehendere Diagnose und Therapieempfehlung sowieso sinnlos - Du bis nicht behandelbar, solange Du die Erkenntnis verweigerst, krank zu sein.
Und wenn Du es Dir eingestehst, ist es vermutlich zu spät.
Bei Depressionen, die etwa sieben Jahre lang nicht oder nicht wirksam behandelt bestehen, [edit]gehen einige Fachleute davon aus[/edit], dass sie chronisch bleiben. Mit Ups und Downs, aber immer da.
Ich weiss nicht, was Du getan zu haben glaubst, um so ein Leben zu verdienen oder erleiden zu müssen.
Ich wünsch Dir alles Gute.Geändert von Inaktiver User (23.05.2009 um 15:52 Uhr) Grund: Mangels zitationsfähiger Quelle die "7-Jahres-Prognose" weicher formuliert.


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