@ RezeptfreiEin wunderbares Statement!
Ungeduld, die aus Unsicherheit entsteht, hat letztlich oft ihren Ursprung im mangelnden Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, mit schlechten Erfahrungen fertig zu werden. Man sieht schlechte Erfahrungen nur als Niederlagen, als Demütigung des Ego, aber nie als Möglichkeit, aus eigenen Fehlern zu lernen, es das nächste Mal anders zu machen, oder als Möglichkeit, andere Perspektiven einzunehmen oder andere Bewertungen als bisher vorzunehmen.
Oft macht es durchaus Sinn, wenn man nicht das kriegt, was man wollte, denn es hätte einem nicht gut getan. Dadurch ist man offen für eine besseres Alternative. Die muss man aber sehen wollen.
Ungeduld entspringt auch aus Unsicherheit, die im mangelnden Vertrauen in die eigene positive Wirkung wurzelt. Man hat Angst, der andere würde einen zurückweisen, und das macht es schwer, Ungewissheit auch mal eine Weile auszuhalten. Wenn man darin vertrauen würde, dass er einen schon nicht zurückweist, weil man weiß, dass man toll ist, dann kann man sich zu mehr Gelassenheit durchringen - und sich auch sagen, wenn er nichts will, ist das sein Problem und nichts, wovon man den eigenen Wert in Frage stellen lassen muss.
Ungeduld entspringt oft auch einem Perfektionismus: Jetzt muss es endlich klappen, und zwar so, wie man es sich vorstellt. Ist das dann nicht so, wird man sauer. Damit setzt man sich selbst auch unnötigerweise unter Druck.
Ich neige auch zu Ungeduld und brauche einiges an Sicherheit, aber ich habe gelernt, eine gewissen Sicherheit aus mir selbst zu holen anstatt sie ständig von anderen einzufordern, wenn es dazu noch zu früh ist. Ich lasse mich nicht mehr durch Zurückweisungen fertig machen und mache mich selbst deswegen nicht mehr fertig.
Und bei vielen Dingen bin ich wegen meiner Erwartungen auch immer noch ungeduldig, ich fluche z.B. über den Rechner, wenn er nicht so funktioniert, wie ich das von ihm erwarte. Aber hallo, das ist ein Rechner, der hat gefälligst zuverlässig zu sein!Menschen gegenüber bin ich in meinen Erwartungen duldsamer geworden. Was nicht bedeutet, dass ich keine Konsequenzen und michnicht zurückziehe, wenn berechtigte Erwartungen meinerseits vom anderen auf Dauer nicht erfüllt werden.
Antworten
Ergebnis 51 bis 56 von 56
Thema: Wie lernt man Geduld?
-
20.04.2009, 19:10
AW: Wie lernt man Geduld?
Geändert von Latona (22.04.2009 um 09:58 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
21.04.2009, 18:48Inaktiver User
AW: Wie lernt man Geduld?
@behappy4ever,
ich werde hektisch, manchmal schimpfe ich dann vor mich hin. Besonders wenn ich unter Zeitdruck stehe. Wenn andere dann nicht so " funktionieren" wie ich das möchte, kann es schon sein, das ich das ganze dann lieber selber mache.
Leider weis ich, dass dies genau das falsche Verhalten ist. Aber ich habe bisher keine Strategie gefunden, dies zu überwinden.
Hinterher ärgere ich mich meist über mich selbst!!
-
21.04.2009, 23:27Inaktiver User
-
24.04.2009, 16:48Inaktiver User
AW: Wie lernt man Geduld?
Ja, das könnte stimmen. Denn ich wurde immer zu Perfektionismus erzogen. Ich bin sehr stark davon geprägt. Und erwische mich immer wieder, we ich versuche allen alles recht zu machen. Das dabei so manches auf der Strecke bleibt, weis ich natürlich auch.
Ich würde gern gelassener und geduldiger werden, weis aber nicht wie. Ich habe immer wieder diese Anflüge von Hektik etc.
Mich nervt es ja selbst.
Welche Möglichkeiten gibt es denn besser damit umzugehen? Hat jemand Erfahrungen damit??
-
24.04.2009, 21:39Inaktiver User
AW: Wie lernt man Geduld?
Ich denke das ist auch wirklich Charaktersache.
Allerdings kann man viel lernen und ändern, wenn man es wirklich will.
Erfahrung hab ich eigentlich nur dahin gehend, weil ich schon oft Kopfschmerzen hatte,
wenn ich zu hektisch wurde.
Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man das nicht mehr möchte.
Es muss einem doch gut gehen.
Im richtigen Moment runterkommen.
Aber für Tipps in diesem Zusammenhang, bin ich eine schlechte Ansprechpartnerin.
Ich kann halt nur aus eigener Erfahrung berichten.
-
28.04.2009, 17:39Inaktiver User
AW: Wie lernt man Geduld?
Geduld ist für mich etwas wie Kraft oder Energie oder Konzentration: Man hat nur einen begrenzten Vorrat. Ein Kleinkind zum Beispiel frisst einem fast die ganze Geduld weg - für die anderen Leute bleibt da nicht mehr so viel. Vielleicht hilft es, sich klarzumachen, dass man Geduld auf bestimmte Projekte konzentrieren muss, damit sie sich nicht verbraucht.
Und dann finde ich es höchst faszinierend, für welche Sachen Menschen Geduld aufbringen. So wie die Dinge, über die jemand lachen kann, einen Menschen charakterisieren, tun das auch die Dinge, denen man Geduld schenkt. Ich habe zum Beispiel null Geduld für kniffelige Fummelarbeiten, Batteriewechsel in der Armbanduhr rangiert bei mir unter Höchststrafe. Dagegen geht mir kaum mal die Geduld aus, wenn es sich um eine Denkaufgabe handelt.
Und dann ist das ja auch ganz viel Übung. Öfter mal die Erfahrung zu machen, dass Dinge sich schneller lösen lassen, wenn man sie langsam angehen lässt, statt sich in hektischem Aktionismus zu verzetteln, kann da sehr helfen (zum Beispiel in Ruhe den Stadtplan zu studieren statt einfach drauflos zu laufen). Ich bewundere Leute, die unter größtem Stress und wenn ihnen auch noch jemand auf die Finger guckt und auf den Füßen steht, ihre Aufgabe in aller Ruhe und mit Erfolg zu Ende führen. Ich versuche mir das zu merken und für mich selbst anzuwenden.




Menschen gegenüber bin ich in meinen Erwartungen duldsamer geworden. Was nicht bedeutet, dass ich keine Konsequenzen und michnicht zurückziehe, wenn berechtigte Erwartungen meinerseits vom anderen auf Dauer nicht erfüllt werden.
Zitieren
