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    AW: Bedingungslos lieben

    Eine Liebesbeziehung ohne Erwartungen ist etwas Wunderbares - in der Theorie. Aber wie so oft sind Theorie und Praxis zwei völlig unterschiedliche Dinge.

    Dementsprechend halte ich es für Käse sich vorzumachen, man könne vollkommen erwartungsfrei eine Beziehung führen. Egal welche Beziehung ich zu einem Menschen habe, ich habe immer auch Erwartungen daran geknüpft. Gehe ich z.B. zu meinem Zahnarzt (also eine reine Arzt-Patienten-Beziehung), dann erwarte ich, dass er mir nicht den Unterkiefer demoliert. Und diese Erwartung habe ich völlig zu Recht.
    Wenn ich meiner Freundin ein Geheimnis anvertraue, dann habe ich die Erwartung, dass sie es für sich behält und nicht dem nächst Besten brühwarm erzählt.
    In der Beziehung zu meinen Kindern erwarte ich, dass sie mich nicht anlügen.
    Und in der Beziehung zu meinem Partner (sofern es ihn denn gäbe ) habe ich auch Erwartungen. Zum Beispiel dass er keine Spielchen spielt, treu ist usw.

    Ohne (ehrlich eingestandene) Erwartungen läuft nichts unter uns Menschen. Durch meine Erwartungen grenze ich mich ab und weiß, wann ich reagieren muss und gut zu mir sein muss.

  2. Inaktiver User

    AW: Bedingungslos lieben

    Mir scheint der Gegensatz falsch konstruiert bzw. künstlich hergestellt.

    Ich habe Erwartungen an meine Partnerin und sowohl grundsätzliche Bedingungen an eine Beziehung wie auch spezifische an die Beziehung zu ihr.
    Sie umgekehrt auch.
    Ich will sie aber nicht "unbedingt ändern", mache sie nicht für mein Glück verantwortlich und kann sie so, wie sie ist, annehmen, respektieren und lieben.
    Gilt ebenfalls auch umgekehrt.
    Andernfalls könnten wir ja eine Liebesbeziehung mit irgendeiner x-beliebigen Person führen.
    Wir sind dabei natürlich beide nicht einmal ansatzweise perfekt, wir passen aber anscheinend gut zusammen.

    Ich kann also nicht ohne Erwartungen und Bedingungen lieben, leide aber auch nicht darunter. Das Bedingungsloseste, was mir an Liebe möglich ist, ist die zu meinen Kindern.

    Ich glaube darüber hinaus, es ist dem Menschen grundsätzlich nicht möglich, keine Erwartungen an und Bedingungen für eine Beziehung zu haben - so funktioniert unsere Psyche meines Erachtens nicht.
    Der entscheidende Punkt dürfte also sein, welche Erwartungen und Bedingungen das sind und ob bzw. wie sie kommuniziert werden.

    Ich habe nur einmal in meinem Leben eine Beziehung mit einer Frau versucht, die von sich behauptete, keine Erwartungen an und Bedingungen für eine Liebesbeziehung zu haben.
    Nach meinem Dafürhalten hat sie ihre Erwartungen und Bedingungen meines Erachtens einfach nur nicht klar formuliert, benannt und vertreten.
    Die Beziehung ist nicht zuletzt daran gescheitert.

    Ich verstehe meine Erwartungen allerdings nicht grundsätzlich als etwas, was unbedingt erfüllt werden muss. Oft in meinem Leben sind eine Erwartungen nicht erfüllt worden, und ich habe daraus viel Gutes gelernt.
    Geändert von Inaktiver User (01.04.2009 um 20:15 Uhr) Grund: Präzisiert.

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    AW: Bedingungslos lieben

    Nur eine Anmerkung am Rande, weil es mir der Gedanke so spontan kam...
    Wie ist es möglich, dass man sein Haustier sein lässt wie es ist und es in vielen Fällen heiß und innig liebt? Dagegen aber möglicherweise am Partner jede Menge auszusetzen hat?

    -------------------------

    Ich möchte mich der Meinung einiger Vorschreiber/innen anschließen und der TE sagen, JA man kann bedingungslos lieben.

    Voraussetzung ist zum Einen sicher, wie angeklungen, dass man mit sich selbst im Reinen ist, aber wesentlich gehört dazu, dass man den Partner in dem was und wie er ist achtet und respektiert und seine möglichen unbequemen Eigenheiten nicht als etwas Trennendes ansieht, sondern sich bewusst damit arrangieren kann. Eben WEGEN dem, dass man ihn respektiert.
    Und wenn er es wert ist, bekommt man was man gibt in gleicher Form zurück.

    LG
    forever
    . Ich mag dich nicht weil du bist wer du bist, sondern dafür wer ich bin,
    wenn ich mit dir zusammen bin.

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    AW: Bedingungslos lieben

    Vielleicht ist es auch eine Frage, wie eng man Liebe definiert. Wenn man jetzt weg geht von der Liebe zwischen zwei Liebespartnern, gibt es doch noch einige Menschen, die man liebt, ohne sich über diese Liebe überhaupt viele Gedanken zu machen.

    Die Liebe zwischen Eltern und Kindern wurde ja bereits erwähnt. Auch wenn unsere Kinder und unsere Eltern uns oft enttäuschen und vielleicht nicht unsere Erwartungen und Bedürfnisse erfüllen, "entlieben" wir uns nicht. Auch unsere Geschwister, unsere Großeltern und manch anderes Familienmitglied können anstellen was sie wollen - wir lieben sie einfach, weil wir das Gefühl habe, dass sie zu uns gehören.

    Mir fällt hierzu auch meine platonische freundschaftliche Liebe zu zwei Männern ein, die mir sehr am Herzen liegen, die aber nie mehr bzw. nicht noch einmal mehr als sehr gute Freunde sein werden. Mit dem einen war ich ein Jahr zusammen. Die Beziehung hat aus verschiedenen Gründen nicht so funktioniert, dass wir zusammen bleiben konnten und wollten. Trotzdem wussten wir, dass wir den anderen nicht aus unserem Leben verlieren wollten, weil uns eben doch Liebe verbindet, die sich in einer Freundschaft wunderbar leben lässt, auch wenn man manchmal monatelang nichts von einander hört.

    Mit dem anderen Mann war von Anfang an eine Vertrautheit da, die aber nie zu einer Beziehung geführt hat, weil wir in einigen Dingen doch sehr verschieden sind. Er kann mich sein lassen wie ich bin, ich kann ihn sein lassen, wie er ist und wir sehen unsere Freundschaft als Bereicherung für uns beide.

    Gleichgeschlechtliche Freundschaften sehe ich genauso. Ich weiß noch, wie ich als Kind immer am Boden zerstört war, wenn meine beste Freundin und ich Zoff hatten.

    Natürlich ist das mit dem Frei-sein von Erwartungen und Bedingungen ein Idealzustand, der kaum erreicht wird. Aber den Weg dahin, der viel Auseinandersetzung mit sich selbst fordert und sowohl mir als auch meinem Partner/Freund/Freundin/Sohn/Mutter/Kollegen/Hund/Katze/Maus zugute kommt, finde ich nicht nur lohnenswert, sondern auch sehr spannend.

    Es grüßt Orangenfalter in Philosophierlaune
    Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, ist relativ unbedeutend, verglichen mit dem, was in uns liegt. - Oliver W. Holmes

  5. Inaktiver User

    AW: Bedingungslos lieben

    Ich glaube, hier wird grundsätzlich die "Kleinigkeit" übersehen, dass jemand, in den man sich verliebt hat, bereits eine ganze Menge Bedingungen erfüllt haben muss (tatsächlich oder vermeintlich).
    Sonst hätte man sich wohl kaum in diese Person verliebt.

    Ob diese Person die Bedingungen nun aus sich heraus erfüllt, weil er/sie "eben so ist"
    oder dies uns zu Liebe tut,
    oder sich angeregt durch unsere konstruktive Kritik dahingehend verändert hat, sei mal dahingstellt.

    Die prinzipiell asymmetrische Abhängigkeitsbeziehung wie die zwischen Haustier und Halter taugt meines Erachtens nicht als Vorbild für bedingungsloses Lieben.
    Das Beispiel wirft ein fragwürdiges Licht auf die eigenen Beziehungsansprüche.
    Hat denn die Katze sich ausgesucht, bei und mit mir zu leben?
    Nö, das habe ich für sie entschieden, weil ich das so will.

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    AW: Bedingungslos lieben

    liebe ist immer bedingungslos. und die ich liebe sind es "wert"

    allerdings heisst das nicht, dass ich keine erwartungen habe. das heisst auch nicht, dass meine erwartungen erfüllt werden. und selbst wenn meine erwartungen erfüllt werden heisst das immer noch nicht, dass mich das auch glücklich macht.


    sparkling

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    AW: Bedingungslos lieben

    Mal wieder schließe ich mich einfach Malina an Genau das Gleiche habe ich auch beim Lesen gedacht.
    Liebe kann bedingungslos sein, eine Beziehung nicht.

    Man möchte zwar häufig eine Beziehung mit demjenigen, den man liebt, aber selbst wenn man sie nicht bekommt, liebt man denjenigen weiter. Oder man wird betrogen und liebt weiter.... also reine Liebe würde ich durchaus als bedingungslos ansehen.

    Den Gedanken, dass jemand, mit dem wir dann eine Beziehung eingehen, sowieso viele (unbewusste) Bedingungen erfüllt, ist auch wichtig!

    Katze als Vergleich - schwierig... meine Katze liebt mich abgöttisch und hat dabei 10000 Bedingungen an mich. Ich liebe sie auch, aber ich liebe sie ein bisschen mehr, wenn sie nachts KEINE Mäuse ans Bett bringt...

  8. Inaktiver User

    AW: Bedingungslos lieben

    meine eltern, meine geschwister, mein haustier, meine freunde-

    die kann ich lieben und stelle keine bedingungen für diese liebe.

    und bei dem menschen, der meiner seele am nächsten kommt, der in mir drinnen in meinem herzen ist- das stelle ich bedingungen?

    nein. weil ich für mich existieren kann. weil ich von ihm nicht abhängig bin, weil ich ihn schon mehr als einmal verloren glaubte-

    er ist in meiner seele und gut ist.

    bedinungslos lieben ist freiheit. -was geht es dich an, wenn mein herz dich liebt-

    und genau deshalb will ich mit ihm keinen alltag. dann würde dieser zauber zwischen dreckiger wäsch, dreckigem geschirr und rechnungen im müll verschwinden.

    alltag bewältigen kann ich auch allein. das brauche ich ihn nicht.
    ich will ihn lieben um dessen willen, was er in meiner seele auslöst und bewirkt.

  9. User Info Menu

    AW: Bedingungslos lieben

    Du siehst also Alltag als Gefahr für deine bedingungslose Liebe?

    Ich verstehe das, habe auch lang so gedacht und kann es durchaus nachvollziehen.

    Bei uns ist allerdings die Liebe so groß, dass sie auch den Alltag übersteht!

  10. Inaktiver User

    AW: Bedingungslos lieben

    ich habe es einmal erlebt wie der alltag alles aufgefressen hat.

    und ich habe bedenken, dass es nochmal passiert.

    auch "ihm" geht es so.

    also lassen wir es so wie es ist- ohne alltag.

    und fühlen uns wohl dabei

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