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  1. Inaktiver User

    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch wenn das nun alle OT ist, ein kurzer Einwurf von mir:

    Sunday, habe zufällig die Tage in diesem Heftchen "Junge Karriere" (komisch, wird mir immer noch kostenlos zugeschickt) gelesen, dass die Durchfallquote beim 1. Examen sogar bei 30 % liegt. Ein "gut" bekommen nur ca. 2 %, zusammen mit Vollbefriedigend kommt man auf ca. 15 % der Absolventen. Und nur diese 15 % haben Aussicht auf eine Anstellung im öffentlichen Dienst oder in einer Großkanzlei.

    Ein Drittel hat dann noch ein befriedigend, die können vielleicht noch in einem Unternehmen oder einer mittelständigen Kanzlei unterkommen.

    Der Rest der Bestandenen hat ein Ausreichend und hat damit nur die Möglichkeit, sich als selbständiger Anwalt niederzulassen. Ansonsten drohen Dauerarbeitlosigkeit oder Taxifahren.

    Vergessen darf man auch nicht, dass bis zum 1. Examen bereits ca. 50 % das Studium abgebrochen haben.

    Volljuristen mit guten Examina sind also wirklich sehr selten. Nicht umsonst gilt die deutsche Juristenausbildung als eine der härtesten und anspruchsvollsten Ausbildungen weltweit.

    Da durch zu kommen, ist für sich schon eine enorme Leistung.

    Und dann geht es für viele noch weiter mit LLM, Promotion und Fachanwaltstitel. Allein ein LLM kann locker 60.000 Euro kosten (z.B. in Boston). Da ist es auch angemessen, dass Absolventen mit Prädikatsexamen und LLM mit > 100.000 Euro in den ersten Job einsteigen.

    Ja, ganz toll. Und? Klar, das ist anerkennenswert. Heißt das im Umkehrschluss, dass eine Krankenschwesterausbildung nicht anerkennenswert ist? Wir brauchen Juristen und wir brauchen Krankenschwestern, das eine wäre ohne das andere nichts. Ich finde den Dünkel, der sich bei sunday19 durch die Beiträge zieht, ziemlich unerträglich. Meine beste Freundin ist Hausfrau und Mutter mit Berufsausbildung und "nur" Fachabitur. Soll ich jetzt auf sie herabsehen, weil sie einen anderen Lebensweg gewählt hat? Sunday19 würde auch mich ebenfalls herabsehen, weil ich eher alternative Rock- und Metalmusik höre und tatsächlich gerne mal ein oder zwei Bierchen trinke und gerne mal Trash-TV schaue. Da wäre ich doch auch schon in einer bestimmten Schublade. Ach ja, ich bin ja auch noch verheiratet und demnächst (hoffentlich) Mutter zweier Kinder. Trotzdem hab ich irgendwie Single-Freundinnen. Vielleicht hat ja die Ablehnung, die sunday19 nicht nur bei Männern erfährt, auch ein klitzekleines bisschen mit ihr selbst zu tun. Ich fand das mit dem "wohlwollendem Bilck" von Brombeerkatze übrigens sehr schön - auch mal anzuerkennen, dass es durchaus schöne Seiten am Leben des anderen gibt. Ich könnte nie nur Hausfrau sein - das würde mich wahnsinnig machen, aber natürlich bietet dieses Leben gerade mit Kindern auch Vorteile: weniger organisiert sein, mehr Zeit für die Kinder haben etc. Und dass Männer eher Hascherl vorziehen, glaube ich auch nicht. Sonst müsste ich mein Selbstbild gerade völllig in Frage stellen.

    Gruß
    Marilyn
    FH-Absolventin (ja, ich weiß, das ist natürlich meilenweit von einem Uniabschluss entfernt ) mit Abiturschnitt 1,7, die mit Kind fast in Regelstudienzeit abgeschlossen hat, Vollzeit berufstätig und in absehbarer Zeit im Berufsexamen, in dem auch gerne mal 60-70% beim ersten Versuch durchfallen - trotzdem kein Grund, sich über andere wichtige Berufe oder Menschen, die sowas nicht schaffen, zu erheben
    Geändert von Inaktiver User (28.04.2009 um 12:50 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sicher nicht. Ganz bestimmt, war es einfach Zufall, dass die Frauen keine Rechte hatten.

    Wie es heute auch ohne Absicht und rein zufällig so ist, dass Frauen nach wie vor 25 % weniger Gehalt beim selben Job bekommen.

    Klar doch.
    Nein, Zufall ist das alles nicht, ich habe ja Erklärungen angeboten. Letzteres ist übrigens einfach dem ideologischen Primat der Ökonomie geschuldet. Bei gleicher Qualität kauft der Ökonom dort, wo es billiger ist. Und wenn er für weniger Geld sogar mehr Qualität kriegen kann, umso besser.

    Ich nehme zur Kenntnis, dass Du aber anscheinend davon ausgehst, all dies wäre das Ergebnis eines jedem Manne innewohnenden Dranges, Frauen zu unterdrücken.
    Keine weiteren Fragen, danke sehr.

    Vielleicht antwortet Sunday19 ja auch noch.

  3. Inaktiver User

    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Ein großer Anteil aus diesen 25% Gehaltsunterschied ergibt sich aus der Tatsache, dass Frauen in höherem Maße Teilzeit arbeiten und aufgrund der unterschiedlichen Erwerbsbiographie - sprich: Frauen haben größere Auszeiten wegen Kindererziehungs- und Pflegezeiten.

    Daran haben mit Sicherheit nicht nur die Männer Schuld.

  4. Inaktiver User

    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    FH-Absolventin (ja, ich weiß, das ist natürlich meilenweit von einem Uniabschluss entfernt ) mit Abiturschnitt 1,7, die mit Kind fast in Regelstudienzeit abgeschlossen hat, Vollzeit berufstätig und in absehbarer Zeit im Berufsexamen, in dem auch gerne mal 60-70% beim ersten Versuch durchfallen - trotzdem kein Grund, sich über andere wichtige Berufe oder Menschen, die sowas nicht schaffen, zu erheben
    Boah jetzt hast du mich aber beeindruckt.
    (Darf ich doch wohl mal sagen, ne?)

  5. Inaktiver User

    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Boah jetzt hast du mich aber beeindruckt.
    (Darf ich doch wohl mal sagen, ne?)
    Ne, datt hab ich nich zum Beeindrucken geschrieben.

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    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Hallo ihr!

    Ich muss mich jetzt doch hier einklinken, weil es mir echt in den Fingern kribbelt. Ich hab hier den Abschnitt über die Juristenausbildung gelesen, und allerdings nur teilweise die Aussagen von sunday19.

    Ich möchte damit jetzt nicht missverstanden werden, aber ich gehöre gerade zu den besagten 2 % (mit den ganzen Titeln - und nebenbei einem Jahreseinkommen für das mich jede Krankenschwester milde belächeln würde, weil ich so dumm bin, an der Uni zu bleiben ) - und mich stören gerade DESHALB die Aussagen von sunday19! Ich finde schön die Aussage "auf derselben Stufe" die in einem posting fiel, völlig unakzeptabel und ärgere mich wirklich arg darüber.

    Ich stehe wenn überhaupt, dann unterhalb einer Krankenschwester, die unter unmenschlichen Bedingung teilweise übermenschliches leisten. Ich hatte nämlich das GROSSE Glück, das zu studieren, was ich wollte, den Beruf zu haben, den ich wollte, die Freiheit zu haben, die ich wollte. Viele hatten das nicht. Natürlich gehört harte Arbeit dazu, aber zu der hat mich ja niemand gezwungen.

    Sich auf diese Weise mit anderen Menschen zu vergleichen, ist überheblich und zeugt nicht gerade von viel Selbstreflektion und Selbstkritik. (wobei mir bewusst ist, dass das in unserem Beruf keine Seltenheit ist, seufz...)

    Ich möchte solche Menschen nicht in meinem Leben haben, die das betonen. Jeden den ich kenne schätze ich für
    1) seine Herzensbildung
    2) seine (Lebens)Klugheit
    3) seine Zuverlässigkeit
    4) seine Begeisterungsfähigkeit

    Weder Gehalt noch Bildung spielen da eine größere Rolle (außer dass es mit manchen Menschen vielleicht mehr gemeinsame Themen gibt).

    Entschuldigt dieses Plädoyer, aber ich finde das ganz arg, wenn Menschen derart auf andere herabschauen...

    Schlumpfine

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    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist, ob es dir passt oder nicht, eine wesentlich anspruchsvollere Ausbildung als die zur Krankenschwester, deshalb dauert sie auch länger. Mach' sie doch erst mal selbst nach, am besten in Rekordzeit und mit Prädikatsexamina, dann kannst du hier große Töne spucken!
    So, ich darf dann ja hier große Töne spucken, nicht wahr?

    Also: Ich muss ehrlich sagen, sunday19, dass ich mir als Mann auch schwer täte mit deiner Art. Du wirkst so angriffslustig, dass mich das schon beim Lesen verstört. Woher kommt das?

    Ich hab die letzten Wochen zwar auch meine Problemchen gehabt mit meinem Liebsten, aber grundsätzlich habe ich da durchaus Glück gehabt. Und er ist ganz froh, eine Frau an seiner Seite zu haben, mit der er über berufliche Fragen und inhaltliche Themen diskutieren kann, die sich ohne ihn nicht langweilt sondern gern in ihrem Beruf arbeitet.

    Aber: Unsere Beziehung hat auch viel Raum für Leichtigkeit, Herzenswärme.

    Ich suche mir in meinem Leben dafür auch ganz bewusst Raum. Ich lache gern und viel, mag Menschen um mich haben, und genieße kleine Dinge des Lebens. DAS macht einen liebenswert.

    Mir erscheint es so, als hättest du furchtbar gekämpft für deine Ziele (das habe ich auch, deshalb kann ich das verstehen) und wunderst dich nun, warum dich niemand dafür achtet. Das tut man sogar vielleicht, aber LIEBEN tut man jemanden aus anderen Gründen. Das ist doch auch verständlich, und kein Verbrechen der Männer. Das heißt nicht, dass sie nicht bewundern. Das tut meiner auch. Wir wären nicht zusammen, wenn ich ein Hascherl wäre, aber auch nicht, wenn ich mich auf meinen beruflichen Erfolgen ausruhen würde und nicht auch noch jahrelang etwas dafür getan hätte, ein guter Mensch zu sein (und immer noch sehr darauf achte).

    Man hat leider keinen Anspruch auf Liebe und Achtung...

  8. Inaktiver User

    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein großer Anteil aus diesen 25% Gehaltsunterschied ergibt sich aus der Tatsache, dass Frauen in höherem Maße Teilzeit arbeiten und aufgrund der unterschiedlichen Erwerbsbiographie - sprich: Frauen haben größere Auszeiten wegen Kindererziehungs- und Pflegezeiten.
    Ist das wirklich so? (Ernstgemeinte Frage!). Wenn ein Mann und eine Frau mit 25 gleich nach dem Studienabschluss bei ihrem ersten Job bei ihrem ersten Arbeitgeber für die selbe Tätigkeit ein unterschiedliches Gehalt bekommen, was hat das mit Teilzeit und Kindern zu tun?

    BTW: Viele Akademikerinnen bleiben heute kinderlos. Wenn ich mich nun nicht völlig vertan habe, 40 %. (Bitte korrigier mich jemand, wenn ich da was verwechsle.)

    Ich dachte, diese Statistik geht von gleichen Jobs aus. Denn es ist klar, dass eine Bürosachbearbeiterin in Teilzeit und mit Kinderziehungszeiten auf DIE LEBENSZEIT gesehen, natürlich weniger verdient, als ein Mann, der keine Erziehungszeit nimmt und Vollzeit arbeitet.

    Werden in der Statistik Äpfel mit Birnen verglichen? Das wäre ja mal wieder eine "schöne" Statistik!

    Da fällt mir ein, dass meine Krankenkasse bei mir "Strafgebühr" einfordert, weil ich kinderlos bin. Der Hammer! Ich stelle mir gerade vor, wie es einer Frau gehen muss, die diesen Bescheid bekommt und vielleicht sogar unfreiwillig kinderlos ist - weil sie keinen Partner hat oder weil sie keine Kinder bekommen kann! Aber auch so finde ich es unerhört. Dass ich als Vollzeit Berufstätige aber massenhaft Steuern zahle und extrem hohe KK-Beiträge interessiert überhaupt nicht.
    Geändert von Inaktiver User (28.04.2009 um 18:09 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    So und nun, nachdem ich mich etwas beruhigt habe, hab ich noch ein bisschen weiter gelesen und möchte mich dafür entschuldigen, hier derartige Off-Topic-Posts geschrieben zu haben. (Kann man das im Nachhinein noch löschen? Gehört vielleicht wirklich nicht in diesen Strang...)

    Ich habe aber auch tatsächlich noch was zum Thema beizutragen

    Ich war, bevor ich meinen jetzigen Freund getroffen habe, auch sehr lange allein. Ich hatte all die Zweifel, die hier geschildert werden: Welcher Mann will schon eine Frau mit diesem Beruf, der wirklich viel Zeit kostet, mit mglw. mehr Titeln als er, etc. Ich musste mich auch damit arrangieren und weiß, wie hart das ist. Ich denke, gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" hilft erst mal gar nichts.

    Wir leben in einer Zeit, in der einem das Gefühl gegeben wird, für Glück oder Unglück umfänglich selbst verantwortlich zu sein - das schafft sehr viel Druck. Schafft man sich Unabhängigkeit und Freiheit, dann muss man in anderen Bereichen Abstriche machen (auch als Mann, übrigens) und das ist hart.

    Ich habe irgendwann gelernt, dass Dankbarkeit für mein Leben, viel Geben (an Menschen, die es brauchen), Begeisterung für Themen und Hobbies, Freunde, etc. glücklich machen. Bis zu einem gewissen Grad. Und mich mit diesem Grad zufrieden gegeben (mit gelegentlichen Einbrüchen). Ich habe mit viel Mühe die Hoffnung auf eine Beziehung nicht ganz aufgegeben, und sie kam dann wirklich ganz unerwartet. Ich kenne zugegebenermaßen auch andere Fälle, langjährige Singles, und nicht bei allen liegt ein Problem bei ihnen. Bei einigen allerdings sehe ich, dass sie durch eine unterschwellige Wut auf die Ungerechtigkeit des Lebens immer verbissener werden.

    Entschuldigt, das war jetzt etwas wirr, ich hoffe, es ist trotzdem verständlich, was ich sagen will

  10. Inaktiver User

    AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?

    Hallo schlumpfine,

    willkommen .

    Gleich werden mir die Mods wegen konsequenten OT den Kopf runterreißen, aber ich kann mir eine Frage nicht verkneifen:

    Du bist sicher eine Juniorprofessorin, oder?

    Für mich war die Arbeit an der Uni nichts, allerdings sah ich mich auch nicht als Wissenschaftlerin.

    Grüße,

    PS

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