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26.04.2009, 22:36Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
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26.04.2009, 22:39
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Hm, das habe ich aber so nicht geschrieben. Auch wenn´s jetzt wortklauberisch erscheinen mag, sehe ich da einen Unterschied: Natürlich kann man Dinge im Leben planen, aber das Leben ist nicht planbar. Und das empfinde ich - für mich persönlich - auch als gut so. Das macht mein Leben bunt, überraschend, spannend und lebendig.
"Ich habe eine ganz einfache Philosophie: Fülle, was leer ist. Leere, was voll ist. Kratz dich, wo es juckt."
Alice Roosevelt Longworth (1884-1980), amerikanische Gastwirtin
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26.04.2009, 22:48Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Na ja, man kann es auch so ausdrücken: Man kann sich zwar auf bestimmte Ereignisse im Leben vorbereiten, versuchen, die Weichen in die eine oder andere Richtung zu stellen, aber ob es dann wirklich so kommt, wie man es möchte, das kann man nicht planen, das hat niemand von uns in der Hand. Jeden von uns kann jederzeit ein Schicksalsschlag ereilen, jeder kann auch einfach nur ganz blödes Pech in bestimmten Lebensbereichen haben, und niemand weiß, ob er morgen überhaupt noch am Leben ist. Deshalb mag ich den Begriff "Lebensplanung" auch nicht.
Ich finde es auch nicht mal erstrebenswert, mit 29 schon so festgelegt zu sein, dass der Berufsweg und das Privatleben haargenau vorgezeichnet zu sein scheinen. Da ist ja so mancher Pensionär noch aufgeschlossener für Neues!Geändert von Inaktiver User (26.04.2009 um 22:57 Uhr)
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27.04.2009, 01:15Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Was für ein seltener Ausbund an schillernder Lebensfreude und tiefer Weltklugheit.
Zitat von Inaktiver User
Perlensucht, so langsam mauserst Du Dich zu meiner Lieblings-Horrorstory-Lieferantin.
Natürlich kann man das Leben in dieser Art planen.
Man muss nur jederzeit bereit sein, den Plan zu ändern.
Ich plane beruflich ständig recht akribisch - damit ich was Pfundiges habe, was ich im Zweifelsfalle (also dem, der meistens eintritt) geräuschvoll in die Tonne kloppen kann.
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27.04.2009, 08:51Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Na, wenn das eine Horrorstory ist, dann erlebt mein ganzer Jahrgang aus meinem Herkunftsort - mit Ausnahme von mir - den Albtraum. Nein, einer ist schwul, den hatte ich vergessen. Von dem weiß ich nicht, wie er heute lebt. Alle anderen: Heirat mit spätestens Mitte 20, mindestens zwei Kinder, Hausbau. Die Frauen nicht berufstätig, die Männer täglich Stunden auf der Autobahn, um von der Pampa aus auf die Arbeit zu kommen. Am Wochenende geht es zur freiwilligen Feuerwehr oder auf den Fußballplatz. Und da wir es schon mal hatten: gegrillt wird da auch gerne und Bier getrunken. In Strömen. Und Päckchenweise Zigaretten geraucht. Komisch, hier in der Stadt kenne und kannte ich nur einen einzigen Raucher und der rauchte nur ab und an in Gesellschaft. Menschen, die dem Alkohol stark zusprechen, habe ich hier auch keine kennen gelernt, während das daheim auf dem Land völlig normal ist.
Geändert von Inaktiver User (27.04.2009 um 08:55 Uhr)
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27.04.2009, 09:10Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Genau so ist es bei zweien meiner Cousinen auch, die leben auf dem Dorf. Die dritte Cousine, die mit dem Säufer verheiratet war, wohnt zwar in einer Kleinstadt, aber in ländlicher Umgebung. Da ist es ähnlich.
Nun gut, immerhin arbeiten die alle wenigstens in Teilzeit, die älteste Cousine ist schon in Rente. Aber die erzkonservative Grundeinstellung ist dieselbe. Wenn Besuch kommt, "muss" es selbstgebackener Kuchen sein, da kann man noch so sehr betonen, dass man selbst etwas mitbringe und dies gar nicht wolle. Die sind festgelegt und unflexibel von der Wiege bis zur Bahre. Zwei sind bei ihren Eltern im Elternhaus wohnen geblieben, da wurde halt angebaut, als sie heirateten. Die andere wohnt 20 Minuten entfernt in einem der Nachbardörfer. Die protzen dann mit ihren Häusern, Urlauben und Autos. Der Mann dieser Cousine hat von seinen Eltern ein Haus geerbt. Sie haben aber auch selbst im Dorf gebaut, schon mit 25 wohnte meine Cousine in einem Riesenkasten (das Grundstück gehörte schon den Schwiegereltern). Bei jedem Möbelstück, was sie uns bei Besuchen vorführten, raunten ihre Eltern (mein Onkel und meine Tante) meinen Eltern zu: "Da haben wir aber etwas dazu getan." (Meine Eltern haben mir das Studium finanziert, danach habe ich von ihnen nichts mehr angenommen, meine Mutter ist auch finanziell nicht so gestellt, dass sie neben meiner Schwester mich auch noch durchfüttern kann). Ihr Sohn, mittlerweile auch schon Mitte 30, hat mit seiner Frau ein weiteres Haus im Dorf gebaut (auch hier natürlich wieder mit Finanzspritzen von Eltern und Schwiegereltern) ; schon als es noch im Rohbau war, schickten sie uns ein Foto davon: nach den Worten einer anderen Verwandten eher eine Villa als ein Haus. Wenn diese Cousine anruft (zum Glück nur zweimal im Jahr), sind ihre ersten Worte immer, dass sie allein sei, weil ihr Mann mal wieder beruflich im Ausland (meist in einem anderen Erdteil) sei, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter wieder mal im Urlaub in der Karibik oder an einem teuren Wintersportort und sie "auf unsere drei Häuser aufpassen" müsse. Neureichengehabe bis zur Lächerlichkeit. Früher waren sie und ihre Herkunftsfamilie arm wie Job.
Aber immerhin haben die beiden Cousinen vom Dorf gescheite, fleißige Männer, die weder rauchen noch saufen, sich zu benehmen wissen und auch zugesehen haben, dass sie beruflich weiterkamen, das muss ich der Fairness halber schon einräumen.
Mit mir können die natürlich gar nichts anfangen. Abitur gemacht, studiert, voll berufstätig, eigenständig, nicht so darauf fixiert, nur ja einen Mann zu finden, bis heute nicht verheiratet, Mietwohnung, Leseratte, Kulturfan, mit 35 noch (weiteres) Musikinstrument erlernt.
Aber möchte ich wirklich mit denen tauschen (sprich: drei Häuser, Mann und Sohn gegen Abitur, Studium, den daraus resultierenden weiteren Horizont und meine Interessen)? Wohl kaum.Geändert von Inaktiver User (27.04.2009 um 09:25 Uhr)
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27.04.2009, 09:56Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Hi Sunday,
herrlich, wie Du schreibst
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Für die langen Zugfahren am WE habe ich mir das neue Buch von Susanna Tamaro gekauft: "Erhöre mein Flehen". Tamaro hat "Geh, wohin dein Herz dich trägt" geschrieben. Beide Bücher sprechen mich total stark an.
Was die Hauptfigur Martha gleich zu Beginn feststellt, fühle ich auch: Ich werde keine Familie gründen, keine Reichtümer anhäufen und keine Paläste bauen, sondern mein Leben wird der steinigen Weg des Fragens sein
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Geändert von Inaktiver User (27.04.2009 um 10:06 Uhr)
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27.04.2009, 11:11
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
ich lese hier schon länger mit und möchte auch mal meinen senf dazu geben.
kurz zu mir: ich bin 45, nach gescheiterter ehe seit über 4 jahren solo. anfangs habe ich noch gesucht, ein paar affären gehabt, aber insgesamt nichts erfreuliches. seit fast zwei jahren habe ich eine beziehung zu einem verheirateten mann, die von anfang an nicht auf liebe und hoffnungen basierte, sondern ganz klar nur sexuell motiviert ist. inzwischen hat sich daraus aber auch eine gute freundschaft entwickelt. insgesamt habe ich mich mit dem alleine leben arrangiert, ich glaube tief im inneren, dass das auch besser zu mir passt als eine beziehung. ich kann mich gut allein beschäftigen, habe hobbys und freunde. und vor allen 4 hunde und ein pferd, die mich auf trab halten. trotzdem schmerzt das allein sein dann und wann höllisch. aber dann denke ich dran, wie oft ich mich in meiner früheren beziehung mies gefühlt habe und dann weiß ich halt, man kriegt nie das gute ohne das schlechte...
obwohl das ja nicht die ausgangsfrage war, geht es hier in weiten teilen um die frage, wie es kommt, dass manche/r alleine bleibt und manche/r immer sofort wieder einen neuen partner hat. ich hab mir das für mich so erklärt, dass es zwei arten frauen gibt: die einen brauchen einen anderen, die anderen nicht. daran ist erstmal nichts gut oder schlecht - man sendet die entsprechenden signale, und die kommen beim anderen zwar unbewusst, aber genauso deutlich an, wie er erkennt, ob das gegenüber ein mann oder eine frau ist. und die nicht-symbiotikerinnen (dazu zähle ich mich auch) sind für partnersuchende eben uninteressant - da können sie sich mühe geben wie sie wollen, und auch so attraktiv sein wie sie wollen.
und wenn sich doch mal was anbahnt, geht den nicht-symbiotikerinnen die "nähe" schneller auf den geist als sie gucken können, und sie ergreifen wieder die flucht. hinterher heißt es dann, der mann war eben nicht der richtige, hat kein kribbeln ausgelöst, dies und das und jenes. letztlich WOLLEN wir ja gar nicht. wir stellen es uns zwar schön vor, wenn einer da wäre, aber doch bitte niemand konkretes, und schon gar nicht dieser depp, der uns da beim date gegenüber sitzt. wir wollen weder, dass jemand in uns reinkriecht, noch uns die mühe machen, in andere reinzukriechen und sie mit ihren ganzen problemen und ihrem umfeld in unser leben integrieren. die anderen, die symbiotikerinnen, tun das, ohne drüber nachzudenken, es ist ihre natur, sie leben partnerschaft, so wie sie atmen. deshalb klappts bei denen auch immer wieder, wenn auch vielleicht nicht dauerhaft.
das ist mal so das ergebnis langer grübeleien, meine ganz persönliche erklärung.
aus manchem, was hier so geschrieben wird, lese ich viel bitterkeit, abschottung, arroganz und borniertheit heraus. ich persönlich habe nie die erfahrung gemacht, aufgrund meiner lebenssituation ausgegrenzt zu werden. auch ich bin akademikerin und lebe (zugezogen) in einem 400-seelen-dorf. im gegenteil haben meine nachbarn sich sehr um mich bemüht. in meinem freundeskreis gibt es paare, singles, verpartnerte frauen, verpartnerte männer, studentinnen, ältere leute.
der grundlegende unterschied in der freizeitgestaltung ist, dass man als single ständig organisieren muss, telefonieren, verabreden, während sich bei paaren und familien vieles einfach aus dem tagesablauf ergibt. wenn zwei freundinnen ihre kinder aus der kita abholen, sich dort zufällig treffen und spontan noch einen ausflug in den park und ins eiscafé machen, ohne mich telefonisch dazu zu bitten, ist das zwar für mich dumm gelaufen, wenn ich derweil gelangweilt zu hause sitze, aber doch keine ausgrenzung, weil sie mit singles und nicht-müttern nichts zu tun haben wollen! also bitte!
und dieses herabschauen auf andere lebensentwürfe (früh heiraten, kinderkriegen, materielle sicherheit durch hausbau etc) - was ist denn das anderes als genau der enge horizont, den ihr diesen leuten vorwerft? was ist verwerflich daran, am WE mit freunden im garten zu grillen und ein bierchen zu trinken (das ist NICHT gleichbedeutend mit systematischem alkoholmissbrauch)? wenigsten HABEN diese leute freunde und können sich einen netten abend machen. klingt für mich sehr nach "sauren trauben", wenn man beim einsamen vernissage-besuch darüber die nase rümpft...
niemand muss so leben, aber es muss auch niemand darauf verzichten, wenn das seine welt ist. außerdem: wenn die äußeren bedingungen im leben halbwegs geregelt sind, hat man eine erheblich bessere basis für die persönliche entwicklung, als wenn man ständig um die basics (wo kommt mein geld her? wo werde ich wohnen? wovon werde ich im alter leben?) kämpfen muss. das bindet nämlich reichlich energie! ich kenne viele solche langweilerinnen (ewig verheiratet, haus mit schwiegereltern-hilfe erbaut, immer den gleichen job etc...) die in ihrer freizeit bewundernswerte dinge auf die beine stellen.
nur mal so zum nachdenken...
immer locker bleiben!
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27.04.2009, 11:20Inaktiver User
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27.04.2009, 11:22Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Ich stimme Dir zu: Das merke ich als von der Wirtschaftkrise betroffene Selbständige (Kunden von mir gingen insolvent und zahlten vorher leider nicht mein Honorar) mit Vermieterterror gerade am eigenen Leib. Da muss die Weiterentwicklung in der Tat den Basics ein Stück weichen.
Geändert von Inaktiver User (27.04.2009 um 11:33 Uhr)



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