Auch mir ist das oft passiert. Deshalb bin auch ich so vorsichtig mit dem Begriff "Freundschaft" und sehr wählerisch bei der Entscheidung geworden, welche Menschen als Freunde in Betracht kommen könnten. Denn was habe ich davon, wenn ich nach außen hin zwar verkünden kann, welch großen Freundes"kreis" ich angeblich habe, in meinem tiefsten Inneren aber genau weiß, dass es sich um Menschen handelt, die mich nur dann "kennen", wenn sie irgendwelche Gefälligkeiten von mir wollen?!
Bei Paaren ist es doch so, dass sie zum Plaudern ihren Partner, ihre Kinder, ihre ebenfalls in Partnerschaft lebenden Freunde, ihre Verwandten und die Schwiegerfamilie haben. Damit sind sie reichlich ausgelastet. Was kümmert diese Leute dann noch ein Single? An den erinnern sie sich nur dann, wenn er ihnen von Berufs wegen oder aus sonstigen Gründen einen Rat geben oder einen sonstigen Vorteil verschaffen kann, zu dem ihnen ihr "normales" soziales Umfeld nicht verhelfen kann. Ansonsten gehen sie davon aus, dass der Single sowieso langweilig und bedauernswert ist und nichts erlebt, worüber es sich zu plaudern lohnen könnte.
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25.04.2009, 13:59Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Geändert von Inaktiver User (25.04.2009 um 14:08 Uhr)
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25.04.2009, 14:12Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Ich war früher auch viel, viel strenger mit der Definition. Echt wahr.
Ich habe das von anderen Mädels gelernt, die mich zu einem Zeitpunkt Freundin nannten, wo dies für mich NOCH LANGE nicht in den Sinn kam. Da fühlte ich mich dann etwas komisch. Und heute sage ich das schneller (nicht wahllos) und es bewegt mehr zwischen mir und den anderen - das finde ich gut.
Sunday, was du schreibst, stimmt: Paare haben oft den Partner, bzw. die Familie als allumfassenden, wichtigsten Kern - wo niemand dran reicht. Ich finde das auch nicht gerade einfach, damit klar zu kommen, zumal meine Kernfamilie wirklich miniklein ist inzwischen.
Um das zu bekommen, was sich sonst wohl Paare geben (oder hoffen, zu kriegen), habe ich zwei beste Freundinnen. Und das sind dann wirklich die, die du auch Freundin nennen würdest.
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25.04.2009, 14:24Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Ist bei mir auch so.
Ich persönlich finde zwar, gerade wenn man einen Partner und eine Familie hat, könnte man aus Dankbarkeit dafür sich auch mehr für diejenigen öffnen, die dieses Glück nicht haben. Das heißt ja noch lange nicht, dass ich dann bei liierten Freundinnen andauernd auf der Matte stehen und erwarten würde, die erste Geige zu spielen. Aber viele nehmen ihren Partner und ihre Kinder offenbar als viel zu selbstverständlich hin, weil sie zu leicht darangekommen sind. Vielleicht denkt man ja anders, wenn man selber lange allein war und erst sehr spät einen Partner gefunden oder auf den letzten Drücker noch seine Kinder bekommen hat. Oder man schottet sich dann erst recht ab, um dieses Glück endlich zu genießen, wer weiß!
Ich muss allerdings sagen, dass ich mich umgekehrt auch nicht großartig um verwitwete, geschiedene oder vom Partner getrennte Frauen kümmern würde, die, solange sie ihren Partner hatten, so gut wie nie Zeit für mich hatten.
Die sollen dann auch zusehen, wie sie als Single fertig werden. Muss ich ja schießlich auch. Ich sehe bei anderen ja auch kein wirkliches Interesse und kein Bemühen, mir das Alleinsein zu erleichtern.
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25.04.2009, 14:36Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Oha, wie biestig.

Ich habe so einen Kandidaten im Freundeskreis. Er war jahrelang mit seiner Freundin zusammen. Nun hat sie sich getrennt, ist woanders hingezogen und er hat nicht mehr die vielen selbstverständlichen Termine, an denen man eben nicht allein ist.
Kaum drei Monate Single, fing er an, sich zu beschweren, dass ihn niemand mal einfach so besuchen käme (ich zum Beispiel). Na, daraufhin habe ich ihm sehr direkt gesagt, dass er mich auch nie einfach so besucht hätte, als er noch in der Beziehung war - was stimmt. Ich sage ihm klipp und klar, dass das nun mal so ist: Man muss sich verabreden. Man muss sagen: Lass uns was zusammen machen.
Und jetzt lernt er eben, sich zu verabreden und sich um seine Kontakte zu kümmern (das musste er wohl früher gar nicht, da nahm sie ihm das ab).
Ich kenne noch eine Frau, die jetzt, wo ihr Mann sich von ihr getrennt hat, auch auf einmal mich entdeckt. Eigentlich kein Wunder, denn zu einem Paar mag sie sicher auch nicht dauernd gehen.
Naja, kurzum: Ist mir eigentlich egal, in welcher Phase des Single-Lebens jemand steckt. Ist mir im Prinzip auch egal, ob sich jemand wieder verabschiedet, wenn es einen neuen Partner gibt. Die Guten bleiben sowieso. Die Anderen können wegbleiben. Entweder man versteht sich oder nicht.
PS: Ich finde übrigens, dass es niemandes Aufgabe ist, mir das Alleinsein zu erleichtern. Da muss ich schon selbst zusehen, Kontakte zu Menschen zu pflegen, die gerne mit mir zusammen sind.
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25.04.2009, 14:49Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Ach, weißt du, wenn jeder sich nur strikt an das hält, was seine "Aufgabe" ist, kommen wir mit der Menschlichkeit auch nicht weiter. Es ist auch nicht meine "Aufgabe", im Beruf besonders freundlich zu bestimmten Mitarbeitern und Ratsuchenden zu sein, ihnen geduldig zuzuhören, Zeit zu widmen und mich mehr für sie einzusetzen, als ich es müsste (aber ich tue es trotzdem, auch wenn ich nichts davon habe). Da würde es reichen, wenn ich einen Dienst von mittlerer Art und Güte verrichte. Und wenn ich weiterkommen will, schleime ich besser mit Vorgesetzten herum, als dass ich mich besonders um Leute bemühe, die in der behördlichen Hierarchie unter mir stehen. Für diese tue ich dann besser nur das Nötigste, damit mir genügend Zeit und Energie bleibt, mich bei Vorgesetzten ins rechte Licht zu setzen. Genau so handhaben es ja auch die meisten, die dann wirklich Karriere machen.
Und ich kann mich noch so sehr bemühen, Kontakte zu anderen Menschen aufzunehmen: Wenn sich alle schön in ihre Partnerschaft zurückziehen und ich außen vor bleibe, weil sie auf Single-Freunde ja nicht "angewiesen" sind und es nicht für ihre "Aufgabe" halten, sich auch um Menschen ohne Partner zu bemühen, dann nützt mir das gar nichts.Geändert von Inaktiver User (25.04.2009 um 14:59 Uhr)
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25.04.2009, 15:14Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Ich hatte diese Woche einen langen, sehr schönen Abend mit viel Lachen - zusammen mit DREI Single-Frauen, alle ohne Kinder, keine von uns war schon mal verheiratet, jede hatte schon mindestens eine längere Beziehung, Alter: 1x knapp u40, 3x ü40, eine davon kann ich als enge Freundin bezeichnen. Ich kenne alle drei noch nicht sehr lange, es sind also keine langjährigen Bekannt- / Freundschaften.
Es war - ganz klar - ein völlig anderer Abend als mit einem Mann zu zweit - egal ob mit einem "nur befreundeten" Mann oder mit einem Partner. Es war ein sehr wertvoller Abend und ich würde ihn nicht gegen einen Abend mit Mann eintauschen wollen. Es muss beides geben - es sind andere Qualitäten und ich "brauche" beides.
"Beides" gibt es halt nicht immer parallel - das sieht man an uns Vieren: Alle waren schon in Beziehungen UND kennen auch das Single-Dasein ausführlich. Sehr albern ist es, den einen Status über den anderen zu stellen.
Was es immer gibt: Frauenfreundschaften, die länger andauern als Beziehungen.
- Ein guter Grund z.B. Frauenfreundschaften zu pflegen. Und weil es Spass macht. Und weil es Energie gibt.
Will sagen:
Es gibt immer und genügend Menschen, die "zu einem passen" - und zwar in der jeweiligen Lebensphase in verschiedenen Bereichen. Man muss sich eben ein Umfeld schaffen, das einen trägt. Hat man das (noch) nicht oder ist gerade im Umbruch oder ist gerade dabei zu erkennen, das man das braucht, dann hilft das Wissen darüber zumindest, sich nicht übermäßig und dauerhaft von Abenden in einem Umfeld, das einen nicht trägt, runter ziehen zu lassen. Das Unwohlsein darf dann gerne Hinweis dafür sein, dass man mit seinen sozialen Kontakten insgesamt nicht glücklich ist und ist Anzeiger dafür, wo's hingehen soll. Es ist allerdings kein ausreichender Grund dafür, den Mond anzuheulen und dem lieben Gott zu drohen, dass man ihn mal nicht im Himmel besuchen kommt, wenn er nicht subito einen Rittersmann vorbei schickt, der Frau aus ihrem elenden Schicksal rettet.
Was sind das für Motive, aus denen heraus hier die "Klagen" kommen? Die ewigen Sätze: Es gibt NIRGENDS, NIE und KEINE Männer, Frauen, Freunde .....?
Neid? Selbstmitleid? Überhöhtes Anspruchsdenken? Realitätsferne? Falsches Selbstbild? Überhöhtes Fremdbild?
Ganz früher dachte ich mal, wenn ich keine Barbiepuppe haben darf, dann geht die Welt unter. Später dachte ich, mein Lebensglück hinge an der nächsten Klassenarbeit. Dann am Abitur, an 5kg weniger, am guten Studienabschluss, an Hans-Dieter, am Job. Heute empfinde ich mein Lebensglück einfach: z.B. an einem Frauenabend.Geändert von Inaktiver User (25.04.2009 um 15:19 Uhr)
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25.04.2009, 15:21Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
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25.04.2009, 15:30Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
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25.04.2009, 17:42
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Ich kenne einige Single Mamas mit Töchtern in dem Alter meines Kindes. Alles bleibt oberflächig, obwohl ich nicht so bin und diese Frauen haben, wie ich so höre, guten und gemischte Kontakte zu anderen Menschen.
Von diesen Müttern, die ich neu durch den Schulwechsel meiner Tochter kennengelernt habe, gab es Interesse mich näher kennenzulernen. Es wurden Verabredungen von deren Seite geschmiedet, aber kurzfristig dann von denen immer abgesagt. Langsam kommt mir das komisch vor.
Manchmal denke ich mir, dass ich wohl nicht genug Probleme habe oder zu wenig klage, um in einen Mütter-Kreis mitaufgenommen zu werden
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Wildblume
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25.04.2009, 18:06Inaktiver User
AW: Was hilft gegen das Gefühl "ohne Partner nicht glücklich zu sein" ?
Weißt du, Wildblume, ich habe früher auch immer die Schuld ausschließlich bei mir gesucht, wenn es mit einem Partner oder Freundinnen und Freunden nicht klappte.
Mittlerweile denke ich: Man darf die Schuld auch ruhig einmal bei den anderen suchen, muss sich nicht ständig den Kopf zermartern, was an einem selbst komisch und störend ist und warum andere sich nicht häufiger bei einem melden. Zumindest, wenn man lange genug gegrübelt hat, was man selber falsch macht, darf man auch einmal eine Pause einlegen.
Auch hier im Forum wird einem ja des öfteren von anderen Menschen, die einen gar nicht persönlich kennen, signalisiert, dass es wohl alles an einem selbst liegen müsse.
Aber es gibt einfach Menschen, die haben einfach kein Interesse, egal, wie sehr man sich um sie bemüht. Und manche nehmen einen auch nicht für voll, wenn man eher zurückhaltend ist und einfühlsam wirkt. Es gilt heute als uncool, wenn man zu mitfühlend anderen gegenüber ist und sich auch für Menschen verantwortlich fühlt, von denen man "nichts hat".
Ich bekomme beruflich viel Anerkennung dafür, wie fürsorglich ich mit anderen Menschen umgehen würde, aber gleichzeitig in der Lage sei, soweit erforderlich, auch in angemessenem Ton Grenzen zu setzen. Das höre ich immer mal wieder von Mitarbeitern, der Gleichstellungsbeauftragten, der Personal- und Schwerbehindertenvertretung. Bei Beurteilungen habe ich gerade im Bereich "Sozialkompetenz" immer eine überdurchschnittliche Note erhalten. Also, wenn es danach gehen würde, müsste man sich ja auch im Privatleben, in dem ich mich ja nicht unfreundlicher oder gleichgültiger gegenüber anderen benehme, regelrecht um mich reißen. Kann ich aber absolut nicht feststellen. Treffe ich mich mit Schulfreundinnen, heißt es hinterher zwar jedes Mal, das müssten wir unbedingt wiederholen, und ich müsse unbedingt wieder dabei sein, weil ich noch so viele witzige Anekdoten erzählen könnte. Trotzdem vergehen immer Monate, wenn nicht ein ganzes Jahr, bis man sich wieder sieht. Weihnachten und zum Geburtstag kommen natürlich immer Glückwünsche bzw. Grüße.
Die Leute haben einfach zu viel mit anderen Menschen und Dingen zu tun, meinen es wahrscheinlich noch nicht einmal böse. Aber ich kann auch beim besten Willen nichts erkennen, was ich bei diesen Kontakten falsch gemacht haben könnte. Und wenn, dann könnten diejenigen mir das ja auch offen sagen.
Ich kann nur Spekulationen darüber anstellen, weshalb du keinen Zugang zu diesem Mütterkreis findest. Vielleicht wollen die ausschließlich über Kinderthemen sprechen und du nicht? Vielleicht bist du ihnen zu gebildet oder zu wohlhabend oder zu selbstständig oder zu stark, weil du nicht jammerst, wie schwer du es hast? Bist du selber auch alleinerziehend, oder hast du einen Partner, den sie dir neiden? Ich weiß es nicht. Jedenfalls solltest du nicht von vornherein davon ausgehen, dass das Problem bei dir liegt.Geändert von Inaktiver User (25.04.2009 um 18:10 Uhr)



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