Gestern war ich mit einer Bekannten zu einer Theatervorstellung. Sie hatte ihren besten Freund, den ich auch kenne, mitgenommen und hatte sich außerdem vorort mit weiteren Freuden verabredet.
Auf diesen Theaterabend hatte ich mich sehr gefreut.
Eigentlich verlief er auch sehr nett, aber ich merkte, dass ich an dem Abend nicht ganz so kommunikativ drauf war, mir fiel es schwer, auf ihre Freunde und Bekannten zuzugehen. Es kam zwischen mir und ihren Freunden kaum ein anregendes Gespräch zustande, auch wegen des anhaltend lauten Geräuschpegels um uns herum. Ich zog es vor, mich im Hintergrund zu halten, beobachtete neutral meine Umgebung. Infolge dieser stillen, zurückgezogenen Präsentation meiner Selbst fühlte ich mich menschlich gesehen unattraktiv, langweilig, uninteressant.
Heute lasse ich diesen Abend Revue passieren und frage mich, ob diese Bekannte zukünftig überhaupt nochmal Lust haben wird, gemeinsam mit mir etwas zu unternehmen oder ob ich mir mit meinem Verhalten so junge, frische Kontakte selber kaputt mache.
Ja, ihr werdet nun sagen: nicht jeder ist allzeit super kommunikativ drauf - ist doch okay! Ich jedoch neige nach solchen Treffen zur Selbstzerfleischung. Mich machen solche Erlebnisse wahnsinnig unsicher und ich befürchte dann, dass die Menschen Abstand von mir nehmen.
Unsicherheit in ihrer reinsten Form. Bäääh!!
Diese Selbstzerfleischung während und nach einem solchen Abend ist wohl das Unangenehmste an der Sache - und ich kann es nicht abstellen ...
Kennt ihr das auch?
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Ergebnis 1 bis 8 von 8
Thema: Samstagabend
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29.03.2009, 13:55Inaktiver User
Samstagabend
Geändert von Inaktiver User (29.03.2009 um 14:06 Uhr)
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29.03.2009, 14:11Inaktiver User
AW: Samstagabend
Freitagabend: Verabredung mit Freunden meines Freundes zum Essen und anschließend zu einem Konzert.
Freitagmittag: Ein erstes Kratzen im Hals, gegen Abend wurde es schlimmer: matt, müde, malade.
Folglich war ich abends auch nicht kommunikativ, was sich beim Essen natürlich stärker bemerkbar gemacht hat, als beim Konzert später, da konnte ich nicht nur, da musste ich sogar still sein
Es war zwar ein sehr netter Abend, zu dessen Gelingen ich weniger als nichts beigetragen hatte und deshalb ging es mir wie Dir, ich habe mich auch gefragt - was die wohl von mir denken?!
Als wir wieder zu Hause waren, meinte mein Freund: Du hast Dich ja tapfer geschlagen heute Abend, man hat Dir kaum angemerkt, dass es Dir nicht gut geht.
So kann man sich täuschen.
Damit will ich sagen, dass Du auf die neuen Bekannten vielleicht ganz anders gewirkt hast, als Du denkst und sie Dich anders wahrgenommen haben, als Du Dich selbst.
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29.03.2009, 14:28
AW: Samstagabend
Ich finde es eigentlich normal, dass wenn man auf eine fremde Gruppe trifft, man sich zunächst im Hintergrund hält.
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29.03.2009, 17:02Inaktiver User
AW: Samstagabend
Danke für deinen Mutmach-Beitrag!

Ich kann nur hoffen, dass sie mich/die Situation nicht so kritisch und negativ beurteilt hat, wie ich selbst.
Dieses Im-Nachhinein-Zerfleischen macht mir das Leben schwer und dieses Sich-in-der-Situation-anders-verhalten-wollen, aber-nicht-können, bzw. das Nichtakzeptieren-der-eigenen-Befindlichkeit/Stimmung.
... ja, und natürlich die Angst vor Ablehnung.
"zunächst" - aber den ganzen Abend?
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29.03.2009, 19:49
AW: Samstagabend
Ja
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29.03.2009, 20:09
AW: Samstagabend
Seh ich auch so. Und zunächst kann sich durchaus auf ein paar Treffen beziehen.
Ich fühle mich in neuen Gruppen, wo sich die Leute untereinander schon kennen, auch ganz schnell überfordert und halte mich erst mal zurück. Und ich weiß, dass es vielen Leuten so geht.
Ich setz mich deswegen aber auch nicht unter Druck. Wenn ich diesen Leuten aufgrund eines einzigen gemeinsam verbrachten Abends nicht kommunikativ genug bin, dann passe ich auch nicht in diese Gruppe.
Ich gestehe jedem Neuling in einer Gruppe zu, anfangs zurückhaltend zu sein. Und ich erwarte das meinerseits auch. Erst wenn jemand nach mehreren Treffen die Gruppe kennt und auch diverse Versuche unternommen wurden, den Neuling zu integrieren, und dann immer noch nix kommt, neige ich dazu, den anderen uninteressant zu finden.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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30.03.2009, 00:40Inaktiver User
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30.03.2009, 07:13
AW: Samstagabend
Na und warum sollen die anderen so viel weniger einfühlsam sein, als man selbst
?
Wobei ich es auch schon erlebt habe, dass eine Kollegin in einer mehr oder minder fremden Runde mit essen gegangen ist und am Tisch dann kaum etwas gesagt hat. Eine andere Kollegin sprach mich später darauf an und meinte, die sei aber komisch. Als ich sagte, dass sie an sich eine ganz liebe ist, aber sich sicher zurückgehalten hat, weil sie die anderen nicht so gut kannte, hat die Kollegin das auch eingesehen. Manchmal brauchen Leute auch einfach einen kleinen Denkanstoß, auch wenn sie selbst sich in derselben Situation genauso verhalten würden.
Und Kindergarten ist in der bricom schon viiiiieeel mehr veranstaltet worden
. Da finde ich Dein Problem noch ziemlich nachvollziehbar.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)



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