Hallo Ihr Alle,
Danke für eure Beiträge! Sorry, dass es mit meiner Antwort etwas gedauert hat.
@ Schlaflos und Julifrau: “Hast du eine Erwartung, was nach der Konfrontation anders für dich persönlich oder in der Beziehung zu deiner Mutter sein könnte?” – darüber denke ich sehr viel nach und bin mir nicht so sicher. Die größte Hoffnung ist wohl, dass ich mich dann endlich FREI fühle. Viele Jahre lang habe ich meine Gefühle versteckt und so getan, als ob alles OK sei. Ich habe Angst gehabt, meine Gefühle zu zeigen, meine Mutter zu kritisieren oder mich zu wehren, weil sie dann entweder Tobsuchtsanfälle bekam oder – was ich noch schlimmer fand – mich schon als kleines Kind mit Liebesentzug bestraft hat. Obwohl ich mit meiner Familie jetzt fast nichts mehr zu tun habe und auch sehr weit weg von ihnen im Ausland wohne, merke ich in meiner Beziehung mit meinem Partner oder auch am Arbeitsplatz oft, wie schwer es mir fällt, meine Meinung zu sagen und mich durchzusetzen. Ich habe in der Therapie entdeckt, wie viel Wut ich einfach quasi heruntergeschluckt habe… der Gedanke, dieser Wut mal Luft zu machen und meine Mutter endlich zu konfrontieren, ist schon verlockend! Vielleicht fällt es mir dann in anderen Bereichen meines Lebens leichter, ich selbst zu sein?
Auf eine bessere Beziehung mit meiner Mutter hoffe ich allerdings nicht mehr. Ich glaube, dass meine Mutter mich als erwachsenen, separaten Menschen nicht anerkennen kann. Im Umgang mit mir ist sie oft brutal und greift meine – wie soll ich es nennen – Weiblichkeit an, meine Sexualität…sie hat mir mal gesagt, ich sei “keine richtige Frau” oder “mit mir hielte es wohl kein Mann aus”…grausige Sachen (und nicht mal im Kontext eines Streites); das sind hier nur ein paar Beispiele. Mit meinem Bruder ist sie noch schlimmer umgegangen; der ist seit frühster Kindheit schwer gestört und hat seit langem Suchtprobleme. ….verzeihen kann ich das alles nicht...
@ Supa Wetta: Eine sehr gute Idee, sich da nur schrittweise heranzutasten; ich habe das auch versucht, mit sehr gemischtem Erfolg. Obwohl sie tatsächlich auch mal gesagt hat “tut mir leid, das wollte ich nicht”, hat sie beim nächsten Mal Wutanfälle bekommen und geschimpft und gebrüllt. Sie ist so unberechenbar – es ist sehr schwer, abzuschätzen, wie sie reagiert. Wie ist das denn bei dir und deiner Mutter, supa wetta? Hast du versucht, mit deiner Mutter über die Vergangenheit zu sprechen?
@ Lil: Ich kann mich supa wetta nur anschließen! Ein schoener, hoffnungsvoller Beitrag. Ich wünsche dir, dass ihr beide euch näher kommt -
Ich freue mich darauf, mehr von euch zu hoeren!
LG,
Conny
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01.03.2011, 23:14
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
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02.03.2011, 11:33
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Ich finde das einen sehr spannenden Strang!
Ich habe eine Mutter mit einer anderen Persönlichkeitsstörung, nicht Cluster B wie Borderline (u.a.), sondern Cluster A. Viele der Muster sind jedoch vergleichbar, sowohl in den inneren Vorgängen wie in Verhalten und vor allem Bewertung von sozialen Situationen. Meine Mutter war aber relativ stabil und hatte starke Seiten, hat auch von mir sehr viele Schäden/Belastungen ferngehalten, die sie selbst als Kind erlebt hat.
Es war für mich geradezu eine Art Erleuchtung, als ich im Rahmen meiner eigenen Ausbildung und Selbsterfahrung begriff, weshalb meine Mutter so war und so handelte, wie sie es tat. Es hat mir sehr geholfen, eigene Anteile, die ich als mir fremd empfunden habe, zu identifizieren und sozusagen auszumustern (liebevoll aber deutlich, indem ich ihnen einfach keinen Platz in meinem jetzigen Leben einräume). Und das hat mir geholfen, mit meiner realen Mutter besser auszukommen (immer mit ausreichend Abstand, denn sie hat sehr verrückte Momente) und sie zu schätzen, dennoch, trotz und mit allem. Ich lebe ein ausgeglichenes, gutes und wirklich un-gestörtes Leben, habe aber meine Erfahrungen als eine Art Kollateralschaden erlebt - störend, verwirrend, gottseidank nicht zerstörend.
Mir hat der Begriff der projektiven Identifikation sehr viel gebracht - diese ist ein sog. primitives Kommunikationsmittel bei Persönlichkeitsstörungen, das ich im Verhältnis von meiner Mutter zu mir wiedererkannt habe. Eigentlich ist die PI eine Entwicklungsstufe junger Kinder, die ihre Mutter zum "Verdauen" schwieriger Gefühle brauchen - aber bei uns war es andersherum, ich bekam sozusagen gratis und franko & ungefragt die Gefühle meiner Mutter, und habe sie neutralisiert. Auf eine Art und Weise hat mich das auch ganz schön stark gemacht.
Seitdem ich das alles sortiert habe (klingt locker und einfach, war aber zähe Arbeit
), kann ich es in meinem Beruf gut nutzen. Denn - was arbeite ich? mit psychisch kranken Eltern (oft mit PS) und ihren Kindern. Ich versuche dazu beizutragen, daß die Eltern verstehen können (mentalisieren ist ein zentraler Begriff) und daher nicht ihre Kinder benutzen müssen.
Mir hätte es als Kind sehr weitergeholfen, wenn meine Mutter nicht "einfach so gewesen" wäre, sondern mir jemand gesagt hätte, daß sie phasenweise verdreht und verrückt denkt und wahrnimmt, und daß meine Wahrnehmung "hier stimmt was nicht" ganz gesund und richtig war.Geändert von maryquitecontrary (02.03.2011 um 11:58 Uhr) Grund: I statt J
that was the river - this is the sea
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02.03.2011, 18:58Inaktiver User
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Liebe Conny,
deine Mutter könnte ja glatt meine sein
Hm... Ich hab (auch?) immer gedacht: Eines Tages sag ich's ihr. Da knalle ich ihr die ganze ungeschönte Wahrheit um die Ohren, damit sie mal sieht, was sie angerichtet hat!
Dieser Tag kam auch. Er kam sogar öfters.
Nichts passierte. Keine Einsicht, nicht einmal Annahme dessen, was ich sagte (war alles natürlich Lüge
, ihrer Meinung nach); auch kein Freiheits-Gefühl meinerseits, das mich entlastete. Alles lief genauso weiter wie bisher.
Wenn du dich anders zeigst, wenn du deine Gefühle nicht mehr versteckst und/oder so tust, als sei alles OK - dann durchbrichst du eine sehr eingefahren Familiendynamik. Dafür wirst du leiden müssen, das sage ich dir jetzt schon voraus! KEINER wird dir das verzeihen, viel eher bist am Ende DU diejenige, die "alles kaputt gemacht" hat, die "schuld" ist
Bei mir hat am Ende leider nur der totale Kontaktabbruch geholfen. Aber es war ein langer Weg, und ich habe viel versucht. Auch, meine Gefühle "einfach" immer offen zu zeigen. Doch dieser Kraftakt, ständig in Reibung zu sein - das habe ich auf die Dauer nicht ausgehalten. Irgendwann wusste ich, dass sich meine Mutter jedenfalls niemals ändern wird. Also musste ich mich ändern. Sonst wäre es immer so weitergelaufen.
Ich bin davon überzeugt, dass ich einen bösen Kreislauf unterbrochen habe. Außerdem geht es mir unverschämt gut damit. Erstaunlicherweise.
Das ist aber natürlich mein Weg, nicht deiner. Jeder muss seine eigenen Erkenntnisse erhalten. Dafür wünsche ich dir ganz viel Kraft und Zuversicht. Alles hat seinen Sinn im Leben. ALLES!
Genau das ist es auch bei mir gewesen. Jetzt, mit 42 Jahren, fühle ich mich oft, als würde ich gerade zum ersten Mal die Welt mit den Augen einer erwachsenen Frau betrachten. Eine so schräge und doch erfüllende Empfindung...
Ich konnte nur so erwachsen werden
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05.03.2011, 20:29
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo,
ich habe nicht das ganze Forum zum Thema gelesen, sondern die erste Seite von 2009 und nun die letzte Seite.
Ich habe gerade einen schwachen Moment und brauche mal Menschen, die in einer ähnlichen Lage sind wie ich.
Ich bin schon einige Jahre in Therapie, eigentlich stimmen die Rahmenbedingungen ( Partner, Wohnung, Job), aber
trotzdem bin ich unglücklich. Ich habe das Gefühl mein Leben lang an meinen echten Wünschen vorbeizuleben, werde nun 30 und die Welt muss sich drehen! Aufgrund von jahrelanger seelischer Missbrauchserfahrung, einfach fast identisch zu sämlichen Schilderungen hier: Schuldgefühle, Knacks am Selbstvertrauen, Ängste, Scham, Misstrauen etc. ,
merke ich, dass das so tief sitzt, dass ich panische Angst habe glücklich zu sein. Durch die permanente unberechenbare Art meiner Mutter und der kompensatorische Alkoholkonsum meines Vaters passend dazu, gab es nur Glück mit einer Unglück, oder anders herum, denn die Kraft hatte ich immer im Freudenkreis und in intensiven Hobbies, sowie im Berfu.
Wie hört man auf die schlimmen Gedanken in sich selbst als Selbstbestrafung abzuschalten?
wie hört man auf an seinen Träumen vorbeizuleben?
Wie kann nach eigenem Ermessen erfolgreich und glücklich werden, ohne immer die Nadel im Heuhaufen zu suchen?
Wie kann man mit seinem persönlichen Traumpartner glücklich werden, ohne ständig Angst zu haben?
Harter Tobak werdet ihr jetzt bestimmt denken. ja, ich weiss.
Der Kontakt zu meiner Mutter ist nun ebenfalls abgebrochen und wie Dir Conny16 geht es mir was das angeht auch ''unverschämt gut'' und dann habe ich einen Beitrag von Seite 1 gelesen. Die Borderline-Mutter von einer Frau ist bereits gestorben und mir kamen Tränen in die Augen.
Dankeschön für's Lesen. Vielleicht brennt es ja der einen, oder der Anderen unter den Nägeln was zu schreiben.
Ciao
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05.03.2011, 21:26Inaktiver User
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
naja; wie beschrieben hatte ich es in ansätzen versucht. da diese aber schon schiefgingen ("flucht" in extremreaktionen) und sie -genau wie die meisten hier beschriebenen mütter- in allem jegliche schuld weit von sich weist, habe ich es irgendwann aufgegeben.
ich sehe, dass sie ein opfer ihrer eigenen mutter ist. dennoch hatte auch sie die wahl, diese ver-/bindung zu kappen / so zu verändern, dass sie _ihr_ gut tut. sie hat sich immer wieder dagegen entschieden und ist lieber verharrt; auch, obwohl sie schon mehrere menschen (inkl. mir) gefragt haben, warum sie immer wieder zu ihrer mutter zurückkehrt.
hast du es denn schon mal probiert?! ich meine, so simpel es klingt, aber hast du schon mal "einfach" "nein" gesagt?
ich weiß noch, als ich das das erste mal tat - ich war regelrecht "positiv verstört" und habe innerlich nen prosecco darauf getrunken, dass ich es getan habe und es sich zum ersten mal wirklich richtig angefühlt hat.
überzeugung gegenüber den eigenen argumenten hat dafür für mich maßgeblich dazugehört; selbiges hat wiederum mit hohem selbstwert und klarem denken zu tun; beides hatte ich vor diesem lernzprozess in absolut ungenügendem maß.
ach je; sowas ähnliches kenne ich
und weißte, aus heutiger sicht denke ich, dass es was völlig egoistisches dahinter steckt: deine mutter will / kann nicht alleine sein und redet sich und dir somit ein, dass du eh niemals nen mann haben / halten können wirst. durch (d)ein verringertes selbstwertgefühl glaubst du an diesen mist und die spirale nimmt ihren lauf...
ich wünsche es dir
"aber": warum nur in _manchen_ bereichen?
lgS
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06.03.2011, 19:24
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo Ihr Alle,
Danke für all die interessanten und hilfreichen Antworten!
@ maryquitecontrary: Mit den anderen Persönlichkeitsstörungen kenne ich mich nicht so gut aus – was ist Cluster A? Ich finde deinen Beitrag sehr hoffnungsvoll und freue mich für dich, dass du ein glückliches Leben lebst und auch deine Mutter – wie du schreibst “trotz allem” – schätzen kannst. Ich finde es sehr interessant, dass du deine Erfahrungen im Beruf gut nützen kannst. Mit der Verarbeitung der Vergangenheit hilft das bestimmt. Ich habe mich vor Jahren im Studium mit Mißbrauch etc. befasst und habe mich intellektell mit der Kindheit auseinandergesetzt. Auch wenn das ein erster Schritt zur Heilung war, haben mir die Theorien etc. aber nicht geholfen, das Erlebte emotional zu verarbeiten… daran bastele ich heute immer noch. Ich kann mich dir nur anschließen! Wie hätte es mir geholfen, als Kind mal zu hören, dass meine Mutter völlig verdreht denkt…
@schlaflos: I think you are right…. Deine Mutter könnte tatsächlich meine sein ☺
Ich glaube, dass es nach einer Konfrontation bei uns genauso laufen würde, wie bei dir: meine Mutter hat glaube ich gar kein Mitgefühl, kein Unrechtsbewußtsein. Einsehen oder zugeben wird sie bestimmt nichts. Ich glaube auch, dass ich nach einer Konfrontation “die Böse” bin, die die Familie kaputt macht…und erschwerend kommt in meiner Familie dazu, dass meine Mutter mit gesundheitlichen Beschwerden auf jegliche Reibung reagiert; sie wirft mir vor, wenn ich mich mal wehre, dass ich sie “krank mache.” Sie hat Herzprobleme meinetwegen, kann nicht schlafen, muss eine ganze Flasche Wein allein trinken, um sich zu beruhigen… sie hat sich im Laufe ihres Lebens hunderten von unnötigen Untersuchungen unterzogen, in die Klinik einweisen lassen…und fast jedes Mal war das Ergebnis: da fehlt körperlich nix. Meine Mutter ist alles in allem sehr gesund, will aber gerade das nicht hören….von daher habe ich Angst, dass eine Konfrontation mehr als nur Wutanfälle nach sich zieht. Wenn meine Mutter am Ende wochenlang im Krankenhaus liegt, dann ist das ja für meinen Vater und den Rest der Familie sehr schlimm (schlimmer eigentlich als für mich, denn ich wohne tausende von Kilometer entfernt und kriege das nur so am Rande mit). Obwohl ich weiß, wie unfair es ist, wenn meine Mutter sagt, “Du machst mich krank; mir geht es schlecht und du bist schuld”, möchte ich solche Krankenhaus-Dramen wirklich lieber vermeiden. Hast du – und habt ihr – Erfahrungen mit Hypochondrie bzw. Münchhausensyndrom?? Ich kann aus der Entfernung natürlich auch keine Diagnose stellen und ledligleich vermuten, dass meine Mutter Krankheiten vortäuscht oder sich diverse Symptome einbildet; meiner Meinung nach ist das Kranksein bei ihr Ausdruck eines Wunsches nach Zuwendung (“ich bin krank, du musst also lieb zu mir sein und mich schonen”). Wie gesagt, falls da wer Erfahrung hat, bitte melden!!
Ansonsten, um auf deine Antwort zurückzukommen, Schlaflos: Ich vermute auch, dass mir am Ende nur der totale Kontaktabbruch hilft. Ich freue mich für dich, dass du, wie du schreibst, einen bösen Kreislauf unterbrochen hast und es dir so gut geht!
@Kari5: Da ich selbst auch noch mit vielen der von dir beschriebenen Probleme zu tun habe (Schuldgefühle, mangelndes Selbstvertrauen usw.), bin ich mir auch nicht so sicher, was ich dir raten kann. Was mir geholfen hat, war die Einsicht, dass ich ein Recht darauf habe, quasi die Hauptrolle im eigenen Leben zu spielen (während der ersten 20 Jahre meines Lebens hatte meine Mutter die “starring Rolle,” und ich war allenfalls so etwas wie eine “uncredited supporting actress” ☺). Ich habe lange gebraucht, mich selbst besser zu kennen… jetzt weiß ich aber oft ganz gut, was ich mag/ brauche/ möchte. Ich folge den eigenen Instinkten und lerne, meine eigenen Bedürfnisse auch mal an erste Stelle zu setzen… vielleicht hilft dir das ein wenig?
@supawetta: Danke für deine Antwort! Ja, ich lerne, mich durchzusetzen und stimme dir da voll zu: an Selbstwert und klarem Denken hat es bei mir früher auch sehr gemangelt, aber seit ich in Therapie war, arbeite ich daran. Und ja, ich glaube auch, dass meine Mutter meine Weiblichkeit so angreift, weil sie mich nicht verlieren will. Ich habe oft eine solche Wut auf sie, weil sie sich für mich so gar nicht freuen kann… mein Erwachsensein – die Tatsache, dass ich ein eigenes Leben habe, Hobbys, Interessen, Gefühle und Gedanken – das kann sie so gar nicht akzeptieren.
Noch eine Letzte Frage an Euch alle – hat jemand Rat, wenn es um den Umgang mit anderen Familienmitgliedern geht??? Ich möchte zwar mit meiner Mutter den Kontakt abbrechen, hoffe aber, mit meinem Vater den Kontakt aufrecht zu erhalten. Der will es nicht wahrhaben, wie schlimm seine Frau sich benimmt, der beschwichtigt permanent und will über familiäre Spannungen so gar nicht sprechen… wie gesagt, wenn ihr dazu was raten könnt, würde ich mich freuen!
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07.03.2011, 15:37
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
P.S. @ supa wetta: von wegen "nur in manchen Bereichen" - stimmt eigentlich. Sollte versuchen, mich in mehreren/ allen Bereichen zu behaupten und konsistenter sein. Teil des gesund-werdens ist wohl auch, das Leben nicht mehr so fragmentiert als Partner/ Arbeit/ Familie usw. zu sehen...
Nochmals LG,
Conny
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07.03.2011, 17:59Inaktiver User
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

war auch ein lernprozess für mich: alles ist miteinander verbunden; in allem spiegelt sich alles wider. klingt abgedreht esoterisch, isses aber nich
wichtig ist aber andererseits, in dieser "all-verbundenheit" klare grenzen zu ziehen: im job sind emotionen und alles persönliche wenig angebracht. im privaten widerum wäre zuviel sachlichkeit ungut.
ich hoffe, ich kann mich halbwegs verständlich ausdrücken.
lgS
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11.03.2011, 23:00
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Wirklich verrückt, dass wir so viele sind - so viele, die so aufgewachsen sind. Meine Mutter (heute ü70), hat mir früher als Kind vorgeworfen, ich würde sie missachten, wenn ich aus Versehen mal das falsche eingekauft hatte. Ich (ü40) hatte zum Glück irgendwie so viel gesunde Basis, dass ich immer nur da weg wollte. Aber noch heute quält sie mich mit wahllosen Interpretationen. Mal meldet man sich zuviel, dann wieder zu wenig. Will man vorbei kommen, passt es nicht. Kommt man nicht, verletzt man sie. Schrecklich. Ich bin distanziert, sonst hätte ich nicht überlebt. Es tröstet mich aber ungemein, zu wissen, dass ich nicht alleine so groß geworden bin. Irgendwann habe ich realisiert, dass meine Eltern mich eigentlich beide mißhandelt haben. Ich habe auch verziehen, im Sinne von "ich kann loslassen". Aber der Preis ist hoch, ich muss akzeptieren, dass ich einfach elternlos im Leben stehe. Und wenn ich zurück blicke, wie viele endlose Jahre ich immer dachte, dass mit MIR etwas nicht stimmt... grausam! Gut, dass man sich mal austauschen kann!!!!!
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12.03.2011, 11:24
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Ja, das ist ein besonderer Punkt bei Persönlichkeitsstörungen: erstens sind sie sogenannt ich-synton, d.h. der Betroffene erlebt sich selbst als normal und richtig ("Ein Geisterfahrer? Wieso, hier gibt es doch hunderte!"), leidet höchstens auf Nebenschauplätzen (Angst/Depression/Eßstörung/Sucht), und zweitens offenbart sich das Ausmaß der Störung nur in den wichtigen (Bindungs-) Beziehungen (Partner, Kind, Eltern, enge Freunde), so daß der Betroffene auf andere Personen einen ganz ausgeglichenen Eindruck machen kann.
Da ist es als Kind schwer, zu orten, was denn eigentlich so eigenartig/schwierig/gestört/verrückt ist, zumal, wenn es emotional eng (oder in Achterbahnfahrten) zugeht und eine symbiotische Nähe aufrechterhalten wird. Eine psychotische Mutter ist irgendwann so "off", daß es auffällt, aber eine mit PS kann einem Kind gut das Gefühl vermittel, falsch/böse/aggressiv/manipulativ zu sein (siehe auch, was ich weiter oben über Projektive Identifikation geschrieben habe), und das Kind sehr zu verwirren in sich selbst und im Umgang mit anderen.that was the river - this is the sea
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