Hallo Kerstin,
so wie du deine Mutter beschreibst möchte sie dich strafen, indem sie dich vom Rest der Familie trennt. Und es scheint zu funktionieren.
Aber sieh es doch mal so:
- indem es dich belastet, erreicht deine Mutter ihr Ziel. Du gibst ihr Macht über dich.
- deine Verwandtschaft muss selbst entscheiden, mit wem sie zu tun haben will, wenn sie sich gegen dich
entscheiden, dann ist das ihr Pech
- Familie ist nicht alles im Leben, der persönliche Wert eines Menschen hängt nicht davon ab. Du hast deine
eigene kleine Familie gegründet, steck deine Energie vielleicht besser da hinein und auch in weitere
Freundschaften und Bekanntschaften
- und sei froh, dass sie dich wirklich in Ruhe lässt. Schöpfe daraus Kraft um gesund zu werden. Nicht wenige
würden froh darüber sein diese Chance zu bekommen.
Du magst äußerlich von deiner Familie getrennt sein, innerlich hast du dich aber vielleicht noch nicht genug distanziert. Konzentriere dich auf dich selbst, statt Menschen nach zu hängen, die dich in ihrem Leben nicht wollen, oder sich manipulieren lassen oder Angst haben gegen den Strom der Familie zu schwimmen.
Du bist nicht abhängig von ihnen.
Liebe Grüße
Kaminfeuer
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07.01.2014, 12:10
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
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07.01.2014, 18:43
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Meine Mutter schafft es auch immer noch, durch kleine Sticheleien bei mir Schuldgefühle hervorzurufen. Und ich neige immer noch allzu oft dazu, sie dabei ernst zu nehmen, vor allem, wenn ich gerade Zeit habe (das klingt blöd, aber wenn ich viel um die Ohren habe, lasse ich so etwas nicht an mich heran).
Was dagegen hilft? Stetiges Sich-ermahnen, dass Mutter nicht immer in allem recht hat. Auch mal wagen, nein zu sagen. Das ist wie eine schlechte Gewohnheit, man kann sie nicht von heute auf morgen ablegen.
Meine Mutter ist sehr durchsetzungsstark, aggressiv, dickköpfig. Sind wir unterschiedlicher Auffassung, dann kann sie keinesfalls nachgeben, sondern ficht das bis zum letzten durch. Ich kann/will das nicht und habe oft genug nachgegeben. Da suche ich auch noch nach einer Lösung, wie ich damit umgehen kann. Kompromisse scheinen nicht möglich, aber nachgeben will ich auch nicht. Hat jemand von Euch etwas Ähnliches erlebt und das ohne Kontaktabbruch gelöst?Avatar made by Betsi!
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07.01.2014, 19:52
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo Hasi
Ich vermute, du gehst das Problem ganz richtig an: du hast Geduld mit dir und versuchst dir immer wieder klar zu machen, dass sie nicht unfehlbar ist.
Das finde ich sehr anstrengend.
In meinem Fall zu anstrengend. Für mich hat es irgendwann keinen Sinn mehr ergeben mich mit Menschen zu befassen die mich derart verachten und den Kontakt abgebrochen.
Aber wenn du die Kraft aufbringen kannst, dann empfehle ich dir möglichst wenig Diskussionen aufkommen zu lassen. Bei Dingen, die nur dich etwas angehen entweder gar nicht erst erzählen oder sich nicht dafür rechtfertigen. Dinge die nur sie betreffen: lass sie machen und vorallem dich nicht mit hinein ziehen! Als erwachsene Frau muss sie die Verantwortung für sich selbst treffen.
Bei Dingen die euch beide betreffen:
Solche Streitereien erfüllen ja evtl. auch ihren Sinn: Machterhalt, Druck ablassen, Selbstbewusstsein päppeln etc. Vielleicht überlegst du dir, was deine Mutter in den einzelnen Situationen damit bezweckt. Geht es ihr wirklich um die Sache?
In welchen Situationen steckst du in der Zwickmühle, dass du keinen Kompromiss erreichen kannst, hast du Beispiele?
Liebe Grüße
Kaminfeuer
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07.01.2014, 20:34
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Aktuell gibt es Streitereien um meinen Freund.
Er hatte immer ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, vor allem zu meiner Mutter, weil sie nicht an ihn herangekommen ist bzw. er sie nicht hat herankommen lassen. Jetzt ist es so, dass ihr sein beruflicher Werdegang nicht passt. Ich bin damit auch nicht glücklich, habe mich aber entschieden, dass das kein Grund ist, die Beziehung zu beenden. Für sie wäre es ein Grund. Ich habe ihr klar gemacht, dass das meine Sache ist, das hat sie auch akzeptiert - jedenfalls verhält sie sich halbwegs so, mit kleinen Unterbrechungen.
Letztens telefonierte mein Freund mit meiner Mutter und sagte ihr etwas, was ihr nicht gepasst hat. Sie hat dann aufgelegt und jetzt meint sie, er hätte sie am Telefon "runtergemacht". Ich habe seinen Ton beim Telefonieren gehört und bin absolut anderer Meinung. Er hat sich bei so etwas extrem im Griff und ich habe noch nie mitbekommen, dass er sich im Ton vergriffen hat. Ich habe versucht, da mit ihr drüber zu reden, es hat keinen Sinn. Sie beharrt darauf, dass er sich daneben benommen hat.
Das Ganze ging so weit, dass er deswegen Weihnachten nicht mit zu meinen Eltern gekommen ist, obwohl wir seit Jahren immer gemeinsam eine Elternseite besuchen (seine oder meine). Ich bin dann allein gefahren, mehrere 100 Kilometer, und er war am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag allein daheim. Ich hatte noch versucht, mit ihr darüber zu reden, das Ganze zu klären, aber es hatte keinen Sinn. Er hätte zwar ihretwegen mitkommen können, aber ich wusste genau, dass sie soooo eine Fresse ziehen wird.
Heute haben wir telefoniert, und ich erzählte, dass ich vor zwei Jahren beim Skifahren eine Gehirnerschütterung hatte. Sie beharrte darauf, dass ich ihr das damals nicht erzählt hatte, sondern nur, dass jemand in mich reingefahren ist. Dabei war sie zwar freundlich, aber es war wieder dieser latente Vorwurf dabei.
Ich bin mir recht sicher, dass ich ihr das schon einmal erzählt habe. Zumal es öfter vorkommt, dass ich ihr Dinge erzähle, sie die nicht wahrnimmt und mir dann hinterher vorwirft, ich hätte das nicht gesagt. Oder, dass sie mich manche Dinge dreimal fragt, und auch beim dritten Mal darauf beharrt, dass sie noch nie gefragt hätte.
Und nein, Demenz dürfte es nicht sein; damit kenne ich mich aus.
Ich bin mir sicher, dass das Ganze eine Art Machtkampf ist und dass es nicht um die Sache geht, sondern nur darum, dass sie die Oberhand behält gegenüber "dem Kind". Vieles erzähle ich auch wirklich gar nicht mehr. Aber ich finde das eigentlich furchtbar. Ich würde mir ein Verhältnis wünschen, in dem man sich wechselseitig respektiert. Wobei ich zugeben muss, dass ich meine Eltern auch nicht besonders respektieren kann.Avatar made by Betsi!
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07.01.2014, 21:38
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo Hasi
Deine Mutter hat euer Leben ja ganz schön im Griff!
Ich kann jetzt nur von mir sprechen - deine Beziehung zu deinem Partner kenne ich ja nicht - aber ich wäre bei meinem Freund geblieben. Meiner Mutter hätte ich gesagt, dass sie das klären soll, ansonsten würde ich mich nicht mehr Weihnachten bei ihr wohl fühlen und wegbleiben. Ohne Diskussion.
Die Genugtuung meiner Eltern, das Fest nicht bei meinem Partner zu verbringen hätte ich ihnen nicht gegönnt.
Aber ich muss sagen, dass das vielleicht eine Besonderheit bei mir ist: Meine Grenzen kann ich nicht so gut schützen, wenn jemand aber meinem Partner was will, DANN...!
Wenn du mit ihr darüber diskutierst, kann sie dich auf jeden Fall aus der Reserve locken, Stress und Streit provozieren. Und das kann durchaus ein Mechanismus sein, mit dem sie versucht, selbst wieder in Balance zu kommen ("mir geht es besch...., also soll es anderen auch besch.... gehen..."). Vielleicht kann sie auch die ganze innere Unruhe dadurch abbauen. Zumindest aber bekommt sie von dir deine ganze Aufmerksamkeit. Und die solltest du ihr in dem Maße vielleicht in solchen Situationen nicht geben. Ein "Wenn du meinst..." kann das Gespräch im Keim ersticken. Zur Not wiederholst du es mehrfach. Damit hast du vielleicht das Gefühl nachzugeben, in Wirklichkeit entziehst du ihr aber die Möglichkeit dich in Rage zu bringen. Du bist in dem Fall die Stärkere, egal, was sie dann noch von sich gibt.
Verabschiede dich von dem Gedanken ihre Meinung ändern zu wollen und mach dir klar, dass du es gar nicht nötig hast, ihre Meinung zu ändern.
Sie mag den Beruf deines Freundes nicht?
Sie mag deinen Freund nicht?
Sie findet sich nicht gut von ihm behandelt?
Sie will sich an Gespräche mit dir nicht erinnern?
Das ist ganz klar IHR Problem.
Ich gebe dir Recht, es sieht ganz nach einem Machtkampf aus. Ein besseres Verhältnis zu deinen Eltern bekommst du nur, wenn sie das auch wollen. Die Frage ist, haben sie überhaupt einen Grund eine Änderung zu wollen? Läuft es für sie nicht vielleicht ganz gut?
Sie setzen sich durch und bekommen deine Aufmerksamkeit. Sie müssen dir nichtmal richtig zuhören und dürfen sich immer wieder in dein Leben einmischen. Und trotzdem bist du für sie da.
Du setzt deiner Mutter ja bereits Grenzen. Leider umgeht sie die aber, wenn sie sie nicht einfach einbricht. Einen Kampfplatz findet sie immmer. Aber vielleicht reichen die Grenzen noch nicht? Vielleicht brauchen sie die Aussicht auf für sie unbequeme Konsequenzen?
Es muss ja nicht gleich ein Kontaktabbruch sein.
Liebe Grüße
Kaminfeuer
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08.01.2014, 19:22
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Das sind viele gute Ansätze und Ideen, Kaminfeuer, vielen Dank!
Ich hatte mir auch überlegt, Weihnachten bei meinem Freund zu bleiben. Heiligabend verbringen wir ja auch seit Jahren miteinander. Meine Eltern hatten das sogar vorgeschlagen. Ich war mir aber zu sicher, dass die Konsequenz gewesen wäre, dass ich mir mindestens bis nächstes Weihnachten, wenn nicht sogar lebenslang hätte anhören müssen, dass ich Weihnachten 2013 nur wegen meines Freundes nicht da gewesen war.
Die Aussage "wenn Du meinst", ist eine gute Idee. Früher sagte ich immer: "Jaja", aber irgendwann meinte sie dann mal: "Jaja heißt leck mich am Arsch!". Das Problem ist, dass sie gar nicht so unintelligent ist und auch oft merkt, was los ist. Sie ist dann sehr direkt und aggressiv.
Ich hatte schon vor, deutliche Konsequenzen zu ziehen. Weniger Besuche und keine Besuche meiner Eltern bei uns. Es ist ja schließlich auch die Wohnung meines Freundes.Avatar made by Betsi!
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08.01.2014, 20:20
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo Hasi,
wahrscheinlich hätte sie dir das ewig vorgeworfen, aber bei der Menge, die sie dir vorwirft, fällt das da noch ins Gewicht?
Ein Beispiel:
Kurz bevor ich das letzte Gespräch mit meinen Eltern hatte gab es ein Telefonat in dem mich mein Vater als "das Letzte" beschimpfte (ich hatte ihn verzweifelt gebeten nicht über meine Schwester zu hetzten, das konnte er natürlich nicht auf sich sitzen lassen...). Beim nächsten Telefonat verlangte er irgendwas von mir, das ich nicht wollte, und ich sagte "nein"! Natürlich hat er sich wieder über alle Maßen aufgeregt. Als ich dann irgendwann doch zu Wort kam, sagte ich ihm nur: "Du hälst mich doch ohnehin für das Letzte, warum sollte mir deine Meinung noch wichtig sein?"
Als ich eingesehen hatte, dass meine Eltern keinen Funken Liebe für mich noch für sonstwen übrig haben, war es dann auch nicht mehr schwer mich von ihren Erwartungen zu lösen. Ich hätte sie nie im Leben auch nur ein bisschen zufrieden stellen können.
Sie werden immer etwas an dir finden, das ihnen nicht gefällt. Die Frage ist aber, wieviel gibst du auf ihre Meinung?
Und mal ganz nebenbei: du beschreibst deine Mutter als intelligent, aber so wie du hier schreibst, bist du nicht nur intelligent, sondern auch einfühlsam und mit einem guten Herzen. Du hast ihr also einiges voraus.
Soll sie doch merken was los ist. Solange du konsequent bleibst und dich nicht mit Schuldgefühlen und Pflichgefühlen überladen oder sonstwie manipulieren lässt. Das ist leichter gesagt als getan, ich weiss. Aber ich bin mir sicher es lohnt sich.
Sie gibt dir ein schlechtes Gefühl? Wird sogar aggressiv? Dann halte Abstand. Das ist die normalste Reaktion der Welt. Mutter hin oder her. Vorallem Besuche deiner Eltern bei dir würde ich vermeiden. Es ist nämlich einfacher sich zurück zu ziehen, wenn du bei ihnen bist. Außerdem gibst du ihnen weniger von dir Preis, was dir einige Diskussionen ersparen kann.
Bitte denke daran, du hast jedes Recht dich zu schützen, auch vor deiner Familie.
Liebe Grüße
Kaminfeuer
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08.01.2014, 21:22
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Ich glaube, was es schwierig macht, ist die Tatsache, dass meine Eltern mir nicht uneingeschränkt das Gefühl geben, dass ihnen alles missfällt, was ich mache. Das war früher so, als ich noch zur Schule ging. Mittlerweile lassen sie oft raus, vor allem meine Mutter, dass sie manches toll findet.
Richtig übel beschimpfen lassen muss ich mich nur selten, aber mich zieht das jedes Mal ziemlich runter. Wenn ich dann ganz unten bin, kommt meistens doch was nettes von meiner Mutter. Das ist ein richtiges Wechselbad der Gefühle. Und ich werde erst gaaaaanz langsam immun dagegen. Es geht voran, aber eben nur ganz langsam. Die Gedanken, die Du beschreibst, helfen dabei.
Hinzu kommt, dass ich halt immer noch die Befürchtung habe, dass es vielleicht mal wieder zu einer Phase in meinem Leben kommen kann, in denen ich meine Eltern emotional brauche. Wer weiß, vielleicht trenne ich mich von meinem Freund. Oder ich bin wieder einsam und ohne Freunde? Das gab es schon einmal in meinem Leben, da war ich sehr dankbar für die Zuwendung meiner Eltern, auch wenn sie nicht stetig und uneingeschränkt war.Avatar made by Betsi!
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11.01.2014, 16:19Inaktiver User
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo Hasi und kaminfeuer,
ich habe Eure Beiträge gerade mit Interesse gelesen, da ich auch mal wieder verzweifelt bin über das Verhalten meiner Mutter und auch das meiner Geschwister.
Zur Zeit habe ich den Kontakt wieder komplett abgebrochen, was ich eigentlich nie wieder wollte. Er war schonmal einige Jahre lange abgebrochen und es ist dann schwer für mich auszuhalten, weil es leider gar niemanden in der Familie oder in deren Umfeld gibt, der mir etwas differenzierter und liebevoller entgegentritt. Und dann stehe ich wirklich alleine da und die Kontakte sind einfach abgeschnitten und ich erfahre gar nichts mehr, auch nicht mehr, wenn ein enger Verwandter im Sterben liegt, gestorben ist oder sonst etwas geschehen ist, positives wie Hochzeiten etc. ohnehin nicht. So habe ich nicht von der Heirat meines Bruders erfahren, nicht vom Tod einer Tante, meines eigenen Vaters. Meine Mutter hält das Heft fest in der Hand, Kommunikation läuft nur über sie, wer sich daran nicht hält, wird abgestraft, ausgegrenzt und erfährt dann auch nichts mehr. Eine Weile gelang es mir, den Kontakt zu meinem Bruder und seiner Familie etwas zu gestalten ohne sie und es war sofort so, dass er dann ausgeschlossen und angegriffen wurde, dass er in wichtigen Angelegenheiten nicht mehr informiert wurde. Er hat sich dann wieder brav eingefügt in ihr Machtsystem.
Ich war schon als Kind immer der Sündenbock der Familie, einfach schlecht, untauglich, an allem schuld. Meine Mutter demütigt mich immer wieder so schwer, dass es eigentlich nicht mehr möglich ist, ihr gegenüber zu treten, wenn ich meine Selbstachtung nicht völlig verlieren will. Sie ist nie bereit, über etwas zu sprechen, etwas zu klären, wenn ich das versuche, kommt die nächste Demütigung. Meine Geschwister haben dieses verhalten mir gegenüber leider übernommen und stellen sich versammelt immer schützend vor sie und gegen mich, ebenfalls sehr abwertend, missachtend, demütigend. Ich habe alles versucht und ausprobiert, aber letzten Endes muss ich akzeptieren, dass meine Mutter das nicht anders will und auch nicht anders duldet. Entweder ich lasse mich von ihr demütigen und nehme alles auf mich, sage ihr, dass sie die beste Mutter der Welt ist und eben ich einfach schlecht und nichts wert, oder aber ich kann gehen. Zwischentöne gestattet sie nicht, das habe ich lange versucht, Themen zu finden, über die man reden kann, alle heißen Eisen außen vor zu lassen. Das akzeptiert sie eine Weile und dann inszeniert sie eine Situation aus der ich ohne Demütigung oder Protest nicht mehr rauskommen. Die Demütigung kann ich nicht hinnehmen und auf Protest folgt eine schwere Demütigung. Ein ewiger Kreislauf auf den ich keinerlei Einfluss habe. Natürlich ist sie manchmal auch nett, mit irgendetwas muss sie mich ja halten, wenn sie nur verachtend ist, droht die Gefahr, dass ich mich ganz distanziere, also inszeniert sie auch Nettigkeiten, auf die hin ich mich dann wieder annähere und sobald ich nahe genug bin kommt der nächste Angriff. Sie braucht das Gefühl, mich demütigen und schwer verletzen zu können, wenn ich zu distanziert bin, gelingt ihr das nicht, also versucht sie immer wieder bevor die Distanz zu groß wird, mich mit Geschenken, Komplimenten näher zu ziehen.
Ich habe dafür keine Kraft und Energie mehr, ausserdem macht es mich krank, dieses Hin und Her, immer wieder hoffen, es wird besser und dann kommt wieder der Frontalangriff und die Enttäuschung.
Es schmerzt mich sehr, ich habe keine eigene Familie und stehe so ohne Familie da. Andererseits bindet dieser ewige und aussichtslose Kampf um ein erträgliches Verhältnis, um einen Platz in dieser Familie, soviel Energie und Lebensfreude und diese würde ich lieber in neue Beziehungen stecken, in denen ich geachtet werde. Ich liebe auch meine Nichten sehr und werde darauf verzichten müssen, sie zu sehen, zumindest solange bis sie erwachsen sind, dann ist es ja ihre Entscheidung.
Kaminfeuer, Du hast deinen Weg gefunden und scheinst damit zufrieden zu sein, ich hoffe sehr, das gelingt mir auch in naher Zukunft. Hasi, ich wünsche Dir viel Glück bei deinem Vorhaben, den Kontakt aufrecht zu erhalten, aber achte gut auf Dich und auch die Beziehung zu deinem Freund. Du scheibst, du hast Sorge, irgendwann wieder auf sie angewiesen zu sein, wenn dein Freund dich z.B. verlässt, vielleicht spekuliert deine Mutter auch genau darauf, weil sie weiss, aus Erfahrung und auch aus dem was sie spürt weiss, dass du dann wieder ihre Nähe suchen wirst und dann hat sie dich wieder ganz in der Hand. Pass da auf, wenn sie versucht, zwischen dir und deinem Freund zu intrigieren und suche Dir liebevolle Menschen, damit Du in schwierigen Situationen nicht auf sei angewiesen bist.
Lieben Gruß
Evelyn
Geändert von Inaktiver User (11.01.2014 um 16:27 Uhr)
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12.01.2014, 12:18
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Evelyn, dieses heiß-kalt erinnert mich sehr stark an meine eigene Mutter. Sie beherrscht das auch meisterhaft. Ich glaube aber gar nicht, dass sie das absichtlich-manipulativ macht, sie ist einfach so extrem launisch, das war schon immer so. Wenn man mal ein bisschen über Borderline nachliest, dann ist das auch ein typisches Kennzeichen, dass die Betroffenen das gar nicht im Griff haben. Möglicherweise ist meine Mutter auch deswegen so nett zu mir, weil sie genau weiß, dass sie nicht nett war.
Eine feste Bindungsperson außerhalb meiner Mutter zu finden, wird schwer. Zu meinem Freund habe ich schon eine recht feste Bindung, allerdings gibt es momentan auch etwas in unserer Beziehung, mit dem ich nicht so hundertprozentig glücklich bin. Meine Mutter haut halt auch immer in diese Kerbe rein, spricht es ausdrücklich oder durch die Blume an. Ich denke in der Tat, dass das den Zweck hat, mich an sie zu binden und nicht an meinen Freund.
Ich habe mir ja letztens das Buch "Ich hasse Dich - verlass mich nicht!" gekauft und lese es so langsam. Mal sehen, ob sich daraus Erkenntnisse ergeben, wie ich leichter mit meiner Mutter umgehen kann. Vielleicht hilft es, sich bewusst zu machen, dass auch die netten Phasen Teil des Gesamtverhaltens sind und nicht für immer so bleiben.
Mir ist aber echt schleierhaft, wie mein Vater dauerhaft damit leben kann!Avatar made by Betsi!


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