Das ist doch Leben
Ich sehe ja, dass hier noch mehrere online sind.
Also, ich bin 37 und meine Mutter Mitte 50. Ich habe hier bedauerlicherweise noch von keiner so jungen Mutter gehört! Zu 100% hat sie dieses Krankheitsbild; was ich aber bei ihr nicht therapierbar finde; es ist MIR gegenüber eine Lebenseinstellung.
Ich habe mich hier mit Tränen & erhöhtem Puls durch`gearbeitet` und hoffe wieder ein reges Miteinander zu erreichen! Viele Kommentare waren todtraurig ( weil sie an Grausamkeit und zugleich so großer Machtlosigkeit kaum zu überbieten sind) und viele taten mir gut. Leider bekomme ich die Namen nicht mehr hin. Mir war nach dem lesen echt schwindelig! Die meisten Kommentare sind ja inhaltlich tiefer und länger, als manch komplette Themen.
Im 5ten Jahr bin ich nun in Therapie ( Auslöser von dem eigentlichen Übel meilenweit entfernt) und ich hätte NIEMALS nur im Traume gedacht, dass in meiner Kindheit irgendwas verkehrt lief. Wenn, dann lief nur ich verkehrt! Lange Rede, kurzer Sinn: es gibt nun einen noch recht frischen Kontaktabbruch, ich habe halt mittlerweile gelernt, dass NEIN-sagen gut tut, kommt aber nicht gut an! Ein terminieren, welches hier oft empfohlen wird, kann sogar zum Mega-eklat führen!!! Also aufpassen
Einige Aussagen haben mich hier sehr berührt:
-...ich lebe im Ausland, weil ich zusätzlich eine körperliche/ räumliche Distanz brauche.
Diese Sehnsucht ist z.Zt. bei mir auch vorhanden. WEIT WEIT WEG!!!
- Schwester, Bruder, Vater....alle manipuliert, ich stehe alleine da. Vernichtend!
- Egal wie,...man bleibt Kind und muss nun elternlos leben. Meine Ergänzung: mit lebt man es auch UND zusätzlich selbstlos!!
Und was bleibt, ist Sprachlosigkeit. So viele..., wenn man sich austauscht, tut es gut, aber auch Unfassbarkeit,...warum SO VIELE?! Das direkte Umfeld kann, gerade wenn man erwachsen ist, nicht helfen. Es ist von "normalen" Menschen so weit weg. Ich kann das hier nur glauben, weil es ja echtes Insiderwissen ist, viele meiner Gefühle bekommen hier Worte! Dank zwei guten Büchern ist das nichts neues mehr für mich. Selbst der übelste Thriller hat mich in Büchern nicht so frösteln lassen. Schließlich ist da MEIN Leben geschrieben.
Ich wünsche eine gute Nacht und freue mich auf Euch![]()
Antworten
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16.10.2013, 22:04
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
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17.10.2013, 21:17
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Meine Mutter hat, denke ich mal, nicht das Vollbild, ist und war aber entsprechend launisch. Früher war es schlimmer, momentan wird es besser - vielleicht habe ich mich auch nur lang genug hartnäckig abgegrenzt.
Das schlimmste ist, dass einem jemand zum Anlehnen, zum Bemuttern, zum Liebhaben fehlt. Ich suche so etwas immer, habe es auch immer gesucht und bin deswegen auch in vielerlei Hinsicht mehrfach auf die Schnauze gefallen, vor allem im freundschaftlichen Bereich. Diese Lücke ist am schwersten zu füllen. Und sich selbst die Geborgenheit geben, die man braucht, ist auch nicht immer so einfach, vor allem, wenn man gelernt hat, dass man ja selbst an allem schuld ist.
Bei mir war das noch dazu immer sehr ambivalent - ich hatte so einen kleinen Rebell in mir, der es nie eingesehen hat, warum es meine Schuld sein soll bzw. ich im Unrecht sein soll.
Das ist noch heute so; meine Mutter knallt einem gerne einmal mitten im Gespräch irgendwas vor den Latz - meistens dann, wenn das Gespräch gerade richtig gut ist. Letztens hat sie mir vorgeworfen, dass ich als Schulkind/Teenie nicht akzeptieren wollte, dass sie und meine Oma sich nicht verstehen und den Kontaktabbruch boykottiert habe. Sie wollte, dass ich keinen Kontakt zur Oma habe; ich hatte ihn trotzdem, phasenweise auch heimlich. Irgendwie krass, dass man so etwas einem Kind vorwerfen kann, als Erwachsener.Avatar made by Betsi!
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21.10.2013, 14:22
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo Zusammen!
Jetzt habe ich den ganzen Vormittag in diesem Thread gelesen und mein Tagewerk nicht verrichtet, weil mich das Thema so gefesselt hat. (Und damit wahrscheinlich ein viel wichtigeres Tageswerk vollbracht ;-)
Die Beschreibungen meiner Kindheit decken sich mit sehr vielen eurer Beschreibungen. Meine Mutter ist keine diagnostizierte BL, die Symptome sprechen jedoch eine recht eindeutige Sprache.
Da sie mittlerweile Mitte sechzig und völlig uneinsichtig ist, wird es auch zu keiner Therapie mehr kommen.
Ich hatte in meiner Kindheit das große Glück, viele positive Beziehungen zu anderen Erwachsenen und vor allem zu meinem Papa aufbauen zu können. Die Einschätzung einiger Erwachsener (natürlich nur hinter vorgehaltener Hand), dass meine Mutter einen Knall habe, halfen mir, in meiner Wahrnehmung nicht völlig durch zu drehen.
Dennoch traute sich niemand von den Erwachsenen zu, Konsequenzen aus ihren Erkenntnissen zu ziehen oder dieser Frau ihre Mutterrechte ab zu sprechen.
Als Aggressionsscheibe dienten ihr dabei hauptsächlich mein Vater und ich. Meine kleinere Schwester ist bis heute eher ihre Verbündete, auch wenn meine Schwester das anders sehen möchte. Die Beleidigungen und Demütigungen die meine Mutter, gerne in Anwesenheit andere, meinem Vater lauthals an den Kopf warf, taten mir fast noch mehr weh, als die eigenen Demütigungen. Denn mein Papa war wirklich ein guter Mensch, der sämtliche ihrer Defizite sowohl in der Erziehung als auch im Haushalt abfing (und damit leider weiter ihr krankes System stütze).
Leider verstarb mein Vater vor fünf Jahren an Magenkrebs.
Ein Bruder meines Vaters sprach aus, was wohl der Großteil seine Familie dachte.
Sie habe meinen Vater ins Grab gebracht.
Auch wenn es objektiv betrachtet Quatsch ist, emotional gebe ich meinem Onkel Recht.
Denn wenn mein Vater sein Leben lang so viel Sch*** schlucken musste, ist der Magenkrebs das passende Symptom dazu. Ich muss nicht erwähnen, dass sie sich nicht imstande sah, meinen Vater bis zu seinem Tod zu pflegen (einen einzigen Monat) und ihn lieber in einen Hospiz abschob. Sie betrachtete seine Krankheit als eine letzte Gemeinheit, nur um ihr das Leben schwer zu machen.
Nach seinem Tod "wechselte" sie schlagartig ihre Meinung über meinen Vater und "spielte" die trauernde, liebende Witwe.
Da ich lange Zeit nicht verstanden habe, wieso sie ist wie sie ist, habe ich auch den Kontakt zu ihr nicht abgebrochen. Allerdings bin auch ich so schnell wie möglich weit weit weg gezogen.
Sie war und ist für mich nie eine Mutter im ursprünglichen Sinne gewesen. Umso mehr schmerzt es mich, dass der falsche Eternteil gehen musste.
Heute merkt sie, dass sie in ihrer Mutterrolle entmachtet ist und ihr krankes System für mich kein Maßstab mehr ist. Mein Mann erkennt viel schneller ihre Grenzüberschreitungen und unterstützt und schützt mich und unsere Kinder vor ihren verbalen Angriffen. (So hat er ihr z.B, verboten, unser Schlafzimmer bei ihren Besuchen zu betreten)
Ich weiß noch nicht, wie ich in Zukunft den Kontakt zu ihr gestalten soll.
Auch hier wechseln sich Mitleid, Wut und wahrscheinlich auch Selbstüberschätzung (ich kann damit umgehen) in regelmäßigen Abständen ab.
Wirr ist mir!
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21.10.2013, 23:15
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Liebe Lara-Marlen, das hört sich ziemlich übel an!
Wie man die Beziehung gestalten sollte? Wie man es für sich selbst an passend empfindet! (finde ich). Ich entscheide das immer von Tag zu Tag. Dabei hilft es aber auch, dass ich ebenfalls 200 km von meinen Eltern entfernt wohne.Avatar made by Betsi!
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28.10.2013, 09:29
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Guten Morgen,
sehr schade...hier scheint ja doch nicht mehr so viel zu passieren:-(
Einen Versuch/eine Frage noch: Gibt es hier auch betroffene Töchter, die einen Kleinkrieg wegen der Enkelkinder führen müssen?? Wäre da für Tipps sehr dankbar!
Viele Grüße vom regenbogengeniesser
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28.10.2013, 20:53
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31.10.2013, 15:33
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Übergriffig werden, im Sinne von permanentem & penetrantem melden, weil man die Enkel sehen WILL.
Bis hin zur Androhung, das Umgangsrecht einzuklagen.
Somit ist meine Form des Kontaktabbruches etwas schwieriger,...leider!
Dank´dir trotzdem Hasi, ich denke unsere Geschichten sind wahrscheinlich zu unterschiedlich.
Liebe Grüße...
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01.11.2013, 21:09Inaktiver User
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Was sagen denn deine Kinder dazu? Möchten sie gern Kontakt oder vielleicht lieber nicht?
Ich würde den Wunsch der Kinder mit dem Jugendamt kommunizieren und auch den Wunsch, die Androhung der Einklagung des Umgangsrechtes mit denen besprechen.
Dann kannst du einem begleiteten Kontakt der Großeltern beim Jugendamt zustimmen. Das Jugendamt ist dann während des Besuches die ganze Zeit dabei, du handelst im Interesse der Kinder und sorgst durch den begleiteten Umgang für die Sicherheit deiner Kinder. Die Termine spricht dann das Jugendamt mit den Großeltern ab und du kannst außen vor bleiben.
Falls deine Kinder keinen Kontakt zu diesen Großeltern wünschen, dann erfährt das Jugendamt durch dieses Gespräch, dass du ihren Willen respektierst und auch durchsetzt.
Das ist wichtig, falls sie dich tatsächlich verklagen, hast du nachweisbare Handlungen im Interesse der Kinder.
Alles Gute für dich.
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04.11.2013, 10:27
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo, danke Lack
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Aber mein Weg geht ganz bestimmt nicht in Richtung Jugendamt.
Schon schlimm genug, dass die Kinder ihre heile Welt genommen bekamen, weil einfach immer mehr unfassbare Lügen & Behauptungen geäußert wurden.
Sie möchten keinen Kontakt und da es nie einen regelmäßigen gab, haben wir laut Anwalt keinen Grund zur Sorge.
Der Umgang damit ist nur noch schwierig. Man benimmt sich wie die Axt im Wald, will dann aber die wertvollsten Pralinen abbekommen. Geht nirgends wo so im Leben!!
Wir wollen einfach nur unsere Ruhe haben.
Ich kenne viele Töchter/ junge Mütter, die den Kontakt abgebrochen haben.
Aber keine Mutter war wohl so krank, dass sie weiter integriert, sondern es akzeptiert haben.
Schwer genug, aber dann kann man wenigstens anfangen, damit zu leben.
So sind wir nun dabei, parallel einen Weg der Ruhe zu finden und sich wo es nur geht zu schützen!
Stalken & Telefonterror ist einfach nur a-sozial und ist mit nichts wieder gut zu machen.
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06.01.2014, 20:25
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Habe alle eure Beitraege gelesen und bin einerseits schockiert wie viele Betroffene es gibt, aber auch erleichtert, dass ich nicht alleine mit diesem Problem da stehe.
Wie bei vielen von euch war immer ich die Schuldige fuer alles Negative in der Familie. Es hiess, ich wollte schon als Baby keine Naehe, wae introvertiert, hyperaktiv, ein schlechter Esser und habe nur Probleme bereitet. Und inmer wurde seitens meiner Eltern mir nahegelegt eine Therapie zu machen. Durch Gespraeche mit verschiedenen Therapeuten weiss ich heute, dass meine Mutter eine Borderline Stoerung hat. Sie kann weder Liebe empfinden noch geben. Vielmehr geniesst es sie, wenn es ihren Kindern schlecht geht, aber ohne das Beduerfnis helfen zu wollen. Es gibt so viele Beispiele furr ihre Stoerung, ich koennte ein Buch darueber schreiben. Aber hier ganz kurz ein paar Infos zu dem aktuellen Familiendrama. Mit 19 Jahren bekam meine Mutter mich. Es kamen noch drei Schwestern, die Juengste war jedoch nicht von neinem Vater, sondern von einer dreijaehrigen Liebschaft meinr Mutter. Erfahren haben wir das jedoch erst zwanzig Jahre spaeter. Und passend fuer diese Stoerung, sie stellt sich als Maettyrerin dar - nein vielmehr versuchte sie mir zu unteestellen, dass eines meiner Kinder nicht vin meinem Mann ist.
Seit 2 Jahren habe ich weder Kontakt zu meinen Eltern, Gwschwistern und den meisten Verwandten. Dafuer hat meine Mutter gesorgt. Das ist sehr schmerzhaft, weil ich mich immer wieder frage, was ich verbrochen und womit ich das verdient habe. Es faellt mir schwer ds zu akzeptieren. Wie geht es euch dabei?
LG
Kerstin




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