Ja, da habe ich mich auch erst letztens mit einer guten Freundin, die in der Analytikerausbildung ist, unterhalten. Dass eine eher simpel orientierte Verhaltenstherapie manchmal sogar mehr kaputtmachen als heilen kann. Aber das ist ja eigentlich eher ein ganz anderes Thema.
Ob Personen, die an Borderline oder anderen ähnlich schwerwiegenden psychischen Störungen leiden, das an sich selbst erkennen können, ist eine sehr spannende Frage. Ich bin mir da nicht so ganz sicher, das ist sicher etwas sehr individuelles. Ich habe beruflich mit psychisch schwerstkranken Personen als Unterbringungsrichterin zu tun, und die meisten halten sich so lange für psychisch vollständig gesund, bis sie medikamentös behandelt werden.
Mal sehen, vielleicht kann ich dazu mal in absehbarer Zeit einen Psychiater befragen![]()
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17.06.2012, 23:07
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Avatar made by Betsi!
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17.06.2012, 23:11Inaktiver User
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Wobei es eben ihre Verantwortung ist, dass niemand mehr etwas mit ihr zu tun haben will. Das sollte sie lernen, anscheinend aber kann das deine Mutter nicht und hält daran fest, Opfer der Umstände ihres Lebens zu sein.
Ein klarer Brief, wie du ihn beschreibst, gibt ihr im Endeffekt doch sogar eine Chance.
Womit du dich letztendlich besser fühlst, wird wohl nur über Ausprobieren gehen.
@HasiII, ich denke als Kind können wir nichts 'besser' oder schlechter machen. Dass wir dennoch Verantwortung für das verkrachte Familiensystem und die lädierten Seelen unserer Eltern aufgeladen haben, was sich als Schuldgefühle äußert, ist nicht richtig. Kinder sind nicht 'schuld'.
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18.06.2012, 19:57
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21.06.2012, 00:02
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo,
ich habe mit großem Interesse die meisten Beiträge durchgelesen und war doch sehr ergriffen.
Ich weiß nicht, ob meine Mutter wirklich Borderline hat. Auf jeden Fall finde ich in den Berichten ganz viel wieder: Schwarz-Weiß-Denken, gegenseitiges Ausspielen mit meiner Schwester, ständiger Alkoholmissbrauch, ständig wechselnde Partner, keine Einsicht für den Eigenanteil an Problemen, Beschimpfungen wie „so jemanden wie Dich will doch sowieso niemand, usw.
Ich habe mit meiner Mutter und auch mit meiner Schwester vor einem Jahr endgültig den Kontakt abgebrochen und ich denke, dass es gut ist.
Ich bin zwar schon viel stabiler als früher, trotzdem geht es mir oft nicht gut. Nichts scheint in meinem Leben zu funktionieren. Irgendwie fühle ich mich wie ein schlechter Mensch und mich für alles worin ich scheitere selbst verantwortlich. Sogar meine Therapien scheinen nicht zu fruchten.
Aber ich denke es ist nie zu spät an sich zu arbeiten. Obwohl ich weiß, dass es natürlich für jeden anders ist,
würde gerne noch mehr darüber erfahren welche Therapien helfen können.
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21.06.2012, 11:32
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
hallo streifenelefant1,
wenn du durch emotionale gewalt in deiner kindheit und jugend traumatisiert worden bist,
so wäre eine traumatherapie gut. sie wird in kliniken und reha-einrichtungen angeboten.
eine liste mit derartigen einrichtungen ist hier zu finden:
Kliniken
denn eine jahrelange lebensphase unter emotionaler gewalt
(und/oder verbaler, und/oder körperlicher und/oder sexueller) gewalt
hinterlässt in den meisten fällen ja ein trauma.
dies kann sich im alltag als posttraumatische belastungsstörung (PTBS) bzw. als "komplexe PTBS",
auch mit psychosomatischen beschwerden, äußern und manchmal auch erst jahre oder jahrzehnte später.
für austausch als angehörige/r von an der persönlichkeitsstörung borderline erkrankter menschen
eignet sich dieses forum:
Borderline Angehörige • Foren-Übersicht
zum thema kindheiten mit mütter mit BL sind hier infos: Kinder und ihre Mütter mit Borderline. Kindheiten mit Borderline-Müttern - Home
es ist oft ein langer weg...viel erfolg bei allem!
viele gruesse, swantjeb
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28.09.2012, 12:05
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hi alle zusammen. Bin 50 jahre, werde heute nach 15 jahren mit unterstuetzung mutter suchen. Sie ist borderline typ hexe. Hatte immer angst. Mich mein leben lang vetsteckt. Abbruch brieflich, aber heut trau ich mich, ihr gegenueberzutreten. Fuehle es, dass ich nicht fuer ihr sch....lebeb verantwortlich bin. Eure tollen beitraege haben mir sehr geholfen. Hab vieles ausgedruckt und immer wieder gelesen. Und hoffe, dass ich d konfrontation ohne brave dissoziation schaffe. Habe ptsd, meine mutter wirkt taeglich als boeser geist. Hab mein lenen um ihre , meine schwarzen inhalte gebaut. Zieht sich durch jeden tag trotz vieler thetapien. Aber heute, dank eurer unterstuetzung, dem gefuehl nicht allein und schlecht zu sein, werde ich abschliessen. Erhoffe mir etwas mehr freiheit im denken. Vielleicht ist sie laengst tot, auch dann wetde ich meine kleine rede halten, wenn notig auf dem friedhof. Ist echt befreiend, das gefuehl, nicht furr ihr e. Mist vetantwortlich zu sein. Nicht schuldig. Wieso hat das so lang gedauert? Misshandlung auf allen, wirklich allen ebenen braucht anscheinend so lang. Gruese von eurer mitleifenfen. Habt geduld und hoffnung: man kann die innere mutter loswerden!
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08.04.2013, 00:52
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo,Leute
Ich bin 11 Jahre und hab 10 einhalb Jahre bei meiner Mutter gelebt sie ist Borderlin erkrankt seit keine ahnung.
Sie ist sehr stark betroffen ist jetz schon fast ein Jahr in Therapie.
Sie ritzt sich ihre gefühle schwanken hin und her und sie rennt vor ihren problemen weg.
Sie droht oft mit selbstmord einige sagen das sie aufmerksamkeit will.
Sie wechselt ihre Männer wie Unterhosen und deshalb hab ich schon VIEL miterlebt.
Sie hatt ja eine therapie die hat sie aber nicht bestanden.
Ich hab seit ein jahr kein kontakt mehr zu ihr und ja...
Ich hab hab die befürchtungg ich hab diese Krankheit auch weil viele Punkte dazu Sprechen.
Ich hab mir schon viele anere seiten angeguckt und hab mir auch ein paar sachen aufgeschreiben.
ich ritze mich nicht und habe auch nicht große Schülische Probleme sonst stimmen alle Punkte überein.
Mir fählt es schwer Kontakte zu knöpfen des wegen hab aich wenig freunde und die meisten dind falsch.
Hoffe Jemand liest das und kann mir helfen
lg Fion
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08.04.2013, 15:23
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Hallo Fion,
es ist sehr schwer zu beurteilen, ob jemand Borderline hat, noch schwieriger ist es, das bei sich selbst festzustellen.
Hab ich richtig verstanden, du bist 11 Jahre alt? Dann hast du noch einiges an Entwicklung vor dir. Und so einiges davon kannst du auch selbst beeinflussen, also erstmal keine Panik.
Du hast mit deiner Mutter sehr viel durchgemacht, das kann unmöglich spurlos an dir vorüber gehen. Viele Kinder von Borderlinern zeigen ähnliche Symptome, weil sie das Leben gar nicht anders kennen gelernt haben.
Beispiel: ich habe keine Harmonie und keine Ruhe und Frieden ertragen. Ich wurde unruhig, hatte immer die Sorge, dass irgendetwas nicht stimmt - Ruhe und Frieden setzten mich total unter Druck, weil ich es nicht anders kannte. Meine Eltern sind immer wieder plötzlich in die Luft gegangen und deswegen war ich so ängstlich und unruhig. Erst als ich verstanden hab, warum es mir so ging, konnte ich mehr zur Ruhe kommen. Von Außen sieht das nach typischen Borderlinerverhalten aus, mit dem Unterschied, dass ich es ohne große Schwierigkeit losgeworden bin.
Du scheinst sehr reflektiert zu sein, scheinst also gut darauf zu achten, wie du dich verhälst. Das ist erstmal ein gutes Zeichen. Außerdem bist du sehr kritisch dir selbst gegenüber, was eher typisch ist für ein Kind mit deiner Vergangenheit, als für jemanden mit Borderline. Und dass es nicht leicht fällt gute Freunde zu finden, das kennen viele Kinder von psychisch kranken Eltern.
Wichtig ist jetzt, dass du dir jemanden suchst, der dir bei deinen Sorgen helfen kann. Am besten jemand, der irgendwas gelernt hat wie "Familienhelfer" oder ein Lehrer, Therapeut, Betreuer oder sowas. Das ist viel hilfreicher als irgendwelche Internetseiten. Viele davon sind nämlich der totale Schrott.
Liebe Grüße
Kaminfeuer
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20.05.2013, 14:46
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
Es tut gut, hier mit zu lesen. Als Kind einer Borderline-Mutter, die sogar als junge Frau deswegen in Psychiatrie war, habe ich mich zwar schon viel damit beschäftigt und kann auch mit meiner Schwester darüber sprechen.
Aber so oft fühlt man sich hilflos - immer noch - obwohl ich dachte, ich konnte für mich schon damit abschließen. Ich bin jetzt bald 30 Jahre alt und bin in eine andere Stadt gezogen, habe den Kontakt mit meiner Mutter gehalten und so hat es für mich auch gut geklappt.
Für sie war es zu wenig und dass sie gern ihre einzige (da Beziehungen und Freudnschaft ja einfach nicht halten) Ansprechpartnerin, also mich (meine Schwester lebt in der gleichen Stadt wie meine Mutter, distanziert sich aber viel mehr, auch emotional, wofür sie natürlich bittere Vorwürfe meiner Mutter erntet bis hin zu Suizidandrohungen) wieder um sich haben will, dessen bin ich mir schon die ganze Zeit bewusst.
Natürlich liebe ich meine Mutter trotz allem und ich möchte den Kontakt nicht abbrechen, deswegen war es für mich eine gute Lösung 5 Autostunden weit weg zu ziehen, aber kontakt zu halten.
Nun habe ich ein Problem und hoffe so, von euch als Mitbetroffene eventuell einen Rat zu bekommen:
Meine Mutter ist gerade bei mir (Obwohl ich sagte, dass ich nun über Pfingsten dringend meine Ruhe brauchte, ist sie einfach angereist - Mal wieder eine massive Grenzüberschreitung und Übertretung meiner Bedürfnisse) und bringe es natürlich nicht übers Herz, sie wieder weg zu schicken. So genieße ich den Besuch aber natürlich auch nicht. Sie sagt, sie versteht, dass ich ruhe brauche, sie hält es zuhause allein aber einfach nicht mehr aus. Diese Situation allein, dass sie sich unser Zusammensein so erzwingt, macht mir schon wieder die Brust schwer. Sie versteht das natürlich nicht "nimmt ja eh Rücksicht auf mich, indem sie akzeptiert, dass ich sie im Stich lasse" und würde sich ja umgekehrt freuen, wenn ich paar Tage da bin. Ja.
Nun kommt es aber noch schlimmer. Sie hat gestern ein RIesentheater gemacht, wie allein und einsam und unglücklich sie sich fühlt und meine Schwester sie eh noch "Ins Grab bringt" und wir Kinder uns "jetzt auch mal" um sie kümmern sollen im Alter (sie ist Anfang 60) und dass sie nun zu mir ziehen möchte! In meine Stadt jedenfalls! Sie sagt das schon länger, fordert aber nun massiv meine Hilfe ein, eine Wohnung zu suchen und dass sie nicht mehr aushält und zu mir will. Sie sagt mir schon immer, dass ich ihre Rettung sei und sonst habe sie ja niemanden. Manche verwechseln es mit Liebe aber für mich es so eine Bürde ihre "einzige Rettung" zu sein und macht mir die Schultern schwer. Sie hängt sich an mch wie ein kleines Kind.
Ich habe ihr diesmal sogar klar gesagt, dass ich sie liebe, aber mir der Abstand gut tut. Ich mich so sortieren konnte. Sie ist nicht ganz unreflektiert, aber dann kommt wieder "was, du bist sogar mit Absicht sogar weg gezogen - ich muss ja ein ganz schönes Monster sein" und weint.
Ich weiß, dass das alles Manipulationsstrategien sind und will mich gegen diese emotionale Erpressung wehren! Sie eröffnet mir auch noch, dass sie erst morgen fahren will, mich macht das so wütend und ich schaffe es aber auch nicht, sie raus zu werfen. Ich fühle mich sonst inzwischen sehr stark, wenn sie da ist, schafft sie es jedoch wieder diesen Mechanismus zu erreichen, dass ich mich schuldig fühle und ein schlechtes Gewissen entwickle , dass ich sie durch den Umzug eh schon immer allein lasse und mir nun nicht mal die drei Pfingsttage für sie nehmen will... (die ich trotzdem wirklich wirkjlich für mich gebraucht hätte!) Aber es ist schon gegessen jetzt. Denn selbst wenn ich hart bin und sie "heim schicke" ist meine Ruhe natürlich dahin und das schlechte Gewissen gepflanzt. Meine Zeit für mich könnte ich natürlich überhaupt nicht mehr genießen.
Was soll ich tun? Akut mit der Situation jetzt aber vor allem mit ihrem "Umzugsbeschluss" und auch noch der Forderung ihr zu helfen?!?! Beides will ich nicht und will sie aber auch nicht verletzen.
Natürlich ist sie aber auch eine erwachsene Frau, ich kann ihr nicht verbieten hierher zu ziehen.
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20.05.2013, 16:51Inaktiver User
AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter
So hart es klingen mag, studentessa, du musst sie wohl rauswerfen. Sie fordert diese Grenze ein.
Du bist nicht für ihr Leben, nicht für ihr Glück oder Unglück, nicht für ihre Wohnsituation und schon gar nicht für ihre Einsamkeit verantwortlich, noch ist es deine Aufgabe als Kind, hier zu helfen. Mir wird es schon beim Lesen eng.
Grenze dich ab. Gegebenenfalls auch durch Kontaktabbruch.


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