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    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Hallo Blanca,
    Stimmt, wir sind wirklich sehr viele, die diese Erfahrungen gemacht haben. Die Generation unserer Eltern hat ja Schweres erlebt (Krieg, Nachkriegszeit, Aufwachsen mit ganz ungesunden Vorstellungen, z.B. dass Frauen in die Kueche gehoeren und ihre Beduerfnisse stets hinten anstellen sollen?). War es da eigentlich moeglich, sich gesund zu entwickeln? Manchmal frage ich mich, ob ich zu hart mit meinen Eltern bin und sie unfair einschaetze...aber dann denke ich an meine Patentante oder die Kusine meiner Mutter, die ja derselben Generation angehoeren, und die mir sehr gesund erscheinen: optimistisch, lustig, voller Lebensfreude und Anerkennung, mit vielen Hobbys und Interessen...Was ich dich fragen wollte - wie hat sich dein Vater verhalten? Du schreibst, dass dich beide Eltern misshandelt haben. Hast du heute mit deinem Vater Kontakt? Konntest du mit ihm einmal die Kindheit besprechen?
    LG,
    Conny
    Geändert von conny16 (12.03.2011 um 21:45 Uhr)

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    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Hallo conny16, da sprichst du mir sehr aus der Seele. Meine Mutter in der Tat ein Kriegsschicksal, vertrieben, sicher auch ausgestattet mit 1000 Traumatas. Ich dann immer zwischen verzeihendem Schwanken und doch auch Wut! Eben weil man ab und an auch andere aus derselben Generation sieht, die etwas positiver an das Leben zu gehen. Und eben weil man dennoch immer denkt: die kann halt nicht anders.

    Mein Vater ist gestorben, schon '98. Ich habe den aber schon 15 Jahre vorher verstoßen, und konnte das nicht mit ihm besprechen, habe mich aber immer misshandelt gefühlt. Ich hatte das Glück, 2006 an eine gute Therapeutin zu gelangen, die hat mir mir die Methode der "verzeihenden Briefe" durchgeführt. Mit Therapie ist es mir gelungen, meinen Eltern zu "verzeihen" und mir zu "erlauben", ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Aber es hat mich sehr viel gekostet und das gestehe ich (mir) nur sehr selten ein...

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    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Hallo!

    Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen, seit ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen habe. Es liegt ein ganzes Stück Arbeit hinter mir und noch sehr viel mehr davon habe ich vor mir.
    Insgesamt hat mir dieser schwere Schritt sehr gut getan. Ich fühle mich physisch, psychisch und emotional so gesund wie noch nie in meinem Leben.
    Aber es ist vielleicht nicht für jeden das richtige.

    Was mir auf jeden Fall geholfen hat:

    -> der intensive Austausch mit anderen Betroffenen: vielen Dank an Ruby
    außerdem gibt es ein spezielles Forum für Borderline-Angehörige (und nur für diese).

    -> Susan Forwards Buch "Vergiftete Kindheit" hat mich sehr berührt und bestätigt. Ich kann es
    jedem empfehlen, der eine Möglichkeit sucht mit seinen Eltern umzugehen oder vergeblich
    versucht innerlich loszulassen.

    Ich wünsche allen Betroffenen viel Energie und Kraft sich seine Freiheit zuzugestehen, zu erkämpfen und auch auszuleben.

    Viele Grüße,

    Kaminfeuer

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    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe zwar keine Mutter mit Borderline, bin es aber selber. Ich denke, dass ich eine sehr abgeschwächte Form davon hab. So kommt es mir zumindest vor.. Hier redet jeder davon, den Kontakt zur Mutter abbrechen zu müssen. Das ist sehr verletzend. Weil es kommt auf die Einzelsituation drauf an, wenn es euch damit nicht gut geht dann ist es so besser. Wir sind genauso für unser Handeln verantwortlich, aber nicht alle Borderliner sind böse und müssen gemieden werden.

    @maryquitecontrary:
    "Ja, das ist ein besonderer Punkt bei Persönlichkeitsstörungen: erstens sind sie sogenannt ich-synton, d.h. der Betroffene erlebt sich selbst als normal und richtig"
    Ich denke auch das ist bei jedem anders. Ich weiß was ich falsch mache, und ich weiß auch dass mein Verhalten nicht "normal" ist. Aber ich kann nur versuchen es abzuwächen und daran zu arbeiten.

    "...so daß der Betroffene auf andere Personen einen ganz ausgeglichenen Eindruck machen kann."
    Damit hast du wohl recht. Die wenigsten in meiner Umgebung wissen davon, und für sie bin ich "normal", mit ein paar wenigen Eigenarten.

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    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Hallo Ihr Lieben,
    @Kaminfeuer: wenn ich deinen Beitrag lese, glaube ich auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass ich den Kontakt voellig terminieren muss. Hast du deine Eltern einmal konfrontiert, bevor du den Kontakt abgebrochen hast? Wie haben andere Familienmitglieder auf deine Entscheidung reagiert? Ich merke, seit ich den Kontakt mit meiner Mutter sehr eingeschraenkt habe, dass sich dadurch auch andere Beziehungen zwangslaeufig veraendern...
    @Minnna: Danke fuer deinen Beitrag! Es tut mir sehr leid, dass dich einige unserer postings hier verletzt haben. Wenn ich lese, was du schreibst, denke ich, dass du sehr anders bist als meine Mutter - gerade deshalb, weil du erkennst, dass du Probleme hast. Ich habe kein Interesse daran, Borderliner generell zu verurteilen (keiner hier hat das, glaube ich) - ich wuerde nur gern endlich einmal Bestaetigung finden und praktische Loesungen fuer Probleme, die ich innerhalb der Familie wohl nie wirklich besprechen kann...Ich hoffe, dass das irgendwie Sinn macht.
    LG,
    Conny
    Geändert von conny16 (13.03.2011 um 22:12 Uhr)

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    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Hallo Conny,

    ja ich habe versucht mit ihnen ein Gespräch zu führen. Anders als es bei Minnna zu sein scheint, weisen meine Eltern jegliche Verantwortung rundum ab. Im Grunde war ein "normales" Gespräch nichtmal ansatzweise möglich. Aber ich habe es auch nicht anders erwartet. Sinn des Ganzen war nicht, dass meine Eltern vielleicht mit mir gemeinsam versuchen einen gemeinsamen Weg miteinander zu finden (die Chance habe ich ihnen gegeben und steht bis heute noch), es war klar, dass sie nicht darauf eingehen werden. Ich habe das Gespräch (von meiner Seite so respektvoll wie irgendmöglich) für mich geführt - einfach um ein neues Kapitel in meinem Leben anfangen zu können. Nach jahrelangem Versuch mit ihnen zurecht zu kommen war ich einfach erschöpft, aufgebraucht, fertig mit den Nerven, total kaputt. Die Konfrontation mit ihnen zu suchen war leider in erster Linie ein Akt der Verzweiflung - und ist dann zum Glück noch in Befreiung umgeschlagen

    Da die Verwandtschaft sich ohnehin aus dem Weg gegangen ist, habe ich nicht sooooo viele Folgen gespürt. Nur meine Schwester kommt mit dem Ganzen nur schwer zurecht. Sie würde lieber das kranke Familiensystem aufrecht erhalten, sie ist zu sehr darin verwoben und hat nichteinmal die Kraft sich das einzugestehen. Aber ich bin mir sicher, sie wird ihren Weg finden und im Gegensatz zu meinen Eltern bin ich wirklich für sie da, soweit ich kann.

    @ Minnna:

    Ich finde es gut, dass du durchaus selbstkritisch bist. Und du scheinst an dir zu arbeiten. Bei meinen Eltern ist das leider nicht der Fall, sie leben in ihrer eigenen kleinen paranoid-narzistischen Welt. Ich möchte wirklich nicht empfehlen grundsätzlich den Kontakt zu seinen BL-Eltern abzubrechen. Aber verzeih mir, wenn ich das so direkt sage:
    Meine Kindheit war von intensivem emotionalen Missbrauch geprägt und ich leide mit fast 30 immernoch darunter. Hier geht es für mich nicht um meine "armen" Borderlineeltern, es geht für mich zum ersten Mal in meinem Leben NICHT um sie - sondern um MICH! Ich muss erstmal das wieder gesundpflegen, was sie in den letzten Jahrzehnten kaputt gemacht haben. Es gibt so viele Macken, an den ich zu arbeiten habe, es sind so viele Dinge zu begreifen und kennenzulernen. Es ist wirklich wie ein komplett neues Leben. Das was für andere normal ist, habe ich in meinem Leben bisher nicht kennen lernen dürfen.

    Meine Erfahrung ist, dass man andere Menschen nicht verändern kann, jeder muss selbst an sich arbeiten und da meine Eltern absolut nicht dazu bereit sind, egal mit wieviel Hilfe und Unterstützung, habe ich auch kein Mitleid mit ihnen. Mein ganzes Leben war ich ausschließlich für sie da, aber ich fühle mich ihnen gegenüber nicht mehr verpflichet. Jeder ist ab einem gewissen Punkt für sich selbst verantwortlich! Diese beiden Menschen haben ihre Kinder mit Hass, Neid, Manipulation und Schuldgefühlen überhäuft und sind der Meinung diesen Weg weitergehen zu müssen. Bitte, sollen sie tun, aber ohne mich! Das ist reiner Selbstschutz!

    Ich werde mit Sicherheit nicht alle BL über einen Kamm scheren, das ist nicht meine Art. Ich verurteile dich mit Sicherheit auch nicht, weil du eine Krankheit hast. Aber für mich persönlich ist dieser Weg eben genau der richtige. Es ist wirklich Selbstschutz.

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    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Zitat Zitat von Kaminfeuer Beitrag anzeigen
    ..Meine Kindheit war von intensivem emotionalen Missbrauch geprägt und ich leide mit fast 30 immernoch darunter. Hier geht es für mich nicht um meine "armen" Borderlineeltern, es geht für mich zum ersten Mal in meinem Leben NICHT um sie - sondern um MICH! Ich muss erstmal das wieder gesundpflegen, was sie in den letzten Jahrzehnten kaputt gemacht haben. Es gibt so viele Macken, an den ich zu arbeiten habe, es sind so viele Dinge zu begreifen und kennenzulernen. Es ist wirklich wie ein komplett neues Leben. Das was für andere normal ist, habe ich in meinem Leben bisher nicht kennen lernen dürfen.

    Meine Erfahrung ist, dass man andere Menschen nicht verändern kann, jeder muss selbst an sich arbeiten und da meine Eltern absolut nicht dazu bereit sind, egal mit wieviel Hilfe und Unterstützung, habe ich auch kein Mitleid mit ihnen. Mein ganzes Leben war ich ausschließlich für sie da, aber ich fühle mich ihnen gegenüber nicht mehr verpflichet. Jeder ist ab einem gewissen Punkt für sich selbst verantwortlich! Diese beiden Menschen haben ihre Kinder mit Hass, Neid, Manipulation und Schuldgefühlen überhäuft und sind der Meinung diesen Weg weitergehen zu müssen. Bitte, sollen sie tun, aber ohne mich! Das ist reiner Selbstschutz!

    Ich werde mit Sicherheit nicht alle BL über einen Kamm scheren, das ist nicht meine Art. Ich verurteile dich mit Sicherheit auch nicht, weil du eine Krankheit hast. Aber für mich persönlich ist dieser Weg eben genau der richtige. Es ist wirklich Selbstschutz.
    Das kann ich verstehn. Auch ich hatte so eine Kindheit. Aber es gehört kein Borderliner dazu, so etwas zu erleben. Ich denke, viele Menschen die eigentlich als "normal" gelten sind in Wirklichkeit böse und egoistisch und verletzen andere. Auch ich weiß nicht was normal ist, weil ich das nie gelernt habe. Ab einem gewissen Alter ist man nur leider für sich selbst verantwortlich und muss versuchen das wieder selbst hinzubiegen.

    Das mit dem Selbstschutz nehme ich dir auch nicht übel. Ich würde es auch niemanden übel nehmen, wenn ich für ihn zu anstrengend bin. Aber es gibt Unterschiede. Auch als BL kann man glücklich sein und liebevoll. Man muss nur an seiner Sichtweise arbeiten und es auch WOLLEN.
    Ich bezeichne BL deshalb auch nicht als "Krankheit", denn eine Krankheit kann man (mehr oder weniger) "heilen". BL aber nicht, weil BL eine (falsche) Persönlichkeitsstruktur ist. Und an der eigenen Persönlichkeit, Denkweise und Struktur kann jeder für sich selbst arbeiten.

  8. Inaktiver User

    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Hallo Minnna,

    wer mit einem Menschen liiert ist, der unter dem Borderline-Syndrom leidet, hat es in der Regel deshalb nicht leicht, weil eine stete Instabilität der Beziehung Alltag ist. Nicht zu wissen, was als nächstes kommen wird, macht es äußerst anstrengend. So fokussiert sich unter Umständen alles emotionale Erleben (und nicht nur das, es trifft ja letztlich auch die Praxis) stets auf den "Borderliner".

    Hat sich nun diese Bindung auch noch durch Missbrauchserfahrungen erschwert (und das ist häufig der Fall), dann steht auf der anderen Seite des "Borderliners" in der Regel ein Mensch mit schwachem bis nicht vorhandenem Selbst-BEWUSST-sein, bedingt auch durch die erfahrenen Abwertungen innerhalb dieser Beziehung.

    Deshalb ist es oftmals die einzige Lösung, einen klaren Schnitt zu vollziehen. Nicht, um den "Borderliner" zu maßregeln, zu bestrafen. Vielmehr, um das eigene Selbst zu befreien.


    Dass du als Betroffene dich selbst outest ist in etwa so selten wie ein Narzisst, der zugibt, einer zu sein. Eigentlich schließt sich das ja aus. Aber es soll vorkommen.

    Meine Mutter jedenfalls hat bis heute die unerschütterliche Gewissheit, dass die Welt um sie herum unnormal ist, nur sie nicht. Da lässt es sich schlecht aneinander "arbeiten".



    Viele Grüße
    Schlaflos


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    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Minnna,
    wer mit einem Menschen liiert ist, der unter dem Borderline-Syndrom leidet, hat es in der Regel deshalb nicht leicht, weil eine stete Instabilität der Beziehung Alltag ist. Nicht zu wissen, was als nächstes kommen wird, macht es äußerst anstrengend. So fokussiert sich unter Umständen alles emotionale Erleben (und nicht nur das, es trifft ja letztlich auch die Praxis) stets auf den "Borderliner".
    Da stimm ich dir zu.. Ich kann mir gut vorstellen, dass es wirklich nicht einfach ist. Mir ist auch jederzeit bewusst was ich falsch mache. Ich weiß auch dass es manchmal wirklich nicht fair ist wie ich andere behandle, aber in den Momenten bin ich nur extrem verletzt und kann nicht anders.. Es ist auch nicht so, dass es mich kalt lässt, ich mach mir danach immer Vorwürfe und will es wieder "gut machen".

    Aber es muss nicht immer alles im Durcheinander und Chaos enden. Es kommt auch stark auf die andere Person an (Partner, Freunde). Ein einfühlsamer, liebevoller Partner ist (mir zumindest) hilfreicher als ein dominanter. Und natürlich gibt es nicht nur schlechte Seiten an "uns". Sonst würden wir wohl wirklich garniemanden mehr finden, der uns liebt und gerne mit uns zusammen ist. Mir tut es oft für meinen Partner leid, dass er meine Stimmungen ertragen muss, und grade deswegen versuche ich (mit Erfolg) alles besser zu machen.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass du als Betroffene dich selbst outest ist in etwa so selten wie ein Narzisst, der zugibt, einer zu sein. Eigentlich schließt sich das ja aus. Aber es soll vorkommen.
    Das hab ich schon öfter gehört.. Aber wenn man sich selbst genug mit dem Thema beschäftigt, und selber viel nachließt, muss man doch erkennen ob es auf einen zutrifft oder nicht. Und schließlich will man niemanden freiwillig verletzen..

    Viele Grüße

  10. Inaktiver User

    AW: Aufgewachsen mit Borderline-Mutter

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    ich habe zwar keine Mutter mit Borderline, bin es aber selber. Ich denke, dass ich eine sehr abgeschwächte Form davon hab. So kommt es mir zumindest vor.. Hier redet jeder davon, den Kontakt zur Mutter abbrechen zu müssen. Das ist sehr verletzend. Weil es kommt auf die Einzelsituation drauf an, wenn es euch damit nicht gut geht dann ist es so besser. Wir sind genauso für unser Handeln verantwortlich, aber nicht alle Borderliner sind böse und müssen gemieden werden.
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    Wieso empfindest du es als verletzend, wenn Kinder von BL-Müttern den Kontakt abbrechen, obwohl du weder eine Borderline-Mutter hattest, noch eine Borderline-Mutter bist?

    Du hast zwar nach eigener Aussage selbst Borderline und schließt daraus einordnen zu können, was sowohl die Kinder als auch die BL-Mütter empfinden, obwohl es auf die Einzelsituation ankommt und nicht alle Borderliner gleich sind?
    Geändert von Inaktiver User (17.03.2011 um 09:27 Uhr)

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