Es ist seltsam, irgendwie interessiert mich kein Mann mehr. Ich kann mich für keinen mehr begeistern. Noch nicht mal in meiner Vorstellung oder in meinen Träumen gibt es mehr ein Bild von einem Traummann oder so. Dabei bin ich noch gar nicht so alt (Anfang 30), ich habe auch keine Hormonstörungen oder dergleichen. Ich fühle mich auch durchaus sehr weiblich, achte auf mein Äußeres. Nur habe ich das Gefühl, dass mir innerlich die Beziehung zu den Männern völlig abhanden gekommen ist. Als ich das einer Freundin erzählt habe, meinte sie, ob ich Zweifel an meiner sexuellen Orientierung hätte. Aber das ist es nichtWenn ich Paare in der Stadt sehe, habe ich früher immer einen Stich gespürt - jetzt spüre ich nichts. Nicht mal Eifersucht. Aber auch keine positiven, wohlwollenden Gefühle. Einfach Leere.
Nachdem ich lange nach einer Beziehung gesucht habe und dann immer relativ kurze Beziehungsversuche hatte, habe ich seit drei Jahren eine Phase, in der einfach überhaupt kein Mann mehr vorkommt. Nicht mal mehr ein Schwarm oder so etwas. Am Anfang hatte ich noch regelmäßig Dates. Aber irgendwie habe ich mich durch niemanden persönlich angesprochen gefühlt, auch wenn das eigentlich alles ganz nette Männer waren. Ich suche jetzt seit drei Jahren nicht mehr und es interessiert sich auch keiner mehr von sich aus für mich.
Es wäre ja alles in Ordnung, wenn ich so glücklich wäre. Aber mir fehlt schon etwas, vor allem die Nähe und die Wärme, auch die Gemeinschaft, die ich mir von einer Beziehung erhoffen würde.
Ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt nur eine Phase ist oder ob das einfach die natürliche Entwicklung der Dinge war, weil mein Unterbewusstsein gelernt hat, dass es bei mir mit den Männern einfach nicht klappt und sich jetzt vor Enttäuschungen schützen will, indem es nun überhaupt kein Interesse, oder gar Begeisterung oder Begehren für einen Mann mehr zulässt.
Ich habe Angst, dass ich einfach inzwischen innerlich total abgestumpft bin, was "die Beziehung zum anderen Geschlecht" angeht. Ich spüre nur noch eine innere Kälte, die mir weh tut. Aber nur im Bezug auf Männer! Zu meinen Freunden und zu meiner Familie habe ich ein sehr herzliches Verhältnis. Trotzdem fühle ich mich "unnormal", als sei etwas in mir abgestorben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das verständlich beschrieben habe. Geht das denn niemand anderem so?
Kennt jemand dieses Problem und diese Gefühle?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 156
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20.03.2009, 19:24Inaktiver User
Interesse an Männern völlig verloren
Geändert von Inaktiver User (20.03.2009 um 21:17 Uhr)
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20.03.2009, 21:39
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Ja, ich.
Das ist die fehlende Hoffnung, die du beschreibst. Du hast die Hoffnung verloren. Dann wirds kalt, innerlich, ist doch klar.
gruß, MariaGabriella
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20.03.2009, 21:42Inaktiver User
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20.03.2009, 21:56
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Ich geh da gar nicht mit um, ich versuche irgendwie, die Hoffnung zu behalten, frag mich nicht wie. Das ist schwer.
Positiv denken, wäre ein Tipp. Du bist doch erst Anfang 30.
gruß MariaGabriella
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20.03.2009, 22:00Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Erst Anfang 30? Wenn ich mein Leben ansehe, dann sehe ich mich, wie ich mich in meinem Privatleben seit meinem 16. Lebensjahr nach jemandem gesehnt habe, den ich lieben kann, mit dem ich mir eine gemeinsame Zukunft aufbauen kann. Das ist eine lange Zeit hinter mir. Und jetzt bin ich leer. Hoffnung. Dieses Wort trifft mich irgendwie. Ich merke dass ich es bewusst vermieden habe. Ich weiß nicht mal mehr worauf ich hoffen könnte/sollte.
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20.03.2009, 22:11
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Mir erscheint deine Formulierung:
recht symbiotisch, abhängig, naiv, unreif, sorry, wenn ich das so deutlich sage.Wenn ich mein Leben ansehe, dann sehe ich mich, wie ich mich in meinem Privatleben seit meinem 16. Lebensjahr nach jemandem gesehnt habe, den ich lieben kann, mit dem ich mir eine gemeinsame Zukunft aufbauen kann. Das ist eine lange Zeit hinter mir. Und jetzt bin ich leer. Hoffnung. Dieses Wort trifft mich irgendwie. Ich merke dass ich es bewusst vermieden habe. Ich weiß nicht mal mehr worauf ich hoffen könnte/sollte.
Schaff es, dein Leben ohne diesen Partnerwunsch lebenswert zu machen, wurde mir immer geraten, das ist im Prinzip auch richtig, deshalb rate ich das jetzt dir.
Dagegen spricht, dass ich es - und du wohl auch - als zunehmend unnatürlich empfinde, alleine zu sein, ich glaube auch, der Mensch ist nicht dauerhaft fürs single-leben geschaften, eine Beziehung gibt Halt, Körperkontakt, idealerweise das, was man unter gutem Sex versteht, und so vieles mehr... der Mensch ist nicht dazu geboren, auf all das dauerhaft zu verzichten, der Mensch wird dann krank, wenn er das nicht hat, nie hatte.
Irgendwo zwischen diesen zwei Extrempositionen steh ich, wenn ich gut drauf bin, denke ich: ich kann das auch alles alleine; wenn ich schlecht drauf bin, frage ich: Wozu.
"nicht mal mehr"?Hoffnung. Dieses Wort trifft mich irgendwie. Ich merke dass ich es bewusst vermieden habe. Ich weiß nicht mal mehr worauf ich hoffen könnte/sollte.
Aber deine Wünsche, Ziele, Bedürfnisse in einer Beziehung haben sich doch sicherlich verändert, seit dem zarten Alter von 16? Oder bist du dir dessen nicht bewusst, was du in Beziehung willst? Willst du möglicherweise einfach nur irgend eine Beziehung? (war bei mir nie so).
gruß, MariaGabriella
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20.03.2009, 22:16Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Ich könnte jetzt einen langen Aufsatz über meine Wünsche, Bedürfnisse, Ziele, Vorstellungen von einer Beziehung schreiben - damit habe ich mich Jahre beschäftigt und ja, natürlich hat sich das im Laufe der Jahre modifiziert, wurde immer klarer. Aber das sind gesichtslose Vorstellungen, die im Laufe der Jahre auch immer abstrakter wurden. Nein, nicht abstrakt: die Vorstellungen von der Beziehung wie ich sie mir wünschen würde sind sehr konkret, aber irgendwie "fleischlos" - wie im Labor geschaffen. Das atmet nicht. Weiß auch nicht, wie ich dieses Gefühl erklären soll. Dahinter stecken zu viele einsame Stunden an Selbstreflexion und zu wenig gelebtes Leben zu zweit aus dem ich Bilder beziehen könnte.
Ich habe eine innere Vorstellung und auch eine Hoffnung auf bestimmte Gefühle, Lebenssituationen, die ich gerne in einer Beziehung hätte. Aber keine bildliche Vorstellung und vorallem auch kein Gefühl mehr dafür, wie so ein Mann sein könnte, mit dem ich das tatsächlich leben könnte.Geändert von Inaktiver User (20.03.2009 um 22:20 Uhr)
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20.03.2009, 22:30
AW: Interesse an Männern völlig verloren
brauchst du nicht zu erklären, das verstehe ich schon.die Vorstellungen von der Beziehung wie ich sie mir wünschen würde sind sehr konkret, aber irgendwie "fleischlos" - wie im Labor geschaffen. Das atmet nicht. Weiß auch nicht, wie ich dieses Gefühl erklären soll.
hattest du das Gefühl mal?Ich habe eine innere Vorstellung und auch eine Hoffnung auf bestimmte Gefühle, Lebenssituationen, die ich gerne in einer Beziehung hätte. Aber keine bildliche Vorstellung und vorallem auch kein Gefühl mehr dafür, wie so ein Mann sein könnte, mit dem ich das tatsächlich leben könnte.
Wo kam die innere Vorstellung her? Die Wünsche, Bedürfnisse? Aus real erlebtem? Wenn ja, hast du konkret versucht, es zu verwirklichen?
Du schreibst, irgendwie waren deine dates bis vor drei Jahren "alle ganz nett", aber du fühltest dich nicht persönlich angesprochen. Das lässt mich vermuten, dass du nicht so gezielt gesucht hättest, wie es evt. nötig gewesen wäre?
gruß, MariaGabriella
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20.03.2009, 22:43Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Ja, lange Zeit. Es wurde von Enttäuschung zu Enttäuschung schwächer. Ich hatte nach jedem gescheiterten Beziehungsversuch zwar konkretere Vorstellungen davon, wie ich mir eine Beziehung vorstellen würde. Aber ich habe diese Vorstellungen immer weniger gefühlt. Nur die rationalen Vorstellungen wurden mehr. Vor allem auch das "Gefühl" für Männer, mein Instinkt dafür, wer gut zu mir passen könnte, wurde immer schwächer, weil ich meiner eigenen Intuition nach jedem gescheitertem Beziehungsversuch immer weniger getraut habe. Bis zu dem Endergebnis, das mich jetzt überhaupt gar kein Mann mehr anzieht.
Teils aus real erlebtem, das ich wohl innerlich "weitergesponnen" habe. Aber vor allem aus mir, einfach aus meinem Inneren. Vielleicht unterbewusst teils auch von Vorbildern aus meiner Umgebung, die ich auf meine Vorstellung von mir selbst in der Zukunft projeziert habe.
Als ich viel jünger war, hatte ich ein inneres farbiges Bild davon, wie es sein müsste, wie es sich anfühlen müsste mit jemandem eine gute Beziehung zu führen und auch davon wie sich meine Gefühle für ihn anfühlen müssten. Da waren sicherlich auch viele wirklich naive Illusionen dabei. Aber es war voller Gefühl, es lebte, fühlte sich "warm" an.
Ja, bei jedem neuen Beziehungsversuch, mit jedem neuen Mann.
Bis Ende 20 habe ich sehr, sehr gezielt gesucht, bin sehr strategisch vorgegangen und hatte sehr präzise Anforderungen an meine potenziellen Dates. Irgendwann habe ich mir dann vorgenommen einfach offener zu sein und mich auch mal überraschen zu lassen. Entsprechend wurden meine Anforderungen geringer.
Nein, bei diesen Dates waren schon sehr viele dabei, die mir theoretisch sehr entsprochen haben. Aber real hatte man dann einfach keinen Draht zueinander. Die Chemie stimmte nicht.Geändert von Inaktiver User (20.03.2009 um 23:00 Uhr)
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20.03.2009, 22:59
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Ich frag jetzt nochmal genau nach, um zu verhindern, dass wir aneinander vorbei reden:Zitat:
Zitat von MariaGabriella:
Du schreibst, irgendwie waren deine dates bis vor drei Jahren "alle ganz nett", aber du fühltest dich nicht persönlich angesprochen. Das lässt mich vermuten, dass du nicht so gezielt gesucht hättest, wie es evt. nötig gewesen wäre?
Antwort:
Bis Ende 20 habe ich sehr, sehr gezielt gesucht, bin sehr strategisch vorgegangen und hatte sehr präzise Anforderungen an meine potenziellen Dates. Irgendwann habe ich mir dann vorgenommen einfach offener zu sein und mich auch mal überraschen zu lassen. Entsprechend wurden meine "Anforderungen" geringer.
Nein, bei diesen Dates waren schon sehr viele dabei, die mir theoretisch sehr entsprochen haben. Aber real hatte man dann einfach keinen Draht zueinander. Die Chemie stimmte nicht.
Du schreibst von "Anforderungen" - welche meinst du?
Und du schreibst von "Gefühlen", die bei dir mit jeder Enttäuschung weniger wurden (jetzt ist die Hoffnung ja völlig dahin, wie du auch beschreibst).
"Anforderungen" sind für mich sachliche Prämissen (zb. dass der Mann so und so alt ist, single, und nicht arbeitslos).
Gefühle sind was anderes.
Wie geht das zusammen?
Du hast dir quasi eine Art "Checkliste" erarbeitet? Ich finde das nicht falsch, möchte das nur klären, ob es es so war?
Und dann stelltest du fest, dass die Gefühle, die Chemie nicht passte, zunehmend immer weniger passte?
So in etwa?
Was ist "theoretisch"? Die sachlichen Vorgaben, Anforderungen, Prämissen?Nein, bei diesen Dates waren schon sehr viele dabei, die mir theoretisch sehr entsprochen haben. Aber real hatte man dann einfach keinen Draht zueinander. Die Chemie stimmte nicht.
Oder stimmten die, nur: Das Gefühl (die Chemie) stellte sich nicht ein?
gruß MariaGabriella


Wenn ich Paare in der Stadt sehe, habe ich früher immer einen Stich gespürt - jetzt spüre ich nichts. Nicht mal Eifersucht. Aber auch keine positiven, wohlwollenden Gefühle. Einfach Leere.
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