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21.03.2009, 01:28Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
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21.03.2009, 10:38Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Genau! Ich bin auf diesem "Flirtauge"mittlerweile total blind, da geht nichts mehr. Nett dass Du mir da keinen Vorwurf machst

- aber ich mach mir einen!
Ich fühle mich als totaler Versager in Beziehungsfragen, weil ich theoretisch natürlich weiß, dass ich mich vor allem anderen erst mal innerlich wieder für die Männerwelt öffnen muss und auch wieder ein etwas positiveres Männerbild pflegen muss - sonst kann das völlig selbstverständlich und natürlich nichts mit meinem Beziehungswunsch werden! Aber ich kriege es nicht hin.
Diese Typen gehen mir im Grund alle mehr oder weniger auf die Nerven. Ich merke auch, dass meine Wahrnehmung total selektiv geworden ist. Ich kenne sowohl beruflich wie auch privat eigentlich nur noch Männer, die ich als negativen Einfluß in meinem Leben empfinde. Die positiven Impulse (z.B. auch im Job, bei Gesundheitsfragen, sogar bei organisatorischen Fragen in meinem Alltag wie Handwerksaufträgen etc.) kommen alle von Frauen. Sobald ein Mann auftaucht, gibt es Probleme. Das ist nicht das, was mein Kopf sagt. Aber das ist meine Erfahrung, die mittlerweile meine Gefühlswelt total manipuliert hat.
Dass das nicht nur an der "bösen" Männerwelt liegen kann ist mir rational klar. Andere Frauen haben ja auch positive Erlebnisse mit Männern.
Ich bemühe mich wirklich schon ganz bewusst von einem Mann nur Gutes zu erwarten, wenigstens nicht mit dem Schlimmsten zu rechnen, sondern ihm neutral zu begegnen. Aber ich falle jedes Mal wieder auf die Nase (neulich erst wieder bei einem Kollegen mit dem ich an einem Projekt gearbeitet habe) und sehe meine schlimmsten Befürchtungen, die ich bewusst beiseite geschoben hatte, bestätigt. Ich arbeite jetzt auch beruflich in einem reinen Frauenteam und fühle mich viel wohler dabei, die Kommunikation ist viel unkomplizierter und die Aufgabenteilung auch, der Erfolg bestätigt das. Seither gehe ich viel lieber ins Büro.
Ich weiß, dass ich einen Fehler mache, aber ich habe keine Ahnung wie ich da raus komme.
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21.03.2009, 10:47Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Wenn ich auf meine Gefühle höre, dann läuft das auf eine total paradoxe Situation hinaus: Einerseits wünsche ich mir eine Gemeinschaft in meinem Leben, in der ich Nähe und Liebe geben kann, aber auch gleiches bekomme. Der Mangel, den ich empfinde, dieses Unglücklichsein hat etwas damit zu tun, dass gewisse Bedürfnisse diesbezüglich nicht befriedigt sind und da erhoffe ich mir von einer Beziehung Abhilfe. Das hast Du ganz genau richtig geschrieben. Insofern ja, es geht um Bedürfniserfüllung.
Andererseits möchte ich eigentlich keinen Mann mehr in meinem Leben, wenn ich mir so die reale Männerwelt ansehe.
Wäre ja auch nicht weiter tragisch.
Nur leider bin ich eindeutig heterosexuell, das ist unter anderem "mein Problem"
. Die Menschen, mit denen ich mir evtl. Körperlichkeit vorstellen könnte sind nicht die, mit denen ich mir Partnerschaft vorstellen könnte.
(Ich habe auch versucht beides zu trennen - klappte nicht: irgendwann habe ich an meinem Lover Ansichten entdeckt, die ich dermaßen unsympathisch bis menschenverachtend fand, dass ich ihn danach auch nicht mehr in mein Bett lassen konnte ohne mich schlecht zu fühlen.)
Und zum Thema Lebendigsein: ich fühle mich wirklich ansonsten SUPER, ich habe ein tolles Leben und kann bei vielen Freizeitaktivitäten total aus mir herausgehen. Mein Leben wäre perfekt, wenn ich mich in eine Frau verlieben und mit ihr eine erfüllende Sexualität und eine Partnerschaft leben könnte, denn das ist eigentlich das Einzige, was mir zum Glücklichsein fehlt. Aber die Veranlagung dazu habe ich nicht. Leider.
Irrational, vielleicht krank..Ich weiß.
Aber das ist es, was ich fühle.Geändert von Inaktiver User (21.03.2009 um 10:56 Uhr)
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21.03.2009, 11:47
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Nein, das ist nicht irrational. Ich kann das so gut nachvollziehen. Dabei bist du noch 15 Jahre jünger als ich. -
dann kannst du, meine ich, auch nur so einen finden, dann, wenn du "aus dir heraus gehst", du selbst bist.Und zum Thema Lebendigsein: ich fühle mich wirklich ansonsten SUPER, ich habe ein tolles Leben und kann bei vielen Freizeitaktivitäten total aus mir herausgehen.
Flirten kann man auch nicht erzwingen, manchmal gibts halt nichts zu flirten, es läuft einem nichts nettes über den Weg, so im Alltag, meine ich. Das ist dann einfach so.
Ich kann nur zu diesem Weg über Hobby/Freizeit raten. Da, wo du du selbst sein kannst, wirst du als authentischer Mensch gefunden.
grüße, MariaGabriella
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21.03.2009, 12:13
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Hallo Desi Deira
ich glaube keine Mensch ist absolut hetero-oder homosexuell.
Ich glaube wir sind alle auch bisexuell veranlagt.
Ob es deine Probleme lösen würde ist eine andere Frage. Männer sind ja doch immer um uns herum und man muss mit ihnen auskommen, will man nicht in die Enklave gehen.
Ich muss und musste auch immer noch der Frage nachforschen, warum ich so ein schlechtes Männerbild habe.
Immerhin haben Männer Kriege angezettelt, verfügen über mehr Egoismus und sind auch sonst in vielen Dingen viel härter als wir frauen.
Wie ist dein Verhältnis zu deinem Vater?
Bei mir z.B. liegt es eindeutig hier begründet, warum mein Männerbild negativ ist. Ist aber schon viel besser geworden
Ich arbeite dran.
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21.03.2009, 12:19Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Bei mir auch.
Mein Verhältnis zu meinem Vater ist eine einzige Katastrophe. Ich denke mir häufig, es wäre für mich besser gewesen, einfach ohne Vater aufzuwachsen. Natürlich ergreife ich besonders immer dann die Flucht, wenn ich bei einem Mann Ähnlichkeiten mit meinem Vater sehe..und da gibt es viele. Er ist in vieler Hinsicht einfach dem Durchschnitt entsprechend.
Nur, was bringt mir die kalte, rationale Erkenntnis, dass dort, bei meinem Vater, das Problem seinen Anfang genommen hat?
Das Wissen habe ich schon lange, aber es hat keinerlei positive, heilsame Wirkung auf meine gefühlte Realität.Geändert von Inaktiver User (21.03.2009 um 12:34 Uhr)
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21.03.2009, 12:34Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Guten Morgen beisammen

Hab'mich jetzt durch den ganzen Strang gelesen. Muss ich mir alles erst mal in Ruhe durch Kopf & Herz gehen lassen, denn es ist sehr viel dabei, wo ich spüre, es hat viel mit mir selbst zu tun.
Ich finde die Frage spannend, wie du, liebe desideria, es schaffst, im Kreise der Familie und unter Frauen (Arbeitskolleginnen, Freundinnen) offen, lebendig und, ich sag'mal "natürlich und unverkrampft"- weiss nicht, ob das jetzt so stimmt- zu sein, aber sobald Männer ins Spiel kommen, passiert irgend etwas mit dir. Was läuft da ab?
Das was MariaGabriella gerade sagte: "dann kannst du, meine ich, auch nur so einen finden, dann, wenn du "aus dir heraus gehst", du selbst bist." finde ich in diesem Zusammenhang enorm wichtig!
So, wollte noch was anderes hinzufügen, muss jetzt leider los. Bis später &
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21.03.2009, 13:22
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Ja, dann verkrampfst du, wenn ein Mann in deiner Gegenwart ist.
Warum auch immer. Erwartungshaltung deine/seine, emotionaler Druck, da gibts jede Menge Anhaltspunkte zum Nachdenken.
Die unsägliche Vatergeschichte kenn ich auch. Hab ich aber einigermaßen abgearbeitet.
Buchtipp: "Die Vaterfalle" von S. Steinbrecher, bei amazon erhältlich. Sehr ausführlich geschrieben, die Autorin ist Therapeutin o.ä.
Letzen Endes ist die These dieses Buches, dass Frauen, die eine ungeklärte/misslungene Vaterbeziehung hatten, weil sie dem Vater nicht genügten, um seine Anerkennung kämpfen mussten, im späteren Leben immer wieder dieses Beziehungsmuster wiederholen: Kämpfen um Liebe/Anerkennung vom Mann.
Dies verhindert natürlich, dass diese Frauen überhaupt erkennen, wer ihr Gegenüber/der aktuelle Mann als Mensch überhaupt ist.
Als Mensch, wohlgemerkt, nicht als lebende Checkliste.
Sie erkennen deshalb keinen Menschen, sondern nur einen Mann, mit dem sie die alten, nicht aufgelösten Vaterbeziehungsmuster wiederholen können.. Die führen aber zu nichts, ausser: zu mehr Frust, denn: Um Liebe muss man nicht kämpfen.
Vielleicht ist das ja auch bei dir ganz anders, oder nur ähnlich. Wäre aber mal eine Betrachtung wert.
grüße, MariaGabriella
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21.03.2009, 13:41
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Hallo an alle

Ich habe eben den Strang nur überflogen.
Aber ich finde einiges von mir wieder.
Und vor allem das hier:
Ist mir endlich mit Anfang 30 wie Schuppen von den Augen gefallen.
Ich hatte die letzte einigermaßen normale Beziehung von etwas Dauer mit Anfang 20.
Jetzt bin ich 33 und habe nach einem weiteren schmerzhaften Beziehungsende (nein eigentlich war die ganze Beziehung schmerzhaft, weil wieder mal ein einziger Kampf von mir um einen Mann, der sich gar nicht richtig einlassen wollte, es aber die ganze Zeit behauptet hat) das Gefühl, dass ich innerlich auch auf dem Weg bin, mich von der Option des "Teil eines Paarseins" komplett zu verabschieden.
Ich fange sogar schon an, mich an den Gedanken zu gewöhnen, niemals eine eigene Familie zu haben und die allzu symbiotischen Paare um mich herum machen mich zusehends aggressiv. Nicht im Sinne von Eifersucht sondern von der Wahrnehmung von Abhängigkeit und Trägheit. Wisst ihr was ich meine?
Auf der anderen Seite kann ich mich dann eben doch wieder nicht ganz damit abfinden, dass ich niemals mit jemandem zusammen glücklich sein und mir ein Zuhause aufbauen könnte.
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21.03.2009, 13:46Inaktiver User
AW: Interesse an Männern völlig verloren
Spannend, dass Du ausgerechnet dieses Buch auch gelesen hast
Ich habe das nach meinem letzten Beziehunsversuch auch gelesen und die ganze Zeit genickt. Die Analyse der Verhaltensmuster ist sehr treffend und gut beschrieben. Das war bei mir schon so, sicher ist die Realität immer viel vielschichtiger als das in einem Buch dargestellt werden kann. Doch letztlich lief es darauf hinaus, dass ich immer genau wie in meiner Kindheit mehr geliebt habe und mehr gegeben habe, weil ich Anerkennung wollte.
Welche Eigenschaften das von diesem emotionalen Verhalten abgesehen waren, in denen ich meinen Vater in diesen Männern beim Kennenlernen wohl unterbewusst wiedererkannt habe, habe ich bis heute nicht entschlüsseln können. Ich habe nur immer retrospektiv festgestellt, dass ich dann wieder in so einer Konstellation festsaß und bin gegangen.
Aber wie geht es weiter? Die Frage ist mir das Buch schuldig geblieben. Es wurde zwar davon geschwärmt, dass man dann endlich zu herzlichen, befriedigenden, echten Beziehungen fähig sei, wenn man das fatale Wiederholen der unbefriedigenden Vater-Beziehung erkannt hat. Die Anleitung, wie genau das gehen soll, habe ich nicht gefunden. Ich interessiere mich jetzt für niemanden mehr.
Das Gute daran: ich interessiere mich auch nicht mehr für Männer, die mir nicht gut tun und mir letztlich nur Kraft kosten, weil ich um ihre Liebe kämpfe.
Das Schlechte daran: ich interessiere mich aber auch für nichts und niemand anderen sondern einfach für gar keinen Mann mehr.Geändert von Inaktiver User (21.03.2009 um 13:49 Uhr)




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und Nähe und Liebe nicht nur zu erhalten, sondern auch geben zu können ist auch ein Bedürfnis. Schon wieder ein Bedürfnis. Lauter Bedürfnisse also, die danach schreien, befriedigt zu werden. Von jemandem, von einem Partner. Der Partner soll also der Bedürniserfüller sein. Ist es so?
