Das mag schon sein, aber dafür kann man ja wohl kaum Brecht verantwortlich machen.
Das Thema hier ist "Die Liebe und BB" und da ist er ja gleich der frauenbenutzende Schofel. Ich war nicht dabei, aber vllt. gesteht man den Frauen ja einen eigenen Willen zu? Bloss mal so als Frage.
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 31
Thema: Die Liebe und Bertolt Brecht
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05.03.2009, 14:39
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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05.03.2009, 14:42Inaktiver User
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht
Aber das sind so Bilder, die eben immer wieder auftauchen, während es umgekehrt keinen Mann gibt, der aus Liebe bei ihr bleibt, obwohl sie ihn betrügt z.B. Sondern nur den potenten Kerl, der sich holt was er braucht und keinen Sinn hat für romantischen Kram, sondern nur die Fleischeslust genießen will.
Auffallend ist das schon, weil es sich so wiederholt und wenig andere Varianten dabei sind. Ich denk mir, das sagt schon viel über Herrn Brecht selbst aus und sein Männerbild, so ein dürres Krisperl, der wär wohl gern der Supermacho gewesen und hat das dann eben psychisch versucht, wozu er physisch nicht prädestiniert war.
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05.03.2009, 15:23
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht
Sehe ich absolut nicht so.
Zu seiner Beziehung zu den Frauen könnte ich auch etwas mit dieser Version anfangen, da ich wirklich glaube, diese Frauen müssen an der Beziehung partizipiert haben. Aber wie gesagt, ich war nicht dabei ...Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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05.03.2009, 16:24
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht
Na jaaa, also Brecht lese ich jetzt nicht so, dass die darin gezeichneten Damen und Herren seinen Idealvorstellungen entsprechen.
Als "Sympathie-Träger" eignen sie sich in der Regel auch nicht wirklich.
Das Sympathischste ist gerade noch so ihre - wenn vorhandene - Ambivalenz. (Bin aber auch kein Brecht-Kenner).
Ich würde nicht denken, dass er dort ein Frauen- oder Männerbild "zelebriert".
Er stellt es für den Leser/Zuschauer zur Schau.Now, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.
Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.
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05.03.2009, 17:52Inaktiver User
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05.03.2009, 20:25
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht
Dir einen schönen Abend liebe EinewieKeine:
ich meine, BB (liebe ich ja nun doch - die Initialen)
hat selbst keinen Band "Liebesgedichte" herausgeben lassen.
Ich glaube - zumindest - dass viele dieser Gedichte aus den "Hauspostillen" entnommen wurden.
Ich zitierte "Dreigroschenoper", weil diese zum einen sehr bekannt ist, zum anderen für mich zum Thema an sich passt, und dadurch vielleicht einen nicht zusammen getragenen, von BB selbst zusammengefügten Blick ermöglicht.
BB ist - wenn man einige Werke (hier die "Liebesgedichte") zusammengestellt herausgibt - spannend (na gut - ich finde ihn ja eh spannend).
Er ist auch durchweg und unbestritten ambivalent
(beispielsweise promisk und eifersüchtig).
Es ergeben sich (natürlich) ganz neue Interpretationsmöglichkeiten (läßt man den Hintergrund beiseite - ich distanziere mich ausdrücklich vom "Oberlehrerinnenton - und tschüß").
Die Zeit, in der Brecht schrieb und lebte war gekennzeichnet durch
"wackeres Bürgertum" (Prestige-Objekte: Geld und Gattin):
"Die stets so frei sind und die Wahrheit sagen,
damit die Spießer etwas Kühnes lesen:
Wenn man sie sieht, wie das am Abend friert,
mit kalter Gattin stumm zu Bette geht
und horcht, ob niemand klatscht und nichts versteht
und trostlos in das Jahr Fünftausend stiert."
(Brecht, Dreigroschenoper, Ballade vom angenehmen Leben)
Da assoziiere ich: intelligente Frauen, körperbewußte/-orientierte Frauen - nein Danke!
So wie ich Brecht verstehe, hatte er daran weder gefallen noch Spaß.
Das hat er in seinen Werken (mutig) zum Ausdruck gebracht.
Frauen hatten diesbezüglich so gut wie kein Sprachrohr - ich glaube sie durften noch nicht mal wählen, und sie wurden verheiratet.
In diesem Sinne verstehe ich Brecht als "Leuchte" - nicht uneigennützig vielleicht - aber zu beider Vorteil.
Ich freue mich auf einen Kommentar von Dir.
Lieben Gruß,
MatratzeGeändert von Matratze (05.03.2009 um 22:37 Uhr)
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06.03.2009, 05:16Inaktiver User
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht


also, soooo rückständig ist / war deutschland doch nicht. das frauenwahlrecht wurde 1918 eingeführt, brechts werk vor dem exil startete, wenn ich nicht sehr irre, so um die 1924. ich glaube auch nicht, dass es zu dem zeitpunkt zwangsehen in deutschland gab - hab aber zugegeben keine quelle dafür.
jedenfalls: brecht als den großen frauenbefreier, sprachrohr der frauen, etc. zu bezeichnen - ist ein bißchen übertrieben.
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06.03.2009, 12:00
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht
Hi Bibi,
da haste allerdings Recht (Wählen durften sie ja doch schon)!
Ich habe mich insgesamt doof ausgedrückt.
Die goldenen 20er haben viel ins Rollen gebracht.
Das Frauenbild änderte sich - und Abbildungen von Frauen.
Daran hatte auch Brecht für mich (neben vielen anderen) seinen Anteil.
Es liegt mir fern Brecht als "Frauenbefreier" oder ihn selbst als "Sprachrohr der Frauen" zu betrachten.
Mir stellt es sich so dar, dass er sie für seine Arbeit ernst genommen hat.
Ich sehe ihn nicht als "Frauenunterdrücker", eher etwas fortschrittlicher als andere Männer seiner Zeit.
Frau Otto Normal hatte in der Ehe weniger Rechte als Herr Otto Normal, Sexualität war wilhelminisch-prüde (mein Bild von der Zeit).
In diesem Sinne finde ich ihn erfrischend.
Brecht ist ein Künstler, der sich auch selbst zur Kunstfigur gemacht hat. Dabei hatte er - wie viele andere auch - seinen Clan um sich.
Und alle zusammen scheinen sie recht kreativ gewesen zu sein und ihren Spaß gehabt zu haben. Auch die Frauen.
In diesem Sinne bade ich gerne in seinen Blubberbläschen.
Gruß,
Matratze
(die es begrüßt, dass B. B. kein Intellektueller war wie Sartre, sonst hätte ich mich nicht bei Gedichten amüsiert, sondern Ausführungen zur Begründung seines Harems säuerlich kommentiert.)Now, bring me that horizon.
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06.03.2009, 12:09Inaktiver User
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht
vielleicht ist es das, was mich so schaudern läßt. weil ich glaube, dass stimmt: er hat sie für SEINE arbeit ernst genommen. IHRE arbeit hat er nicht ernst genommen. das hat für mich sowas von erfüllungsgehilfntum ...

weniger rechte: ja. was die sexualität angeht, so denke ich immer noch 'prüde' ist keine frage einer zeit sondern immer nur einer person. alles, was menschen so miteinander anstellen können, ist sicher auch immer angestellt worden.Frau Otto Normal hatte in der Ehe weniger Rechte als Herr Otto Normal, Sexualität war wilhelminisch-prüde (mein Bild von der Zeit).
ich gebe aber einschränkungslos zu, dass ich brecht einfach nicht mag - als mensch (soweit ich das beurteilen kann) ist er mir sehr unsympathisch, als künstler halte ich auch nicht viel von ihm. ich gebs zu ...
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06.03.2009, 12:51
AW: Die Liebe und Bertolt Brecht
Also Helene Weigel hat er doch sicherlich sehr ernst genommen.
Sie hat sich als Schauspielerin weiterentwickelt, hat das Theater geleitet, einen eigenen Platz in der Künstlerriege.
Er hat eine starke und künstlerisch-eigenständige Frau an seiner Seite gehabt.
Prüde:
Es gibt natürlich individuelle Unterschiede, aber auch prüde und weniger prüde Epochen in der Geschichte.
Und sicher, es wurde grundsätzlich auch immer alles angestellt - mal von mehr Menschen, mal von wenigen.
Super fand ich übrigens Dein Post mit dem "schalen Geschmack im Mund"!
Als Künstler bringt er mich zum Lachen (irgendwie beklommen stöhnende Engel ficken, die mann 2x kommen lassen muss, nicht dass die einen Schock kriegen. Und als Abschluss-Beratung: nur nicht anschauen und bloß nix zerdrücken)
- Und dennoch, auch wenn ich lachen muss, es hat was. Ambivalenz, geschickt gemacht. -
Benn ist da natürlich ganz anders.
Aber ob Brecht für mich als Mensch sympathisch rüberkommt?
Irgendwie scheitere ich da immer an seinem Haarschnitt bei dieser Frage.Now, bring me that horizon.
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