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    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    das ist der punkt. ich finde sie nämlich nicht schön - und das gar nicht weil ich denke 'brecht als ausbeuter'.

    gottfried benn war auch nicht unbedingt ein anständiger mensch und sein morgue-zyklus drückt wirklich keine schönen gefühle aus - und ich finde den abgöttisch gut.

    bei diesen brecht-gedichten dagegen: ich finde das gefühl und auch die poesie: falsch, unschön, mir macht es einen schlechten geschmack im mund
    Klar das ist Geschmackssache!

    Interessant ist dabei, dass Du nur das was "schön" ist magst.

    Das ist auch eine Frage von Geschmack.

    Es gibt Bilder, die sind nicht gerade "sozialtauglich" und denen kann ich auch was abgewinnen. Ich erwähne in diesem Zusammenhang mal Balthus, der ja einen ziemlich pädophilen Eindruck macht....aber das sind wirklich auch tolle Bilder.

    Über Brecht kann man allerdings streiten, finde ich. So der tolle Poet ist er nun auch nicht-die erotischen Gedichte waren auch gar nicht für die Veröffentlichung vorgesehen-von daher denke ich, es war wohl auch nicht sein Spezialgebiet und sie verkaufen sich, weil er eben einen Namen hat. Aber so richtig zu Ruhm ist er damit auch nicht gekommen, oder?

  2. Inaktiver User

    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Zitat Zitat von Joshuatree Beitrag anzeigen

    Interessant ist dabei, dass Du nur das was "schön" ist magst.

    wie kommst du darauf? :oooh: :wie:

    du kennst den von mir erwähnten morgue-zyklus von benn nicht? anders kann ich mir deine obige aussage nicht erklären.

    schön im sinne von ästhetisch ist der nicht.

    es sei denn, man steht auf angenagte mädchenleichen ...

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    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    du kennst den von mir erwähnten morgue-zyklus von benn nicht?
    Na dann bin ich jetzt gespannt!
    Den werde ich jetzt mal suchen und lesen!

    es sei denn, man steht auf angenagte mädchenleichen ...
    ich fürchte ich mach das erst nach dem Frühstück...

  4. Inaktiver User

    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Zitat Zitat von Joshuatree Beitrag anzeigen

    ich fürchte ich mach das erst nach dem Frühstück...

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    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich hab sehr grundsätzlich ein großes problem mit dieser art von 'bedingungsloser liebe'.
    Hi,

    Brecht nicht auch?
    Mir fällt da die Dreigroschenoper ein:
    "Mond über Soho" oder der Anstatt dass song, dieses "woo duuu hin gehst, will auch ich hinnnngehen".

    Beim ersten Gedicht "ich will..." fällt mir Schopenhauer ein:
    "Der Mensch kann tun, was er will - aber er kann nicht wollen, was er will".

    Das Regentropfen-Gedicht bringt mich zum Lachen. Stelle man sich mal bildlich vor.

    "Über die Verführung von Engeln" finde ich klasse - hat olle Brecht übrigens mit "Thomas Mann" signiert - Frechdachs.

    Der widerrum sagte über ihn:
    "Das Scheusal hat Talent".

    So erwirbt der Apfel seinen Ruhm, in dem er verzehrt wird.

    Und ich denke nicht, dass er Frauen ausgebeutet hat. Die waren doch gern bei ihm und haben vom kreativen Kollektiv mit Brecht an der Spitze durchaus profitiert, zumindest mussten sie nicht brav und bürgerlich sein und mussten sich nicht langweilen.
    Now, bring me that horizon.

    Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.

    Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
    NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
    Kein Foster - keine Rettung.
    Smashie starb am 17.09.2016.
    Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
    Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.

    Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.

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    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bertold Brecht, hat Frauen, die sich zu ihm hingezogen gefühlt haben, geistig ausgenutzt, nicht nur als Musen. Er war sehr begabt darin. Das ist ein altbekannt. Er hat ihr kreatives Potenzial gzeielt genutzt und viele seiner Texte entstanden unter Mitarbeit von Frauen. Den Ruhm und den Marktwert hat er dann für sich abgeschöpft und den Anteil und Zuarbeit der Frauen unterschlagen.

    Einspruch: Brecht hat im Kollektiv gearbeitet. Sie haben ihre Potenziale gegenseitig genutzt.
    Den Anteil der jeweiligen Frauen hat Brecht nie unterschlagen - ganz im Gegenteil - er war doch eher dafür bekannt, dass er genau dies anerkannte.
    Frauen als Opfer privater Machtverhältnisse zu sehen wird als politisch korrekter gesehen als sie als -wenn schon Opfer - dann als Opfer ihrer Zeit zu sehen. Bürgerliche Frauen haben veröffentlicht, der Rest durfte sich weiter langweilen und darben.


    Insofern ergeben die "Liebes"gedichte von ihm, als "Frau" geschrieben, absolut Sinn. Denn genau solche Frauen brauchte er - und bekam er auch.
    Hat er aus "Sicht der Frau" formuliert.
    Aber Brecht hatte ein Anliegen mit seinen Werken:
    Gesellschaftskritik in der Form, dass das Denken nicht das Sein bestimmt, sondern das gesellschaftliche Sein das Denken.

    Das geschilderte Lieben ist für mich ein Klischee.

    Zu den Frauen die er bekam:
    Mir ist nicht bekannt, dass die nun besonderen romantischen idealvorstellungen anhingen. Und er hat sie auch nicht im Zweifel über seine Absichten oder Einstellungen gelassen.
    Das waren keine "Häschen".*räusper...
    Geändert von Matratze (03.03.2009 um 19:20 Uhr)
    Now, bring me that horizon.

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    Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
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    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Zitat Zitat von Joshuatree Beitrag anzeigen
    Poesie!

    Steht doch für sich.

    Ich habe auch gehört dass er ein totaler Frauenausbeuter war.

    Und das schwingt für mich auch mit.

    Aber Kunst ist und bleibt es für mich. Die steht dann für sich. Und ich mag die Gedichte-weil sie etwas transportieren.

    So sehe ich das.

    Ich lese die Zeilen und dann schwingen die Worte nach, berühren einen schönen Gedanken und werden größer.
    Brecht hat ja meist nicht so schöne Gedanken schwingen lassen...ich mein ja bloß...

    Er wollte zum Nachdenken anregen.

    Also hat er das Gewohnte so verpackt, dass es als Verfremdung gerade noch erkannt werden konnte.
    So les ich ihn - und wie ihr inzwischen gelesen habt - ich liebe ihn dafür, finde ihn auch häufig ausgesprochen witzig.
    Now, bring me that horizon.

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    Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
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    Smashie starb am 17.09.2016.
    Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
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  8. Inaktiver User

    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Ich mag die Liebesgedichte sehr und hab sie auch schon öfter verschenkt. Sind manchmal schon sehr deftig, dann gibt es aber auch sehr zarte und poetische Stellen, der Kontrast ist erstaunlich.

    Erinnerung an Marie A finde ich auch sehr schön.

    Es fällt aber schon auf, auch in der Ballade von Hanna Cash z.B., dass Brecht da schon so ein Frauenbild zelebriert: die treue Frau, die aus Liebe mit ihrem Mann durch dick und dünn geht, auch wenn er sie noch so schlecht behandelt, einfach weil sie nicht anders kann.

    Vielleicht sollte ich mir mal Gedanken über mein Liebesideal machen??

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    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Es fällt aber schon auf, auch in der Ballade von Hanna Cash z.B., dass Brecht da schon so ein Frauenbild zelebriert: die treue Frau, die aus Liebe mit ihrem Mann durch dick und dünn geht, auch wenn er sie noch so schlecht behandelt, einfach weil sie nicht anders kann. Vielleicht sollte ich mir mal Gedanken über mein Liebesideal machen??
    Dieses habe ich aber immer als ein (sozial)kritisch gemeintes Bild empfunden, er meinte das doch wohl kaum als Vorbildfunktion ...

    Zu den Frauen die er bekam:
    Mir ist nicht bekannt, dass die nun besonderen romantischen idealvorstellungen anhingen. Und er hat sie auch nicht im Zweifel über seine Absichten oder Einstellungen gelassen.
    Das waren keine "Häschen".*räusper...
    Ich weiss auch nicht, warum Frauen in derartigen Beziehungen immer die Opferrolle zugeschrieben wird, die werden schon gewusst haben, was sie tun. Wenn sie mit ihm und durch ihn Liebe erfahren haben und eine grosse gemeinsame Kreativität erlebten, dann ist das doch schon eine ganze Menge.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: Die Liebe und Bertolt Brecht

    Zitat Zitat von Sprachlos Beitrag anzeigen
    Ich weiss auch nicht, warum Frauen in derartigen Beziehungen immer die Opferrolle zugeschrieben wird, die werden schon gewusst haben, was sie tun. Wenn sie mit ihm und durch ihn Liebe erfahren haben und eine grosse gemeinsame Kreativität erlebten, dann ist das doch schon eine ganze Menge.
    Hallo
    das mit der Opferrolle ist nicht der Punkt.
    Der Punkt ist, dass Frauen früher kaum an die Öffentlichkeit getreten sind und auch nicht öffentlich für ihre Leistungen gewürdigt wurden.

    Hat nicht auch George Sand unter Pseudonym veröffentlicht?
    Ich bin gerade auf Virginia Woolf gestossen-das tut mir immer gut, die Dinge aus der Sicht eriner Frau zu betrachten.

    Schlimm ist halt, dass es leider ganz vielen Frauen die genauso talentiert waren wie z.B. ein Brecht nicht die Möglichkeiten hatten wie ein Mann.

    Also haben sie sich mit der Rolle einer Muse zufriedengeben müssen.

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