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    Zum aktuellen Bericht in der neuen Brigitte zum Thema „Schöne Männer“.

    Hier schreibt ein Endvierziger, aber immer noch „Schöner Mann“, der nicht nur gute Erfahrungen mit der Schönheit gemacht hat.
    Hier möchte ich weder prahlen, noch bin ich auf das Mitleid der Leserinnen aus.
    Was ich möchte, ist es, offen und ehrlich über meine Erfahrungen zu sprechen.
    Eigentlich möchte ich nur klar machen, dass es nicht gut ist, sein Gegenüber vorschnell in eine Schublade zu stecken. Allzu oft sind es nur oberflächliche und subjektive Eindrücke, die nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun haben.


    Als Knäblein machte es mir noch am wenigsten aus, ständig Sätze zu hören, wie: „Ach schau mal, der hübsche Junge dort.“, oder, „Komm her, zeig mal deine langen Augenwimpern.“
    Auch daran, dass man mir ständig mit den Händen in Haaren herummachte, gewöhnte ich mich. Natürlich habe ich es auch schon im Vorschulalter umrissen, dass ich ein hübscher Bengel war. In der Schule hatte ich einen Klassenlehrer, der scheinbar abgrundtief neidisch war. Er ließ keine Gelegenheit aus, mich als dumm abzustempeln und mobbte mich wo es nur ging.
    Richtig unangenehm wurde mir das ganze erst viel später, so ab der Pubertät. Es war einfach unerträglich, Kommentare über mein äußeres zu hören, und so machte ich mich eher unbewusst hässlich. Das heißt: lange ungepflegte Haare, fieser Schnauzbart, und, was damals in Mode war, Rockerkleidung.
    Ich weiß gar nicht wie oft ich nun zu hören bekam, dass mir die langen Haare und der Schnauzbart ja wohl gar nicht stehen würden, ich wäre doch früher viel hübscher gewesen.
    Also: Flucht zwecklos.
    An Frauen hatte ich schon Interesse. Jedoch die, die ich wollte, fanden scheinbar nichts an mir. Die Jahre strichen dahin. So muss ich auch zugeben, dass meine damaligen Vorstellungen was Beziehungen betraf, sehr naiv waren. Im Grunde genommen war ich noch gar nicht reif für eine Partnerschaft. Heutzutage nennt man das Spätentwickler.
    Mir war es aber auch ansonsten nie langweilig, ich hatte ja immer noch meine Kumpels, und es war immer was los. Mir fehlte nichts. Bald jedoch zogen sich immer mehr von den Kumpels zurück, weil sie Beziehungen hatten. Nur ich blieb am Ende übrig. Fortan wurde ich immer mehr und immer öfter für schwul gehalten. Das war ich beileibe aber nicht.
    Meine Hemmungen gegenüber Frauen wurden dann aber immer ausgeprägter. Bei schönen Frauen waren das schon ausgeprägte Komplexe. Auch heute machen mich schöne Frauen, obwohl ich sie begehre, eher Krank vor Nervosität.
    Irgendwann später, als ich schon lange in Beziehung war, hatte ich dann ein langes, tief greifendes Gespräch mit einer früheren Verehrerin, die ich jedoch nie wollte. Auf jeden Fall öffnete sie mir die Augen. Sie versuchte mir klar zu machen, dass mein Auftreten sehr, sehr arrogant wirkte, und ich ansonsten eher naiv herüberkäme. Sie hätte mich jedoch schon immer durchschaut, und sie wüsste genau, dass hinter meiner Fassade kein seichter Typ stecken würde.
    Nun ja, naiv war ich ja auch bekennend, aber zu keiner Zeit arrogant.
    Es gab nichts, was ich seit jeher mehr gehasst habe, als Arroganz. Fanatismus vielleicht noch. Nein, das war keine Arroganz, sondern schlicht und ergreifend Schüchternheit und Unsicherheit.

    Schönheit hat mir nicht immer genutzt. In der Berufswelt und besonders bei den Kollegen war sie eher hinderlich. Im Alltag und im Umgang mit Menschen ist sie sehr angenehm – vor der Fassade. Auch wenn man es nicht eingestehen will, mit feinsten Antennen spürt man doch immer wieder den Blick bewundernder Frauen, oder auch eben neidische Männer. Wer sagt, dass ihm das nichts bedeuten würde, der lügt.
    Umso schlimmer ist dann das Gefühl, wenn sie einmal nicht mehr da ist, die Schönheit.
    Vor einigen Jahren wurde ich für längere Zeit chronisch krank, ich wirkte fahl und eingefallen. Da merkt man den Unterschied. Wie mechanisch reagieren doch die Menschen. Wenn man gut aussieht, wird man doch immer einen Ticken freundlicher und zuvorkommender behandelt. Das allerschlimmste jedoch ist, man selber ist kein bisschen besser.
    Etwas, was man sich mit Gewalt abtrainieren sollte. Was unterscheidet „die Anderen“
    denn von den schönen Menschen?
    Letztendlich sollte doch immer noch der Spruch: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“ zum Gesetz werden.

    Gruss
    Truthlover

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    AW: Zum aktuellen Bericht in der neuen Brigitte zum Thema „Schöne Männer“.

    Hallo Truthlover,

    ist doch so: Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

    Aber warum dafür so einen langen Abriss Deiner Lebensgeschichte?

    Und wieso quält Dich das?

    -ND-
    Das Glück gehört denen die sich selber genügen." Aristoteles



    .

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    AW: Zum aktuellen Bericht in der neuen Brigitte zum Thema „Schöne Männer“.

    Hi

    Von quälen kann nicht die Rede sein.
    Es handelt sich um ein Titel-Thema der neuen Brigitte und ich dachte es interessiert jemanden, wenn ehrlich geschrieben wird.
    Frag mal Brigitte, warum sie so viele Seiten dafür verschwenden.
    Vielleicht weil die Menschen dort wichtiger und interessanter sind als Normalbürger wie ich.
    Vielleicht sind aber auch nicht alle ganz so oberflächlich, und wollen etwas mehr erfahren.

  4. User Info Menu

    AW: Zum aktuellen Bericht in der neuen Brigitte zum Thema „Schöne Männer“.

    Hallo Truthlover,

    ich lese die Brigitte äußerst selten, so wenn ich beim Zahnarzt bin, oder beim Friseur.

    Aber die BriCom liebe ich.

    Wir schreiben hier alle ehrlich:

    Es gibt sechs milliarden menschliche versionen der wirklichkeit auf diesem planeten, die alle als wahrheit angesehen werden. (Bruce H. Lipton)



    -ND-

    PS: Wer hat Dich genormt?
    Das Glück gehört denen die sich selber genügen." Aristoteles



    .

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    AW: Zum aktuellen Bericht in der neuen Brigitte zum Thema „Schöne Männer“.

    Hallo -ND-

    Die Diskussion "Was ist normal?" und sezieren von Sätzen kenne ich.
    OK: Normal ist jeder für sich - und doch keiner wirklich.
    Oben meinte ich mit "normal" eben "Nicht in der Öffentlichkeit stehend" oder "Nicht öffentlich bekannt.

    Zufrieden?

    Gruss

  6. Inaktiver User

    AW: Zum aktuellen Bericht in der neuen Brigitte zum Thema „Schöne Männer“.

    Neid muß man sich verdienen - Mitleid bekommt man geschenkt.

    Ich gehöre zu den "Schönen" - aber das liegt ja auch immer im Auge des Betrachters, ist Geschmackssache etc.pp

    Was ich damit sagen will, ich war zu keiner Zeit in meinem Leben schüchtern, verklemmt oder mit Komplexen beladen. Das schiebe ich aber nur zur Hälfte auf mein Aussehen, dass mir sicher privat und beruflich immer geholfen hat, zur anderen Hälfte ist es die Erziehung meiner Eltern, die mir immer deutlich gemacht haben, wer ich bin und dass ich alles erreichen kann.

    Schönheit kommt auch von innen, strahlt von innen nach aussen. Wenn jemand innen häßlich ist, dann nützt seine ganze äußere Schönheit überhaupt nichts.

    justmy2p

  7. Inaktiver User

    AW: Zum aktuellen Bericht in der neuen Brigitte zum Thema „Schöne Männer“.

    Ein schöner Mensch zu sein, das bedeutet noch lange nicht, auch wirklich "attraktiv" zu sein.

    Was mir auffällt ist: Das Beharren darauf, ein "schöner Mensch" (okay, "Mann"), zu sein. Das Bild eines Menschen, es sollte "rund" sein. Nur eine gut aussehende Hülle ist nicht alles.

    Ich habe auch schon schöne Männer kennengelernt, aber ich konnte diesen nichts anfangen. Ich treffe mich mit Menschen, weil ich etwas unternehmen möchte, mich austauschen - und nicht, um sie nur anzusehen.

    Damit unterstütze ich Dharmas letzten Satz, dass Schönheit vor allem auch von innen kommt. Es gibt Menschen - ich sehe sie vielleicht nicht gleich, aber wenn sie reden, wenn sie sich bewegen - dann sind sie wunderschön...

    Anima

  8. User Info Menu

    AW: Zum aktuellen Bericht in der neuen Brigitte zum Thema „Schöne Männer“.

    ja, wahre schönheit kommt von innen,
    aber : der mensch sieht nun mal zu erst ins gesicht und dann entscheidet er ob er sich auf den menschen einlassen will.

    und schöne (eigentlich ja nur der gerade modernen norm entsprechende) menschen haben es eben leichter, denkt man.

    jeder mensch ist anders, und so können einige ihre schönheit nutzen und anderen ist sie eher lästig, oder sie fühlen sich nicht wohl in ihrer haut
    ob schöner mann oder schöne frau, beide werden schnell auf ihre schönheit reduziert

    ich selber bin echten schönheiten gegenüber skeptisch, viele bilden sich darauf etwas ein.
    ich habe aber auch schon, für mich wirklich schöne menschen kennengelernt, die sich dessen gar nicht bewusst waren und dementsprechend locker waren. denen hat bestimmt auch nicht immer jemand gesagt, das sie schön sind.

    schön sein hat, wie alles im leben, eben zwei seiten.
    Sich selbst bekriegen ist der allerschwerste Krieg
    Sich selbst besiegen ist der allegrößte Sieg

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