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Thema: Wer bin ich?

  1. Inaktiver User

    AW: Wer bin ich?

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    Hallo Nadine,

    da ich mich gerade in dieses forum verlaufen habe, möchte ich Dir kurz schreiben.

    So rückblickend betrachtet (ich bin jetzt 48) mußt Du mit 22 gar nichts.

    Ich hatte mit anfang 20 sehr klare vorstellungen, wie ein erwachsenenleben auszusehen hat und ich habe das durchgezogen. Aus heutiger sicht will ich nicht sagen, daß alles falsch war, aber ich hätte mir viel mehr zeit lassen sollen, all die anderen möglichkeiten, die es auch noch gegeben hätte, anzusehen und mir selbst da viel mehr freiheiten und zeit lassen sollen. Später läßt sich manches nur noch schwer ändern, vieles gar nicht mehr.

    Ich finde es - inzwischen - gut, sich entscheidungsfreiheit und zeit dazu zu lassen, so lange das bedeutet, daß man bei sich selbst schaut, wo einen eigene ideen und interessen gerade hinleiten und sich nicht von den meinungen anderer dirigieren lässt. Das sollte die konstante im eigenen leben sein, alles andere findet sich, wenn es zeit dafür ist .

    arabeske
    Da unterschreib ich jedes Wort-

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    AW: Wer bin ich?

    Hallo!

    Ich denke, dass das mit meinem Vater wohl das größte Problem ist. Ich habe es nicht richtig verarbeitet! Ich bräuchte oft noch seine Meinung und seine Ansichten.

    Es ist richtig, dass ich ihn in einer schwierigen Zeit verloren habe. In der Zeit zum Erwachsenwerden. Ich hatte auch keine Zeit mich auf seinen Tod vorzubereiten. Das ging innerhalb von nicht mal 2 Tagen! Wir haben das Todesurteil bekommen und er war schon gar nicht mehr wach, sondern blieb gleich in der Narkose. Wir hatten nicht mal mehr eine Chance, uns von ihm "persönlich" zu verabschieden...

    Ehrlich gesagt, versuche ich das immer alles zu verdrängen. Ich war schon ewig nicht mehr am Friedhof. Das verletzt mich zu sehr. Ich kann einfach nicht hingehen, warum weiß ich nicht. Auch wenn ich noch so gerne möchte...

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    AW: Wer bin ich?

    Ich denke aber doch, dass das der Knackpunkt ist, an dem du arbeiten solltest. Kannst du dir keinen Menschen vorstellen, mit dem du darüber reden kannst? Oder doch einen Therapeuten aufsuchen, den du vertrauenswürdig findest....?

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    AW: Wer bin ich?

    Ich war wegen diesem Thema schon mal bei einem Therapeuten. Allerdings hat das irgendwie nichts gebracht. Ich hatte einige Stunden in Anspruch genommen. Fast ein Jahr lang - wöchentlich eine Stunde.

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    AW: Wer bin ich?

    Hattet ihr denn einen Draht zueinander, du und der Therapeut? Ich vermute, du konntest dich nicht so richtig öffnen, oder?

    Bei uns gibt es in der Kirche auch Ansprechpartner für sowas.... hast du das schon mal in Erwägung gezogen?

    Noch ein Vorschlag: wieso schreibst du deinem Vater nicht Briefe? Du kannst alles reinschreiben, was dich bedrückt, aber auch ihm Vorwürfe machen oder ihm sagen, dass du ihn vermisst. Und dann verbrennst du die Briefe, statt sie zur Post zu bringen....?

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    AW: Wer bin ich?

    Zitat Zitat von Nadine1886 Beitrag anzeigen
    Leider ist das mit dem Reden über den Tod meins Vaters nicht so einfach. Auch diesen Minuspunkt habe ich von meinem Vater, dass ich einfach nicht über Gefühle reden kann! Ich weiß, das ist nicht richtig, aber ändern lässt sich das nicht so leicht.

    Mit meiner Mutter kann bzw. möchte ich nicht darüber reden. Warum weiß ich auch nicht so genau, aber irgendwas sträubt sich da innerlich. Andere Verwandte habe das doch schon lange wieder "vergessen". Mit meiner Oma, die nochmehr leidet wie ich, weil ihr Sohn gestorben ist, kann ich erst 3x nicht drüber reden, da sie sofort zu weinen beginnt, sobald ich nur seinen Namen in den Mund nehme!
    Hallo Nadine,

    daß ist sicher sehr schwer, wenn nicht einmal mehr zeit zum abschiednehmen bleibt.

    Ich habe dieses posting von dir rausgesucht, weil ich mir gut vorstellen kann, daß gerade unter diesen umständen alle, die deinem vater näher standen, auch unter der sprachlosigkeit still vor sich hinleiden - nicht nur Du.

    Über den tod reden können, das entlastet, auch wenn´s vielleicht erst schwer ist, wenn der ganze kummer hoch kommt.

    Was ist denn so schlimm daran, wenn Du mit deiner oma gemeinsam weinst? Und vielleicht kann und mag deine oma ja dann mit dir über deinen vater reden und vielleicht kann dir das ein kleines bißchen die gespräche mit deinem vater ersetzen.

    Ich finde den vorschlag von Cytheria mit den briefen eine gute idee, aber ich denke, es ist auch gut, wenn Du dich mit anderen austauschen kannst, denen dein vater viel bedeutet hat - und bestimmt fehlt dieser austausch auch deinen angehörigen.

    arabeske
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

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    AW: Wer bin ich?

    Hallo Nadine,

    ich habe beim Lesen Deines Eingangspostings festgestellt, daß ich mich in deiner Selbstbeschreibung rückblickend sehr viel wiederfinden kann.

    Deine Probleme sind f.m.E altersbedingt und vielleicht völlig normal, wenn nicht die persönliche Situation des Todes Deines Vaters hinzukäme. Ich habe vor 15 Jahren meinen Bruder verloren und leide heute noch.

    Ich habe Dir mal einen auszug aus einer Rede von Linda Johnson aus dem Jahre 2004 hier 'reinkopiert. Hoffentlich schreckt Dich die stellenweise erwähnte Quelle des Buddhismus nach Nichiren Daishonin (dem geistigen Begründer) nicht ab, aber ich finde diese Worte hilfreich für jeden Menschen, egal, ob er einen Bezug zum Buddhismus hat oder nicht.

    Gruß
    Nastasja.F

    Jedes Leben hat in jedem Moment zwei Möglichkeiten: positiv und negativ. Alles im Leben, einschließlich unseres Inneren, besitzt Stärken und Schwächen.
    Egal wofür du betest, der Prozess, der dich zum Erfolg führt, ist immer dergleiche. Ausgang ist immer die menschliche Revolution von innen heraus.

    In dem Moment, indem wir mit einem anderen Menschen Schwierigkeiten bekommen, ist die erste Reaktion, sich zurückzuziehen. Das geschieht instinktiv als Schutz vor Verletzung. Und dann, wenn wir wütend sind, betrachten wir diese Person aus einem urteilenden Blickwinkel, um festzustellen, was mit dieser Person nicht stimmt. Das führt schließlich zu der Einstellung:"Ich leide, weil du dich nicht richtig verhälts." Aus diesem Blickwinkel heraus, dass alles von uns getrennt ist, denken wir zu wissen, wie wir nicht mehr leiden müssen. wir beschließen:"Dir werd ich's zeigen." Wir ziehen uns auf den Intellekt zurück und entwickeln eine ausgeklügelte Strategie, wie wir's der Person zeigen werden". Dadurch lernen wir allerdings nichts dazu. - und dann wiederholen wir diesen Prozess wieder und wieder. Und schließlich kommen wir an den Punkt, an dem wir das Drastischste tun: Wir beschließen "Mir reichts. Entweder du gehst oder ich." aber, obwohl wir eine solche Konsequenz ziehen, läuft nach einer Weile der gleiche Film in unserem Leben wieder ab.

    Nichiren Daishonin erklärt, dass der Grund dafür, dass das gleiche Szenario immer und immer wieder in unserem Leben abläuft, darin liegt, dass wir ein falsches Verständnis von der wahren Beziehung zwischen uns und unserer Umgebung haben. Letzlich müssen wir zu der Erkenntnis gelangen, dass wir die Autoren, Regisseure und Akteure unseres Lebens sind. In jedem Moment erschaffen wir alles mit unseren Gedanken, worten und Taten und erkennen schließlich, dass wir das Drama, das sich hier abspielt, selbst geschrieben haben. Wenn dir dein Drama nicht gefällt, solltest du besser die worte und Sätze, die die Grundbausteine dieses Dramas sind, ändern. Du änderst sie aus deinem Inneren heraus mit Gedanken, Worten und Taten.

    Im Buddhismus sind Hindernisse ein Zeichen dafür, dass du etwas richtig machst. Egal wofür du auch immer chantest - wenn du von deinem Morgengongyo aufstehst und durch den Tag gehst, sind Hindernisse, denen du begegnest, die Antworten auf dein Gebet. Das bedeutet, dass jedes Hindernis, dem du an diesem Tag begegnest, speziell auf dich und dein Gebet zugeschnitten ist. Es ist dein Geschenk vom Gohonzon, um dir genau zu zeigen, wovon du dich nichtmehr negativ beeinflussen lassen sollst, damit sich deine Gebete erfüllen.

    nichirin Daishonin sagt uns sehr deutlich, dass das einzige, was uns zur Erfüllung unserer Wünsche im Weg steht, wir selbst sind. Er spricht in der Gosho darüber.....Anders gesagt: Gebete zum Gohonson sollten Gebete sein, in denen wir die Verantwortung übernehmen, das zu erschaffen, wofür wir beten. Und der Prozess, wie man dahin kommt, ist immer der gleiche. Es ist der Prozess von Moment zu Moment über unsere Negativität zu siegen, denn es sind immer wir selbst, die von dem "bösen Zwilling" beeinflußt werden, der in uns wohnt und der uns immer von all dem erzählt, was wir alles nicht können.

    Wenn wir den "trennenden Blick" auf unsere Realität anwenden und alle Dinge als getrennt von uns betrachten, lassen wir uns allzu leicht davon überzeugen: "Die Realität sagt mir, dass ich das nicht haben kann." Das ist nicht Nichiren Daishonins Buddhismus! Realität ist eine Ursache-Wirkung-Beziehung zu dir und ihrer Erschaffung durch Gedanken, Worte und Taten, die jeden Moment wirkt. Wenn du denkst, dass deine Umgebung dir sagt, "du kannst etwas nicht haben", wird lediglich die Tatsache reflektiert, dass du nicht daran glaubst, dass du es haben kannst. folglich müssen wir das gebet dazu benutzen, den Mangel an Überzeugung in Überzeugung zu verwandeln. Es geht immer darum, über uns selbst zu siegen. Das heißt nicht, dass unser "negativer Zwilling" den mund halten wird, und du mußt ihm auch nicht den Mund verbieten. Du musst ihn auch nicht zur Ruhe bringen. Stattdessen musst du ihn zu deinem besten Freund machen, indem du ihn als die Testperson wahrnimmst, durch die du dich nicht länger negativ beeinflussen lässt.

    Ein anderer Grund, warum wir chanten, ist der: Nichiren Daishonin, dass wir Buddha sind und der einzige Unterschied zwischen einem buddha und einem gewöhnlichen Menschen ist, dass der gewöhnliche Mensch noch nicht zu der Tatsache erwacht ist, dass er ein Buddha ist. Mit dieser und vielen anderen goshos versucht er uns zu sagen, dass alles, was wir brauchen, um den Problemen zu begegnen, die in unserem Leben erscheinen, bereits in uns vorhanden ist. Es ist da, und du musst nicht jemand anders werden, um das anzuzapfen. Begreif einfach, dass es in deinem Leben einen unendlichen Vorrat von allem gibt, was du benätigst, um jedem Umstand, in dem du dich wiederfindest, begegnen zu können. Du musst anfangen, aus diesem Glauben und dieser Überzeugung heraus zu chanten.
    Fang an, das Leben pro-aktiv zu leben. Fang an, dafür zu chanten, das anzuzapfen, was du brauchst, wenn du es brauchst. Dies erklärt die Theorie von den zehn Welten: Bloß weil ein Umstand, ein Gefühl oder eine emotion gerade aktiv ist, heißt das nicht, dass die anderen nicht existieren. Sie werden immer als Antwort auf die richtige Ursache erscheinen.
    Die Umstände, in denen du dich in deinem Leben befindest, definieren letztlich nie, wer du bist oder was du werden kannst. Wie du die Umstände in deinem Leben benutzt - ob du dich entscheidest, damit konstruktiv oder zerstörerisch umzugehen - entscheidet über die Wirkung auf dein Leben.

    Es ist unerlässlich, dass wir anfangen, Verantwortung dafür zu übernehmen, was wir mit unserem Leben wollen, einschließlich der Qualität der Beziehungen, die wir in unserem Leben haben wollen. Wir sollten so beginen: Ich möchte mich engagieren, das Leben zu gestalten, anstatt mein leben damit zu verbringen, darauf zu reagieren, wie die anderen sich verhalten und was sie wollen. Nur darauf zu reagieren, bedeutet aus der Sicht des Gesetzes von Ursache und Wirkung, auf eine Wirkung zu reagieren. Die einzige Möglichkeit, eine Wirkung zu verändern, ist, eine neue Ursache zu setzen. Also muss ich zu einem Ursache-orientierten Menschen werden, der sich in seinem Leben auf das Erschaffen der eigenen Träume konzentriert, anstatt das Leben als etwas zu betrachten, wo man lediglich reagiert. Denn meistens, wenn wir bloß darauf reagieren, wie andere sich verhalten, halten wir nur den Status quo aufrecht.

    Es geht wirklich darum zu verstehen, dass jeder Mensch in unserem Leben dazu da ist, um uns zu lehren, wie wir selbst ein besserer Mensch sein können. "Alle Schmerzen, jede Verletzung, jede Frustration, die du jemals im Leben aufgrund einer anderen Person erfährst, graviere sie in dein Herz ein - und vergiss sie nie. Dann achte darauf, dass du das keinem einzigen Menschen antust." Negativbeispiele können wir also lehrreich annehmen und für unsere menschliche Weiterentwicklung nutzen. Ebenso gilt das Gegenteil. Der Grund für solche Erfahrungen ist, dass wir darin unsere Aufgabe erkennen und bereit sind, immer eine Lösung zu finden. Und die Lösung sollte niemals sein, darauf zu warten, dass der andere sich ändert. Denn jedesmal, wenn wir darauf warten, dass die andere Person sich ändert, nehmen wir die Gelegenheit zur eigenen menschlichen Revolution nicht wahr. Damit sagen wir eigentlich nichts anderes als "Ich kann nicht glücklich sein, bevor du dich nicht geändert hast - was mich machtlos und zu deinem Opfer macht."

    für jede Beziehung, die man sich im Leben wünscht, sollte man zunächst einmal die Vorraussetzung herstellen, also einen gesunden Nährboden in sich selbst schaffen. Ebenso sollte man selbst in der Lage sein, dem anderen das zu geben, was man sich von ihm wünscht. Sehr leicht neigt man dazu, etwas von der anderen Person zu erwarten, um selbst aus einer sicheren Position heraus etwas zurückgeben zu können. Das ist Ursache und Wirkung rückwärts - wir wollen erst die Wirkung, ohne vorher die Ursache gesetzt zu haben.

    Sieh dem Leiden, das du durchlebst, ins Gesicht. Versuche nicht, es zu vermeiden. Dieses Leiden ist in der Tat der Weg zu deinem Glück. Und was immer auch dieses Glück für dich bedeutet, es sollte wenigstens bedeuten, dass dein Leben nicht länger durch Einschränkungen begrenzt ist. Allen Ängsten, Zweifeln und Unsicherheiten, bei denen wir uns weigern, uns mit ihnen auseinanderzusetzen, geben wir dadurch Macht, stärker zu werden. Wir geben ihnen Macht, indem wir die gleichen Muster immer wiederholen....
    Wenn du einen Würdigen siehst, dann trachte ihm nachzueifern. Wenn du einen Unwürdigen siehst, dann prüfe dich in deinem Innern!
    Konfuzius

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